Eschenburg in alten Ansichten Band 2

Eschenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinz Rudolph
Gemeente
:   Eschenburg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5633-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Eschenburg in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

VORWORT

Als vor etwa einem Jahr der erste Band 'Eschenburg in alten Ansichten' herausgegeben wurde, konnte niemand ahnen, daß der Verlag wegen der großen Nachfrage einen zweiten Teil in Auftrag geben würde, Nun liegt er vor uns und möchte wiederum einen Einblick in die Aera unserer Väter und Großväter geben.

Die Jahre bis 1930 werden oft als 'gute, alte Zeit' bezeichnet; ob sie es waren, können wohl nur die Menschen beurteilen, die sie erlebten. Wir stellen bereits fest, daß viele Dinge - über Jahrhunderte gewachsen und damit erprobt gar nicht so schlecht gewesen sind.

Viele Bauherren sind von den hohen Räumen, die während des Baubooms der vergangenen Jahrzehnte modisch wurden, weggekommen. Zum einen hatte das einen finanziellen Spareffekt, zum anderen begriffen wir, daß die Energievorräte unserer Welt begrenzt sind. Die aus Stahl und Beton gefertigten Bauten bröckeln bereits und bieten besonders in ungepflegten Großstadtteilen einen häßlichen Anblick. Inzwischen gibt es wieder Handwerkszweige, die auf Fachwerkbau zurückgreifen. Wer das Glück hat, in solch einem Haus zu wohnen, spürt etwas vom Zusammenleben zwischen Mensch und natürlichem Material.

Auch der zweite Band soll nicht allein ein 'Bilderbuch' sein. Selbstverständlich werden zahlreiche Betrachter sagen 'Ja, so war es' oder 'Das kenne ich noch', aber es wäre gut, wenn auch etwas von den sozialen Verhältnissen, vom Realismus harter Arbeit vermittelt würde. Denn wir haben eine weitere Erkenntnis gewonnen: Wir haben Hektik und

Streß eingetauscht mit oft psychisch belastenden Folgen gegen den physisch anstrengenden Alltag unserer Vorfahren. Die überlieferten Bilder strahlen etwas aus von mehr Ruhe, Gemeinschaft und Zeit haben für einander. Eines Tages werden auch unsere Jahre 'alte Zeit' genannt; ob sie gut waren, muß jeder von uns schon heute entscheiden. Kurz vor der Jahrtausendwende sollte der Satz mehr ins Bewußtsein rücken, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt.

Der vorliegende Bildband soll ein Stein auf dem Wege des Vergessens sein. Längst gibt es keine ungepflasterten Straßen mehr in unseren Ortsmitten, wurden gerade in letzter Zeit neue Ansichten geprägt. Und die Jugend hört oft nur von Angehörigen der älteren Generation, wie es einmal in den Dörfern zuging, die die heutige Großgemeinde Eschenburg bilden. Unsere Landschaft wird nicht mehr durch bestellte Äcker geprägt; gackernde Hühner würden nicht zu dem Autoverkehr passen, der durch unsere Straßen fließt.

Veränderungen gehören zum Lauf der Geschichte, aber unsere Wurzeln liegen in der Vergangenheit. Wenn es mit diesem Büchlein gelang, auch nur einen bruchstückhaften Teil davon festzuhalten, sollte der Sinn erfüllt sein.

Wie im ersten Band grüße ich Leserinnen und Leser mit den überlieferten Wünschen unseres Landstrichs: 'Glück aufund Gott befohlen!'

Eschenburg-Eiershausen, Frühjahr 1993

Heinz Rudolph

1. Auf dem Staffelböl erinnert die 'Philippsbuche' an die Rückkehr des Landgrafen von Hessen, genannt 'der Großmütige' im Jahre 1552. An dieser Stelle wurde er von seinen Angehörigen empfangen, die ihm von Marburg aus zur Landesgrenze entgegen gekommen waren, als er aus spanisch-niederländischer Gefangenschaft entlassen wurde. Als einer der Häupter des Schmalkaldischen Bundes hatte er sich gegen die Politik Kar! V. gestellt und sich für die Verteidigung des evangelischen Glaubens eingesetzt. Der 1552 von einem Bauern gepflanzte Baum war vierhundert Jahre lang Treffpunkt zahlreicher Bürger. Im Jahre 1952 wurde ein Sämlung der 'Philippsbuche' frisch gepflanzt und hat sich zwischenzeitlich zu einem ansehnlichen Stamm entwiekelt.

2. Das Segelfliegerdorf Hirzenhain besaß auch ein Wahrzeichen, das mit Wind zu tun hatte. Als vor dem Ersten Weltkrieg in Hirzenhain die Wasserleitungen verlegt wurden, trieb das abgebildete Windrad eine Pumpe an und füllte den Hochbehälter 'Auf der runden Schelle' mit Quellwasser. Die Windturbine hatte einen Durchmesser von 9 Metern und war nach dem amerikanischen Systern 'Dubbel' gebaut. Die Schaufeln waren 2.80 m lang, die Anlage gab eine Leistung von etwa 27 PS ab. Der Hochbehälter steht noch heute, in der Nähe findet man die Eisendekkei zu den Quellen 'vor der Torwiese'.

3. Hier faucht die alte Dampflok aus Richtung Dillenburg kommend durch Eibelshausen nach Ewersbach, Wir schreiben das Jahr 1929, heute fährt nur noch täglich ein Güterzug auf dieser einst für Personen- und Berufsverkehr wichtigen Strecke. Auf dem Bild links strecken die Buderus'schen Eisenwerke ihre Schornsteine in die Höhe.

4. Hier fließt in den dreißiger Jahren die Dietzhölze durch Eibelshausen, geht der Bliek von Süden nach Norden. Links steht 'Hoffits Haus' , dann folgt Pfeifers Gastwirtschaft mit anhängendem, mauerüberbautern Saal. Daneben sieht man die Scheune des Kaufmanns Müller, später umgebaut zu Wohnhaus und Werkstatt der Schreinerei Ernst Ludwig Müller. Bis auf Hoffits Haus wurden alle Gebäude im Zuge der Straßenerweiterung abgerissen,

5. Der heutige Marktplatz in Eibelshausen vor Jahrzehnten. Der Bliek auf die evangelische Kirche ist auch jetzt noch frei, das links im Bild stehende damalige Rathaus jedoch längst abgerissen. Seinerzeit erfaßte das Objektiveinen Leiterwagen, heute würde das Bild durch vollgestellte Parkplätze geprägt. Am rechten Bildrand muß man sich das Rathaus denken, das beim Entstehen des Bildbandes noch Eschenburgs Verwaltungszentrale ist, dessen Zukunft durch einen gerade entstehenden Neubau in der Jahnstraße jedoch zur Zeit noch ungeklärt erscheint.

6. Dieses Bild bot sich um 1930, wenn man rnit dem Rücken zum Eibelshäuser Bahnhof stand. Heute sieht man auf eine stark frequentierte Straßenkreuzung, damals wurde der Blick durch das Backhaus mit im Obergeschoß befindlichen Rathaus gefesselt.

GruB aus

7. Bliek auf Roth Anfang unseres Jahrhunderts. Die Wiesen im Vordergrund gehören der Vergangenheit an, sie sind längst bebaut. Auf dem Ausschnitt ist die Gastwirtschaft Heinrich Schneider zu sehen, besser bekannt als 'Zjitz-Haus'. Das Gebäude unterlag mancher Veränderung: Teilweise wurde das Fachwerk herausgeholt, teilweise verschiefert. Auch ein Saalanbau entstand. Heute dient das Haus nicht mehr als Wirtsohaft.

8. Begünstigt durch die enge Bauweise sowie die Integration VOll Scheune und Wohnhaus wurden viele Ortschaften von Großbränden heimgesucht. Am 7. Mai 1879 trieb ein kalter Nordostwind die Flammen durch Wissenoach und verwüstete dreiviertel der Häuser. Links am Bildrand steht die Ruine der Kirche, die an der jetzigen Durchgangsstraße neu aufgebaut wurde. Der Brand war in den Scheunen in der Nähe des alten Rathauses entstanden. Man erzählt, daß ein Bewohner mit offenem Licht nach Eiern gesucht hätte.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek