Esting in alten Ansichten

Esting in alten Ansichten

Auteur
:   Christine Müller
Gemeente
:   Esting
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5659-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Esting in alten Ansichten'

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VORWORT

Mit dem vorliegenden Buch 'Esting in alten Ansichten' soll das Wissen über unser Dorf und die Erinnerungen daran aufrecht erhalten werden. Eine Auswahl alter Ansichtskarten aus meinem Archiv und eine Portion Fotos aus den Alben und Kartons der Estinger soll das Leben in unserem Ort aufzeigen. 1978 hat Esting wie die Orte Geiselbullach und Graßlfing seine Selbständigkeit verloren, jedoch nicht seine Eigenart. Die Geschichte des kleinen Dorfes an der Amper am Rande der Münchner Schotterebene gelegen, ist inhaltsreich.

Esting könnte in diesem Jahr das 1200jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung feiern. Aber Esting ist ja viel älter. Dies beweisen die längst verschwundenen Hügelgräber, die man 1789 in Neu-Esting ausgrub. Sie stammten aus der Zeit von 500 vor Christus. Unsere Kirche St. Stephanus ist eine der

ältesten Kirchen im Landkreis. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Fast ebenso alt ist die alte Salzund Viehtriebstraße von Augsburg nach München, die unser Dorf Esting durchschneidet.

Seit 1350 bestand Brückenzoll an der Estinger Brücke. Kaiser Ludwig der Bayer hatte dieses Recht dem Kloster Ettal geschenkt. Ab 1440 war Esting Hofmark. Das bedeutete, daß im Ort die kleinen Rechtsfälle selbst abgeurteilt werden konnten. Für die hohe Gerichtsbarkeit war das Landgericht Dachau zuständig. Damals waren die Bewohner noch unfreie Bauern, die ihre Arbeitskraft und Ernteerträge den verschiedenen Grundherren zur Verfügung stellten. Auch Kriegswirren, Wetterkatastrophen und Mißernten behinderten das Dorf in seiner Entwicklung.

Nach der Bauernbefreiung 1808 und dem Austausch

der Grundherrschaft gegen die Staatsgewalt, wurde auch Esting 1818 selbständig. In den 160 Jahren der Selbständigkeit stieg die Einwohnerzahl von 200 auf 5 000 Personen. Zu diesem Anstieg trug größtenteils der Bau der Eisenbahnlinie München-Augsburg im Jahre 1839 bei.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich jenseits der Bahnlinie der Ortsteil Neu-Esting. Die Bevölkerung bestand größtenteils aus der Stadt zugezogenen Siedlern. Die nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende Bevölkerungsexpansion wurde verwaltungstechnisch vollkommen gelöst. Esting war keine 'Notgemeinde' , sondern ein vollfunktionierendes Gemeinwesen, als es eingemeindet wurde. Das gleiche Schicksal erlitten die Orte Geiselbullach und Graßlfing. Deshalb habe ich versucht auch einiges aus deren Geschichte zu erzählen. Die Bilder dazu

hat mir Herr Fritz Scherer aus seinem Archiv zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke. Dank gilt auch meinem Sohn Rainer, der alle Aufnahmen reproduziert hat.

Esting heute - ein Bauerndorf im Austrag. Nicht erst seit der Eingemeindung, auch zuvor schon bekam das Dorf den Trend der Zeit zu spüren. Aus Bauernhäusern wurden Wohnkästen und aus Ställen Garagen oder Maschinenhallen. Der Niedergang der Landwirtschaft beschleunigt diese Entwicklung. Die Vereine sind noch erhalten und auch die Dorfgemeinschaft besteht noch größtenteils. Aber wie lange noch? Die Zukunft wird auch aus Esting eine Schlafsiedlung von München machen.

Christine Müller

1. Im Mittelpunkt der Karte steht der Fluß. Die Amper war Begründung für viele bayuwarische Ansiedelungen im Huosigau. Die Zollbrücke, dereinst von großer Bedeutung für das erstmals 793 n. Chr. beurkundete Dorf Esting, ist heute nur noch Verbindung zum Nachbarort Olching. Alles was ein Dorf sonst noch braucht, einschließlich der Schloßkapelle als Sehenswürdigkeit, ist auf der um 1910 gedruckten Karte zu sehen.

2. Behäbig schmiegt sich das alte Dorf in die Ieichte Talsenke auf dieser gezeichneten Karte. Es könnte idyllisch sein, wenn da nicht die Straße Fürstenfeldbruck-Dachau wäre, von der es zerschnitten wird. Damals schon als Autostraße deklariert, gleicht sie heute oft einer Autobahn. Dem architektonischen Bild nach zu urteilen, entstand die Zeichnung zwischen 1910 und 1920. Links ist ein Altwasserarm der Amper zu sehen, der von den Bewohnern 'Oiter' genannt wurde. Ab dem Meßneranwesen hieß dasselbe Gewässer dann 'Kramerbach', weil dort einst ein Kramer ansässig war. Heute ist das Altwasser längst ausgetrocknet, nur kümmerliche Schilfreste sind von der ehemals schönen Auenlandschaft übriggeblieben.

3. Einen Überblick auf Esting gewährt uns diese etwa fünfzig Jahre alte Aufnahme. Überschaubar ist der Ort geblieben. Auch damals steckte die Landwirtschaft in einer Krise. Die Mechanisierung der Geräte fing die Landflucht ab und brachte bald auch höhere Erträge. Zur Zeit der Aufnahme wurde noch in fast jedem Anwesen Landwirtschaft betrieben. Man kann sogar noch viele Back- und Waschhäuschen zwischen den Häusern erkennen. Heute werden Stadel und Ställe zu Garagen verändert. Eine große alte Kultur stirbt.

4. Die dreigeteilte Ansichtskarte entstand vor 1925. Die Schloßkapelle (links unten) wurde 1925 bernalt. aber der Schreiber dieser Karte konnte offensichtlich 1931 noch keine aktuelle Ansicht bekommen, deshalb machte er für jedes bemalte Feld einen roten Punkt. Rechts unten ist die Gaststätte BraumilIer, genannt 'Schmiedwirt' , zu sehen. Die 1986 abgebrochene Wirtschaft hatte ihren Namen von der Schmiede, die ehemals gegenüber im Steber-Anwesen war. 1907 brannte die Schmiede ab und wurde an der Ecke SchloßI Sonnenstraße neu errichtet. Seit 1966 ist sie aufgelöst.

Schloss êsting.

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5. Ehemals Wohnsitz der Edlen von Esting bis zum 14. Jahrhundert, dann Hofmark des Klosters Ettal, später dem Landgericht Dachau zugehörig, war Esting einst bedeutender als die heutige Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Eine endlose Reihe von Schloßbesitzern hinterließ an dem 1698 fast neu erstellten Bau, ihre Spuren. Die von Expositus Georg Nöscher anno 1905 geschriebene Karte zeigt das Schloß mit all seinem ländlichen Charme.

6. Erika, Gräfin von Bullion, war eine hochgeachtete Persönlichkeit im Dorf. Das Foto zeigt die 1890 mit dem bürgerlichen Namen Brenken geborene Gräfin noch als junge Frau. 1919 bezog sie mit ihrem Mann Gottfried, Graf von Bullion, das Estinger Schloß. Als der aus französischem Kreuzritteradel stammende Graf 1923 verstarb, lebte die Gräfin mit ihrem Sohn Claus weiterhin im Schloß. Fünf Jahre nach dem Tod ihres Sohns wurde sie 1983 in der Familiengruft der Bullions in Kempten beigesetzt.

7. Die ehemalige Schloßmauer an der Straßenseite wurde im 17. Jahrhundert zu einer Kapelle ausgebaut. 1737 wurde durch eine Beneficiums-Stiftung von dem churfürstlichen Rat und Hofkaplan Georg HechenthalIer eine Priesterstelle eingerichtet. Bekannt wurde die einstige Wallfahrtskapelle aber erst durch die von dem Olchinger Maler Kar! Sonner geschaffenen Fresken im Jahre 1925. Diese Fotoaufnahme entstand kurz nach der Bemalung. Die Farben leuchten noch frisch auf der Wand. Inzwischen wurden die Fresken zweimal restauriert, Die vor zwei Jahren angebrachte Bemalung hat mit der ehemaligen Lebendigkeit der SonnerFresken fast nichts mehr gemeinsam.

8. In der 'Statistischen Beschreibung des Erzbistums München-Freising' von 1874 wird die Inneneinrichtung der Schloßkapelle als stillos bezeichnet. Heute ist man sicherlich anderer Meinung. Als Franz Xaver Jungwirth um 1750 einen Kupferstich für das Estinger Wallfahrtsbild anfertigte, war die 'wunderthätige Muttergottes' bereits hochverehrt. Die um 1500 geschaffene, farbig gefaßte Holzfigur wurde hauptsächlich von den Frauen in Kindsnöten beansprucht. Viele Votivtafeln zeugten einst von der Dankbarkeit der Hilfesuchenden. Leider sind sie fast alle verschwunden. Ein letztes Zeugnis der Estinger Wallfahrt ist eine alte Gehetstafel , die letztes Jahr renoviert wurde. Schade, daß sie immer noch keinen geeigneten Platz gefunden hat.

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