Füchtorf in alten Ansichten

Füchtorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Füchtorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0775-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Füchtorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der Verlag 'Europäische Bibliothek' in Zaltbommel! Niederlande hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Ansichten und Bilder aus der Frühzeit der Fotografie (1880 bis 1930) der Nachwelt zu überlief'ern. In unserer Heimat gibt es solche Bücher von Bad Laer, Bad Iburg, Lienen, Warendorf und Sassenberg. Der Bildband 'Sassenberg in alten Ansichten' umfaßte die ganze Stadt Sassenberg mit den Ortsteilen Füchtorf, Dackmar und Gröblingen. Schon 1977 wurde der Wunsch nach einem eigenen Buch über das alte Heidedorf Füchtorf laut.

Füchtorf mit seinen Bauerschaften Twillingen, Subbern, Rippelbaum und Elve entstand in germanischer Zeit. Alle Wege aus den Bauerschaften führten zum Tie, als dem zentralen Mittelpunkt der bäuerlichen Ansiedlungen. Nach 800 bildete sich mit der Burg Vuchthorpe ein zweiter Mittelpunkt. Die Burg und deren ritterliche Bewohner übernahmen die Bezeichnung 'Vuchthorpe' (= 'Ansiedlung in den Fichten'). Die geräumige Landburg lehnte sich an die Nordseite des TiepIatzes an. Sie war mit einer Steinmauer und Erdwällen umgeben. Zwei Tore führten in

diese mächtige Burg. Außer den Wohnungen für die Burgherren und Reisigen gab es im Schutze der Burg schon vor 1250 eine Kapelle und ein Pastorat.

Als Henricus Corf im 13. Jahrhundert Wendelmodis von Vuchthorpe heiratete, und die Corfs bald nach 1300 in die neue größere Wasserburg nach Harkotten umzogen, wurde aus der alten Feste die Kirchhofsburg. Handwerker und Gewerbetreibende belegten die verlassenen Behausungen. Um den Tieherurn kamen einige Wohnungen hinzu, und damit hatte Füchtorf schon fast den Zustand erreicht, den wir um 1880 antreffen.

Gleichzeitig mit der Entwicklung des Ortskernes wurden auch die rückwärtigeren Teile der Bauerschaften besiedelt, aber auf den mageren Sandböden konnten auch die fleißigsten Bauern keine Reichtümer ernten. Bis zur Erfindung des künstlichen Düngers blieb Füchtorf ein armes Dorf. Die erste noch dürftige Aufwärtsentwicklung fällt in etwa mit der Zeit der Dokumentation von 1880 bis 1930 zusammen.

Um 1880 waren alle Häuser im Dorf und den Bauerschaften aus Fachwerk. Die Spielenwände waren weiß

gekalkt, nur selten nahm man rote Farbe. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts setzte bei den Bauern eine lebhafte Bautätigkeit ein. Vermehrte Ernteerträge und Vergrößerungen des Viehbestandes waren die Ursache. Ziegeleien in Laer und Versmald lieferten gebrannte Dachziegel und rote Backsteine. Darum finden wir auf den Bildern Fachwerkbauten und Backsteinhäuser oft nebeneinander. Die Kotten und Heuerhäuser blieben indessen zumeist unverändert bestehen. Im Ortskern errichtete man Backsteinhäuser erst in unserem Jahrhundert. Putzbauten blieben die Ausnahme.

Im ersten Teil des Buches finden Sie Bilder vom Tie, vom Kirchplatz, der Kirchhofsburg, von Gasthäusern, Handlungen und alten Handwerksbetrieben; der zweite Teil führt ons hinaus in die Bauerschaften. Wir sehen alte Höfe und Füchtorfer Bauern bei der Arbeit. Nach einem kurzen Besuch auf der Doppelburg Harkotten kehren wir zurück nach Füchtorf, das zu allen Zeiten ein ideales Dorf für Kinder war. Hier durften sie spielen, wo sie wollten.

Bilder aus der Schulzeit werden manche Erinnerung

wach rufen. Wohl wegen der herrlichen Jugendzeit irn schönen Füchtorf sehnen sich viele Auswanderer in ihr Heimatdorf zurück. 'Haalt mi trügge na Füchtrup" war der letzte Wunsch von Anna Kuhlmann, obwohl sie Jahrzehnte in Münster gewohnt hatte.

Im letzten Teil des Buches werden Bilder aus dem Vereins- und Volksleben gezeigt. Wir merken, daß Kleidung und Tracht abhängig vom Einkommen und Vermögen sind. Wir almen, daß hinter der Idylle der Landschaft, des Dorfes und der Behausungen ebenso Schicksale verborgen waren wie heutzutage. Wir erkennen die enorme Umwandlung, die Füchtorf und seine Bewohner in den letzten dreißig Jahren erlebt haben. Verwundert empfinden wir Gemeinsamkeiten in den Gesichtern und irn Wesen unserer Kinder mit Eltern und Großeltern.

Allen Spendern von Postkarten und Bildern, sowie Herrn Rektor Heinz Bernhold, der die Korrektur besorgte, sage ich herzlichen Dank für ihre Mitarbeit.

1. Näherte man sich um 1900 von Glandorf dem Dorfe Füchtorf, so mußte man am jetzigen Haus Wimmer einen Brückenzoll bezahlen. Vom Buckesch her floß ein Bach durchs Kirchvenn zur Bleiche und Pastors Busch. Dieses Panoramabild von 1912 zeigt das im Busch liegende Pastorat, die 1906 erbaute Schule, das 1908 errichtete Feuerwehrhäuschen mit hölzernem Turm, das Fachwerkhaus von Anton Schlingmann (genannt Wernken Anton) und den Nordgiebel des Hauses Seifert-Thumann. Das Kirchvenn war ein sumpfiges Gelände. Nördlich lagen die Diekekuhlen zum Einnässen des Hanfes, im Süden die Bleichkuhlen zum Bleichen des Leinens. Ein Bleichhüttchen ragte aus den Erlen und Weidensträuchern heraus. Von Norden gesehen erweckte Füchtorf den Eindruck eines kleinen Dörfleins.

Füchtorf - Total

2. Besuchten Versmolder in alten Zeiten Füchtorf, so hatten sie einen besseren Eindruck als die Glandorfer. Sie überquerten von Osten her den Buckesch und sahen dann das schmucke Dörfchen mit der Kirche inmitten zahlreicher Fachwerkhäuser vor sich. Links am Weg liegt das Haus des Händlers Schlingmann und hinter Bäumen versteekt der Bauernhof Ostmeier und die Gastwirtschaft Hagens. In der Mitte links erkennen wir den Giebel des Hofes Schröer-Droste. Insgesamt vermittelt uns diese Postkarte von 1920 ein typisches münsterländisches Dorf mit Bauern, Handwerkern und Händlern, nicht zu vergessen die Gastwirtschaften.

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3. Am 28. Juli 1902 gratulierte die Nichte Emilie ihrer Tante Anna Teilen in Keldenich bei Bonn zum Namenstag. Die Postkarte von 1902 zeigt rechts die Kirche von Westen mit einigen Häusern der Kirchhofsburg. Oben können wir einen Bliek auf den Tie mit den angrenzenden Häusern werfen. Vor der Umfassungsmauer mit dem Heiligenhäuschen stehen drei Damen des Dorfkruges 'Zur Linde' in ihrer typischen Alltagskleidung. Vor dem Gasthaus Hiltermann wuchsen zwei Linden, vor dem Fachwerkhaus der Metzgerei Hülsmann drei kleinere Linden. Die Schenkwirtschaft des Heinrich Linnemann erhielt eine neue Frühjahrsbemalung, wie das Gerüst andeutet. Bald danach verkaufte Linnemann an Heinrich Ruhe junior und wurde Viehhändler. (Siehe Bild 19.)

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4. Ein Gruß aus Füchtorf, dem Dorf der Imker, eilte 1903 nach Düsseldorf. Der kolorierte Stahlstich zeigt über einer schwarzgelben Schleife die Wirtschaft Ruhe, jetzt Bisping. Gäste sitzen vor dem Haus, andere spazieren umher. Neben dem Gebäude verjüngt die Schleife in stilisierte Mohnblumen. Über grünen Linden fliegt eine Biene. Unten sehen wir Füchtorf total von Osten her. Inmitten der grünen Wiese lag zuvor der große Dorfteich. An den Tie grenzte das Haus Scheiper (jetzt Hülsmann). Das längliche Gebäude war der 'lange Jammer'. Darin wohnten Krusen Jännken, Siska Bergental und Roggelands Anton. Von ihnen kursiert der Spruch: 'Wi wuhnt innen langen Jammer, häft eene Stuoben un eene Kammer.' Altftichtorf war arm, schön und gemütlich.

5. Im Nordwesten reicht heute noch das Ackerland bis fast an die Kirchhofsburg. An der Stelle, wo die Fachwerkscheune mit Schuppen stand, wurde das erste Gebäude der Spar- und Darlehnskasse errichtet. Das dreistöckige Haus Pohlmann (jetzt Adolf Heuer) steht noch. Der Zwischenraum zu der Knabenschule war so schmal, daß Kinder hindurchflitzen konnten, Erwachsene aber geengt waren. Die Knabenschule mit Lehrerwohnung war 1787 erbaut, diente bis 1906 dem Unterricht und wurde 1956 abgebrochen. Pfarrheim und Küsterei begrenzen heute den Kirchplatz im Nordwesten. Vorn im Rübenfeld entblättert ein Mädchen vom Finkenhofdie Rüben, eine Arbeit, die es kaum noch gibt.

6. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verlegte die Familie Hülsmann ihren Wohnsitz von Westbevern nach Füchtorf. Sie kaufte das Haus zwischen Küsterei und dem Gasthof 'Zur Linde' und eröffnete hier eine Metzgerei. Das Schild über dem Fenster erinnert an diese Zeit. Um 1900 verliehen Linden auf dem Tie den Wohnungen einen trauten und behaglichen Charakter. Das Hülsmann'sche Haus war ursprünglich ein Fachwerkgebäude (siehe Bild 3). Die daneben liegende Küsterei war aus Bruchsteinen erbaut und verputzt. 1906 baute die Familie Hülsmann auf der anderen Tieseite ein neues Haus. Im alten Hülsmann'schen Haus befindet sich jetzt das Textilgeschäft von Frau Angelike Nieße, während die Küsterei der Familie Nieße als Wohnung dient.

Gruss aus Gfücltforf

7. Dieser Gruß vom 18. Mai 1912 zeigt uns das 1906 erbaute Haus Hülsmann. Da alle Wege aus den Bauerschaften sternförmig zum Tie führten, waren spitzwinkelige Grundstücke entstanden. Darum steht auch das Haus Hü!smann wegen der besseren Raumausnutzung in einem spitzen Winkel zum Tie. An der Südseite des Hauses sind drei Linden gepflanzt, die auf späteren Postkarten der Sassenberger Straße ein schönes Aussehen verliehen. Am vorderen Giebel und Balkon ließ man Efeu emporranken. Damit gab man Vögeln und Insekten Nist- und Lebensmöglichkeiten und nahm kleinere Unannehmlichkeiten gern mit in Kauf. Rechts und links sehen wir die Häuser Heuer, Schlingrnann-Pöhler und Anton Ruhe, womit die Bebauung rund um den ehemaligen Dorfteich (siehe Bild 4) vollendet war.

Füchtorf - Kirctylof

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8. Die Postkarte 'Füchtorf-Kirchhof' hat eine bewegte Vergangenheit. 1903 schickte Maria Jostwerth sie an ihre Schwester Toni in Bremen. Später nahm Heinrich Artkamp sie als Andenken mit nach Jundiai in Brasilien. Mit dem Flugzeug kehrte sie zurück. Wir sehen darauf den Kirchplatz mit den Häusern HiJtermann, Tenkhoff, Böckenholt-Schütte, das doppelstöckige Haus Krimphoff und einen Teil der alten Mädchenschule. Im Schatten der Bäume versteekt sich der Torbogen. Diese Postkarte dokumentiert die Größe des jetzigen Kirchplatzes und läßt den Umfang des Hofes der ehemaligen Burg Vuchthorpe erahnen. Für viele Füchtorfer hat dieser traditionsreiche Platz eine besondere Bedeutung, begleitet er sie doch durchs Leben vom Anfang bis zum Ende.

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