Feuchtwangen in alten Ansichten

Feuchtwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Karg und Karl Wirth
Gemeente
:   Feuchtwangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4598-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feuchtwangen in alten Ansichten'

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Feuchtwangen - vom karolingischen Königshof zum anerkannten Erholungsort.

Das Feuchtwanger Land gehört zur Frankenhöhe, einem waldreichen Mittelgebirge an der Grenze zwischen Franken und Schwaben. Die Stadt selbst ist eingebettet im Tal der Sulzach, die sich als stilles Flüßchen durch eine liebliche Wiesenlandschaft windet. Der Bahnhof liegt 450 Meter über Normalnull, während das Neubaugebiet auf dem Kronenwirtsberg die 50o-Meter-Höhenlinie überschreitet.

Als sich - nach der Feuchtwanger Gründungssage - Karl der Große im Sulzachgrund bei der Jagd verirrte, fand er im Urwald weder Weg noch Steg. Die Wirklichkeit aber mag anders ausgesehen haben: Von Süden nach Norden zog damals schon eine Altstraße, auf der später der Levantehandel von Venedig über Augsburg nach Feuchtwangen und weiter gen Norden führte, Die andere Straße verband den Westen mit dem Osten und diente vor allem im hohen Mittelalter dem Stauferreich als eine wichtige Lebensader.

An der Kreuzung dieser Altstraßen bei der Sulzachfurt entstand sicherlich bereits im 8. Jahrhundert ein karolingischer Königshof als militärischer Stützpunkt und als

Verwaltungszentrum. Sein Kirchlein dürfte die Keimzelle für jenes Reichskloster gewesen sein, das 817 urkundlich als 'Kloster Fiuhtwang' genannt wurde.

Die günstige Verkehrslage Feuchtwangens bestimmte seine Entwicklung. Das Kloster baute sich im 12. Jahrhundert eine neue Kirche und einen bis heute erhaltenen Kreuzgang im romanischen Stil. Die Siedlung erhielt Stadtrecht und wurde in der Stauferzeit Freie Reichsstadt. Siegfried von Feuchtwangen führte den Namen der Stadt in die deutsche Geschichte ein: Als Hochmeister der Deutschherrenritter verlegte er 1309 den Sitz des Ordens von Venedig auf die Marienburg in Ostpreußen und gab ihm damit ein neues Arbeitsfeld.

Auch als die Stadt 1376 ihre Reichsfreiheit verlor und markgräfliche Amtsstadt wurde, sicherte ihr die Verkehrslage immer noch eine entsprechende Bedeutung. 1395 wurde mit dem Bau der Stadtbefestigung begonnen. Drei Tore ließen die Welt herein und hinaus. Die Chorherren schmückten ihre Stiftskirche mit bedeutenden Kunstwerken aus Franken und Schwaben. Auch die Wissenschaft fand hier Pflegestätten, So wurde Feuchtwangen - wenn auch nur für kurze Zeit Universitätsstadt; eine Lateinschule unterrichtete zahlreiche

Schülergenerationen bis 1914. Jahrhunderte formten den Marktplatz zum 'Festsaal Frankens', Heute noch lassen hier in enger Nachbarschaft sechs Gasthäuser die einstige Bedeutung des Feuchtwanger Handels und Verkehrs ermessen. Eines davon trug mit Recht den Namen 'Fürstenherberge' , Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein stiegen in der 'Post', wie der Gasthof nach 1731 hieß, Kaiser, Könige und Künstler ab. Wenn man heute fragt, wo Feuchtwangen liegt, so lautet die Antwort immer noch: 'An der Kreuzung der beiden großen Straßen', wobei allerdings der alte Handelswegjetzt 'Romantische Straße' heißt und die Ost-West-Achse ihre Bedeutung als 'Europastraße 12' erkennen läßt (Autobahn NürnbergHeilbronn). Die touristischen Schaufenster Dinkelsbühl und Rothenburg liegen ganz in der Nähe, Viele Urlauber aber suchen einen anerkannten Erholungsort, der neben Wanderungen in reiner Waldluft auch Anregungen kultureller Art bietet. In Feuchtwangen verrnögen das die Kreuzgangspiele, die Werke der Weltliteratur aufführen, oder das Heimatmuseum, das als eines der besten Süddeutschlands gilt. Und noch eines: In den versteekten Gassen und Platzen unserer Stadt ist heute noch etwas von der Beschaulichkeit und der inneren Ruhe zu spüren, wie sie vielfach die Bilder in

dem vorliegenden Bändchen ausstrahlen.

Wir haben die vergilbten Fotos der Zeit zwischen 1880 und 1930 nach verschiedenen Themenkreisen geordnet. (Die zeitliche Begrenzung wünschte der Verlag!) Zunächst ein Rundgang durch Feuchtwangen: Vom Taubenbrünnlein als dem sagenhaften Ursprung der Stadt führt der Weg zum Kreuzgang und zu den Kirchen, über den Marktplatz und hinein in alte Gassen und Winkel. Von Toren und Mauern können nur wenige Bilder gezeigt werden. Dafür aber gab es damals bereits ein Feuchtwangen jenseits des Mauerringes zwischen Sulzachgrund und Königshöhe. Mit dem Thema 'Feste und Geselligkeit' beschließen wir die Bilderreihe.

Und nun mag jeder Bürger und jeder Besucher der Kreuzgangstadt mit der Gegenwart vergleichen. Sicherlich wird er überrascht sein, wie sich Feuchtwangen in den letzten hundert Jahren entwiekelt hat ohne dabei sein Gesicht zu verlieren und ohne sein Wesen als das einer ehrlichen, freundlichen Kleinstadt einzubüßen.

Allen, die Material für diesen Bildband zur Verfügung stellten, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

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1. Die Sage von Karl dem Großen als Gründer des Feuchtwanger Klosters geht in der Stadt heute noch von Mund zu Mund. Und wenn auch das Taubenbrünnlein in einem stillen Winkel versteekt neben dem alten Klosterbereich liegt, kennt es jeder Feuchtwanger und führt seinen Besuch dahin. Die Ansichtskarte aus der Zeit um die Jahrhundertwende zeigt auf dem Holzgehäuse des Pumpbrunnens eine auffliegende Taube zur Erinnerung an jene, die einst dem ermatteten Kaiser die Quelle wies. In der Wand ist eine Tafel eingelassen, auf der mit knappen Worten die Gründungssage erzählt wird, Inzwischen hat Baunnternehmer Ernst Hähnlein das neugotische Brunnengehäuse durch eine geschmackvoll gestaltete Brunnensäule hinter einem steinernen Trog ersetzen lassen.

2. Den romanischen Kreuzgang an der Südseite der ehemaligen Klosterkirche ließen die Benediktinermönche zugleich mit dem Klosterneubau erstellen. Keine Urkunde verrät das Baujahr. Nur aus den Stilformen vermag der Kunstgeschichtler das 12. Jahrhundert als Entstehungszeit anzugeben. Wenige Jahrzehnte später wurde das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt, das bis zur Reformationszeit das geistige Leben im Feuchtwanger Land bestimmte. Nach dessen Aufhebung ergriff der Burger Besitz vom Kreuzgang und von den ehemaligen Klostergebäuden. Die Jahrhunderte füllten den Kreuzgarten bis zu den Säulenbasen auf. Tisch und Stühle auf dem Foto weisen auf eine neue Verwendung des Kreuzgangs hin.

3. In den beiden Häusern am Marktplatz, mit denen der Ostflügel des Kreuzgangs überbaut war, betrieben um die Jahrhundertwende ein Zuckerbäcker und ein Goldarbeiter ihr Handwerk. Bei Meister Gruber, dem Konditor, hatte man etliche der romanischen Rundbogen und Säulen in den Backofen eingemauert. Er benützte auch einen Teil des Kreuzgartens, um dort seine Gäste mit Kaffee und Kuchen zu bewirten. Wenn auf dem Foto nicht eine Tafel 'Zum Kloster Kaffee' zu sehen wäre und die altmodischen Klappstühle nicht stutzig machten, könnte man im ersten Augenblick an ein Bild vom Kreuzgangcafé glauben, das heute im neugestalteten Ostflügel des Klosters stilvolle Räume seinen Gästen zu beschaulicher Kaffeestunde öffnet.

4. Das Foto gibt zunächst große Rätsel auf: Da stehen Säulen und Pfeilerquader des Kreuzgangs bunt durcheinander. Was war geschehen? Beim Abbruch der Häuser Gruber und Raab für den Sparkassenneubau waren 1933 unsichtbar verbaute romanische Rundbogen und Säulen zum Vorschein gekommen. Dadurch reifte der Gedanke, den gesamten Kreuzgang, der in einem Zustand schlimmsten Verfalls war, zu restaurieren. Man beseitigte außerdem die Erdaufschüttung im Garten. Nur bei den Kornelkirschbäumen am Eingang blieb die ursprüngliche Höhe erhalten, um die Wurzeln nicht freizulegen. So entstand der einmalige Rahmen für die Kreuzgangspiele, die seit 1949 alljährlich Stüeke der Weltliteratur aufführen,

5. Der Sparkasse Feuchtwangen waren die Räume im Rathaus zu eng geworden. Sie kaufte die beiden Häuser zwischen Marktplatz und Kreuzgarten. Weil ein Umbau der alten Gebäude unmöglich war, brach man sie 1933 ab. Dabei stieß man nicht nur auf verbaute Reste des Kreuzgangs, sondern auch auf die östliche Außenmauer des Klosters, die 70 bis 90 cm breit aus Bruchsteinen aufgeführt war. Der Sparkasse ist es zu danken, daß die Kreuzgangfassade im Neubau wieder erstand. Am 6. November 1933 fand das Richtfest statt, an das das Foto erinnert. Aber bereits 1958 war das Haus am Marktplatz dem Feuchtwanger Geldinstitut wieder zu klein. Es zog in einen Neubau an der Hindenburgstraße und schuf damit die Voraussetzung für die Eröffnung des Cafés am Kreuzgang.

6. Das Foto aus der Zeit um 1910 zeigt die heutige Hindenburgstraße bei ihrer Einmündung in den Marktplatz. Hier steht noch das Kriegerdenkmal von 1893, das 1941 abgebrochen wurde. Das Uhrentürmchen auf der Stiftskirche zeigt eine Form, die man beim Umbau 1913·1920 änderte. Zwischen Stiftskirche und Johanniskirche ist die Friedenseiche von 1871 erkennbar. Das Kantorat rechts im Bild mit seinem neugotischen Treppengiebel wurde 1905 erbaut. Bis zum Umbau 1960 stieg auf diesen Treppenstufen für die Feuchtwanger Kinder das Christkind am Heiligen Abend zur Erde nieder. Dicht begrünt mit Bäumen und Sträuchern ist der alte Forstamtsgarten, der erst vor wenigen Jahren zu einer geschmackvollen Grünanlage umgestaltet wurde.

7. Wilhelm Schaudig wurde am 1. Dezember 1845 in Windsheim geboren. 1885 kam er auf die dritte Pfarrstelle nach Feuchtwangen. Seit 1891 leitete er das hiesige Dekanat. Bis zu seinem Tode (1930) hat Wilhelm Schaudig fünfundvierzig Jahre in Feuchtwangen gelebt. Sein größtes Werk war die Erneuerung der Stiftskirche in den Jahren 1913 bis 1920. Die Kirchenleitung erkarmte seine Verdienste durch die Ernennung zum Kirchenrat an. Aber auch die Stadt hat Grund ihm zu danken. Er schrieb eine 'Geschichte der Stadt und des ehemaligen Stiftes Feuchtwangen', die 1927 gedruckt wurde. Im Neubauviertel der Weiherlache trägt eine Straße seinen Namen. Er war Ehrenbürger von Feuchtwangen und Ehrenmitglied im 'Verein für Volkskunst und Volkskunde'.

8. Die Ansichtskarte zeigt die Nordseite der Stiftskirche, wie sie bis April 1913 aussah. Das Gotteshaus war im Laufe der Jahrhunderte in bedrohlicher Weise baufällig geworden. Nach der Konfirmation 1913 begannen die Arbeiten. Es wurde das Kirchendacn abgetragen, der Kranzturm, die zweigeschossige Vorhalle, die südliche Mittelschiff- und die nordliche Seitenschiffmauer eingelegt, Fûr den Turm wurde ein fester Grund hergestellt, indem 80 Bohrlöcher 7 Meter tief in die Erde getrieben, mit Eisengerosten versehen und mit flüssigem Zement ausgestampft wurden. (WilheIm Schaudig). Der Erste Weltkrieg verzögerte die Arbeiten, Erst am 15. August 1920 konnte die Einweihung stattfinden,

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