Flensburg in alten Ansichten Band 2

Flensburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Schlütter
Gemeente
:   Flensburg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6489-4
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Flensburg in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

'Stadt im Tal, umkränzt von Hügeln', so beginnt ein Flensburger Heimatlied, das aber kaum noch gesungen wird und daher nicht mehr sehr bekannt ist. 'Stadt im Tal', das kann nur poetisch gemeint sein, denn man kann anhand der folgenden Bilder sehen, daß die Höhen sehr wohl bebaut sind. Das Stadtgebiet hat sich ja in den vielen jahrhunderten nach allen Seiten ausgedehnt. Richtig ist, daß der Hauptstraßenzug vom Nordertor bis zum Südermarkt 'im Tal' verläuft. Die Verbindungsstraßen nach Westen und Osten weisen Steigungen auf, sowohl auf die westliche Höhe zum Stadtteil Duburg als auch nach Osten nach St. Jürgen. Wer den Weg nach Nordfriesland einschlagen will, muß den friesischen Berg erklimmen.

Prägend für das Stadtbild ist die Flens burger Förde, dieser schmale, tief ins Land einschneidende Arm der Ostsee. Dieser Zugang zur See war entscheidend für eine Siedlung und die weitere Entwicklung der Stadt.

Fischer waren die ersten Siedler. Sie bauten ihre Häuser rund um St. [ohannis, der ältesten Kirche Flensburgs. Durch die Nähe der Nord-Süd- Verbindung, des 'Heerweges' , war der Warenverkehr über Land möglich. Eine Sage erzählt, daß ein Ritter namens Fleno in St. Johannis seine kleine Burg errichtet hatte und seine Zölle von dort aus eintrieb. Er soll der Namensgeber Flensburgs gewesen sein.

KönigWaldemar verlieh 1284 das Stadtrecht an Flensburg, vor-

ausgegangen war 1260 die Einführung einer Ratsverfassung. Mit den Stadtrechten versehen, stand einer guten Entwicklung nichts mehr im Wege. Man erlaubte dieser neuen Stadt, eine Stadtmauer rund um die Häuser zu bauen (1345). Dadurch waren die Bürger gut geschützt. Einige Stadttore ließen aber kontrollierte Aus- und Einfahrt zu.

Als der Graf van Oldenburg 1460 zum dänischen König gewählt wurde (er hieß dann Christian 1.) hatte Flensburg ein deutsches Oberhaupt, denn Christian war in Personalunion Herzog von Schleswig-Holstein. Diese Regierungspraxis sollte sich später fortsetzen und führte oft zu der Annahme, daß Schleswig-Holstein dänisches Gebiet sei. Die Regierenden nahmen einige Landteilungen vor, Flensburg blieb von diesen Maßnahmen verschont.

Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit, der aber ein Niedergang folgte durch den Dreißigjährigen und den Nordischen Krieg. Verschiedene Besatzungsmächte schadeten der Stadt sehr, vor allem die Schweden sollen freche Plünderer gewesen sein. Erst das 18. Iahrhundert brachte durch den gewinnbringenden Handel mit Norwegen und Westindien neuen Aufschwung.

Aber nicht nur die Kriege brachten Unheil. Mehrere Großbrände müssen erwähnt werden, von denen der schlimmste wohl 148 5 wütete und den größten Teil des Südens der Stadt in

Schutt und Asche legte. Mehrere Tausend Bewohner der Stadt wurden durch die Pestepidemien von 1495 und 1 565 dahingerafft.

Im ersten Grundbuch Flensburgs von 1508 wurden 422 Grundstücke verzeichnet. Um 1400 hatte die Stadt erwa 3 500 Einwohner, um 1800 schon 10 000 und irn Iahre 1900 exakt gezählte 48922. Interessant ist wohl noch eine Zahl aus der Statistik: Im jahre 1794 gab es 150 Brennereien in Flensburg. Immer wieder störten kriegerische Auseinandersetzungen die Entwicklung. Die napoleonischen Kriege (1 806-1814) mit Besatzern aus Frankreich, Spanien, Schweden (sogar Kosaken durchzogen 1814 Flensburg) waren genauso schwer zu überwinden wie die Nachwirkungen der deutschen Erhebung (1848-1851). Erst das Ende des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 brachte Ruhe. 1867 wurde Schleswig-Holstein preußisch und 1 87 1 ins Deutsche Reich eingegliedert.

Die Reichsgründung bewirkte in ganz Deutschland eine Aufbruchstimmung. Nicht umsonst spricht man von diesen jahren als der 'Grûnderzeit'. Wie überall, so wurden auch in Flensburg Häuser gebaut, Straßen angelegt, das Schulwesen neu geordnet und soziale Einrichtungen geschaffen. Flensburg stieg auf zur Garnisonstadt. Auf der westlichen Höhe, im Stadtteil Duburg, baute man Kasernen und die Marine in Mürwik gab dem neuen Stadtteil Flensburgs Aufschwung. Die Wirtschaft konnte gute Gewinne verbuchen, die Menschen atmeten auf man war zufrieden. Dann kam das böse Erwachen: Der Erste Weltkrieg. Die Flensburger verloren viele ihrer Söhne.

Die Niederlage bescherte dem Norden Deutschlands die Volks-

abstimmung von 1920. Das bisherige Nordschleswig (bis zur Königsau) wurde dänisch, Flensburg blieb deutsch, hatte aber wirtschaftlich sehr zu leiden, da ein großes Hinterland verloren ging. Im Zweiten Weltkrieg blieb Flensburg fast unbeschädigt. Es gab zwar Luftangriffe, aber nur einer - 1943 - richtete große Schaden an und auch viele Tote waren zu beklagen. Die Werft und andere Betriebe im Norden wurden getroffen.

Es gäbe noch viel zu erzählen. Von tüchtigen Bürgermeistern, Kaufleuten und Reedern, Fischern und Seefahrern, Lehrern und ihren Schulen, Straßen undToren, Friedhöfen und Parks, Menschen und Schicksalen.

Die Schilderungen würden den Rahmen dieses Buches sprengen, in dem die Bilder die Hauptsache sein sollen.

An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die es mir ermöglicht haben, meine große Sammlung anzulegen, die immer wieder zu mir gekommen sind, mir alte Fotos und Postkarten überließen und mit Informationen zur Hand waren.

In erster Linie aber gilt mein Dank Herrn Horst Schübeler, Böelschuby, der die Reproduktionen der Originale mit viel Geduld und großem fachlichen Können erstellte. Ein Bild - Nr. 56vom alten Kreisbahnhof stellte mir Herr K.W Lönneker, Flensburg, zur Verfügung.

Dieser Band kann keinen Anspruch erheben aufVollständigkeit. Ich hoffe aber, daß ich mit der Auswahl für alle Leser Interessantes aus der Vergangenheit Flensburgs dargestellt habe und Freude vermitteln konnte.

Friedrich Schlütter

Panorama- Bilder

1 Ein Bliek auf den Süden der Stadt. Die Aufnahme wurde etwa 1880 gemacht und zeigt im Mittelpunkt die Brauerei mit den charakteristischen Schornsteinen. Links davon liegt die 1877 gegründete Navigationsschule. Vorn links ist ein Teil der alten Lateinschule am Klostergang zu sehen. Die Gebäude rechts von der Brauerei gehören zum Neumarkt und zur Husumer Straße.

2 Die Aufnahme wurde vom Hoffotografen Dreesen gemacht und erschien 1892 in seiner Sammlung 'Von Flensburg bis Sonderburg' . Im Vordergrund sieht man die Häuser an der Ballastbrücke. Die beiden großen Wohnhäuser stehen heute noch, das rechte ist gut saniert worden. Von den Baumanpflanzungen ist nichts mehr vorhanden. Der Bliek geht zur westlichen Höhe, im Mittelpunkt liegt St. Marien rnit dem neuen Turm von 1882. Rechts oben ist die Diakonissenanstalt zu sehen und links van St. Marien die letzte Mühle der westlichen Höhe.

von Flensburg vorn Ballastberg gesehen.

3 Ein Blick auf die Ostseite der Stadt aus dem [ahre 1907. Ruderboote, ein Kleinsegler und ein Dreimaster am Ballastkai bilden den Vordergrund. Links die Häuserzeile gehört zum Hafendamm und rechts daneben befinden sich die Eisenbahnschuppen der Kleinbahn. Im Mittelpunkt aber prangt die soeben eingeweihte Kirche St. Jürgen. Sehr lange mußte die große Gemeinde auf den Kirchenbau warten. Das große Gebäude links von der St.-Jürgen-Kirche ist das alte Schulgebäude, das heute noch genutzt wird. Rechts oben ist schon die Neubebauung von St. Jürgen zu erkennen.

FLEN~URG

Blick auf J ürgensby

4 Aus demjahre 1934 stammt diese Fliegeraufnahme. Im Vordergrund rechts liegt das 'Deutsche Haus', ein Tagungs- und Versammlungshaus, das der Stadt Flensburg vom Deutschen Reich als Treue-Geschenk gemacht wurde, als Flensburg bei der großen Volksabstimmung 1920 deutsch blieb. Das Haus hat mehrere Säle mit Bühnen und ein Restaurant. Die letzte Amtshandlung des in Pension gehenden Oberbürgermeisters Dr. Todsen am 27. September 1930 war die Festansprache zur Einweihung des Hauses. Die Anlagen mit den kleinen Bäumchen haben sich im Laufe der [ahrzehnte zu einer ansehnlichen Grünanlage ent-

wiekelt, Gegenüber vom Deutschen Haus liegen die Gebäude des Klosters zum Heiligen Geist, ein Altenheim. Die vorgelagerten kleinen Häuser derTöpferstraße sind abgerissen worden. Am

Bildrand links die Kirche St. Nicolai. Rechts am Rand die Oberrealschule (heute Gymnasium Goethe-Schule) und links gibt uns das Bild einen weiten Bliek frei auf die Hafenspitze.

Der Norden

5 Das Nordertor, Wahrzeichen Flensburgs und einzig erhaltenes Stadttor der Stadt. Ursprünglich stand ein Nordertor etwa 200 m weiter stadteinwärts, dieses neueTor wurde 1796 errichtet und war zu der alten Zeit tatsächlich das letzte Gebäude der Stadt. Die Aufnahme von 1902 zeigt schon regen Verkehr hier im Norden. Interessant auch der kleine Kioskbau links neben dem Tor.

6 Hier handelt es sich um das älteste Nordertor-Bild, das ich kenne. Es zeigt den Einzug der österreichischen Truppen im [ahre 1 864 nach der gewonnenen Schlacht bei Düppel. Damit war der Deutsch-Dänische Krieg mit Hilfe der Österreicher siegreich beender worden. Der Fahnenschrnuck am Tor zeigt die 'Waffenbrüderschaft' mit Österreich.

7 Das Bild aus dem [ahre 1870 zeigt die erste Bebauung nördlich des Nordertores. Das helle Gebäude rechts war das Armenhaus, genannt 'de lange Ruurri'. Für viele jahre war dieses Haus das einzige Gebäude nördlich des Tores. Die 'guten' Bürger hatten das Armenhaus bewußt vor das Tor gesetzt; sie wollten vermeiden, daß Gesindel aller Art mit den Armen sich in der Stadt breitmachte. Auch als Arbeitshaus wurde das Haus genutzt. Die anschließenden Bauten in der 'Neustadt' sind schon frühe Industriebetriebe, die die Grundlage bildeten für eine weitere Besiedlung.

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8 Rechts im Vordergrund sieht man die 1842 gegründete Eisengießerei. Für Flensburg ein früher Beginn des Industriezeitalters. Das Bild stammt aus dem [ahre 1875.

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