Flieden in alten Ansichten

Flieden in alten Ansichten

Auteur
:   Raimund Henkel
Gemeente
:   Flieden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2879-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Flieden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Abbildungen in diesem Bändchen widerspiegeln eine Zeit, die wir heute noch gerne als 'die gute alte' bezeichnen. Doch die Jahrzehnte vor und nach 1900 waren von starken Veränderungen geprägt, die den gesamten Lebensbereich auch der ländlichen Bevölkerung erfaßte.

Im wesentlichen hatte sich in unserer Heimat bis weit ins 19. Jahrhundert hinein eine tausendjährige Kultur erhalten, die von der ebenso lang währenden Geschichte des geistlichen Fürstentums Fulda getragen war. Die napoleonische Ära und ihre Folgezeit brachten zwar eine enorme Unruhe in politischer Hinsicht, was sich aber nur gering auf die Lebensgewohnheiten der Landbewohner auswirkte. Haus und Hof, Hütte und Handwerk bestimmten im Wechsel der Jahreszeiten den Arbeitsrhythmus, der von den Eestzeiten und Feiertagen des Kirchenjahres unterbrochen wurde.

Mit der Industrialisierung der Städte änderte sich allmählich auch das Bewußtsein der Menschen auf dem Lande, gefördert durch die größere Beweglichkeit infolge des Eisenbahnbaues. Mancher, dem die Scholle oder das örtliche Handwerk keine Verdienstmöglichkeiten boten, konnte nun in der Kreisstadt Fulda einen Arbeitsplatz erhalten. Andere nahmen es auf sich, die Woche über in den Städten des Rhein-MainGebietes ihren Beruf auszuüben. Es waren meistens Bauhandwerker, die zuvor (zum Beispiel als 'West-

falengänger') den ganzen Sommer über fern der Heimat weilten und jetzt wesentlich bessere Bedingungen vorfanden. Die jungen Mädchen verdingten sich vielfach als Hausgehilfen in bessergestellten städtischen Familien, sofern sie nicht mit dem Los einer Dienstmagd auf dem Bauernhof zufrieden waren. Schließlich erforderte nicht nur die Erbauung der Eisenbahn ein beachtliches Kontingent an Arbeitskräften, auch ihre Betreibung schuf neue Existenzen.

So kam ein gewisser Ausgleich zustande, denn die Bahn verursachte auch Einnahmeverluste. Auf den Straßen zogen jetzt keine Händler mehr, die bisher in den Gasthäusern einkehrten und das einschlägige Handwerk in Anspruch nahmen. Die Vorspanndienste entfielen, die den Bauern zu einer willkommenen Nebeneinnahme verhalfen. Der Fliedener Bahnhof wenn auch anfangs weit außerhalb des Dorfes gelegen - wurde zu einem neuen Mittelpunkt des geselligen Lebens.

Schließlich verursachte die neue Verkehrsführung einen bedeutenden Eingriff in die Landschaft. Der Bahndamm riegelte die Talgründe des Rückerser Wassers, der Arzbach und des Fliedetales ab, versperrte teilweise den Bliek zu den Nachbardörfern und ließ nur Lücken, wo Entwässerung und Fahrwege dies erforderten.

In der dieser Betrachtung zugrunde liegenden Zeitspanne erfuhr das inner- und außerörtliche Straßen-

netz erhebliche Verbesserungen. Verbindungen, die bisher als sogenannte Kirclipfade von Buchenrod, Magdlos und Rückers ins Pfarrdorf führten, wurden durch Straßen ersetzt. Das Gesicht des Dorfes veränderte sich langsam auch durch den Wandel der Wohnansprüche. Die seither zumeist eingeschossigen niedrigen Häuser wurden in zahlreichen Fällen aufgestockt. Neubauten entstanden in Bahnhofsnähe und an den Ausfallstraßen, wodurch sich die alte Ortslage erheblich ausdehnte.

Die Lebensverhältnisse wandelten sich ferner durch die verbesserte Infrastruktur. Als Folge der zentralen Wasserversorgung verschwanden die Pump- und Ziehbrunnen. Kanalrohre leiteten das verbrauchte Wasser ab. Es entstanden Schulneubauten, ein Arzt wurde ansässig, und Kaufhäuser, Lebensmittelläden und Fachgeschäfte versorgten die Bevölkerung mit den notwendigen Bedarfsgütern. Die Darlehenskasse garantierte einen seriösen Umgang mit ersparten und geliehenen Geldern. Die Gemeindebackhäuser konnten sich weiterhin behaupten. Seit Beginn der zwanziger Jahre entfalteten die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul eine segensreiche Tätigkeit auf karitativem und sozialem Gebiet.

In der Landwirtschaft schritt die Mechanisierung zunehmend fort und setzte Arbeitskräfte frei. Überhöhte Zinsforderungen, mehrere Mißernten und mangelnde Bereitschaft, sich neue Erkenntnisse im

Landbau zueigen zu machen, führten verstärkt zur Aufgabe alter Höfe. Zahlreiche Fliedener zogen es vor, ihr Glück in der neuen Welt zu versuchen; sie wanderten aus.

Durch die verbesserten Arbeitsbedingungen stieg allmählich das Interesse am geselligen Beisammensein. Diesem Begehren kamen die Gasthäuser durch die Errichtung von Kegelbahnen nach. Das Vereinsleben entfaltete sich. Während Jagd und Fischerei ein Privileg für wenige war, konnte sich am sportlichen Wettkampf, am Singen und Musizieren jedes Talent beteiligen. Theaterspiele kamen in Mode, ein Schwimmbad wurde gebaut.

Das kulturelle und sportliche Aufblühen unseres Dorfes erhielt 1914 einen jähen Rückschlag durch den Krieg. Die Jungmänner und Männer wurden eingezogen. Ein reger Briefwechsel setzte ein und hielt die Verbindung mit der Heimat aufrecht. Dadurch, wie auch durch die allgemein gewachsene Mobilität im Arbeits- und Privatleben, erhielten die Hersteller von Ansichtskarten einen ungeahnten Aufschwung. Zeichnungen und fotografische Aufnahmen hielten manche, heute längst verschwundenen Motive im Bilde fest. Sie bilden einen wertvollen Bestandteil dieses Bändchens.

Möge die Sammlung bei allen Betrachtern viel Freude erwecken.

L Die älteste vorgefundene Gesamtansicht VOn Flieden stammt aus dem Jahre 1886. Die Datierung gelang dadurch, daß auf dem stark vergilbten Original der Dachstuhl der neuerrichteten Schule zu erkennen ist, die im genannten Jahr erbaut wurde. Der Standort des Fotografen war etwa an der Einmündung des Frankenweges in die Katharinenstraße. Im Vordergrund der Aspenweg (Schlüchterner Straße), an dessen Ende das Anwesen des derzeitigen Frisiersalons Schmitt-Schramm auszumachen ist.

2. Bis in unsere Zeit ist die barocke Pfarrkirche von 1720 optischer Mittelpunkt des Dorfes geblieben. Die um 1900 entstandene Aufnahme läßt noch einen Teil der Wehrmauer erkennen. Die Gebäude am linken Bildrand sind zunächst die 1971 abgetragene Schule von 1886 und daran anschließend das bereits 1909 niedergelegte alte Schulhaus mit Scheune. Der darunter erkennbare Giebel gehört zum früheren Anwesen Stey gegenüber dem 'Ochsen', das zur gleichen Zeit einem Schulneubau weichen mußte und an die Buchenroder Straße ausgesiedelt wurde. Die Jungens im Vordergrund stehen in der Hauswiese des 'Hasenwirtes'.

3. Abermals soll die Sankt-Goar-Kirche im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, Das Foto entstand kurz vor der Erweiterung durch ein Querhaus und neuen Altarraum im Jahre 1926. Das Gotteshaus wird flankiert vom 1873 errichteten Pfarrhaus (rechts) und der neuen Schule von 1910. Auch hier erkennt man beim genauen Hinsehen hinter dem Baumbestand noch die alte Kirchhofmauer, die einstmals um den ganzen Bereich führte.

4. Vom steinernen Steg über das Magdloser Wasser an der Bornmühle streift der Blick über den früheren Gebäudebestand des Gasthofes 'Zum Adler' und der Hofreite 'Bürgermeisters', deren Flächen inzwischen von der Gemeinde für das Rathaus und andere öffentliche Einrichtungen gänzlich umgestaltet wurden. In einer Zeit wachsenden Umweltbewußtseins und Ökologieverständnisses nimmt sich die natürliche Ufergestaltung wohltuend gegenüber der jetzigen Situation aus,

5. Mit Hilfe der Luftaufnahme aus dem Jahre 1935 gäbe es vieles über die Dorfentwicklung zu berichten. Außer der Kirche und dem Schulhaus von 1910 îst bis heute kaum ein Fleckchen unverändert geblieben. In den Randbereichen fehlen die neuen Schulanlagen, die neue Bahnhofstraße, welcher fünf Höfe weichen mußten, die B 40, die Bebauung zwischen der Fliede und dem Bahnhof (rechts oben) sowie an der Marienstraße und deren Umfeld.

Flieden Kr. fulda

6. Die drei Motive dieser Ansichtskarte strahlen Beschaulichkeit und Geruhsamkeit aus, Die Dorfmitte wurde von der Aue aus fotografiert. Das Geschäftshaus Vomberg und der Bahnhof zeigen sich noch in ihrem ursprünglichen Aussehen.

Gruß aus FUeden

7. Die Gesamtansicht dieses Bildes wurde vorn Küppel aus aufgenommen und zeigt die Kirche vom Westen her. In der Mitte ist das Dach des Hauses Heller in der Magdloser Straße sichtbar, Das Gasthaus Rieser war früher eingeschossig und mit Dachgauben versehen, die neuerdings wieder das Ortsbild verstärkt beleben. Das in Ziegelstein erbaute Schulhaus von 1886 ist inzwischen wieder von der Bildfläche verschwunden.

FlIeden

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8. Große Bewunderung rief einst der Überflug eines Luftschiffes ('Zeppelin') hervor, und die Hersteller von Ansichtskarten hielten das Ereignis gern im Bilde fest. Standort des Fotografen war der Eisenküppel oberhalb des Bahnhofes.

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