Forchheim in alten Ansichten

Forchheim in alten Ansichten

Auteur
:   Alfred Frank
Gemeente
:   Forchheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2672-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Forchheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Forchheim in Oberfranken - es gibt sieben Orte dieses Namens in Deutschland (fünf in der BRD, zwei in der DDR) - uralter Wahl- und Krönungsort des fränkischen Reiches, beliebte Tagungsstätte von Reichsversammlungen und Synoden, zweite Residenz der Fürstbischöfe, bedeutendste Stadt des Hochstifts neben Bamberg, zwischen 1891 und 1972 kreisfreie Stadt, nunmehr Große Kreisstadt, deren Einwohnerzahl sich nach 1945 durch Aufnahme von Heimatvertriebenen und Ansiedlung neuer Industrien bereits verdoppelt hatte, die bei Eingliederung der Nachbargemeinden Reuth, Kersbach, Burk und Buckenhofen 1978 aber auf 29 000 anwuchs.

Der Ortsname Forchheim (Foracheim-Vorchhairn) er wird erstmals 805 im Capitulare Karls des Großen erwähnt - wurde lange Zeit auf 'Forellenheim' und damit auf den Fischreichturn der vielen Gewässer bezogen, so daß bei der urkundlich unbekannten, wohl in das 13. Jahrhundert fallenden Stadtrechtsverleihung in das neue Wappen zwei silberne, auf rotem Grundnach rechts schwimmende Forellen gesetzt wurden. In der Gegenwart festigte sich jedoch die Überlegung, daß der Name 'forche' der aus dem 6./7. Jahrhundert stammenden Frankensiedlung, die ihren Standort zwischen sandgründigen Föhrenwäldern am Regnitzufer erhalten hatte, eigentlich 'Föhrenheim' bedeutet, das Forellenwappen daher 'falschredend' sein müsse,

Das Stadtgebiet besaß im Laufe der Zeit unterschiedliche Ausdehnung. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts lag

das Weichbild zwischen Saltorturm, Blauem Turm, Steigerturm, Bette1turm und Schloß. Im 16. Jahrhundert erfolgte mit dem Ausbau des Festungsbereiches auch eine Ausweitung des Lebensraumes der Bürger durch Einbeziehung der bisherigen Vorstädte am Bamberger Weg, Reuther Weg, Nürnberger Weg, 'auf dem Prühl' vor dem Sa1torturm und der 'Ziegelhütte' am Regnitzwestufer wie des Wiesentkanals in die mauergesicherte Innenstadt. Damals, 1552 beginnend, entwickelte sich Forchheim, der einstige fränkische Königshof und karolingische Pfalzort, zum abwehrstarken Bollwerk des Hochstifts Bamberg gegen die Reichsstadt Nürnberg, die Markgrafschaft Brandenburg-KulmbachjBayreuth, und hätte der Festungskommandant Claus von Egloffstein aus Verbitterung über das Zaudern Fürstbischof's Weigand von Redwitz nicht 1552 Forchheim im Stich gelassen - damals vermochte es Markgraf Albrecht Alcibiades im Handstreich zu überrumpeln - wäre es wohl in seiner langen Festungsgeschichte niemals eingenommen worden.

Trotz ausgezeichneter Verkehrslage an der Nord-SüdStraße, heute B 4, an der B 470 (Ost-West-Verbindung), an der Hauptbahn München-Nürnberg-Bamberg (seit 1844), am Regnitzfluß, der von der alten Steinbrücke zu Forchheim aus die Schiffahrt bis Bamberg gestattete, der auch willig die mächtigen 'Hclländerfloße' auf seinem Rücken von der Festungsstadt zur Residenzstadt trug, am ehemaligen Ludwig-Do nauMain-Kanal (seit 1843), der heute vom Europa-Karral

abgelöst ist , blieb Forchheirn doch bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts vorzüglich ein biederes Landstädtchen, dessen landwirtschaftliche Erzeugnisse (Getreide, Obst, Fische, Brot, Wein, Bier) besten Ruf genossen, dessen industrielle Entwicklung dagegen - es gab wohl schon im 18. Jahrhundert einige Fabrikbetriebe - eigentlich erst nach 1838 mit der Aufhebung der Festungseigenschaft und vor allem nach 1875 begann, als die Stadt nach eigenern Gutdünken über die Festungsanlagen verfügen durfte und von diesern Recht bei Zerstörung der einmaligen Werke dann hemmungslos Gebrauch machte. Unterschiedlicher Prädikate konnte sich jedoch die Siedlung schon zu jener Zeit rühmen, als sie sich noch in die Enge der Wehrmauern gezwängt sah. So war sie eine Stadt zahlreicher Wasserläufe und Wasserrinnen, der notwendigen vielen Brücken und Stege, ein Platz der Fischzucht, welcher die Flußarme, Stadtweiher, Festungsgräben dienten, weiterhin eine Stadt der Mühlen (für Getreide, Holz, Papier, Gerberlohe) und ebenso eine Brunnenstadt, und die zahlreichen öff'entlichen künstlichen Wasserquellen ließen niernals an dem lebenswichtigen Element mangeln. Nicht zuletzt konnte Forchheirn eine Stadt des Fachwerks genannt werden, und wenn heute da und dort das Riegelfach unter eintönigern Verputz wieder hervorgeholt wird , läßt sich erst richtig erkennen, welches Kunstempfinden die Vorfahren besaßen und welche Gleichgültigkeit spätere Generationen bewiesen, als sie dem Zuge eines von Nüchternheit erfüllten Zeitgeistes folgten,

und die Schönheit der Vergangenheit einfach zudeckten, vielleicht sogar abtrugen. Die verflossenen Jahrzehnte fügten dem Straßenbild auch manche tiefen, nicht mehr zu heilenden Wunden zu, zerrissen ihm sein natürliches, gewachsenes Gesicht, schlugen Breschen in die Straßenreihen gleich Zahnlücken, die dann allerhöchstens noch durch 'Autohütten' zu 'plombieren' waren.

Nun hat sich aber gerade die Stadt Forchheim aus reichem Vätererbe noch viel wertvolles Gut bewahren können: Wir brauchen nur in einer ruhigen Stunde das Buch 'Forchheirn in alten Ansichten' einmal zur Hand zu nehmen und die eine und andere Seite darin mit der Wirklichkeit zu vergleichen. (Für die Mithilfe an dem Zustandekommen der Dokumentation hat der Verfasser neben zahlreichen Bürgern dem Fotohaus Brinke, dem 'Pfalzmuseum' Forchheim sowie der Staatsbibliothek Bamberg zu danken.) Dann wird man sich wohl von selbst der Verpflichtung bewußt, an der Erhaltung wertvollen Kulturgutes mitzuwirken, auf daß Forchheim das bleiben möge, was es von Anfang an gewesen ist, ein Kleinod des Frankenlandes.

Was sagte doch einmal ein guter Kenner der fränkischen Heimat: 'Man weiß viel von Franken, wenn man Nürnberg, Bamberg und Würzburg gesehen hat, man wird es aber dann erst recht kennen, wenn man auch in Forchheim gewesen ist !'

1. Als die Nürnberger Straße noch nicht begradigt war, schoben sich die beiden links im Bildhintergrund stehenden, in den zwanziger Jahren abgetragenen Satteldachhäuser (alte Nummern 154 und 156) weit in die Fahrstraße hinein. Heute ist die linke Straßenfront völlig verändert; erhalten blieb allein das sich im Bildvordergrund erhebende, 1685 errichtete ehemalige Oberamtshaus, der Stadtschultheißcn- und Oberamtmannssitz, und das nachmalige Bezirks- und Landratsamt. Die Häuser zur rechten Seite sind trotz mancher äußeren Veränderung noch heute unschwer festzustellen. Die auffallende Straßeneinengung war geschichtlich bedingt: Hier sperrte am Platz des heutigen Finanzarntcs das zeitlich gesehen zweite 'Nürnberger Tor' von 1570 den Südzugang zur Stadt.

2. Auch das 1970 eingelegte und nach seinem letzten Besitzer benannte 'Heunhaus' am Paradeplatz bildete ehedem eine wehrgeschichtlich bedingte Verkehrsbeschränkung. Zwischen dem von 1706 stammenden Gebäude und dem links gegenüberliegenden Geschäftshaus Striegel/Bader mündet die Nürnberger Straße in die Hauptstraße ein, und mittendrin erhob sich, die Straße sperrend, das schiefergedeckte erste und älteste 'Nürnberger Tor', wegen der Bauweise auch 'Bettelturrn' genannt (wohl als Ableitung von 'Büttel", einem städtischen Gerichtsdiener); um 1708 wohnte jedenfalls der 'Feldweiblein Mager' darin. Der Torwohnbau, Sitz eines Wächters, besaß wie das Rathaus eine Uhr und eine Glocke und wurde 1767 eingelegt.

Forchheim

3. Höchstens noch im Namen läßt der Paradeplatz seine ehemalige repräsentative Bedeutung erkennen, von den acht, ehemals zwölf Jahrmarktstagen abgesehen, an denen er nach wie vor einen wichtigen Treffpunkt der Stadt- und Landbevölkerung darstellt. Inzwischen ist die Fläche zur stark genutzten Autoabstellgelegenheit geworden; jedoch ist die Einrichtung einer Tiefgarage vorgesehen. Bis 1748 war der fürstbischöfliche Aufmarschplatz, den ein offener Kanal umzog und ebenso durchquerte, mit Holzschranken eingefaßt. Im gleichen Jahre ließ der Stadtmagistrat achtzig Obstbäume 'zur Zierath und Nutzen' rundum setzen, sie jedoch später - wohl aus verständlichen Gründen - gegen fünfundfünzig Linden austauschen. Die schönen Bäume sind inzwischen, bis auf wenige Veteranen, abgeholzt. Im Bildhintergrund erkennen wir die einstige ftirstbischöf1iche Stadtkommandantur, eine Schöpfung des Bamberger Architekten Johann Michael Küchel.

4. Die räumliche Entwicklung Forchheims verlief im Mittelalter vom fränkischen Königshof über eine benachbarte Marktsiedlung, durch die der Bamberger Weg westwärts zum Saltor führte, schließlich in südlicher Richtung. Der dabei auffallend breit angelegte neue Straßenzug, durch den sich ursprünglich auch ein Wiesentarm zog, war noch bis weit ins 19. Jahrhundert 'Die Stadt' genannt, was die Bedeutung der jetzigen Oberen Hauptstraße unterstreicht. Auch die diese flankierenden Anwesen lassen schon 1875 (unser Bild) eine unverkennbare Vornehmheit deutlich werden, nur daß die anfänglichen Fachwerkfassaden inzwischen nach barockem Zeitgeschmack verputzt sind. An den Straßenrändern verlaufen als ein gerade für Forchheim typisches Merkmal schmale, seichte, mit Wiesentwasser gespeiste Flutrinnen.

5. Um 1914 hatte die Obere Hauptstraße das Gesicht ziemlich verändert. Verschiedene Häuserfronten zeigen erneut das einstige Fachwerkgefüge, teils von alter Handwerkskunst geprägt - Forchheim war vordem eine reine Fachwerksiedlung. Über die Straße spannt sich die elektrische Straßenbeleuchtung, die 1899 eingerichtet worden war, und aus der Straße sind die bisher vor allem der Straßenreinigung dienenden, aber ebenso für den Feuerschutz gedachten kleinen Wasserläufe verschwunden. Das öffentliche Geschäftsleben kennzeichnet noch nicht die neuzeitlichen, die Hauswände beherrschenden Schaufensterflächen.

6. Die Aufnahme des Anfangsteils der Oberen Hauptstraße aus der Zeit um 1900 läßt noch manches Gebäude erkennen, das inzwischen abgebrochen, ganz oder teilweise umgestaltet wurde. Das zweite Anwesen zur Linken, eines der ehemals prachtigsten Fachwerkhäuser, damals unter Verputz liegend, das 'Köchelhaus', ist 1970 abgetragen worden, und der folgende Neubau hat es nur bis zu einem den Straßenzug stark beeinträchtigenden Torso gebracht. Zur rechten Hand erhebt sich die Brauerei Schindler, in die sich um 1880 die verherige 'Thciler'sche Brauerei' durch völligen Umbau wandelte. Es folgt die 'Stadtapotheke', die hier jedoch erst 1761 Apotheker Jakob Molinar einrichtete; aber bereits im 15. Jahrhundert sind ladenbesitzende Pharmazeuten in der Stadt nachweisbar,

7. Wieviel Historie spricht auch aus diesem Bild von 1875! Tragen doch vor allem die Gebäudefronten jetzt ein verändertes Gesicht. Nicht daß an ihrem Platze nun völlig neue Häuser stünden, aber die beinahe ländlich anmutende Fassadengestaltung mit den noch fehlenden Geschäftsauslagen, den bescheidenen Fensterrahmungen und den stimmungsvollen Schutzläden daran, von den Gaslaternen ganz zu schweigen, die zehn Jahre zuvor angebracht worden waren. Wir sehen das Geschäftshaus Heinrich Müller rechts, ein verputztes Fachwerkhaus mit überkragenden Obergeschossen, und das nachmalige 'Köchelhaus', Das in die Gebäudefront vorspringende Satteldachhaus 'G. Gattineau' vom Jahre 1559 bewohnte der Flaschner Hyronimus Rochus Gattineau, der 1823 als Angehöriger einer französischen Hugenottenfamilie aus Erlangen nach Forchheim verzogen und hier zum Mitbegründer der ersten evangelischen Kirchengemeinde geworden war.

8. Hier reichen sich Obere und Untere Hauptstraße die Hand! Links steht das Anwesen der früheren Metzgerei Morgenroth, das Wolfgang Mose nach 1954 zu einern Radio-Fachgeschäft umgestaltete; zuvor bestand hier die Brauerei und Gastwirtschaft Lehmayer, eine bevorzugte Einkehrstätte der Forchheimer Garnisou. Das Nachbaranwesen ist der katholische Pfarrhof St. Martin am Platz der früheren Bierwirtschaft 'Zum Rößlein' (Röslein), in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Dompropsteihaus entstanden. Die sich nach rechts anschließende Bau1ücke steht bei der älteren Generation- mit dem Verkaufskiosk für Obst und andere gute Sachen noch in bester Erinnerung. Aus der Lücke guckt das einst bedeutsarne königliche Salzmagazin hervor. Das benachbarte 'Hotel Ratsstübel', mit seiner aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammenden barocken Sandsteinfassade, schrieb sich wegen des guten Zuspruchs der jüdischen Bevölkerung 'Zum Judenwirt'.

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