Frankenberg in alten Ansichten Band 1

Frankenberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Großer
Gemeente
:   Frankenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5285-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Frankenberg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Herrn Sr. Majestät dem allergnädigsten König und Herrn Johann, König von Sachsen, bei Allerhöchsten Besuch zu Frankenberg, am 3. und 4. Juni 1861 allerunterthánigst ûberreicht vom Stadtrath zu Frankenberg.

Frankenbetg's Usprung ist jedenfalls in der Zeit zu suchen, in welcher bei Bekämpfung und nach Besiegung der Sorben Seiten der von Westen her in ihre früheren Wohnsitz zurückgedrängten Deutschen namentlich Ansiedler aus dem Stammsitzen der Franken und zwar theils direct aus diesen, z.B. aus dem Hessenlande, theils durch Ostfranken am Main hin - durch über die voigtländischen und erzgebirgischen Berge herüber und von diesen in die Niederungen und Mulden, der Zschopau usw. herabkamen. Der Umstand, daß sich im Hessenlande ein Frankenberg und nicht gar fern davon ein Lichtenau findet, während nahe bei unserem Frankenberg zwei Dörfer Ober- und Nieder-Lichtenau gelegen sind, könnte die Vermuthung veranlassen, das Frankenberg von den Ansiedlern aus dem Hessenland gegründet worden sein möchte.

Frankenberg ist, wie es scheint, jederzeit ein offener,

mit Ringmauern nicht versehener Flecken gewesen und deshalb früh schon oder von vorn herein den Herren von Sachsenburg unterthänig worden. Im Besitz von Sachsenburg haben sich spätestens seit 1369 die als Gutsherren von Frankenberg und dessen Aufblühen vielverdienten Herren von Schönberg befunden. Ob das Schloß Sachsenburg damals schon auf dem jetzigen Platz oder aber vielleicht auf dem nördlicher und höher liegenden Trappenhauer- oder Treppenhauer-Berg gestanden hat, ist nicht zu ermitteln. Das jetzige Schloß Sachsenburg scheint nach einer Inschrift im Jahre 1488 con Caspar IV. von Schönberg von Grund aus erbaut worden zu sein. Im Jahre 1553 fing Caspar VII. von Schönberg das Herrenhaus von dem jetzt Herrn Hauptmann Friedricli von Sandersleben gehorigen Gut Neubau zu bauen an. Sein Onkel Christoph von Schönberg vollendete den Bau und schenkte 1568 'das Haus sammt daran gelegenem Garten zu Frankenberg' seiner Gemahlin Margaretha geb. von Pflug, darnach kaufte er verschiedene Grundstücke hinzu und bildete so ein ansehnliches Gut oder Vorwerk, welches aus dem Besitz der am 16. Januar 1580 verstorbenen Wohlthäterin Franken-

bergs, Margaretha von Schönberg geb. von Pflug, an Wolf von Schönberg auf Neusorge kam, dessen kinderloser Enkel Hans VI. das Gut Frankenberg, sowie Neusorge 1609 an den Kurfürst Johann Georg l. verkaufte.

Gleich.zeitig verkauften diesem Heinricli und Christoph von Schönberg, die Vettern von Hans VI., das Stammhaus Sachsenburg.

Von da an bestanden bis zu ihrer Vereinigung im Jahre 1733 zwei Aemter Sachsenburg und Frankenberg, wobei zu ersterm Dittersbach, Neudörfchen, Ober- und Niedermûhlbach, Sachsenburg und Seifersbach, dagegen letzterem Frankenberg, Gunnersdorf, Altenhain und Hausdorf gehörten.

Neubau gelangte im Jahre 1702 wiederurn in Privatbesitz, während Sachsenburg Kammergut geblieben ist. Der Rath zu Frankenberg soll im Jahre 1457 eingesetzt worden sein. In demselben Jahre ertheilten Dietrich von Schönberg, Domprobst, später Bischof zu Meißen, und seine Vettern, Heinridi und Caspar IV. von Schönberg, der Bürgerschaft einen öffentlichen [reien Salzmarkt. Zwei Jahrmärkte sollen schon von alten Zeiten her bestanden haben, der dritte kam im Jahre 1702 hinzu.

Von der [rûher vorhandenen 6 Anspanngütern ward das eine, welches als Erb- und Lehngericht bezeichnet wird, 1575 von Wolf von Schönberg erkauft und wahrscheinlicb zum Vorwerk Neubau geschlagen, ein anderes schon 15/0 für 290 ft. von der Bürgerschaft erworben, welche das Haus zum Rathause, die Aecker ec. zum Commungut machte.

Im Jahre 1675 ward das alte Rathhaus abgetragen und ein neues aufgebaut; dieses ging jedoch bei dem großen Brand vom Jahre 1712 ebenfalls in Flammen auf und nun ist 1715 das jetzige Rathhaus aufgebaut worden, 'welches, wie der Chronist sagt, dem vorigen an Schonheit und Größe und anderen Stücken nicht gleicli komme'. Gegenwärtig macht ihm ein anderes von der Stadtgemeinde erkauftes Haus am Markte den Rang streitig,

Es handelt sich hier um eine wörtliche Abschrift die im weiteren Verlauf die damaligen örtlichen Verhältnisse aufzeigen. Die Schreibweise wurde beibehalten.

1. Ansicht der Stadt Frankenberg um 1640. Ein Stich von Merian nach Dillich. Die Stadt hatte 1641 erst 230 Häuser und zählte 1697 nur 1 354 Einwohner. In Frankenberg werden zu dieser Zeit als Meister genannt: 11 Tuchrnacher , 130 Leineweber, 7 Schuhrnacher, 3 Töpfer, 9 Schlosser, Tischler, Wagner und Böttcher, 7 Bäcker, 4 Schmiede , 3 Schneider, 8 Fleischer, 2 Schwarzfärber, 1 Seiler , 1 Lohgerber, I Glaser und 1 Weißgerber. 1667 vernichtete ein Großfeuer vierzig Häuser der Stadt. Nach dem Vorbild des Grafen von Taxis unterhielten die Landesherren eigene Posten, eine solche Poststraße führte auch durch unsere Stadt. 1683 erhält Frankenberg 'Bergfreiheit' , um die Versuche zur Wiederaufnahme des Bergbaues zu unterstützen.

2. Das 'Prospect der Stadt Frankenberg Anno 1755' stammt aus der Bahn'schen Chronik aus dem gleichen Jahr. In dieser Zeit hatte die Stadt 2 696 Einwohner und umfaßte 400 Wohnhäuser. Der Verfasser der Chronik, Archidiakonus Christian Bahn, war 1750 nach Frankenberg berufen worden. Urn diese Zeit mußte Frankenberg mehrfach unter dem Druck des Siebenjährigen Krieges leiden, so erzwang man zum Beispiel mit Arrest verschiedene Bürger eine Kriegsentschädigung von insgesamt 16000 Taler zu entrichten. 1786 vernichtete ein Brand auf dem Markt und in der Schloßstraße zehn Wohnhäuser. Zwei Jahre später brennen 126 Häuser und 22 Scheunen nieder, etwa 300 Familien werden dadurch obdachlos.

3. Ursprünglich als dörfliche Siedlung angelegt, entwickelte sich Frankenberg recht bald zur Stadt und erhielt 1457 den ersten Rat und die niedere Gerichtsbarkeit. Doch bereits 1282 wird Frankenberg schon als Civitas (Stadt) bezeichnet. Von der Ansiedlung in frühester Zeit sprechen heute noch verschiedene Straßenzüge, die die einzelnen Waldhufen, damals als Wege, trennten. Die Familie Heberlein kam 1909 vom Rittergut PlanitzlZwickau und erwarb das Stadtgut an der damaligen Reichsstraße. Für die Gutsleute war es oft nicht einfach, ihre Tiere durch die Stadt zu treiben. Die vor dem Haus stehende Kastanie traf 1936 der Blitz, sie mußte beseitigt werden. Das genannte Gut gehörte jedoch nicht zu den alten Anspännergütern, es ist erst 1770 als Vorwerk entstanden.

4. Im Jahre 1988 fand das Heimatfest zum 800jährigen Bestehen Frankenbergs statt. Im Festzug wurde auch das Stadtwappen mitgeführt. Die Entstehung des Wappens ist wie vieles in der Stadt nicht mehr zu ergründen. Stadtbrände und Kriege haben die Unterlagen darüber verschwinden lassen und die Chronisten verwickeln sich in widersprüchliche Vermutungen. 1905 wurde der jahrelangen Unsicherheit darüber ein Ende gesetzt und folgendes Wappen durch die Landesverwaltung Sachsen bestimmt: In Rot eine ungezinnte goldene Mauer mit offenem Tor und hochgezogenem Fallgitter , dahinter zwei goldene blaubedachte Türrne, zwischen den Türmen die heilige Katharina von Alexandrien in goldenem Mantel mit Schwert, Palmenzweig und einen halbsichtbaren Rad. Als Stadtfarben zeigt Frankenberg gelb-rot.

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5. Aus der Reihe der schlichten Häuser auf der Ostseite des Marktes hebt sich das Rathaus heraus. Das spitzbogige Tor scheint auf ein mittelalterliches Bauwerk hinzuweisen, doch dieses Portal stammt von einem Umbau, als 1861 das Haus von der Stadt erworben und zum Rathaus umgebaut wurde. Der vordere Teil diente als Postwartestube nebst Küche mit Schankberechtigung. In der zweiten Etage wohnte der Bürgermeister. Das neben dem Eingang eingemauerte Wappen trug ehemals die Jahreszahl 1694 und wurde vom alten Rathaus, der späteren Gaststätte 'Reichsseidelei', mit übernommen. 1935 wurden die Türmchen am Rathaus abgerissen und die Fassade erhielt ihr heutiges Aussehen. Die neben dem Rathaus gelegene LöwenApotheke zeigt die J ahreszahl1789.

Frankenberg - Kirche

6. Erstmals wird 1373 in Frankenberg ein Kirchenbau erwähnt. Nach einem Stadtbrand im 15. Jahrhundert wurde die Kirche neu errichtet. Ein mächtiger Turm wurde 1499 angebaut, der untere Teil davon ist bis heute erhalten geblieben. Doch schon 1739 mußte die Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen werden. In nur 17 Monaten Bauzeit entstand die neue Kirche, die am 29. Oktober 1741 geweiht wurde. Unter Leitung des Freiberger Ratsbaumeisters Ohndorff war ein stattlicher Emporsaal entstanden. Nach einem Brand mußte 1794 der obere Teil des Turmes erneuert werden. Tiefgreifende Erneuerungen im Inneren der Kirche haben 1875 den Ohndorffschen Raumeindruck wesentlich verändert. Der Turm im Westen steht etwas schief zur Längsachse des Schiffes. Die angebauten Betstübchen auf der Südseite wurden leider abgerissen.

7. Vom heutigen Dammplatz führt die Rathausgasse direkt zum Marktplatz. Der Name reicht bis 1510 zurück, als sich am Eingang noch das Rathaus befand und in der Gasse das Stadtgefängnis oder die Fronfeste lag. Da dort der Fronvogt, auch Büttel genannt, wohnte, hieß die Gasse zeitweise auch Büttelgasse, auf Altfrankenbergisch auch 'Bittelgasse' . Da an ihrem unteren Ende der Ratsteich lag, wird sie in den Stadtbüchern mitunter auch Teichgasse genannt. Als die Rathausgasse 1897 einen eigenen Brunnen erhielt, wurde dies mit einem Freikonzert festlich gefeiert. Drei Gaslaternen sorgten für eine gute nächtliche Beleuchtung. Das auf dem Bild gezeigte Motiv wird von Fotografen und MaJern besonders bevorzugt.

8. Am 27. Juli 1921 trafen auf dem Marktplatz 250 Zentner Steine zum Bau eines Zierbrunnens ein. Aus den Mitteln des sächsischen Kunstfonds und auf Vorschlag des Akademischen Rates zu Dresden sollte auf dem bis dahin schmucklosen Marktplatz ein Brunnen entstehen. Ein auf hoher Säule stehender Arbeitsmann will den Wiederaufbau verkörpern. Kraftvoll hält die Figur einen schweren Hammer auf der linken Schulter, und zu Füßen ist ein neugebautes Haus zu sehen. Urn die Nacktheit der Figur gab es viele Diskussionen. Wiederholt wurde damals auch versucht, dem Arbeitsmann etwas anzuziehen. In feiner Herausarbeitung kraftvoller Muskeln und Sehnen stellt der Brunnen eine Zierde des Marktes dar.

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