Frankenberg in alten Ansichten Band 2

Frankenberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Günter Großer
Gemeente
:   Frankenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5699-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Frankenberg in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Als Einleitung wählen wir einen Auszug aus der Urkunde, die im Turmknopf unserer Kirche liegt. Zu bemerken ist jedoch dazu, daß es sich hier um teilweise überholte Berichte handelt, die von der Gründung berichten. Die alte Schreibweise wurde dabei beibehalten.

Was unter Regierung des Allerdurchlauchtigsten Großmächtigsten Königes in Pohlen u. Churfûrstens zu Sachsen unseres allergnädigsten Herrns Friderici Augusti der Stadt Frankenberg vor sonderliche Fata gehabt, wird der Nachwelt hiermit am Tag gelegt zur Zeit der Aufsetzung des Thurmknopfs im Jahr unsers Erlösers Christi 1715 den 15ten Novembris.

Höret dies ihr Aeltesten, und merket auf alle Einwohner im Lande, ob ein solches geschehen sey beyeuren Zeiten und beyeurem Väter Zeilen. Saget euren Kindern davon, und lasset euren Kindern es ihren Kindern sagen, und dieselbigen Kindern ihren andern Nachkommen.

Der Anfang und Erbauung dieses Orts ist nach der glaubwûrdigsten Historia zu rechnen ohngefähr von Anno Christi 790 zu Zeilen des Römischen Kaysers Caroli Magni da Frankenberg von denen Franken, so tapfere Leute im Kriege gewesen und mil Fleiß die christliche Religion fortgepflanzet, ist erbauet worden. In den 8ten 9ten und folgenden Seculis sollen zwar nicht sonderlich viele Häußer an diesem Orthe zufinden gewesen seyn, allein im 14ten und 15ten Seculo soll Frankenberg in Aufnahme kommen seyn, durch das alte fürnehme adeliehe Geschlecht derer von Schönberg,

wie denn Albinus in seiner Berg Chronica dieses sehr berühmte Geschlecht einmal gedenkt, und unter anderen rûhmet, daß sie sehr reich gewesen seyn, und viel auf die Studia gehalten hiitten, welches um so viel desto mehr bestärken die ansehnliche Legaia, so an 2400 fl. vermöge des Testaments 1580 den 5. Jan.: ad pias causa sind legirt worden (Anm. des Autors dieses Buches: Gemeint ist eine Stiftung der Frau Margarete von Schönberg, geborene von Pflugk), sonderlich vor arme Kinder zu Frankenberg und Sachsenburg, welche studiren wollen. Masen solche Stipendia auch bis dato noch gangbar sind und ausgezahlt werden von Herrn Christian Bohmen, Rathsverwandter allhier. Sonst gedenket oben angeführter Albinus in specie namentlich Caspar von Schönberg, so Liberalium Artium Magister (= Meister der freien Künste) und der 39. Bischof zu Meißen gewesen. Ferner erzehlet er von des vorigen Bruder namentlich Diltrich von Schönberg aus dem Hause Reinsberg bûrdig, daß er in Italien wohl studirt und eine vortreffliche geschriebene Bibliothecam damals in Ermanglung der Buchdruckerei mit sich in dieses Land brachte, welcher nachgehends seinem Herrn Bruder succedirt (nachfolgt) und der 40. Bischo] zu Meißen worden ...

Der letzte Lehnherr aus diesem vornehmen adlichen Geschlechte ist gewesen der Wohledie, Gestrenge und Ehrenveste Hanns von Schonberg, welcher am sächsischen Hofe bedient gewesen. Dieser hat das Städtlein Frankenberg samt Pertinentien an Ihre Churfürstliche Durchlaucht Herrn Johann Georg 1. Churfürsten zu Sachsen Anno 1609 verkauft,

worauf die Bürgerschaft den 13 . Januar 1610 dem Churfürsten gehuldiget, nach welcher Zeit es allmal bey dem Churhause Sachsen verblieb.

KIRCHTURM. Dieser ist den 2. Juni 1712 abgebrandt. So weit er in einer viereckichten Mauer steht, ist er Anno 1499 vom Grund erbauet worden. Anno 1517 ist er durch 8 Ecken in der Mauer erhöhet und vollends aufgebauet worden, zu welcher Zeit unsere Vorfahren die große Glocke darein gehangen, welche 2 adeliche Personen, als Juncker Moritz von Ponigk und Caspar von Schönberg ohngefehr im 20. Jahre ihres Alters zum erstenmale gelautet. Anno 1715 im Sommer ist die achteckiche Mauer auf diesen Thurm noch um 3 Ellen erhöhet worden. Zu Auf- und Ausbauung des itzigen Thurm, welcher Mstr. Georg Berger gebauet, hat man verbraucht 200 Stämme schönes Bauholz, welchen gedachter Zimmermann nach dem Gedinge (Vertrag) erbauet, incl. Trink- und ander Geld.

DREY JAHR. Anno 1712 den andern Juni Donnetstag nach dem 1. Sonntag nach Trinit. ist die alte Stadt an 270 Bürgerhäusern nebst Glockenthurm, Knaben- und Mdgdlein-Schule, Pfarr- und Diaconi-Wohnung, Rathauß nebst andern Commungebäuden, als Stadtfrohn, Weheweibern- und Todtengráber-Hauß nebst Hintergebduden und 7 Scheunen innerhalb 3 Stunden zwischen 11 und 2 Uhr in die Asche gelegt worden, an welchem Tage folgends darauf eine große Sonnenhitze und starker Wind gewesen, welcher zu der Stadt Unglück viel contribuirt (= beigetragen}. Freitags aber nach dem 21. Trinit. 1715 ist der Knopf auf dem Neuen

Glockenthurm durch ... Nachmittage finitis precibus (= nach beendigtem Gebet) gesetzet worden.

ALTEN STADT. Von der alten Stadt ist stehen blieben die Kirche so mit Schiefer gedeckt, welche zwar in großer Ge[ahr stund, und mit vieler Mühe errettet wurde, ingl. sogenannte Bau, des Archidiakoni und Rectoris Wohnung, ferner die Leichgasse mit 7 Häußern, 2 Häußern in der Faulenbach, 7 Häußer auf dem Steinwege, 1 Hauß in der Klingbach, der Viehweg, so 1691 zu bauen angejangen worden, und itzo in 47 Häußern bestehet, ist vom Feuer verschont geblieben, ingleichen die Neustadt so Anno 1707 und im nachfolgenden Jahre erbauet worden und 27 Häußer hat, ist gleichfalls unversehrt geblieben ...

FRANKENBERG. Anno 1457 ist von denen 3 Gebrüdern Dittrich, Heinricb und Caspar von Schönberg der Rath zu Frankenberg an 3 Bürgermeister und 9 Ratsherren erwehlet worden. Wobey sie zugleicb den Rath mit einem freyen Weinschank, Salz und Bechkaufe und andern versehen ... Das Geld ist beygeleget worden 1715 istfolgendes: Ein Speziesthaler, ein Sechzehngroschenstûck, ein Zweygroschenstück, ein einfacher Groschen, ein Sechspfenniger und ein Dreyer.

Frankenberg, den 15. November 1715

Andreas Reunß, Kirchenvorsteher.

1. Heimatkundliche Zahlentafel von Frankenberg 1937 Gradlage (ungefähr): 13. Längengrad, 51. Breitengrad - Der Schnittpunkt beider Grade liegt nördlich zwischen Kockisch und Ringethal. Höhenlagen über Normal Null: Marktplatz Frankenberg 262 m, Bahnhof 292 m, Wasserbehälter an der Lützelhöhe 342 m, Schloß Sachsenburg 290 m (Sockelhöhe 45 m), Schloß Lichtenwalde 310 rn, Merzdorf 300 m, Harrasfelsen 287 m (Sockelhöhe 20 m), Gathof Räuberschänke 459 m. Sonstige Größenangaben: Rathaus 23,45 m hoch, Kirchturm 64 m hoch, Wetterfahne auf der Kirche 3,40 m lang- 32 kg. schwer- senkrechter Durchmesser des Turmknopfes 82 cm. Harrastunnel81 m lang, Lützeltalviadukt 27 m hoch und 103 m lang, Hammertalbrücke 17 m hoch und 102 m lang.

2. Rechts am Eingang zum Baderberg ist heute die Katharina-Apotheke von Dr. Klaus Stampniok untergebracht. In mühevoller Arbeit und mit großem Geldaufwand, konnte das Haus in seiner historischen Grundform erhalten werden und ziert den Markt unserer Stadt. Die Apotheke trägt den Namen der Heiligen Katharina, der Figur in unserem Stadtwappen. Auf dem Dachfirst steht ein Hahn ?'lS Ton als Sinnbild zum Schutz gegen Feuersgefahr. Neben diesem Haus steht das alte Meisterschauhaus der Zeug- und Leinewebe.innung. Die ältesten Nachrichten über das 'Leyneweber Schauhaus' , stammen aus dem Jahr 1571. In dem Haus karnen die Innungsmeister zusammen und begutachteten die Webstücke auf ihre Qualität und Güte, Erst 1889 ging das Haus in Privathände über.

3. lst's doch an Bildungsstätten / Gar mannigfach beglückt-I So diese hier im Bilde I Die Stadt aufs neue schmückt. I Und wie die Kunst dem Baue / Nur Pracht und Rhum verlieh'n, I Blûh'n drinn'n empor die Geister, I Einst Jugend zu erzieh'n. I Nun such'im Sachsenlande, I Bis du dein Suchen sau, I Du findest nicht so balde I Solch eine zweite Stadt. I (Carl N acke, poetischer Führer für Frankenberg und Umgebung,1903.)

Frankenberg

Pattte mil dem Pfarramt

4. 'Soli Deo Gloria' (Allein Gott sei Ehre), ist am evangelischen Pfarramt unserer Stadt zu lesen. ImJahre 1904 wird dem Baumeister Nestler der Auftrag gegeben, an der Winklerstraße/Schulstraße eine neue Oberpfarre zu bauen. Für 48 270 Mark Bausumme und Baubeginn am 8. August 1904, sollte der Bau am 1. Juni 1905 fertig sein. Die Hebefeier fand schon am 11. Oktober 1904 statt und am 21. Juni 1905 wurde das neue Oberpfarrgebäude von Banmeister Nestler an den Kirchenvorstand übergeben. Heinrich Louis Hermann Ehmer, war ab 1902 Oberpfarrer in Frankenberg, am 18. März 1926 ist er verstorben. Aus Dresden kam der Archidiakonus Fritz Stenz, er wurde am 30. Juli 1916 in sein Amt eingeführt. Das Bauwerk selbst ist eine Zierde unserer Stadt.

frankenberg i. Sa.

(]hemnitur Strasse.

5. Der Besitzer der Germania-Drogerie Richard Mierisch verlegte 1919 seine Drogerie voh der Chemnitzer Straße Ecke Seilergasse in das Zentrum der Stadt, auf den Markt. Umfangreich war das Sortiment das eine Drogerie führen mußte. Drogen, Chemikalien, Farben, Kolonialwaren, Tabak, Weine, Seifen, Parfümerien, Toilettenartikel, Verbandstoffe usw. werden genannt. Am 13. Juli 1920 öffnete an gleicher Stelle die Stern-Drogerie von Oberender. 1952 wird das Geschäft von Günter und Brigitte Homa übernommen. Nach vierzig Jahren übergab diese Familie die Drogerie am 1. Juni 1992 an den neuen Inhaber Lars Kreher. 1934 gab es in unserer Stadt noch die Adler-Drogerie auf dem Baderberg, die Hansa-Drogerie in der Altenhainer Straße, die Sehloß-Drogerie in der Schloßstraße und die zwei oben genarmten Geschäfte.

6. Am 1. November 1903 eröffnete der Uhrmachermeister Pau! Prenze! einen UhrenJaden mit Werkstatt, im Haus Baderberg NI. 3. Solide und reelle Arbeit verschaffte dem umsichtigen Uhrmachermeister schon bald einen großen Kundenkreis, so daß er schon nach wenigen Jahren an eine Erweiterung seiner Werkstatt und seines Geschäftes denken mußte. 1909 baute er deshalb sein Geschäft weiter aus. Nachdem er 1918 das Grundstück erworben hatte, wurde die Werkstatt erweitert (1919) und durch Anschaffung der neuesten Spezialmaschinen auf den modernsten Stand gebracht. 1926 wurden im ersten Stockwerk Lagerräume für Standuhren eingerichtet. Auch erweiterte sich das Geschäft durch Aufnahme des Verkaufs von Gold- und Silberwaren. 1909 wurde im Geschäft eine Zentraluhr angeschlossen, die auch die dreieckige Uhr am Geschäft steuerte.

7. Im Jahr 1912 übernahm der Händler Arthur Oehme das Kolonialwarengeschäft mit Hausschlachterei und Heringräucherei in der Badergasse Nr. 6. Schwer war die Zeit und jeder mußte sich etwas einfallen lassen, um bestehen zu können. Vielseitigkeit war gefragt und so wurde das Geschäft noch mit einem Kohlenhandel erweitert. 1945 übergab der Vater sein Geschäft an den Sohn Fritz Oehme. Dieser kaufte besonders von den Hühnerzüchtern die Eier auf und hatte somit immer frische Eier im Angebot. In der Stadt sprach man nur noch vom 'Eier-Oehme', wenn man dieses Geschäft meinte. Heute ist der Laden seit 1986 geschlossen, es wurde eine Garage eingebaut. Gegenüber dem Geschäft betrieb Schramm eine Bäckerei, so daß die kleine Gasse eine gern aufgesuchte Einkaufsecke war.

8. Das Haus neben 'Eier-Oehme' gehörte ebenfalls zum Besitz dieser Familie. Das Haus wurde erst vor einigen Jahren abgerissen. Im Haus war eine 'Kammacherei mil elektrischem Betrieb' untergebracht, es wurden Kämme, Bürsten und Galanteriewaren gefertigt. Der kleine Fabrikant betrieb außerdem im Vorderhaus ein Geschäft für Horn- und Holzwaren für Haus und Küche. Adolph Glaser führte zusätzlich zu Geschäft und Betrieb, auch eine Wäschemangel im kleinen Hinterhaus. In der Stadt gab es zu dieser Zeit viele Wäschernangeln, das Motto der Hausfrau war 'Willst du eigen sein, dann Mangel fein'. Früherwurde die Mangel mit der Hand gedreht, bis die Elektrokraft den Frauen die Arbeit erleichterte. Der große Mangelkasten war mit schweren Steinen gefüllt, welche die auf Doeken aufgewickelte Wäsche glatt drückte.

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