Frankenberg in alten Ansichten Band 3

Frankenberg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Günter Großer
Gemeente
:   Frankenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6069-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Frankenberg in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Frankenberg ist ein freundliches Fabrikstädtchen am Ufer der Zschopau, einige Stunden von Chemnitz zwischen den Schlössern Lichtenwalde und Sachsenburg gelegen. Romantische Höhen umkränzen die Stadt, eine neue Brücke führt über den Strom. Noch bis in die dreißiger Iahre mußte man von Chemnitz aus mit einer Fähre über die Zschopau setzen, um nach Frankenberg zu gelangen. Vor dem 17. [ahrhundert lag eine Brücke über dem Fluß, sie wurde aber im Dreißigjährigen Krieg zerstört und seitdem nicht wieder aufgebaut. Zwar ist der Bürgerschaft etliche Male befohlen, die Brücke wieder herzustellen, sie entschuldigte sich aber immer mit ihrem Unvermögen. Das Prmzip, daß der Staat für die Fortkömmlichkeit auf den Straßen zu sorgen habe, war damals noch nicht gehörig ausgebildet.

Woher die Stadt Frankenberg ihren Ursprung und Namen hat, dies zu erforschen, wollen wir den Gelehrten überlassen, die in die tiefen Schachten der Geschichte hinabsteigen, und selten leider (!) gewisse Nachrichten mitbringen. Wenden, Franken und Sachsen haben hier viel gehaust, Ansiedler haben sich zusammengefunden, das Land bebaut, Bergbau und Gewerbe betrieben, gelebt, gesorgt, gearbeitet und gesteuert, wie wir heut zu Tage.

Eine größere als die gewöhnliche städtische Gewerbetätigkeit entwikkelte sich in Frankenberg zuerst durch die Leineweberei, die nur sogenannte Bleichwaren fertigte. Die ausländische Konkurrenz brachte diesen Gewerbezweig inzwischen in Verfall. Bei Einführung eines neuen Ersatzes machte sich eine Frau Brigitte von Schönberg geborene von Pflug aufNeusorge sehr verdient. Sie schickte im Iahre 1 S8S einen Meister mit Namen Thomas Rockard nach Brabant, damit er dort in Antwerpen das Grobgrün machen und färben lerne. Nach zwei Iahren kehrte er zurück, und brachte das Modell einer Zwirnmühle, und mehrere Muster mit.

Das Zeugmachen verbreitete sich nun weiter in Frankenberg und man fertigte allerlei Zeug mit seltsamen Namen aus wollenen und leinenem Garn, zum Beispiel Perpetuan, Möselan, Pollemitte, Harras. Im 18. Jahrhundert webte man bereits gemusterte wollene und halbseidene Waren, Tabarette. Die gezogene und halbseidene Arbeit führte 1686 Uhlig und Vogelsang ein. Die Waren wurden auf den deutschen Messen, nach Österreich, ja bis nach Italien vertrieben.

Mit den Chemnitzer Webern gingen auch die Frankenberger zu der Baumwollfabrikation über, und wurde unter anderm auch die Kattundruckerei sehr stark betrieben, worin sich namentlich Ehrenberg und Pörzel auszeichneten. Zur Zeit (1841) sind ebenfalls Baumwollweberei und Kattundruckerei die Hauptnahrungsquelle der Frankenberger. Erstere arbeitet bereits viel auf Iacquardstühlen, obgleich noch nicht bis zu dem Grade im Modefache wie Chemnitz. Der Betrieb der Waren im Einzelnen, durch Kleinhandel im Lande, ist bedeutend, daher viele Handelsleute in Frankenberg wohnen. Die Kattundruckerei ist im Zunehmen. Die von Uhlemann und Lantzsch ist die bedeutendste Fabrik. Müller ist der einzige Fabrikant der falschfarbige Waren fertigt, sonst werden bloß echte fabriziert. Morosch und Klein liefern ein ausgezeichnetes Krapproth. Seit einiger Zeit besteht in Frankenberg auch eine Seidenwarenfabrik, die auf einigen dreißig Stühlen arbeitet. Eine Knochenmühle operiert mit glücklichem Erfolg, so gibt es auch mehrere Gerbereien, unter denen die von Eichler jedoch nur von größerer Bedeutung ist.

Frankenberg ist in Bezug auf innere Verbesserungen gleichfalls nicht zurück geblieben, es sind Schleußen durch die Stadt angelegt und die Hauptstraßen sind mit Laternen erleuchtet. Die Stadt Frankenberg, die dermalen zu den Mittelstädten gezählt wird, hat im Iahre 1841 in 460 Häusern, außerdem noch S3 Schenern, 6 013 Einwohner, als 2 962

männliche und 3 051 weibliche. Die hiesige Bürgerschule bestebt aus acht Lehrern, denen ein Direktor vorsteht. Inc!usive des Direktors, sind es vier Knaben-, und vier Mädchenlehrer, Es sind auch eine Sonntagsund eine Weberschule errichtet, die schon seit dem Iahre 1832 besteht. Bei der hiesigen einzigen Kirche ist angestellt ein Kirchner zugleich als Kirchenbuchfûhrer, auf deren Turme ein Wächter oderTürmer. Genannt werden für diese Zeit auch: 2 Advocaten, 2 Ärzte, I Apotheker, 19 Bäcker, 4 Barbiere, 2 Beutler, 9 Böttger, 1 Braumeisrer, 2 Buchbinder, 1 Bûrstenmacher, 6 Färber, 19 Fleischer, 12 Formenstecher, 1 Friseur, 1 Gastwirth, 6 Glaser, 1 Goldarbeiter, 3 Gürtler, 31 Handelsleute, 3 Hebammen, 3 Höcker, 4 Horndrechsler, 5 Hufschrnidte, 3 Hutmacher, 10 Kattunfabrikanten, 9 Kaufleute, 3 Klempner, 1 Knopfmacher,

4 Kürschner, 2 Kupferschrnidte, 4 Lohgerber, 5 Lohnfuhrleute, 3 Maschinenbauer, 4 Mauermeister, 1 Mühlenbesitzer, 1 Nagelschrnidt, 5 Ökonomen und Gutsbesitzer, 1 Schleifer, 4 Schloßer, 27 Schneider, I Schornsteinfeger, 57 Schuhmacher, 8 Schullehrer, 1 Seidenweberbesitzer, 5 Seifensieder, 4 Seiler, 5 Stellmacher, 4 Strurnpfwirker, 1 7 Tischler, 3 Töpfer, 1 Tuchscherer, 3 Uhrmacher, 639 Webermeister, 2 Weisgerber, 1 Wundarzt, 4 Zimmermeister, 1 Zinngießer, 19 Dienstknechte, 109 Handarbeiter, 13 Handlungsdiener, 450 Handwerksgesellen, 90 Kattundrucker, 8 Lohnschreiber, 5 Musikgehilfen, 6 Spinner, 2 Steinsetzer, 198 Dienstmädchen, 7 Haushälterinnen, 8 Kinderfrauen, 31 Näherinnen, 7 Knaben und 10 Madehen als Ziehkinder.

Dem geistigen Ministerio stehen vor drei Prediger, ein Oberpfarrer, ein Arich- und etn Diacon. Der Archidiacon ist zugleich Pastor beim Filial Sachsenburg.

Fmnkenberq im jahre 1995, Giinter Großer

Anmerkung: Die SatzstelJung und Schreibweise aus der Zeit um 1841 wurde absichtlich beibehaleen.

I Mein Heimatstädtchen, du bist schön,

Mit deinen schmucken Bergeshöh'n,

Mit deinen Tälern licht und grün,

Wo bunte Blumen lieblich blühn,

Wo Fluß und Bächlein rauschen drein Und wo die Waldesluft so rein,

Drum bist du weit und breit bekannt Mein Frankenberg im Sachsenland.

(l922T.Sch.)

l':"

6ru~~ aus Sai±)sen, wo die sdjönen Mädd)en

2 Dieser Gruß aus Frankenberg beinhaltet in seinem Postbriefkasten ein Band mit zehn Ansichten aus der Stadt und Umgebung. 1890 bestimmte das Kaiserliche Posr-und Telegrafenamt in Frankenberg. daß täglich an Werktagen fünfBrief-, drei Geld- und drei Paketzustellungen zu erfolgen haben. An Sonn- und Feiertagen fanden jeweils zwei Brief-, eine Geld- und eine Paketzustellung statt. Damals gab es in der ganzen Stadt nur sieben Briefkästen, die [edoch täglich fünfmal geleert wurden. Im Iahre 1928 erfolgten an Werktagen nur noch zwei Briefzustellungen und je eine Geld- bzw. Paketzustellung. Die Anzahl der Briefkästen war in der Zwischenzeit auf siebzehn Stück angestiegen, die nun dreimal am Tag geleert werden mußten. Auch eine Kraftpostlinie bestand damals schon nach

Oederan und nach Limbach. (Die Angaben wurden aus den Adreßbüchern der Stadt entnornrnen.)

3 Die letzte Paketzustellung der Post mirtels Pferd und Wagen erfolgte in Frankenberg am 3 1 . Dezernber 1927. Im Hintergrund des Bildes ist das ehemalige Schnittwarengeschäft in der AItenhainer Straße Nr. 5 zu sehen. Leider ist diese historische Aufnahme nicht besonders gelungen, trotzdem soll sie hier rnit aufgenommen werden. Von Frankenberg aus wurden 1928 auch die Posthilfsstellen in Ortelsdorf, Merzdorf Hausdorf und Irbersdorfbedient, eine Botenpost gab es auch täglich nach Sachsenburg. 1934 stieg die Zahl der Postbriefkästen in der Stadt auf insgesarm neunzehn Stück all. Vom Hauptpostamt aus waren auch die Landzustellungen nach der Fischerschänke, Gunnersdorf Harnmertal, Hausdorf Lützelhöhe, Mühlbach, Oberförsterei, Obermühlbach und Ortelsdorf abzufertigen.

4 Auszug aus einem alten Heimatlied das Kurt Störr seiner Heimatstadt verehrte, es wurde nach der Melodie 'Lindenwirtin .. : gesungen.

Frankenberg am Zschopaustrand I Ist bekonnt im Sachsenland I Als ein schönes Städtchen. I Rings umrahmt von Bergeshêhn, I Liegt es in dem Tal so schön- I Frankenberg läßt grüßen. I Hat man Lust, mal spezier'n zu geh'n: I Die Umgebung ist so schön, I Leder ein zum Wandern. I Wo das Auge auch hinblickt, I Überall ist man entzückt IVon Naturschönheiten. I Heimctliebe soll Losung sein, I Prägt sie tief ins Herz hinein, I Haltet die Heimat in Ehren, I Gott im Himmel die Allmacht hat, I Schirm'und beschütze unsere Stadt, I Lasse sie blüh 'n und gedeihen!

5 Folgen wir der Aufforderung des vorgenannten Heimatliedes und begeben uns auf eine der bellebtesten Wanderungen in das alte Bergbaugebiet.Vom Markt aus betrachten wir jedoch erst die ehemalige, im Volksmund so genannte Frotzschers Ecke. Heute befindet sich in diesem Haus eineApotheke die den Namen der Heiligen Katharina aus dem Stadtwappen trägt. Erinnern wir uns, daß die Stadt Frankenberg irn [ahre 1683 zur Belebung des biestgen Bergbaues 'Bergfreiheit' erhalten hatte. Im genannten Haus wohnte von 1743 bis 1751 joharm Christoph Frotzscher, der das wichtige Amt eines Schichtmeisters über die hiesigen Bergbaugruben ausübte. Doch dürfte zu dieser Zeit schon die Ergiebigkeit des Bergbaues nicht mehr erheblich gewesen sein. 1 771 wird ein Mitglied der Familie als Sena-

tor genannt, der eine wichtige Persönlichkeit in Frankenberg war.

6 Vom genannten Frotzscher berichtet die Chronik, daß er es mit demAbschließen seines Hauses zu nächtlicher Zeit nicht so genau nahrn. 'Gute Freunde' erfuhren davon und spielten ihm einen rechten Schabernack. Eines Nachts - vor dem Haus stand ein mit Mist vollgeladener pferdewagen - machte man sich ans Werk. Still und heimlich wurde in der Nacht dieser Wagen entladen. auseinandergenommen und in das Haus gebracht. In einer entlegenen Stube wieder zusammengebaut und darm noch der 'Dung' heimlich aufgeladen. Danach verließen diese 'Freunde' das Haus, aufleisen Socken wie sie gekommen waren. Man würde diesen üblen Scherz nicht glauben, wenn nicht ganz verläßliche Männer Kunde der Nachwelt davon gegeben hätten. Ob der so gestrafte Frotzscher je erfahren hat wer dieses 'Somrner-

nachts Heldenstück' verübte, weiB der Chronist nicht zu berichten.

7 Doch wandern wir weiter in Richtung Sachsenburg. Entlang der Schloßstraße bis zur Klingbach. Dieser Bach floß einst effen vorn Viehweg herab in einer gemauerten Wasserrinne. Da er als Schleuse für Abwässer genutzt werden sollte und der Weg zu eng wurde, überdeckte man das Bächlein bereits 1855. Das links stehende Haus ist heute verschwunden, auch die daliinterliegende alte Gaststätte' Amts Schänke' steht nicht mehr. Im rechten Haus, Ecke Schloßstraße/GartenstraBe, befand sich ehemals die Schloß-Drogerie. Wegen Baufàlligkeit mußte auch dieses Haus aus dem Stadtbild weichen. Im Hintergrund das alte Rittergut, unser heutiges Heimatmuseum. Vor diesem Haus eine alte Buche. Dieser würdige Baum wurde 1938 vermessen; er hatte damals einen Stammumfang von 2,5 Metern. Bei einer erneuten Messung

1994 war der Stammumfang auf 3 Meter angewachsen.

[.

frankenberg I: Sa. Scblossstrasse, Ril/erg"' )'feuóau.

8 Nach wenigen Schritten schon liegt das alte Rittergut rechts an der Straße. Die frühere Toreinfahrt ist verschwunden und auch die alte Linde ist der Zeit zum Opfer gefallen. Am 21. [anuar 1853 kaufte der damalige Königlich-Sächsische Hauptmann und spatere Generalmajor a.D. Friedrich van Sandersleben, damals Ehrenbürger der Stadt Frankenberg, dieses Gut. Im Alter von 83 Iahren verstarb Friedrich und so erbte 1903 sein Neffe Oberstleutnant a.D. Georg von Sandersleben das Anwesen. Seinen Bemühungen war es vor allem zu danken, daß das sogenannte Gut 'Neubau' wieder seinen Rittergutsnamen erhielt. Die Familie von Sandersleben hatte auch einen eigenen Friedhof, auf dem sogenannten Frühmessacker gelegen. 1883 erfolgte dort die erste Beisetzung einer Familienangehörigen. Doch weiter führt der Weg, vcrbei am al-

ten Königlichen Amtsgericht die Mittweidaer Straße entlang.

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