Frankenthal in alten Ansichten

Frankenthal in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Jarosch
Gemeente
:   Frankenthal
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5993-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Frankenthal in alten Ansichten'

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DEUSPETRA NOSTRA ANGUlARIS GOTI IST UNSER ECKSTEIN

Stadtwappen:

Das schon im Jahre 1570 gewählte Wappen in der Form etnes Tetraëders (Dreiecksteins) versinnbildlicht die drel calvinistisch ortentierten Bevölkerungsgruppen der Flamen, Wallonen und Hochdeutsch-Reformierten aus Westfalen. Der zugehörige Wahlspruch stammt aus dem Epheser Brief (219-21): ? ... da Iesus Christus der Eckstein ist .. .'

Einleitung

Das geschichtliche Porträt einer Stadt zu skizzieren, die auf eine jahrhundertelange Entwicklung zurückblickt, ist eine reizvolle Aufgabe. Der Ortsname spricht für sich: An der Stammesgrenze zwischen Franken und Alemannen. kurz vor der Mündung des Fuchsbaches in den Hauptlauf des Rheins, befand sich etwa um das jahr 500 das FischerdorfFranconodal. Der Bach hieß damals Vuezgraben, eine Bezeichnung die 'Tal' bedeutet, und damit die zweite Silbe des Namens der fränkischen Siedlung erklärt, Die erste schriftliche Erwähnung dieses Dorfes 'Prankendal' im Kodex des Klosters Lorsch datiert vom [ahre 772. Als der Rhein durch eine Hochwasserkatastrophe 886 sein Flußbett etwa 4 km nach Osten verlagerte, rückte das Dorf nicht nach, sondern stellt sich auf eine Bewirtschaftung des fruchtbaren Bodens um.

Mit der Stiftung eines Hospitals mit Kirche 1119 durch den Wormser Bürger Erkenbert, der zu der Familie der bischöflichen Kämmerer gehörte, erhielt die Ansiedlung erheblichen Auftrieb. Augustinerchorherren betreuten das Stift, das 1163 zur Abtei erhoben wurde. Durch großzügige Zuwendungen ausgestattet, besaß dieses Kloster 'Groß-Frankenthal' fast die ganze umliegende Gemarkung. Erkenberts Frau Richlinde harte 1130 ein Augustinerchorfrauenstift 'Klein-Prankenthal' gegründet, das jedoch tm Iahre 1431 in 'Groß-Frankenthal' einverleibt wurde. Die größte Blüte erlebte das Kloster mit seinen gelehr-

ten Chorherren um 1300. Ein zeitgenössischer Chronist berichtete von ' der Zierde des Landes, aus der soviel Licht hervorgegangen wie Trauben am Weinstock'. Zu dem Stift gehörte eine Bücherei mit einem Scriptorium, in dem zeitweise bis zu sechzig Schreiber tätig waren.

Im [ahre 1376 kam das vormals worrnsische Kloster unter die Schutzherrschaft des Pfälzer Kurfürsten Ruprecht 1. Im Verlauf der Bauernkriege wurde 1525 das reiche Kloster geplündert und teilweise zerstört. Als im 16. Iahrhundert die Zuchtlosigkeit der damaligen Zeit auch im Klosterleben ihre Spuren hinterließ, weltliche Machteinflüsse auf den kirchlichen Bereich immer stärker einwirkten und die Kurpfalz sich den Strömungen der Reformation anschloß, hob 1562 Kurfürst Friedrich III. das Stift auf.

Die Pfalz wurde nun zum sicheren Zufluchtsort von Menschen aus den Niederlanden und Frankreich, die sich der neuen Lehre angeschlossen hatten. 1m ehemaligen Kloster Frankenthal fanden dadurch sechzig niederländische Familien unter ihrem calvinistischen Anführer Pieter Daten eine neue Heimat. Der Hauptteil des Verdienstes, Frankenthai zur Stadt werden zu lassen, gebührt diesen Glaubensflüchtlingen, die ein hochentwikkeltes gewerbliches Können, namentlich in der Tuchmacherei, Weberei und Teppichfabrikation, mitbrachten. Auf Grund einer Bauordnung von 1569 entwickelte sich ein großzügiges Netz

von Straßen, das heute noch innerhalb der Ringstraßen erkennbar ist.

Die berühmten Maler Gillis van Coninxloo, Pieter Schoubroeck und Anton Mirou sowie Goldschmiede wie Herkules van der Vinck und Jan Bommert festigten den Ruf der aufblühenden Gemeinde. Die rasante Entwicklung führte dazu, daß Pfalzgraf [ohann Casimir 1577 Frankenthal die Stadtrechte verlieh. Um 1600 zählte die junge Stadt 2 000 Einwohner, die nun zur linksrheinischen Hauptfestung der Protestantischen Union ausgebaut wurde. Es entstand ein geläufiges Bastionärsystem mit Gräben und Vorwerken nach niederländischern Muster (z.B. ist in Heusden/Brabant ein ähnliches Bollwerk heute noch erhalten).

Sebastian Münster und Matthäus Merian haben damals hier haltgemacht und erste Pläne der Stadt gezeichnet.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde Frankenthai mehrmals belagert und litt schwer unter den Besatzungstruppen. Die letzten tausend ungebetenen Spanier verließen erst 1652 die Stadt. Handwerk, Gewerbe und Handellebten wieder auf, so daß Kurfürst Karl 1681 Frankenthai zur dritten Hauptstadt der Kurpfalz erklärte.

In der kurzen Friedenszeit waren die Wunden, die der letzte Krieg geschlagen hatte, noch nicht restlos verheilt, als im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 erneut französische Truppen am

Rhein standen. Im Frühjahr 1689 erfolgte die systematische Verwüstung der Pfalz durch die Generale des Sonnenkönigs Ludwig XIV: Diese erstmals totale Zerstörung der Stadt überdauerten keine zehn Häuser, das Kloster wurde Ruine, die Stadtbefestigung geschleift. Der Wiederaufbau ging durch die fortdauernde kriegerische Bedrohung nur dürftig voran. Erst im Iahre 1702 besaß Frankenthal wieder eintausend Einwohner. Zu neuer Blüte gelangte die Stadt unter der Regierung des Kurfürsten Carl Theodor (1742 -17 99). Zahlreiche öffentliche Einrichtungen und vor allem die Gründung von Industriebetrieben förderten das Wachstum Frankenthals. Die kurfürstliche Fabrikenstadt lieferte u.a. Textilien, Seide, Stärke, Essig, Wachs, Tabak, Bûcher und Glocken. Zu einem künstlerischen Glanzpunkt besonderer Art geriet die Porzellanmanufaktur. Der Bau eines Kanals zum Rhein sollte den unternehmerischen Handelsgeist unterstützen. In diesen Iahren wandelte sich auch die soziale Schichtung der Bevölkerung, die 1792 auf etwa 4 500 Köpfe angestiegen war. Der Ausbruch der französischen Revolution und das Näherrücken feindlicher Truppen setzten ab 1792 der Stadt erheblich zu. Die Fabriken gingen ein, der Kanal wurde durch Sprengung einer stelnemen Brücke unbrauchbar. Der berüchtigte Plünderwinter 1793/94 gehört zu den dunkelsten Kapiteln der Stadtgeschichte. Mit der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich 1797 wurde

Frankenthal eine Kantonstadt im Département Mont Tonnere (Donnersberg). Die Franzosenzeit bis 1814 brachte starke Belastungen mit sich und veränderte grundlegend das gesellschaftliche System.

Die völlig verarmte Stadt kam ab 1816 zum neugeschaffenen Rheinkreis des Königreichs Bayern. Mit dem Sitz eines Bezirksamtes sowie des Bezirks- und Friedensgerichtes erhielt Frankenthal eine neue Bedeutung, wenn sich auch die wirtschaftliche Situation nicht wesentlich besserte.

1830 hatte Frankenthai wieder 4 765 Einwohner. In der Bürgerschaft entwiekelten sich beachtliche liberal-demokratische Bewegungen. Bürger der Stadt zählten 1832 zu den Teilnehmern des Hambacher Festes, ebenso fand die Revolution 1848/49 in Frankenthal Anhänger. Um die Mitte des 19. [ahrhunderts waren schließlich die Voraussetzungen zur Entstehung der metallverarbeitenden Firmen geschaffen, die heute noch das Stadtgeschehen prägen. Der technologische Wandel brachte im Iahre 1853 die Eröffnung der Eisenbahnlinie mit sich. Die Gründerjahre der Industrie bedingten auch einen Zuwachs der Bevölkerung. 1875 waren es 8 000, zur Jahrhundertwende exakt 16 899 Einwohner, eine Verdopplung in 25 [ahren,

Das 20. jahrhundert bescherte zunächst die Erschütterungen des Ersten Weltkrieges mit nachfolgenden Iahren der Arbeitslo-

sigkeit und Geldentwertung. 1919 hatte sich die Eingemeindung der vorher selbständigen Orte Mörsch, Fiomersheim und Studernheim ergeben. Im Iahre 1920 wurde Frankenthal kreisfreie Stadt.

Obwohl die Nationalsozialisten im März 1933 in Frankenthal eines der schlechtesten Wahlergebnisse in der ganzen pfalz erzielten, vollzog sich danach der Prozeß der 'Gleichschaltung' auf allen Gebieten. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde Frankenthal mehrmals Ziel schwerer Bombenangriffe. Nach dem Luftangriff der Alliierten vom 23. September 1943 lag die Stadt weitgehend in Trümmern. So hatte das Schicksal seit 1689 nicht mehr zugeschlagen.

Und wieder blühte neues Leben aus den Ruinen. Der Wiederaufbau nach 1945 gelang dank des Fleißes und dem Lebenswillen der Bewohner. Das ehemals barocke Stadtbild hat sich heute wesentlich geändert. Viele Straßen der Innenstadt bergen keine Erinnerung mehr an das Vergangene.

Eine neue Generation ist mittlerweile herangewachsen und die moderne Industriestadt Frankenthai mit annähernd 50 000 Einwohnern gleichzeitig zu einem Mittelzentrum der Vorderpfalz geworden. In dieser liebenswerten Stadt zu arbeiten und zu leben, heißt geborgen sein im Schoße der Zeit.

1 Der Kupferstich von anno 1621 zeigt die vergebliche Belagerung der Festung Frankenthal durch die Spanier. Als Postkatte erschien das Motiv um 1910.

2 Ein noch unverbauter Bliek von Nordosten auf Frankenthal urn die Iahrhundertwende, Als geprägte Staffage zeigt die Karte das Wappen des Königreiches Bayern und das Stadtwappen von Frankenthal, einen goldene Dreieckstein auf rotem Grund.

3 Auf der Ansichtskarte von 1896 werden markante Bauwerke der Stadt vorgestellt. Vor allem die beiden Stadttore aus dem 18. Jahrhundert.

4 Daraufwaren die Frankenthaler vor einhundert Iahren besonders stolz. Die hervorragenden Wahrzeichen wie der Kanal und die Klosterruine kehren als Motiv auch sonst häufig wieder. Kriegszerstörungen. der rasche Wiederaufbau nach 1945 sowie die Verkehrserfordernisse unserer Tage brachten einen beträchtli chen Verlust alter Bansubstanz mit sich.

5 Der Bahnhof Frankenthal um 1895.laut Text 'höchst belebt'. Im November 1853 fuhr der erste Eisenbahnzug nach Ludwigshafen. Als im [ahre 1877 die Nebenstrecke nach Freinsheim eröffnet wurde, bekam Frankenthals Bahnhof das Prädikat ' erstklassig' verliehen.

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6 Um 1910 galt ein Bahnhof als Renommierstück und war so etwas wie eine Visitenkarte der Stadt. Nach Worms gelangte man nun mit der Eisenbahn in zehn Minuten.

Pari ez- vous Frankenthai den .. _ ,,, ..19 .

? 2 Srund von Worms·

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