Freystadt in alten Ansichten

Freystadt in alten Ansichten

Auteur
:   Rupert Rückert
Gemeente
:   Freystadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4650-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Freystadt in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

von

Rupert Rückert

Europäische Bibliothek - Zaltbommel!Niederlande MCMLXXXVIII

D ISBN 90 288 4650 61 en-

© 1988 Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande

Im Verlag Europäische Bibliothek in ZaltbommellNiederlande erscheint unter anderem die nachfolgende Reihe:

IN ALTEN ANSICHTEN, eine Buchreihe in der festgehalten wird, wie eine bestimmte Gemeinde zu 'Großvaters Zeiten', das heißt in der Zeit zwischen 1880 und 1930, aussah. In dieser Reihe sind bisher in etwa 650 Einzelbänden Gemeinden und Städte in der Bundesrepublik dargestellt worden. Es ist geplant, diese Reihe fortzusetzen. Unter dem Titel In oude ansichten sind bisher etwa 1 500 Bande über Städte und Dörfer in den Niederlanden erschienen. In Belgien ist die Buchreihe mit In oude prentkaarten bzw. En cartes postales anciennes betitelt und umfaßt 400 Bände. In Österreicn und in der Schweiz sind unter dem Titel In alten Ansichten bisher 100 bzw. 25 Bände erschienen. Weitere 150 Bände beschreiben Gemeinden und Städte in Frankreich, und zwar in der Buchreihe En cartes postales anctennes. In Großbritannien sind bisher 300 Bande unter dem Titel In old picture postcards herausgebracht.

KENNT IHR SIE NOCH ??? eine Buchreihe in der festgelegt wird wie die Leute-von-damals in einer bestimmten Gemeinde oder Stadt zu 'Großvaters Zeiten' lebten, lernten, wohnten, arbeiteten, feierten, Musik machten und so weiter.

Nëheres über die erschienenen und geplanten Bände der verschiedenen Buchreihen erhalten Sie bei Ihrem Buchhändler oder direkt beim Verlag.

EINLEITUNG

Obwohl Freystadt eine verhältnismäßig junge Stadt ist (1982 feierte sie ihr 650jähriges Jubiläum der Erhebung zur Stadt), sind trotzdem Name und Entstehung nicht restlos geklärt. In einer von Inspektor Jakob handschriftlich verfaßten Chronik heiß es, daß Heinrich von Stein, der ältere Besitzer der Burg Hilpoltstein, vor seiner 1278 angetretenen Pilgerreise nach Jerusalem seinem Sohn Hilpolt von Stein seinen Besitz übergeben habe. Nach seiner glücklichen Rückkehr habe er dann diesen dazu bewegt, ein Spital rnit Gütern zu stiften. Auf diese Art wurde im Jahre 1280 durch die Erbauung des Stiftungsspitals Freystadt gegründet.

Freienstatt soll die Gegend damals geheißen haben, weil Hilpolt von Stein kaiserlicher Beamter war und deshalb sein Besitz von der bayerischen Herrschaft frei war. Die gleiche Version kann man in einer anderen Chronik unbekannter Herkunft lesen. Leider sind in beiden Chroniken keinerlei Quellen oder Beweise für die Richtigkeit dieser Behauptung angegeben. Eine andere Version bringt P. Willibald Franz Schreyer in seinem geschichtlichen Überbliek über Freystadt. Demnach ist 'Freystadt' eine typische Stadtgründung e radice (= von der Wurzel her), das heißt, der Ort ist als Stadt gegründet worden. Als Quelle gibt er Dr. Diepolder, Bayerisches Städtebuch S. 66, an. Und sie ist von Anfang an auch als freie Stadt gegründet, daher der Name Freystadt als Vreyenstat - Freistat, d. h. sie ist ... als ein Ort gegründet worden, der mit verschiedenen Freiheiten, z.B. Freiheit von Steuern, aber auch mit verschiedenen

Rechten, ausgezeichnet war.

Welche der beiden Versionen richtig ist, kann nicht hinlänglich bewiesen werden, da 1632 bei der Zerstörung Freystadts durch die Schweden alle im Rathaus aufbewahrten Quellen und Urkunden vernichtet wurden. Nachfolgende Daten der Stadtgeschichte habe ich mit freundlicher Genehmigung des Verfassers P. Schreyer der obengenannten Schrift entnommen.

Natürlich konnte sich auch Freystadt den Wirren der Geschichte nicht entziehen. Es gab ein immerwährendes Auf und Ab in der Entwicklung.

Seit 1393 sind im Privilegienbuch neun Jahrmärkte vermerkt, die auch heute noch abgehalten werden, wobei eine große Rolle auch der heute noch in den Wintermonaten am Mittwoch stattfindende Taubenmarkt spielt. 1452 predigte in Freystadt der Franziskanerpater Johannes Capistran und rief zum Kreuzzug gegen die Türken auf. Damals wurde auch das Franziskanerkloster auf dem Möninger Berg gegründet.

Um 1400 gab es in Freystadt schon Schulunterricht. Etwa 1550 wird Freystadt lutherisch, 1559 wieder katholisch, 1555 wurden die Franziskaner vom Möninger Berg vertrieben. 1572-1602 Einführung der leonischen Drahtfabriken durch den Hugenotten Fournier aus Lyon. 1598 wurde der Bau des Rathauses begonnen, 1603-1605 suchte die Pest Freystadt heim. Deshalb wurde der heute noch bestehende Pestfriedhof außerhalb der Stadtmauern angelegt, 1617 wurde die Sebastianskirche neben dem Friedhof gebaut.

Als 1624 die Oberpfalz mit Freystadt an Kurfürst Maximilian und damit zu Bayern kam, wurde Freystadt wieder katholisch.

Der Dreißigjährige Krieg brachte auch über Freystadt viel Elend. So wurde am 28.129. Juli 1632 durch den schwedischen Oberst Taupadel die Stadt geplündert und angezündet. Lange Jahre war Freystadt praktisch entvölkert und verödet. Noch während des furchtbaren Kriegs wurde in Freystadt der Grundstock für eine heute noch bestehende Marienwallfahrt gelegt, als zwei Buben einen Bildstock zu Ehren der Mutter Gottes errichteten. Dieser Bildstock wurde 1648 durch eine kleine Kapelle ersetzt. 1654 wurde ein neues Rathaus gebaut, in welchem 1667 die erste Sitzung stattfand. 1700 wurde der Grundstein zur Wallfahrtskirche 'Maria Hilf' gelegt. Als Künstler konnten Hofbaumeister Viscardi und Hans Georg Asam mit seinen beiden berühmten Söhnen Egid Quirin und Cosmas Damian gewonnen werden. Die Kirche konnte erst am 3. August 1710 eingeweiht werden, da der Bau längere Zeit durch Kriegswirren unterbrochen werden mußte. 1734 wurde das Spital in sein heutiges Aussehen umgebaut. 1781 gab es in Freystadt die erste Normalschule der Oberpfalz. 1802 wurde im Zuge der Säkularisation das Franziskanerkloster aufgehoben, die Wallfahrtskirche sollte als entbehrlich abgebrochen werden. Das war ein harter Schlag für die damaligen 20 Bierwirte, 15 Bäcker und 6 Metzger. Die Franziskaner durften zwar 1835 wieder nach Freystadt zurückkehren,

aber die Wallfahrt erlangte nie wieder die Bedeutung, die sie bis zur Säkularisation gehabt hatte.

Im Krieg 1870/71 mußten auch einige Söhne Freystadts ihr Leben lassen, allerdings starben fast alle, wie am alten Kriegerdenkmal zu lesen war, an Typhus. 1887 wurde die sogenannte Lerzerbahn zwischen Neumarkt und Freystadt eröffnet. 1907/08 wurde das Krankenhaus erbaut. Im Ersten Weltkrieg 1914/1918 trauerte man um insgesamt 43 Gefallene. Auch der Zweite Weltkrieg forderte das Leben vieler Freystädter. Als kurz vor Kriegsende am 18. April 1945 Tiefflieger das Städtchen angriffen, kamen sechs Personen ums Leben. Am 24. April 1945 war mit dem Einmarsch der Amerikaner der Krieg für Freystadt zu Ende. Man war noch einmal giimpflich davongekommen. Eine langsame, aber stetige Entwicklung fand 1972 durch die Gebietsreform ihren Höhepunkt. Seitdem hat Freystadt etwa 6 500 Einwohner.

Die ruhige Lage des Städchens mit ihrer im großen und ganzen noch intakten Umwelt sorgt für eine hohe Lebensqualität der Freystädter.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Frau Rosa Bayer, bei der Familie Ferschl, bei der Familie Ernst und Familie Beek dafür, daß sie mir ihre Fotografien und Postkarten zur Verfügung stellten.

1. Dieser Merianstich (1644) zeigt uns die älteste erhaltene Ansicht Freystatts, wie damals Freystadt geheißen hat. Wir sehen eine mit Mauern und Türmen wohlbefestigte Stadt. Deutlich erkennbar sind die am Rande stehende Pfarrkirche, das in der Ortsmitte aufgebaute Rathaus, die Stadtmauer, und sieben Türme, davon zwei Tortürme, durch die allein man damals in die Stadt gelangen konnte. Die Stadtmauer, von der heute nur noch kleine Reste übrig sind, wurde 1800 teilweise und dann allmählich fast ganz afgebrochen.

2. Im Vergleich zum Merianstich zeigt die etwa um 1936 entstandene Luftaufnahme, daß sich am Stadtbild insgesamt seit Jahrhunderten nichts oder nur wenig geändert hatte. Der Stadtkern zeigt die für eine mittelalterliche, bayerische Stadt typische Anlage: Das Rathaus steht mitten auf dem großzügigen Marktplatz, die Pfarrkirche hat ihren Platz immer noch in einer Seitenstraße. Die Zahl der Häuser, die außerhalb des eigentlichen Stadtkerns liegen, beträgt in der Marienvorstadt etwa zwölf, in der Bahnhofvorstadt mit Bahnhof und Baywa-Lagerhaus etwa fünfzehn.

3. Einen Kupferstich der Stadt 'Freystadt in der Oberen Pfalz bey Nürnberg' und der von ihm erbauten Wallfahrtskirche 'Maria Hilf' fertigte Joan Anton Viscardi für den damaligen Herrn der Stadt Freystadt, 'Graf Ferdinand Lorenz Franz Xaver Tilly', an. Dieser Stich ist eigentlich nur eine Bestätigung des Merianstichs, sieht man einmal von der künstlerischen Freiheit der Gestaltung von Einzelheiten, wie der mit einem Zwiebelturm versehenen Pfarrkirche ab. Neu ist nur die 1617 erbaute Sebastianskirche.

4. Der zweite Teil des Viscardistichs zeigt das Marianisch Wallfahrts Gottshauß neehst Freystadt. Van Excel. Ferd. Laus. Graf Tilly zu bauen angefangen 1700. Dazu: Closter der P.P. Fransicaner, welche von Titl. verwittibte Frau Gräfin Tilly als Vormunderin schon 1680 zu geistl. Diensten der häffigen Wallfahrteren beruffen. Entlieh 1710 wurde dieses Closter mit einem Gang dem Gottes Hauß angeschifft.

5. Stadtpfarrkirche Freystadt. Die Kirche wurde etwa 1305 gebaut. Von diesem Gotteshaus sind noch der gotische Turm, sowie ein großes Kreuz, das dem Bildhauer Veit Stoß zugeschrieben wird, und die Holzfiguren des heiligen Stephan, des Christophorus und des heiligen Johann Baptist erhalten. Bis 1948 zeigte die Kirche dieses Aussehen!

6. Den Mittelpunkt der Stadt bildet in Freystadt ebenso wie in anderen altbayerischen Städten, wie z.B. auch in Neumarkt/Opf., das Rathaus. Auf dieser kolorierten Postkarte von 1904 sehen wir deutlich, daß im damaligen Rathaus neben den Behörden ein kleiner Laden war. Bis vor kurzem betrieb ihn die allseits bekannte Schmoll Kathl. Durch das große Tor in der Mitte betrat man die öffentliche Waage. Im Vordergrund steht der gußeiserne Brunnen, der jetzt am oberen Markt steht. Ferner kann man rechts deutlich ein Kaufhaus mit grünen Läden und großen Schaufenstern erkennen, in dem ein Lebensmittelgeschäft mit Buchhandel war. Weiter sehen wir das jetzt noch bestehende Textiliengeschäft Mosandl, dann die Metzgerei Pürzer, die Geschäftshäuser Blank und Kalb, ein Privathaus, das Benefiziatenhaus, das am 18. April 1945 einem Bombenangriff zum Opfer fiel, und die ehemalige Bäckerei Kurz, die am selben Tag schwer beschädigt wurde. Die Straße und der Marktplatz sind offensichtlich noch nicht staubfrei befestigt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek