Friedland in alten Ansichten Band 3

Friedland in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Karl Spietz
Gemeente
:   Friedland
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6415-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Friedland in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Das Leben und Treiben in unserer Stadt wurde zu allen Zeiten stark vom Handel und Wandel, vom Marktgeschehen, bestimmt. Auf der Grundlage der Marktordnung für die Stadt Friedland vom 18. Juni 1878, bestätigt von der Großherzoglich-Mecklenburgischen Landesregierung, und der darin festgelegten zwölfParagraphen, wurde die Durchführung der Jahrmärkte über das ganze Iahr festgelegt. Die Veröffentlichung erfolgte in den Jahreskalendern, unter anderem im Voßund Haas-Kalender und in der Friedländer Zeitung. Hier wurden die Jahreshöhepunkte, der Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmarkt aufgezeigt. Weiterhin bestand eine Wochenmarktsordnung, herausgegeben vom Magistrat der Stadt Friedland am 9. März 19 08. Hierin war festgesetzt, daß der Wochenmarkt allwöchentlich am Mittwoch und Sonnabend von April bis September in der Zeit bis la Uhr vormittags und in den übrigen sechs Monaten in der Zeit bis 11 Uhr stattfindet. In den weiteren Paragraphen war festgelegt, was an Naturerzeugnissen und an Fabrikaten angeboten werden durfte. Als Platz war dafür der zentrale Marktplatz, früher SchuItenbrink, bestimmt.

Verboten war in dieser Zeit das Hausieren nach dem Hausiererverbot. Friedland hatte zur Durchführung der Markttage drei Marktplätze. Erstens den Gänsemarkt, vor derWassermühle gelegen, wo Mast- und Zuchtgänse zum Verkauf angeboten wurden. Zweitens der pferdemarkt, auf dem pferde und Füllen zur Ausstellung gelangten und wo gleichzeitig der Remontenaufkauf vom Militär erfolgte. Drittens der zentrale Marktplatz für die Durchführung derWochenmärkte und der Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmärkte. Alle drei Plätze sind auch heute als Flurnamen und zur Ortsorientierung Bestandteil des Sprachgebrauchs.

Während der Frühjahrs- und Sommermarkt nicht zu einem besonderen Höhepunkt im Marktgeschehen wurden, erfreute sich der Herbstmarkt mit seiner Ausstellungs- und Belustigungsfläche einer besonderen Beliebtheit bei der Friedländer und Landbevölkerung. Der bekannte

mecklenburgische Mundartdichter Fritz Reuter sagte einmal, daß in Mecklenburg jährlich drei große Feste gefeiert würden: Weihnachten, Ostern und der Herbstmarkt.

Ja, der Herbstmarkt war auch in unserer Stadt ein wahres Volksfest. Der gesamte Marktplatz und die angrenzenden Kaiser-. Königs- und Herrenstraße waren mit zahlreichen Verkaufsständen und Buden bestellt. In der Kaiserstraße hatten die Straßburger Schuhmacher ihre Verkaufsstände mit langschäftigen Stiefeln. Verteilt über den ganzen Markt, kleine Stände mit Belustigungs- und Scherzartikeln vom Luftballon bis zur Wundertüte. An der Ostseite des Marktes boten die Bäcker ihre Backwaren, die Flechten und Zöpfe an. Ein breites Interesse fand der Stand des 'billigen August'. Lautstark bot er seine unzerreißbaren Hosenträger und Schnürsenkel sowie seine Freßmaschinen, Löffel und Gabel an. An der Südseite hatten die Fischer von Mönkebude ihre Stände mit Räucherfisch. Immer wieder ertönte der Ruf'Een lütten Aal gefällig?'. Im Angebot weiterhin Sprotten, Bücklinge und Flunder.

In der Mitte des Marktplatzes stand unter den vielen Buden 'Gewürzspeckin' aus Schwerin. Er verwies darauf, daß seine Gewürze bei der Essen- und Schnapszubereitung sowie bei Potenzstörungen unumgänglich wären. Neben seiner Bude stand der Lebkuchenmann aus GÜstrow. Seiner Meinung nach hätte ein Mann oder junger Bursche nur dann Erfolg bei den Frauen, wenn er ein Lebkuchenherz mit den Liebessprüchen daraufbei ihm kaufen würde.

An der Ecke der Herrenstraße stand die größte Bude, die 'Dittel-undDattel-Bude'. Der Besitzer aus Lübeck hatte Berge von Feigen und Datteln im Angebot. Der Ausdruck Dittel und Dattel kam daher, daß auf die Frage 'Na, wat wist denn Du mi en Jung?', mit dem Finger auf die Früchte gezeigt wurde. Wir sagten dann: 'Bäten von Ditt un bäten von Datt.'

Vor dem PariserTor stand links der Bananen- und rechts des Schokoladenmann. Beide boten marktschreierisch ihre Ware zu Schleuderpreisen an. Am Kaffee Bauer hatte der pferdeschlächter Neumann seinen Stand. Im Angebot die Bockwurst' de Jausch'. Ein Brötchen kostete mit einem Rollmops zehn Pfennig. Der größte Anziehungspunkt war der Rummelplatz mit seinen Schau-, Gewinn-, Schieß- und Belustigungsbuden. Kettenflieger und pferdekarussell, dasWiener Hochrad, Luftschaukeln, die Autobahn, die Berg- und Talbahn sowie das Teufelsrad und die zwei entgegengesetzt sich drehenden zwei Tonnen, hatten die Lacher aufihrer Seite, besonders dann, wenn der Umsprung von der einen in die andere Tonne nicht gelang und man nicht mehr auf die Beine kommen konnte. Dazwischen der Stelzenmann, Wahrsager und der 'Haut-den-Lukas-Stand'. Hier konnte man mit einem Schlag seine Kraft beweisen. Die Gruselbahn und die Zauberspiegelbude erregten immer wieder die Gemüter. Eine Bude mit Zuckerwatte und kandierten Äpfeln war der Anziehungspunkt für die Kleinen. Den Vogel schoß ab die Schaubude mit der 'Dicken Emmi', die über 250 Kilo wog. Für ein Zusatzgeld konnte man ihren Körper begrapschen, wovon viel Gebrauch gemacht wurde. Aber auch die steile Motorradwand hatte viele Schaulustige.

Das alles bot der Herbstmarkt und vieles mehr. Hier spiegelte sich die gute alte Zeit wieder, von der auch heute noch oft gesprochen wird. So ein Volksfest wird unsere Stadt nie mehr erleben, wie überhaupt das ganze Marktgeschehen keinen Bestand mehr in unserer Stadt hat. Auch Rummelplatzveranstaltungen sind in der früheren Form nicht mehr durchführbar, weil ein geeigneter, dafür ausgewiesener Platz nicht mehr vorhanden ist. Versuche, das Marktgeschenen neu zu beleben, gab es, mehr jedoch nicht.In der Kaiser- wie auch in derWeimarerzeit, wurden in jedem Iahr durch den Mecklb. Strel. Landwirtschaftlichen Verein Tierschauen und Ausstellungen mit landwirtschaftlichen Gerä-

ten sowie eine Maschinen- und Gewerbeausstellung durchgeführt. Die Tierschauen erfolgten in Sektionen. I. pferdeschau, H. Rindviehschau, HL Schafschau, IV Schweineschau, V Schau der gefiederten Haustiere und als VI. die Industrie- und Gewerbeausstellung. Alle Tierschauen wurden nach einem Prüfungsschema durchgeführt, das ich wegen des Umfanges nicht wiedergeben kann. Prämiierungswürdige Tiere wurden mit Ehren- Sach- und Geldpreisen ausgezeichnet. Silberne Medaillen, Pokale, Becher und Geldpreise gehörten dazu.

Heute werden nur noch Kaninchen- bzw. Geflügelausstellungen durchgeführt.

Marktplatz

1 Blick aus der Kaiserstraße auf die Vorder- und Seitenansicht des im Zopfstil 1908 neu erbauten Rathauses der Stadt um 1910. Im Hintergrund das Ratsdiener- und das Stadtwaagenhaus. Dahinter die das Stadtbildbestimmende evang elisch -lutherische St.-Marien-Kirche mit ihrem schlanken Turm.

Rechtsseitig Blick auf die Nordseite des Marktplatzes und in den unteren Abschnitt der Kaiserstraße.

markt mit Rathaus

u. Illcrlenklrdte

2 Das Foto zeigt die Vorderund Seitenansicht des Rathauses mit dem im Fachwerkstil erbauten Fränkischen Traufenhaus. Im Hintergrund die für den Turmaufbau 1875 eingerüstete evangelischlutherische St. - Marien- Kirche. DerTurmaufbau war am

S. September 1 877 so weit vollendet, daß derTurmknopf und das Kreuz, das 4 Meter hoch ist, enthüllt werden konnten. Das große Kreuz mit dem Turmknopf hat der Kupferschmied Albrecht geliefert. Die Höhe der achteckigen Turmpyramide beträgt 96 Fuß rheinländisch, die des ganzen Turmes mit Knopf und Kreuz 281 Fuß rheinländisch.

3 Vorderansicht des Rathauses der Stadt mit dem 191 2 auf vier Säulen erbauten Balkon mit der daneben liegenden Raths-Apotheke. Der letzte Besitzer war Herr Pharmazierat Berthold Rhode. Beide Gebäude wurden am 1. Mai 1945 ein Raub der Flammen. Die Brandlegung erfolgte durch die Karnpfeinheiten der Roten Armee. Das Rathaus hat eine sehr wechselvolle Geschichte. Überstanden hat es die Kaiserzeit, die Weimarerzeit und bis 1945 die Zeit des Faschismus. In der Mitte des Marktplatzes der 1839 errichtete Löwenbrunnen mit der vierarmigen Schinkelleuchte.

4 Die Aufnahme des Friedländer Fotografen. C. Heitmann zeigt anläßlich der Durchführung der Kaisermanöver den Besuch von Hindenburg. Bei seiner Abfahrt von den Rathaus präsentierten völlig unmilitärisch zwei Angehörige der Friedländer Bürgerwehr mit aufgepflanzten Bajonett und dem Zylinderhut als Kopfbedeckung.

5 Eine Ansicht von der Königstraße ab Höhe Marienstraße von West nach Ost. Diese Aufnahme zeigt die Südseite des Marktplatzes mit der Bäckerei Reinke, dem Hamburger Kaffee-Lager, die Geschäfte des Uhrmachermeisters Buchholz, die Kolonialwarenhandlung und Mecklenburgische Sparbank von Raimund Fehlhaber, das Frisörgeschäft von dem Frisörmeister Willi Behnke, die Buchhandlung Richter und der Eisen- und Porzellanwarenhandlung Paul Rambow. Darüber hinaus geht der

Blick in den Mittelabschnitt der Königstraße.

Künigstrasse

6 Ansicht von der Nord- und Ostseite des Marktplatzes. In der Mitte der Löwenbrunnen und einige Druckpumpen. An der Nordseite das Geschäft des Klempnermeisters Bruhn, die mechanische Werkstatt von Schuhmacher, und an

der Ecke zurTurmstraße die Drogerie von Johannes Sager. Gegenüber liegend, das Kaufhaus der Karstadt AG mit zwölf Schauferstern. An der Ostseite als Eckgeschäft die Gemischtwarenhandlung von R. Gertz, Nachfolger Artur Arns.

Friedland i. M. - Markt

7 Ansicht von der 1. Mai Demonstration 1919. Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges hatte die Ortsgruppe der SPD zur Maifeier aufgerufen. Ohne Uniformen und Helme, sondern in Zivilkleidung und Zylinderhüte bewegte sich der Demonstrationszug aus dem unteren Abschnitt der Königstraße zum Marktplatz.

8 Blick über den Marktplatz auf das Eckhaus mit der Bäckerei und Gastwirtschaft Hermann Holz, als Sächsisches Giebelhaus im Fachwerkstil erbaut. Auf der anderen Ecken der Südseite des Marktes, die Eisenwaren- und Porzellanwarenhandlung von Paul Rambow. In dem einzusehenden Teilabschnitt der Königstraße, die Geschäfte der Kaufleute Walter [acobs und Richard Hannemann und die Konditorei Willy Kowatsch. Vor der Gaststätte eine Pumpe mit zwei daneben stehenden Löschwasserbehältern auf Kufen.

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