Friedrichsdorf in alten Ansichten

Friedrichsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Bernhard
Gemeente
:   Friedrichsdorf
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2990-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Friedrichsdorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Friedrichsdorf gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten am schönen Taunusrand.

Diese Entwicklung hat natürlich auch gravierende Auswirkungen auf das Stadtbild. So will denn dieses Büchlein bei den Alteingesessenen Erinnerungen wecken und den Neubürgern einen kurzen bebilderten Überblick über die Geschichte ihrer neuen Heimat geben. Auch ist das Büchlein für die zahlreichen Besucher aus unseren Partnerstädten Bad Wimsbach-Neydharting, Houilles und Chesham gedacht, die immer wieder mit großem Interesse Fragen zur Geschichte unserer Stadt und ihrer Stadtteile stellen.

Die heutige Stadt Friedrichsdorf entstand 1972 durch den freiwilligen Zusammenschluß der Stadt Friedrichsdorf mit den Nachbargemeinden Seulberg und Köppern, die beide ebenfalls dem Obertaunuskreis angehörten, sowie der Nachbargemeinde Burgholzhausen, welche damals in den Landkreis Friedberg eingegliedert war. Insbesondere durch den Ausbau der S-Bahn von der Frankfurter Innenstadt nach Friedrichsdorf hat sich die Bevölkerungsentwicklung beinahe explosiv vollzogen: Die heutigen vier Stadtteile

zählten vor der Fusion 16400 Einwohner, heute hat die Stadt rund 24 000 Einwohner.

Da der Umfang dieses Büchleins begrenzt ist, habe ich mich bei der Zusammenstellung der Bilder bemüht, für die einzelnen Stadtteile Charakteristisches zusammenzutragen. Deshalb wurden nicht nur Bilder von Gebäuden, deren Errichtung entweder zum damaligen Zeitpunkt von großer Bedeutung oder ortsbildprägend war, die aber inzwischen der Spitzhacke zum Opfer gefallen sind, aufgenommen. Auch wurde angestrebt, Bilder zu finden, die die Lebensumstände der damaligen Zeit widerspiegeln.

VORWORT (zur zweiten Auflage)

Zur ersten Auflage dieses Büchleins, die überraschend schnell vergriffen war, gingen mir zahlreiche Hinweise und Anregungen zu. Leider ist es nicht möglich, den Umfang des Büchleins zu erweitern. Besonderer Dank sei jedoch Herrn Otto Maurer, dem pensionierten Leiter des Hauptamtes der Stadtverwaltung, für seine wertvollen Ergänzungen zum Text der ersten Auflage ausgesprochen.

Klaus Bernhard

Friedrichsdorf

Französisch klingende Familiennamen, die evangelische Kirche ohne jeden Bilderschmuck oder auch ein Gang über den Friedhof bezeugen es noch heute: Friedrichsdorf ist eine Hugenottengründung. 'Lieber will ich mein Silberzeug verkaufen, als diesen armen Leuten die Unterkunft verweigern,' so soll Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg gesagt haben, als er 1687 reformierte Glaubensflüchtlinge aus Frankreich in seine Landgrafschaft aufnahm. Und nach dem Landgrafen wurde das neue Dorf Friedrichsdorf genannt. Geschichtlicher Hintergrund des Auszuges der Protestanten aus Frankreich war die Aufhebung des Ediktes von Nantes durch Ludwig XIV. 1685 - obwohl 1598 nach langem Bürgerkrieg der Großvater des Sonnenkönigs mit eben jenem Edikt in Frankreich Glaubensfreiheit zugesichert hatte. Die Schätzungen über die Zahl der Protestanten, die nach 1685 vor der Verfolgung aus Frankreich flohen, schwanken zwischen 400000 und 700 000.

Der aus der Heimat mitgebrachte Glaube hat Friedrichsdorf lange geprägt: Die Lehren des Reformators Johannes Calvin (1509-1564) waren Richtschnur für das tägliche Leben. Neben dem Glauben war die französische Sprache das zweite Band, das die Hugenotten zusammenhielt. Erst 1885 wurde deutsch als weitere Amtssprache in amtlichen Bekanntmachungen eingeführt.

Im Gegensatz zu den damals noch überwiegend landwirtschaftlich orientierten Nachbargemeinden wurde Friedrichsdorf recht früh ein Ort gewerblichen Schaffens. Die Hugenotten stellten Webstoffe her und färbten sie auch - in den Färberhäuschen, die man zum Teil noch heute in der Hugenottenstraße sehen kann. Später wurde

Friedrichsdorf in ganz Deutschland und darüber hinaus als 'die Stadt des Zwiebacks' bekannt. Die bekömmliche und haltbare Backware wurde zum wirtschaftlichen Rückgrat des relativ wohlhabenden Ortes, dem 1772 die Stadtreche verliehen wurden. Neben der Zwieback-Industrie gab es bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Friedrichsdorf auch eine blühende Lederindustrie.

In einer kurzen Übersicht über die geschichtliche Entwicklung dürfen zwei Namen nicht vergessen werden: Philipp Reis erfand in Friedrichsdorf das Telefon. 1861 führte er vor dem physikalischen Verein in Frankfurt zum ersten Mal die Übertragung von Sprache durch elektrischen Strom vor.

Marie Hensel, 1833 als Schustertochter in Friedrichsdorf geboren, heiratete 1854 François Blanc, den Gründer der Spielbanken von Bad Hamburg und Monte Carlo. Als Blanc starb, hinterließ er seiner Frau neben einem riesenhaften Immobilienbesitz 88 Millionen Goldfranken in bar!

Wer sich tiefer für Friedrichsdorfer Geschichte interessiert, dem sei das jetzt wieder durch Initiative des Lions-Club nachgedruckte Buch 'Hugenottisches Leben' von E.C. Privat empfohlen.

Zu Friedrichsdorf gehört seit 1916 auch Dillingen. Dillingen ist ebenfalls die Gründung eines Bad Hamburger Landgrafen, allerdings später: 1804 siedelte Friedrich Ludwig Wilhelm die ersten Bauern und Handwerker aus dem Vogelsberg und dem Hintertaunus im heutigen Dillingen an. 1916 wurde Dillingen in die Stadt Friedrichsdorf eingegliedert, aber noch heute fühlen sich die echten Dillinger eben als Dillinger.

Friedrichsdorf und Dillingen hatten zusammen vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1 834 Einwohner. Diese Zahl erhöhte sich in den Jahren 1945/46 auf 2800. Friedrichsdorf wurde zur neuen Heimat für viele Flüchtlingsfamilien aus dem deutschen Osten und besonders auch aus dem Sudetenland.

1. Nach ihrn ist Friedrichsdorf benannt: Landgraf Friedrich Il. von Hessen Homburg, geboren am 30. Mai 1633, gestorben am 24. August 1708. Das Denkmal zu seinen Ehren wurde 1873 an der Schnepfenburg aufgestellt. Zur 250-Jahrfeier 1937 wurde es in die Hugenottenstraße versetzt, wo es nach zweimaligem Standortwechsel im Herbst 1984 auf dem Landgrafenplatz einen würdigen Standort fand.

2. Im Jahr 1908 veröffentlichte der damalige Landrat von Marx einen prächtigen Folianten über alle Orte des Obertaunuskreises. (Der heutige Hochtaunuskreis entstand durch die Gebietsreform 1972.) Zweck dieses Buches war die Wirtschaftsförderung und der Verkauf von Wohnbaugrundstücken im Kreisgebiet. Dieses Bild ist diesern Buch entnommen. Es zeigt das Städtchen vom Bornberg aus. Beachtenswert sind die relativ vielen Schornsteine, die die wirtschaftliche Bedeutung dokumentieren.

3. Eines der ersten Luftbilder von Friedrichsdorf. Es zeigt, welch herausragende Stellung die Gewerbebetriebe im Stadtbild einnahmen. Das Bild ist wahrscheinlich um 1930 entstanden. In der Bildmitte die frühere Zwiebackfabrik Stemler, die erste Zwiebackfabrik in Friedrichsdorf überhaupt. Deutlich zu sehen ist auch neben der evangelischen Kirche die Nudelfabrik Haller,

friedrichsdorf a. T

Obere Partie der Hauptstrasse.

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4. So sah der obere Teil der heutigen Hugenottenstraße 1910 aus: Anstelle des Hauses rechts steht heute die Fachklinik; das Haus mit dem Walmdach wurde zu Beginn der siebziger Jahre durch die Kreissparkasse ersetzt. Der Bliek der Postkarte geht in Richtung der sogenannten Obergasse auf den 'Gasenberg' (wegen der Geisen, Ziegen der dortigen Bewohner so genannt).

5. Die meisten der typischen Hugenottenhäuser waren eingeschossig mit Giebeldach. Die Stulbschalung, wie wir sie an der Straßenseite sehen, war sehr verbreitet. Beachtenswert ist auch die 'Straßenbegrünung', die heute wieder so viel Bedeutung erlangt. Sie war damals an den meisten Häusern zu finden. Diese Aufnahme des Hauses auf dem heutigen Grundstück Taunusstraße 1 entstand 1887. Das Anwesen gehörte der Familie Boutemy, einem inzwischen ausgestorbenen Hugenottennamen. Heute steht hier das Gasthaus 'Zum Löwen',

6. An der Ecke HugenottenstraßejTalstraße stand das sogenannte Wachthaus. Das vergitterte Fenster im Obergeschoß links zeigt, daß in dem Gebäude diejenigen, die auf die Wache mitgenommen wurden, auch sicher untergebracht waren. Zeitweilig war in dem Haus auch die Freibank. Die Freibank war der Verkaufsraum für das Fleisch, das bei der amtlichen Fleischbeschau als nicht vollwertig aber auch nicht schlecht ausgesondert wurde und das billiger war.

7. Sparsam und bescheiden, aber erfolgreich bei der Erfüllung seiner Aufgaben, von diesem Geist war auch das Friedrichsdorfer Rathaus. Hier 'regierte' der letzte Bürgermeister des selbständigen Friedrichsdorf noch 1972 mit zwölfMitarbeitern das ganze Städtchen. Das Haus wurde - wie die gesamten Nachbargebäude - 1973 abgerissen, als der Hochhauskomplex in der Hugenottenstraße gebaut wurde.

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