Fuldatal in alten Ansichten

Fuldatal in alten Ansichten

Auteur
:   Oskar Schade
Gemeente
:   Fuldatal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1557-5
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fuldatal in alten Ansichten'

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Gegenwart und Zukunft haben ihre Wurzeln in der Vergangenheit. Auf Anregung der kommunalen Körperschaften hat es daher dankenswerterweise Herr askar Schade übernommen, die neue Großgemeinde Fuldatal mit ihren artsteilen in alten Ansichten darzustellen.

Unser ganzes Leben spielt sich vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung ab. Unsere Generation ist verpflichtet, über Leben und Wirken unserer Väter und Großväter Zeugnis abzulegen. Wenn es gelingt, ein nahtloses Ineinandergreifen aus der Vergangenheit über die Gegenwart zur Zukunft hin zu ermöglichen, kann man den Daseinsraum für die Menschen noch lange Zeit lebens- und liebenswert erhalten. Man wird dabei erfahren, daß manche Ideen und Gedanken der Vergangenheit bis in unsere Zeit fortwirken. daß viele Grundsätze und Ansprüche auch für uns noch Gültigkeit haben. Mit der vorliegenden Dokumentation soll darüber hinaus das Heirnatgefühl der älteren, einheimischen Bevölkerung, aber auch das der Neubürger gefestigt werden.

Dank und Anerkennung gebührt in erster Linie dem allseits geschätzten Ihringshäuser Bürger askar Schade und seinen Helfern; besonderes Lob aber auch dem Labor der Reinhardswaldschule und dessen Leiter, Herrn Willy Pötter.

Möge dieses Buch eine weite Verbreitung erfahren und bei der alteren Generation gute Erinnerungen an die Kinder- und Jugendzeit wecken sowie der Jugend zeigen, wie es früher einmal war.

Fuldatal, im Mai 1976

Dieter Michel Bürgerrneister

EINLEITUNG

Fuldatal - sechs Dörfer rund um die Schockemühle - sie, diese sechs Ort steile Ihringshausen, Simmershausen, Rothwesten, Wahnhausen, Knickhagen und Wilhelmshausen haben ihre Geschichte. Ein kleiner Teil dieset Geschichte will sich in den nachfolgenden Bildern spiegeln: das halbe Jahrhundert der Großväterzeit 1875 bis 1925.

Unsere nordhessische Landschaft, nördlich von Kassel gelegen und bis in die südlichen Hänge des Reinhardswaldes sich erstreckend, hat sich die Stille bewahren können, jene landschaftliche Kostbarkeit, die von alten Mühlen weiß, raunenden Wäldern und Bächen, den Gesprächen der Dorfstraßen und Häuser und staunend das Neue der drangenden Zeit einschließt in ihren Atem, wenn auch gelegentlich ein wenig zögernd.

Alte Aufnahmen, längst überholte Ansichtskarten einer nicht mehr aktuellen Vergangenheit heute - sind wir auf der Suche nach der 'verlorenen Zeit', welcher der französische Dichter Marcel Proust um die Jahrhundertwende nachging? Spiegelt die Nostalgie unserer Tage diese noch nicht verklungenen Zeitimpulse wider? Und die 'Suchanzeigen' Heinrich Bölls, der hier 'die Gegenwart des Vergangenen will, nicht als Andenken, sondern weil es da war, nicht mehr ist und nie mehr sein wird', kommen sie den Dingen und der Zeit auf die Spur?

Rainer Maria Rilke wußte den Weg zu den Dingen und ihrer Zeit auf andere Weise zu gehen. Er hatte entdeckt, daß die Zeit in der Landschaft und ihren Dingen wohnt und unser Bewußtsein von ihrem Werden erfahren kann, wenn es sich ihm öffnet, Landschaft und Wohnstatt haben ein Miteinander, die Dinge stehen zueinander und nicht im leeren, zeitlosen Raum.

Die Zeit der Großväter ist noch in ihrer Wirklichkeit zu erfahren. Die Fotografien vor 1900 sind realistische Abbilder, einmalige Aufnahmen im Raum des Augenblicks, denn ihre Vervielfältigung war damals nicht möglich.

Die Quellen der Marchen flossen den Großvätern reichlicher und unmittelbarer als unserer Zeit gegeben ist. Die um die Jahrhundertwende nur noch im heimatlichen Raum lebende

hessische Dichtung war nach innen gewendet; sie lebte von der Gewißheit, daß die Ordnung einer Landschaft gebildet wird durch das Musikalische, das Melodische, das inmitten der Landschaft von Ding zu Ding wandert, hier die Wege der Erinnerungen begehbar macht und von Mensch zu Mensch die Erfahrung trägt, daß in allen Dingen ein Lied wohnt.

Diese Landschaft, deren Bäche allesamt der Fulda zugeordnet sind, hat den Menschon dieser sechs Dörfer in allen Zeitläuften den Reichtum heimatlicher Liebe und Weisheit geschenkt. Immer hat der Klang der Kirchenglocken das Land festlicher gemacht. Wenn der Nachtwächter im Stundenruf die Güte des Schöpfers lobte, an den Feierabenden stieg im Lied und der Freude unter den Menschen das ihnen Gerneinsame auf:

Klinge, 0 Lied,

vom wogenden Korne, vom flamrnenden Mohn und vom duftenden Klee,

güldene Kron'

aus verschwiegenem Borne, ewiges Singen

vom Glück und vom Weh.

Es ist so, die alten Feldwege und die ältesten Häuser sind die treuesten Freunde geworden, ihr Gesicht hat es der Zeit offenbart und der Geist für die Schauenden bewahrt.

Bei der Fassung der Bildtexte habe ich die Geschichte des Dorfes Ihringshausen von dem verstorbenen Ehrenbürgermeister Johannes BickeI und die Chronik der Liedertafel 1844, geführt von ihrern Chronisten August Heller, heranziehen dürfen, Herr Emil Krug war mir ein umsichtiger Mitarbeiter; ich danke ihm, dem Zeichner alter Winkel und Häuser, auch dafür, daß er durch Hergabe seiner Zeichnungen langst Verschwundenes vor unserer Erinnerung wieder lebendig gemacht hat. Besonderen Dank Herrn Willy Pötter, Rothwesten, der sich auch um das Bildmaterial bemühte, Anregungen gab und sich bei der Bildgestaltung hervorragend bewährte, Herzlichen Dank allen Fuldatalern, die ihre alten Fotos hervorgeholt und diesen nun sprechenden Bildband möglich gemacht haben.

Oskar Schade

1. Die Veckerhagenerstraße mit Kirche in Ihringshausen um 1905. Die Dorfstraße, später Casseler-, dann Veckerhagenerstraße genannt, führt Iängs durch den Ort. Vorn links ist die Bäckerei Kling zu sehen, hinter ihr das Bauernhaus August Arend, das heute nicht mehr steht. Rechts blieken wir auf das Bauernhaus DUo Heltwig. Die junge Linde vor diesem Hause hat inzwischen eine machtige Krone emporgetragen; sie hat Generationen überdauert. Die flinf Eichen vorn an der Straße mussten um 1910 weichen; sie sind hier letzte Zeugen der einstmals landgräflichen Allee.

2. Der Bahnhof Ihringshausen um 1900; seit 1856, damals noch am südlichen Dorfrand gelegen, war er nun zum anderen 'Mittelpunkt' geworden. Am 11. August 1856 fuhr hier der erste Zug. Keiner fehlte bei diesern Ereignis, sodaß das Dorf 'leer' war und eine Wöchnerin, allein gelassen, ihr Kind ohne Hebamme zur Welt brtngen mußte. Die beiden Eichbäume sind auch hier die letzten Zeugen jener Allee, die vom Landgrafen Wilhelm IX., dern spateren Kurfürsten Wilhelm 1., um 1795 gebaut wurde. Von Kassel bis Ihringshausen säumten Eichen, von Ihringshausen an Buchen die zum Reinhardswald führende, immer belebte Landstraße. Im Hintergrund ist das Gasthaus Albert Eberhardt zu sehen.

3. Das Haus der Familie Becker - "Mclchers' - vor der Kirche in Ihringshausen, Ein Gustav Becker heiratete die Auguste Krug im Jahre 1910 aus dem Loth's Hof. Der Ahnvater der Becker, Melchior Becker, kam 1770 von Kirchbauna; er heiratete die Anna Rühl. 1878 erwarben die Beekers noch den Hof Wilhelmstraße 3, jetzt Ihringstraße. Gustav Becker, als Soldat auf Urlaub, erkrankte während der Grippeepedemic und starb am 6. Dezember 1918, einen Tag nach dem Tod seiner ältesten Tochter. Am 6. Dezember 1944 wurde der Hof durch Bomben völlig zerstört, drei Personen, darunter auch Witwe Auguste Becker, kamen ums Leben. Der Hof, der schon um 1925 aufgelöst worden war, eine Drogerie im Haus hatte, wurde nicht wieder aufgebaut.

4. Die evangelische Kirche zu Ihringshausen um 1910; sie wurde 1737 an der Stelle einer baufälligen Kirche erbaut. Es handelt sich um eine cinschiffige Barockkirche mit polygonalem Chorschluß. Da ihre Längsachse von Süden nach Norden gerichtet ist, steht sie wohl nicht auf den mittelalterlichen Grundmauern. Als einziger Rest des spätgotischen Baues hatte sich, auf der West-Aussenseite vermauert, die verwitterte Skulptur eines menschlichen Kopfes erhalten, die entweder als Konsole oder als Schlußstein eines Gewölbes gedient haben muß. Die Kirche wurde 1964 unter Beachtung ihres klaren Barockstiles umgebaut und vergrößert. Links von der Kirche der alte Friedhof.

5. Das alte 'Grebcnhaus' in Ihringshausen um 1880. Dieses Haus, östlich vor der Kirche gelegen, wurde 1685 erbaut. Es war Gemeindeeigentum, hatte eine Lehrerwohnung und wurde bis um 1830 als Schule benutzt. Um diese Zeit war die neue Schule gegenüber - heute Geschäftshaus Riohard Ullrich, 'Kiehls in der alten Schule' genannt - gebaut worden. Der aus Rothwesten stammende Schreiner Heinrich Grebe kaufte um 1840 das alte Schulhaus, nun 'Grebenhaus'. Er wollte um 1886 dieses Haus abreißen und neu bauen. Bürgermeister Martin Höhmann wußte dies zu verhindern; das alte Grebenhaus wurde 1887 abgerissen, der Platz vor der Kirche blieb frei.

6. Gastwirtschaft 'Zur Krone' in Ihringshausen um 1905. Hier stand bis 1894 der 'Märtens Hor, ein Hof von einhundert Morgen, geführt von der Familie Höhmann. Zwei Männer dieser Familie sind zu nennen: Johann Höhmann, der Vater und Martin, der Sohn. Beide waren angesehene Bürgermeister von 1870 bis 1883 und von 1883 bis 1893. Als der Hof 1894 abbrannte, kaufte Melchior Krug diesen Teil des Anwesens und baute die Gastwirtschaft 'Zur Krone', heute betrieben von seinem Enkel Willi Krug. Der Wirtschaftsgarten war an Sommerabenden gut besucht; Freunde und Nachbarn trafen sich beim Bier. Es war eine gesellige Zeit damals. In 1919/1920 fanden hier vor der 'Krone ' die ersten politischen Versammlungen statt.

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7. Die 'Damrnen-Ecke' in Ihringshausen um 1890. Schon 1746 wurde hier eine Gemeindeschenke von der Familie Ullrich betrieben. Um 1880 war es ein Heinrich Ullrich, der alte 'Prabs'. Er pflegte seine Schuldner, wenn die Tafel neue Striche nicht mehr zuließ, zu mahnen: 'Bezahl deinen alten Prabs, erst bekommst du nichts!' Hier war immer reger Betrieb beim 'Kännchen un nen Wecke'. Auch die Dorfjugend war dabei; bis der Gendarm kam, war man durch das niedrige Fenster im Hinterzimmer entwischt. Als die Wirtschaft um 1903 über die Straße in die neue Ullrichsche Wirtschaft verlegt wurde, blieb die 'Dammenecke' in aller Erinnerung. Links Haus Bader, jetzt Bäckerei Wiedemann. Zeichnung von Emil Krug,

8. Die alte Kirchstraße in Ihringshausen um 1870. Diese Straße 'hinter der Kirche' hatte ihr Gepräge durch das Backhaus mit den Arrestzellen, Täglich wurde hier im Backhaus, das links an der Straße lag, Brot und Kuchen gebacken, und zwar in fünf, oft in sechs Schichten. Wer 'zum ersten' backte, mußte früh um 4 Uhr Feuer 'anmachen'. So gab sich das ganze Dorf hier ein Stelldichein. Die ArrestzeIlen waren gelegentlich 'belegt'. Gegenüber das Haus der alten Schmiede Göbel, ein Anbau mit steilern Dach. Eine Zeichnung von Emil Krug nach verloren gegangenen Unterlagen. Das Backhaus wurde 1943 durch Bomben völlig zerstört.

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