Gadebusch in alten Ansichten Band 2

Gadebusch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Horst Stutz
Gemeente
:   Gadebusch
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6689-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gadebusch in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Die Bände 'Cadcbusch in alten Ansichten' (Erstauflage 1993) und 'Gadebusch und Rehna in alten Ansichten' (1996 erschienen) umfassten den Zeitraum von etwa 1880 bis um 193 O. Der nun vorliegende Band wird Bilder aus der Zeit von 1920 bis ca. 1970 enthalten.

Gadebusch liegt im 1994 gebildeten Kreis Nordwestmecklenburg und war von 1952 bis zu diesem [ahr Kreisstadt des Landkreises Gadebusch. Die anmutige Lage im Westmecklenburger Seen- und Hügelland wird immer wieder gerühmt. Funde auf dem G üstower Werder und beim Bau der neuen Trasse der B 1 04 als Umgehungsstraße belegen, dass das Gebiet der heutigen Stadt schon früh besiedelt war. Zwar wird alle Vierteljahrhundert das Jubiläum von Gadebusch gefeiert, da 1225 der Ort Godebuz wichtige Rechte erhielt, aber die Anlage der Siedlung ist viel früher anzusetzen. Gadebusch gilt als eine der ältesten Städte in Mecklenburg.Vom 13. bis zumAnfang des 17 .Iahrhunderts war die Stadt öfter Residenz mecklenburgischer Fürsten und ihrer Verwandten. Vor dem Dreißigjährigen Krieg hatte Gadebusch etwa 1 000 Einwohner. Durch Kriege, Epidemien und Stadtbrände kam es zu einem Niedergang der städtischen Entwicklung. Die Bevölkerungszahl ging zurück und erreichte erst Anfang des 19. Jahrhunderts wieder etwa den gleichen Wert. Die Versorgung der Adelsfamilien auf der Burg und dem späteren Schloss (1570-1573 erbaut), der Bürger von Gadebusch und Dorfbewohnern der Umgebung war Aufgabe der Handwerkerschaft. Der Anteil der Handwerker an allen Berufstätigen ging im 19. Jahrhundert zurück. Ursache dafür war die beginnende bescheidene Industrialisierung, aber auch der Verlust von

Ämtern. Gadebusch wurde immer mehr Ackerbürgerstadt. Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts kam - viel zu spät - der Bahnanschluss. Einige Kleinbetriebe entstanden.

Die Entwicklung in der Zeit von 1920 bis etwa 1970 ist unterschiedlich. Das zeigen auch die Einwohnerzahlen. 1919 hatte die Stadt 2 367 Einwohner. Nach zwanzig [ahren, vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wohnten in Gadebusch 2 674 Bürger. Am 15. Juli 1945 waren (in der offiziellen Schreibweise) 2 765 'Einheimische' in der Stadt. Am Ende des [ahres lebten in Gadebusch 4 310 Einwohner. Damit wurde durch die 'Umsiedlet ' (Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten) die Einwohnerzahl um fast 1 500 erhöht. 1970, am Ende des in diesem Buch dargestellten Zeitabschnittes, waren in der Stadt 6707 Einwohner registriert. In der Zeit von 1919 bis 1939 verlor die Stadt weitere Dienststellen. Ihre zentrale Funktion wurde geschwächt. Vor Beginn des Zweiten Weltkrieges waren in Gadebusch noch drei Einrichtungen von überörtlicher Bedeutung: das Amtsgericht, das Staatliche Forstamt und die Sparkasse. Die Kleinbetriebe in Gadebusch waren meist von der Landwirtschaft abhängig. 1939 wurden als Industriebetriebe bezeichnet: 1. die Dampfmühle von Mirow & Sohn; 2. die Motormühle; 3. eine Sägerei; 4. die Goldleistenfabrik in Bendhof und 5. die Maschinenfabrik von Otto Witte und von Zahn. Bendhof gehörte damals zu Gadebusch. Es zählte 44 Einwohner. Zum Stadtgebiet zählten 1939 außerdem Reinhardtsdorf (52 Ew.) und ein Teil von Buchholz(7 Ew.).

Im Zweiten Weltkrieg kamen sogenannte Bombenflüchtlinge nach Gadebusch. Für sie entstanden barackenähnliche Wohnun-

gen am Weg, der später den Namen 'Am Stadtwald' erhielt. Am 2. Mai 1945 besetzten Amerikaner die Stadt, die vertragsgemäß von den Briten und ab 2. Juli 1945 von der Roten Armee abgelöst wurden. Im Sommer 1945 wurde Iarmstorf eingemeindet. Dieser Ortsteil war schon seitjahrzehnten mit Gadebusch durch gemeinsame Nutzung von Einrichtungen verbunden. Am 5. Juli 1950 kamen die umliegenden Dörfer Amtsbauhof, Möllin, Wakenstädt, Buchholz und Güstow, 1963 Klein Hundorf und Stresdorf und 1970 Ganzow hinzu. 1945 wurden Betriebe gegründet. So entstand das Nährmittelwerk und eine Schuhfabrik nahm die Produktion auf. Beide Betriebe wurden nach 1989 geschlossen. Ein Baubetrieb wurde gebildet, aus dem später der VEB Hochbau hervor ging.

1952 war ein entscheidendes [ahr in der Entwicklung der Stadt. Im Sommer wurde Gadebusch Kreisstadt eines Gebietes im Nordwesten des damals gebildeten Bezirks Schwerin. Eine eiligst errichtete Barackensiedlung und das ehemalige Schützenhaus wurden Sitz der Kreisverwaltung. Die ersten Neubauten nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden 1954 in der späteren Schillerstraße. In der Zeit von 1919 bis 1945 waren 268, von 1953 bis 1971 rund 850Wohnungen neu in Gadebusch gebaut. 1955 erhielt der letzte Ortsteil von Gadebusch - Reinhardtsdorf - elektrisches Licht. Schulen wurden erweitert und neu gebaut. Begann der Unterricht der Erweiterten Oberschule 1953 auf dem Schlossberg in einer Holzbaracke, so wurde dort, zum Teil durch Schüler selbst, ein Erweiterungsbau mit einer Aula 1965 errichtet. Die Pestalozzischule entstand 1961, 1969 die Salvador-AllendeSchule.

Ansichtskarten aus der Zeit vor 1935 sind in den beiden Vorgängerbänden dieser Reihe zahlreicher reproduziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie erst ab den fünfziger [ahren wieder für Gadebusch hergestellt. In diesem Band sind in der Gliederung zuerst Fotos und Ansichtskarten aus der Zeit um 1920 bis 1945 aufgenommen. Danach wurde versucht mit Gegenüberstellungen von Bildern aus den zwanziger und dreißiger [ahren mit denselben Motiven oder Themen aus der Zeit nach 1945 zu vergleichen. Im dritten Teil sind Aufnahmen aus den sechziger [ahren enthalten. Der Betrachter des Buches wird bei dieser Zeitreise die eine oder andere nostalgische (oder ' ostalgischc' ?) Empfindung haben. Gleich wie - jede Generation hat versucht, das Stadtbild zu prägen.

1. Die Luftbildaufnahme stammt aus dem Anfang der dreißiger Jahre. Sie zeigt den Altstadtkern und das damalige Dorf]armstorf, das ohne sichtbare Grenze an Gadebusch jenseits der Radegast sich anschloss. Die Karte wurde 1938 nach Berlin abgesandt mit dem handschriftlichen Hinweis auf das pfarrhaus.

2. Im [ahre 1925 war die Siebenjahrhundertfeier der Stadt. Der Festumzug ist hier auf dem Schustermarkt (seit 1945 Platz der Freiheit). Rechts im Bild ist das Fachwerkhaus , das 1928 für den Neubau der Sparkasse weichen musste.

3. Aus Anlass der Feier zum 700-jährigen Bestehen von Gadebusch wurde auf dem damals freien Brakelberg der Gedenkstein errichtet. Der Findling wurde von der Breesener Feldmark von Fuhrleuten mit einem Gespann von vier pferden gezogen zum Güterbahnhof gebracht. Von dort wurde der Stein weiter auf der Bahnstrecke auf einer Lore transportiert und dann mit Flaschenzügen auf den jetzigen Standort gehievt.

4. Höhepunkt war jedes [ahr der Königsschuss beim Schützenfest. Girlanden schmückten das Rathaus, hier zum Fest der Schützenzunft 1929.

S. Auch diese Ansichtskarte zeigt das Treiben während eines Schützenfestes in den zwanziger [ahren. In dieser Zeit waren alle Erwachsenen wohl 'behütet'. Das dritte Haus auf der rechten Seite (Steinstraße 6) wurde 192 5 12 6 umgebaut (heute Drogerie Durhack) . Im hinteren Teil des Hauses befand sich ein Versammlungsraum der Juden.

6. Ein anderer 'Schrnuck' verunzierte das Rathaus anlässlich der sogenannten Volksabstimmung im November 1933. Auch in der Kleinstadt Gadebusch begann einige Zeit später mit der verordneten Anlage einer '[udenkartci' 1935 die Diskriminierung der Juden. Von den fünf in der Stadt noch wohnenden [uden verließen bis aufFrau Martha Iahn alle bis zum Kriegsausbruch Gadebusch. Frau Sara Iahn (so der angeordnete Vorname nun) wurde 1944 nach Theresienstadt deportiert.

7. Einige Zeit später wurde dieses Foto aufgenommen. Auf der linken Seite ist die damals gepflanzte 'HitlerEiche' zu sehen. Sie wurde mit Kriegsende beseitigt.

8. DerTreppenaufgang zum Kirchplatz wurde als 'die Trallen' oder ' die Tritten' bezeichnet. Die Ansichtskarte ist 1937 geschrieben worden.

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