Gadebusch und Rehna in alten Ansichten

Gadebusch und Rehna in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Stutz
Gemeente
:   Gadebusch und Rehna
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6299-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gadebusch und Rehna in alten Ansichten'

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Einleitung

Gadebusch und Rehna sind Kleinstädte im heutigen Kreis Nordwestmecklenburg. Sie liegen an der Radegast, einem kleinen Nebenfluß der Stepenitz, die über die Trave in die Ostsee entwässert. Die umgebende Landschaft ist das Westmecklenburger Seen- und Hügelland. In der Eiszeit haben Gletscher das heutige Radegasttal ausgeschürft. Dieses Tal wurde bei der Anlage der Handelswege genutzt. Im Mittelalter war die Verbindung von der Hansametropole Lubeek nach Schwerin, die beide Städte berührte, von Bedeutung für die Entwicklung beider Siedlungen.

Rehna entwickelte sich aus einem deutschen Kolonistendorf, wahrscheinlich um 1160 angelegt, zu einem Ort, dessen Entwicklung jahrhundertelang maßgeblich durch das zwischen 1230 und 1236 entstandene Nonnenkloster bestimmt wird. Die Beziehungen des Klosters zu Lübeck waren besonders eng. Wohlhabende Bürger dieser Stadt ließen ihreTöchter erziehen und machten zahlreiche Geldzuwendungen. 1362 wird Rehna erstmals im Sinne einer Stadt urkundlich erwähnt. Bis 1791 ist jedoch Rehna amtssässig, das heißt sie stand unter landesherrlicher Verwaltung. Als Amtssitz hatte Rehna Bedeutung für das umgebende Gebiet, nachdem das Kloster 1552 aufgelöst wurde. 1819 wird das Amt Rehna mit dem von Gadebusch vereinigt. Im 18. Iahrhundert noch wird etwa ein Drittel der Stadtf1äche von Gebäuden, Ländereien und Gewässern eingenommen, die zum Amte gehören. Die Stadtfeldmark war immer von geringer Bedeutung. So entwickelt sich das Handwerk stärker als in manchen vergleichbaren westmecklenburgischen Städten. Tuchmacher, Schneider und vor allem Schuhmacher bestimmten das wirtschaftliche Leben. Rehna wurde zur 'Schusterstadt'. Ieder 10. männliche Einwohner war um 1850 ein Schuhmacher. In der ersten Hälfte des 19. Iahrhunderrs gab es einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das dokumentieren auch deutlich die Einwohnerzahlen

beider Städte im Vergleich. Bis ins 18. Jahrhundert war Gadebusch die größere Stadt. Rehna zählt von 18 19 bis 1871 mehr Einwohner als das 11 km entfernte Gadebusch.

Das Handwerk geriet immer mehr unter den Konkurrenzdruck der sich entwickelnden Industrie. Hinzu kommt derVerlust von Verwaltungsfunktionen. Von 1830 bis 1900 war die durchschnittliche Bevölkerungszunahme der Städte Mecklenburgs fast 90 Prozent. Rehna lag unter allen mecklenburgischen Städten mit -17 Prozent an letzter Stelle. Drei kleine Textilbetriebe hielten sich bis in die jüngste Zeit. Hinzu kamen eine Getreidemühle, eine Molkerei und eine Holzwarenfabrik. Nach 1945 wurde ein lederverarbeitendes Werk gegründet, das jahrzehntelang ein bedeutender Betrieb der Stadt war.

Durch Flüchtlingsströme aus ehemals deutschen Gebieten wuchs die Einwohnerzahl Rehnas nach dem Zweiten Weltktieg fast um das Doppelte. Ende 1945 lebten in der Stadt etwa 3 600 Bürger. Die Eingemeindungen von Löwitz und Falkenhagen vergrößerten zeitweise das städtische Territorium. Heute zählt Rehna etwa 2 800 Einwohner.

Das Stadtbild von Rehna wird, bedingt durch seine historische Entwicklung, beherrscht von den einstigen Klosteranlagen und Fachwerkbauten, die zum Teil von Handwerksmeistern errichtet wurden. Der Anger, der einst im 12. und 13. Jahrhundert Zentrum der Siedlung war, ist noch heute im Stadtbild erkennbar.

Die Fachwerkbauten in der Rehnaer Altstadt sind auffällig. Um 1970 gab es neben Rehna nur noch zehn Städte in Mecklenburg, die zahlreiche Häuser in dieser Bauart aufwiesen. Fast alle sind mit der Traufseite zur Straße gewandt. Oft noch schmücken dekorativ gestaltete Türen diese Häuser. 53 handwerklich so hergestellte Haustüren wurden im November 1970 gezählt. Viele sind in jüngster Zeit restauriert.

Nach 1945 entstanden Neubaugebiete im Südteil der Stadt, später auf

dem sogenannten Krug, der bereits im 3. Iahrzehnr des 19. Iahrhunderts Baugebiet werden sollte.

Die Fotos der Altstadt zeigen Motive der Straßen mit den Fachwerkhäusern. Ergänzend dazu sind Bilder ausgewählt aus der Umgebung der Stadt von Orten, die durch Rehnaer Bürger aufWanderungenleicht erreichbar waren.

Eine andere Entwicklung als Rehna nahm die Stadt Gadebusch. Sie gilt als eine der ältesten Städte Mecklenburgs. Schon in der Slawenzeit war hier ein Zentrum. Davon zeugen Ausgrabungen und Funde auf dem Schloßberg, dem einstigen Burgwal!. Der Name Godebuz, 1154 urkundlich erstmals genannt, gilt zunächst für ein Gebiet. Die Siedlung gleichen Namens erhält 1225 wichtige Stadtrechte. Die deutsche Burg, anstelle der zerstörten slawischen Anlage errichtet, ist vom 13. Iahrhundert an Residenz mecklenburgischer Fürsten. Vier Jahrhunderte hindurch war die Burg, später das 1570-73 erbaute Schloß, Sitz mecklenburgischer Herzöge und ihrer Verwandten. Die Versorgung der adligen Familien auf dem Schloß und der Bürger der Stadt und ihrer Urngebung sowie der Durchgangshandel waren von Bedeutung. Im Gegensatz zu Rehna spielte das Handwerk nicht so eine beherrschende Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt. Hier und in den benachbarten heute eingemeindeten Dörfern waren es Ackerbürger, die auch die bauliche Gestaltung des Stadtbildes bestimmten. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts stärkte die Zusammenlegung des Amtes Rehna mit dem von Gadebusch die Verwaltungsfunktionen der Stadt. [edoch wurden nach und nach immer mehr Amtsaufgaben in andere Orte verlagert. Der Bahnanschluß und die bescheidene Industrialisierung kamen relativ spät. Nur einige Kleinbetriebe gab es in der Stadt.

Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Gebieren jenseits von Oder

und Neille, Eingemeindungen von sieben Dörfern und die Erhebung von Gadebusch zur Kreisstadt 1952 ließen die Bevölkerungszahl stark steigen. Harte die Stadt vor 1939 rund 2 500, so waren es in den siebziger Jahren fast 8 000 Einwohner. Die Nachkriegszeit ist in ihren folgenden Jahrzehnten geprägt von einer regen Bautätigkeit, bedingt auch dadurch, daß das Baugewerbe der dominierende Wirtschaftszweig wurde. Nach der Wende 1989 hielt die Bauwirtschaft diese Stelle. Andere Betriebe gingen in Konkurs (Nährmittelwerk, Schuhfabrik, Großbäckerei). 1994 verlor Gadebusch seine Kreisstadtfunktion. Seit den achtziger [ahren geht die Einwohnerzahl ständig zurück. Gegenwärtig wohnen in der Stadt etwa 6 500 Bürger.

Im Gegensatz zu Rehna ist die bauliche Ausgestaltung der Stadt Gadebusch, auch bedingt durch die anders verlaufende historische Entwieklung. Das Backsteinrot in den Altstadtstraßen überwiegt. An den Hinterseiten der Häuser ist oft noch das alte Fachwerk erhalten. Die Straßenfassaden wurden Ende des 19., Anfang des 20. Iahrhunderts häufig verändert. Während in Rehna das ehemalige Klosterensemble beherrschend wirkt, ist es in Gadebusch das 'Ansichtskartenmottv' der Markt mit dem Rathaus und die daliinter befindliche Kirche. Das Schloß liegt, obwohl im Stadtzentrum, etwas abseits, von Touristen erst durch Hinweisschilder entdeckt. Die Zeit, aus der die Gadebuscher Ansichten in diesem Buch stammen, ist die von erwa 1890 bis 1930. Außerdem wurden Motive aus der Gadebuscher und Rehnaer Umgebung einbezogen. Der Betrachter der alten Fotos wird somit Bilder sehen, die aus vielen Gebieten des ehemaligen Kreises Gadebusch stammen.

I Farblithographien sind typisch für die Ansichtskarte um 1900. Das Hotel 'Stadt Hamburg' wurde kurz vorher errichtet. Das Schützenhaus war geselligerTreffpunkt und für die Schützenzunft das Vereinslokal.

2 Beliebt in den ersten Iahrzehnten waren kolorierte Ansichtskarten. Die Vorlagen waren häufig Motive in Schwarz-Weiß, die auch bereits als 'Postkarteri' dienten. Immer wieder wurde das bekannteste Gadebuscher Ansichtskartenbild - Markt mit Kirche und Rathans - benutzt. Das Schloß wurde damals meist von der Stadtseite aus fotografiert. Interessant ist die Totalansicht von einem wenig bekannten Standort aus.

3 In einer Serie wurden vom Gadebuscher Fotografenatelier Otto Wulff dreigeteilte kolorierte Karten in den ersten [ahrzehnten dieses [ahrhunderts herausgegeben. Die Ansichten zeigen die beliebtesten Motive 'Burgsee mit Blick auf die Schule und Kirche' , 'Bahnhofstraße' (Neubaugebiet zu dieser Zeit) mit dem Kriegerdenkmal und der 'Markt mit Rathaus und Kirche',

Gadebusch i. M.

4 Die zweite Karte aus der Serie von Otto Wulff zeigt den Burgsee, das Schützenhaus und den Bisrnarckstein. Zur Kaiserzeit waren Ehrungen des einstigen Reichskanzlers in vielen deutschen Gemeinden üblich. Die Bildnisplakette 'TUIde nach 1945 entfernt. Das Schützenhaus war in der Nachkriegszeit zeitweise Behördensitz des einstigen Rates des Kreises bis 1994.

GADEBUSCH i. M. Gesamtansicht

5 Links: 'So sieht Gadebusch von der Landseite aus, es ist aber nicht geschmeichelt und in Wirklichkeit netter.' Das schrieb der Absender am 28. November 1919 auf der Rückseite. Die Ansicht zeigt Gadebusch vom einstigen DorfJarmstorf aus. Schloß, der Schornstein der damaligen Lederfabrik und die Kirche ragen heraus.

Gade6usch 11M.

Rechts: Die 1928 abgeschickte Karte zeigt ein Motiv, das sich auch heute noch so darbietet. Das Bild wurde vom Fotografen wohl von der Brücke über die Radegast aufgenommen.

6 Der Marktplatz ist hier kurz vor dem Ersten Weltkrieg abgebildet. Rechts ist die Apotheke zu sehen, die damals rnit einem großen Balkon versehen war.

GRU5S aus GADEBUSCH i. M.'

Marktplatz

7 Am 28. November 1919 richtete der Absender diese Karte an einem Empfánger in Schwerin. Zu dieser Zeit war die Bezeichnung 'Großherzogliches Arnt' nicht mehr zutreffend, da der Großherzog bereits abgedarikt harte. Das Schloß beherbergte das Amtsgericht noch einige [ahrzehnte. In der Nachkriegszeit wurde es Internat der Erweiterten Oberschule.

Gadebusch. i. Meckl. Schloß, Großh. Am; u. Amisgericht

8 Die Steinstraße erhielt diesen Namen, weil sie die erste befestigte Straße in Gadebusch war. Die heutige Sparkasse entstand an der Stelle des Fachwerkhauses rechts vorne, das 1928 abgerissen wurde, Die Post war 1889 fertiggestelt worden. Die Aufnahme ist aus der Zeit um 1920.

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