Gardelegen in alten Ansichten

Gardelegen in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Flick
Gemeente
:   Gardelegen
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5293-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gardelegen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Gardelegen ist als eine schöne Kleinstadt in der Altmark bekannt. Sie wird auch als Perle der Altmark bezeichnet.

Vor allem durch den Hopfenanbau und durch das Bierbrauen erlangten die fleißigen Bürger dieser Stadt sehr früh Wohlstand und ein hohes Ansehen. Im Jahre 1196 wurde dieser Ort erstmals als Stadt urkundlich erwähnt. Die Siedlungsgeschichte von Gardelegen geht viel weiter zurück. Zum Schutz der Handelswege von Magdeburg nach Hamburg und von Stendal nach Braunschweig wurden an einer Furth durch die Milde und den Lausebach die Burg und die Siedlung Gardelegen angelegt.

Der Städtename wird von seiner Herkunft verschieden interpretiert. Von 'Garda Legionam' über 'Gartenleben' bis 'Gardolfleben' werden unterschiedliche Auslegungen und Geschichten in der Literatur angeboten. Die Erklärung des Stadtwappens ist dagegen eindeutig. Es zeigt auf der linken Seite den halben roten askanischen Adler und auf der rechten Seite Hopfenstangen. Somit ist die Zuordnung zum preußisch-brandenburgischen Staatsgebilde und der frühe Hopfenanbau erkennbar. Die ersten nachgewiesenen Siegel stammen aus den Jahren 1309bzw.1327.

Der Hopfen, der im Wappen seinen Niederschlag fand, wurde zum brauen des berühmten 'Garley'-Bieres verwendet. Vom Markgrafen Waldemar dem Großen erhielt Gardelegen bereits 1314 das Mälzrecht verliehen. Im 17. Jahrhundert soll der Hopfenanbau in seiner höchsten Blüte gestanden haben. Etwa in zweihundert Dörfern um Gardelegen herum hat der Hopfenanbau

den Menschen Brot und Arbeit gegeben. In der Stadt wurde der Hopfen auf den hoch gezogenen Dachböden getrocknet und zum Bierbrauen mit Malz zu einem köstlichen Bier verarbeitet. Vor dem Dreißigjährigen Krieg soll es in Gardelegen etwa 250 Brauereien gegeben haben. Um das Jahr 1900 gab es noch vier Brauereien. Das waren die Pengelsche Brauerei, das Bürgerliche Brauhaus, die Weißbierbrauerei von Paasche und die Brauerei der Gebrüder Haase. Heute besteht nur noch die 'Garley-Brauerei' als die Nachfolgerin der HaaseBrauerei.

Durch den Hopfenanbau und das Bierbrauen hatte die Stadt auch erhebliche Einnahmen. Der Reichtum der Bürger und ihrer Stadt ist auch an den prächtigen Bauwerken zu erkennen. Sowohl die St.-Marien- und St.Nikolai-Kirche als auch das schöne Rathaus und die vielen großen Bürgerhäuser zeugten vom Wohlstand der Bürger. Leider sind diese Gebäude mehrfach Opfer der Flammen geworden. Die Ursachen lagen vor allem beim Hopfen- oder Malzdarren bei offenem Feuer. So brannte die Stadt zwischen 1240 bis 1685 siebenmal ab. Dem unermüdlichen Aufbauwillen verdanken wir noch heute die vielen Renaissance- und Barockgiebel entlang den Straßen der Stadt.

Vor den Räubern und Wegelagerern wußte man sich mit einer Stadtmauer und drei Stadttoren zu schützen. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest haben davor nicht halt gemacht. Die Pest von 1598 forderte 1 167 Opfer und im Jahr 1607 waren es über 1 800 Tote. Als dann 1627 im Dreißigjährigen Krieg die Truppen Pappenheims die

Stadt heimsuchten und ihr über 90 000 Taler abpreßten ging die Zahl der bewohnten Häuser immer weiter zurück.

Von den altmärkischen Städten hat Gardelegen am meisten gelitten. Von 478 Wohnhäusern im Jahre 1567 waren 16 Jahre nach Kriegsende 1664 nur noch 151 vorhanden. 1704 waren aber schon wieder 433 Häuser bewohnt.

Die Stadt erholte sich recht schnell durch den sprichwörtlichen Fleiß ihrer Bürger. Sie wollten immer etwas besonderes sein und wurden so zur Zielscheibe eines in der Altmark bekannten Spottliedes. Ihnen wurde nachgesagt: 'De Gardeleger wullen Junker sin ... ' Das bedeutete nichts anderes, daß es sich die Bürger nicht nehmen ließen ihre Söhne an den berühmten Hochschulen Deutschlands ausbilden zu lassen. Sie konnten es sich eben leisten. Mit der Knaben-Lateinschule die bereits 1340 nachgewiesen wurde, legte man einen guten Grundstein. Dies wiederum brachte der Stadt viele angesehene Magister und Persönlichkeiten, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt waren.

Als eifriger Schüler Luthers in Wittenberg wurde Bartholomäus Rieseberg bekannt, der am 11. November 1539 die Reformation in der Marienkirche predigte. In Gardelegen geboren wurde 1752 Christoph August Tiedge. Er war mit Goethe, Schiller, Beethoven, Gleim und anderen Persönlichkeiten seiner Zeit bekannt. Er schuf die 'Urania' als sein wichtigstes Werk.

Im Jahre 1767 wurde Jacob Wilhelm Bornemann in Gardelegen geboren. Er ist uns noch heute durch das Lied 'Irn Wald und auf der Heide ... ' wohl vertraut. Weniger be-

kannt ist der Jurist, Politiker und Volkskundler Ludolf Parisius, der 1821 in Gardelegen das Licht der Welt erblickte. Er überlieferte uns eine umfangreiche Liedersammlung der Altmark und eine Reihe von sehr schönen Büchern, die sich mit dem Leben der Menschen hier beschäftigte. Über die Grenzen Deutschlands hinaus wurde Otto Reutter, geborener Pfützenreuter, mit seinen Couplets bekannt. Er wurde am 24. April 1870 in Gardelegen geboren und ist auch hier auf dem städtischen Friedhof 1931 mit großem Gefolge beerdigt worden.

Gardelegen war auch als Garnisonsstadt über viele Jahrzehnte hinaus bekannt geworden. Zuerst ab 1715 durch das Regiment Nummer 27 'Prinz Leopold', dann ab 1860 durch einige Schwadronen des Rheinischen Dragoner Regimentes Nr. 5 und ab 1866 zogen dann die Ulanen in die Bürgerquartiere der Stadt. Diese später als 'Ulanen Regiment Hermigs von Treffenfeld' (Altmärkisches) Nr. 16 benannte Einheit wurde 1918 aufgelöst. Ab 1936 wurden in und um Gardelegen neue Einheiten der Wehrmacht, der Luftwaffe und auch der Fallschirmspringer untergebracht und für den Zweiten Weltkrieg vorbereitet.

Die industrielle Entwicklung in Gardelegen war sehr schwach. Durch die im Jahre 1841 gegründete Knopfindustrie gab es einige hundert Arbeitsplätze, vor allern für Heimarbelt. Der Hopfenanbau ging in den dreißiger Jahren zurück und Gardelegen war irn wesentlichen eine kleine Ackerbürgerstadt mit eigenen Reizen und Annehmlichkeiten der Ruhe und Beschaulichkeit.

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1. Eine Stadtansicht von Gardelegen. Um die lahrhundertwende war Gardelegen eine Ackerbürgerstadt mit ihren besonderen Reizen, die in der Beschaulichkeit des Stadtlebens seiner Bürger lag. Durch viel Fleiß und Redlichkeit wurde das tägliche Leben gerneistert. Im Vordergrund sehen wir die Milde, ein kleiner Fluß an dessen Fuhrt vermutlich die Stadt im frühen Mittelalter angelegt wurde.

2. Luftbildaufnahme von der Stadt. Sehr gut sind das schöne Rathaus und der dreieckige Rathausplatz zu erkennen. Das Rathaus wurde erstmals 1241 urkundlich als Kauf- und Schauhaus erwähnt. Es ist mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Im Hintergrund ist der grüne Ring mit den über einhundertjährigen Linden zu erkennen, die den alten Stadtkern umschließen.

3. Das alte, schmucklose Rathaus mitten in der Stadt. Warscheinlich älteste Aufnahme die von Karl Backhausen angefertigt wurde. Der links sichtbare Querbau trägt den großen Schornstein der Küche, in der für große Hochzeiten und andere Feiern, die Speisen zubereitet wurden. In den darunter gelegenen zugemauerten Lauben befanden sich die Wache und das Arrestlokal der Garnison. Rechts im Querbau war die Weinhandlung Schulz und Co. eingemietet.

~ar.delegen

~Iarktplatz und Kai er Wilhelm Denkmal

4. Aus Anlaß des einhundertsten Geburtstages Kaisers Wilhelm I. wollte die Stadt ihm ein Denkmal errichten. Am 22. März 1897 legte man den Grundstein und am 2. September des gleichen Jahres, im Rahmen der Festlichkeiten zum Sedanstag, wurde das Kaiser-Wilhelm-Denkmal eingeweiht, Der Entwurf für das Denkmal wurde durch Prof. Wefing aus Berlin gestaltet. Für die Ausführung spendeten die Gardelegener Bürger über 5 000 Mark.

5. Das 'Neue' alte Rathaus nach seiner Wiederherstellung. Nach den Plänen von Prof. Otto Stiehl aus Berlin Steglitz wurde das Rathaus in den Jahren 1914-1917 umgebaut. Die Lauben wurden autgebrochen, die Dächer erhöht und zum Markt wurde ein schöner Giebel aufgesetzt. Der Umbau wurde fast ausschließlich von Gardelegener Handwerker und Arbeiter sowie durch Kriegsgefangene ausgeführt.

Gardelegen Partie am Rathaus

6. Das Rathaus mit dem Hausmannsturm von der Nikolaistraße aus gesehen. Der Turm hat eine Höhe von 47 Metern und eine doppelte Laterne. Er war mehrfach in den Stadtbränden beschädigt worden und in der heutigen Form erst 1706 von Tobias Thieme und Johann Christoph Hermann errichtet worden. Im Turm war die Wohnung des Stadtmusicus, der bei Feuer Alarm auszulösen hatte.

7. Bürgermeister lulius Beek. Er wurde am 26. Oktober 1854 geboren und hatte vom 1. März 1881 bis zum 1. April 1923 das Amt des Bürgermeisters der Stadt inne. Sein Verdienst war die Umgestaltung der Wallanlagen, die Schaffung des städtischen Friedhofes, der Bau des Schlachthofes, der Kanalisation und Wasserleitung, die Anlage der Gehwege, der Neubepflasterung der Straßen usw.

8. Das alte Magdeburger Tor, eine Aufnahme von 1890. Durch die engen Torpfeiler mußten sich die Pferdewagen zwängen um in die Stadt und weiter nach Hamburg, Lübeck oder Hannover zu kommen. Durch den Hopfenanbau, die Bierproduktion, die Tuchindustrie in und um Gardelegen war der Warenaustausch sehr umfangreich. Hinzu kamen die Personenpostbeförderung aus Magdeburg, die Salztransporte aus Staßfurt usw., die schon damals so manchen Reisenden verzweifeln ließ.

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