Garmisch-Partenkirchen in alten Ansichten

Garmisch-Partenkirchen in alten Ansichten

Auteur
:   Bernhart Roth
Gemeente
:   Garmisch-Partenkirchen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1344-1
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Garmisch-Partenkirchen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der 'Kgl. Bayerische K.K. Österr. Herzogl, SachsenCoburg-Gotha und Herzog!. Nassauerische Hofphotograph' Bernhard Johannes aus Weilheim war der erste Berufsfotograf, der sich in Garmisch-Partenkirchen niederließ und in der heutigen Mittenwalderstraße 1869 ein 'Photo-Atelier' gründete. 1876 ging er nach Meran, seinem Schwiegersohn Max Beckert das Atelier überlassend, um auch dort ein Geschäft zu gründen. Beide Geschäfte bestehen noch heute und gehören mit zu den Führenden der Branche.

Von Bernhard Johannes berichtet der bekannte Reiseschriftsteller Heinrich Noè in seinem Alpenbuch 'Salzkammergut-Oberbayern- Allgäu': Johannes ist ein vorziiglicher Landschaftsfotograf, dessen Metier damals mit mancherlei Schwierigkeiten und großen Beschwerden verbunden war. Das Mitschleppen eines Zeltes (zu jenen Zeiten mußten belichtete Platten sofort entwiekelt werden), die Last der großen Kamera im schweren Holzgehduse, das Gewicht der optischen Vorrichtungen, die schweren dreifiißigen Stative waren das Geringere. Viel schwieriger erscheinen die Hindernisse, welche Hitze und Kälte dem geeignetem Zusammenwirken der Chemikalien entgegensetzten, sowie Staub, Insekten und andere Teufeleien, die sten auf die feuchte Collodiumschicht der Platte einstürzten.

Ihm, wie seinem Schwiegersohn Max Beckert, zu denen sich später die Fotografen Karl Reiser, Rudolf Rudolphi, Karl Zwickel und andere, sowie einige frühe Liebhaberfotografen, wie Wilhelm Brüggel, Alois Adam und so weiter dazugesellten - von den 'Profesionellen' äußerst mißtrauisch beäugt - verdanken wir es, daß uns ein Bliek in die 'gute alte Zeit'

von Garmisch-Partenkirchen noch vergönnt ist. Ausgehend von der Zeit um 1885, wo sich schon erste Zeichen eines beginnenden Fremdenverkehrs spürbar machen (obwohl Murnau noch immer Endstation der Bahn ins Werdenfelser Land war und der Rest mit der Kutsche oder auf Schusters Rappen zurückgelegt werden mußte), fand der Gast hier ein Tal, von dem der Schweizer Schriftsteller Walt er Siegfried, der hier viele Jahrzehnte lebte und Land und Leute kennen und lieben lernte, begeistert schwärmt: Ein Tal unberiihrt, wie das Paradies. Darin ein Volk, kraftvoll und sinnenfroh, noch in Lebensformen lebend, die sich in Jahrhunderten kaum geändert. Im 'Bilderbuch eines Lebens' aber schreibt er schon anklagend: Kaum jemals und irgendwo hat sich aber auch in einem kurzen Vierteljahrhundert, urspriingliches Leben so verändert, wie in diesem friedlich in sich b eruhenden Erdenwinkel ab 1900 - als Spekulation und neue Sporte ihn für sich entdeckten.

Dem Charakter des Bildbandes entsprechend kann auf eine historische Betrachtung der beiden Orte Garmisch und Partenkirchen, die erst 1936 in einer Art staatlichen Zwangsehe zusammen kamen, verzichtet werden. Vielmehr soll dem Leser ein Bild vermittelt werden, wie es vor einem Menschenalter bei uns noch aussah. Eine Zeit, in der hier Jeder noch jeden kannte. Der bäuerliche Lebenstil noch weitgehend eine Selbstverständlichkeit war und selbst der noch seltene Kurgast mit einbezogen war in das familiäre Leben seiner Gastgeber, wie wir aus vielen liebenswürdigen Briefen und Berichten unserer damaligen Gäste wissen.

1. Der Hoffotograf Berrnhard Johannes aus Partenkirchen.

2. Im Jahre 1889 liegen die beiden Schwesternorte Partenkirchen und Garmisch noch weit von einander entfernt. Eine einzige Straße führt, wie wir sehen, vorbei am erst kurz eröffneten Bahnhof (am heutigem Steubenplatz), entlang der heutigen Hindenburgstraße - damals Bahnhofstraße - nach Partenkirchen. Von Garmisch schreibt Steindl in seinem Führer 'Garmisch und Umgebung' um diese Zeit: In malerischer Unregelmäßigkeit unter Obstbäumen verstreut, liegen große und kleine, mitunter auch ärmliche Häuser, die meisten im Charakteristischen Gebirgsstil. Mitunter aber auch gar stattliche Gebàude, wohl meist noch aus Freisinger Bischofszeit herrührend. Im Bild rechts unten die Garmischer Floßlände, von der damals wohl die letzten Flöße gegen München gingen.

Der Marktplatz in Garmisch im Jahre 1886

Photographie von Bedeert. Partenkirmen

3. Ein paar Jahre früher (1886) zeigt sich der Garmischer Marktplatz noch in sonntäglicher Stille. In bäuerlicher Umgebung sehen wir rechts noch einen Teil der 'Alten Apotheke'. Ihm benachbart die Gastwirtschaft 'Zur Traube'. Heute noch steht sie - freilich in veranderter Form - als 'Clausing's Posthotel', Im Schatten der Linde sitzen die Stammgäste beim sonntäglichen Schoppen. Aber auch ein elegantes Paar flaniert schon, die Ruhe des dörflichen Idylls genießend.

4. Die alte Apotheke am Marktplatz ist wohl das schönste Bürger-, ja Patrizierhaus Garrnisch-Partenkirchens. 1792-1797 erbaut von dem reichen Handelsmann Jacob Mayer, erbte es 1822 die Frau des Doktors Jacob Byschl, mütterlicherseits aus dem Gasthof 'Husar' stammend. Ihr Mann errichtete dort die erste Apotheke im Werdenfelser Land. Sie blieb dann, mit Ausnahme der Ettaler Klosterapotheke, über neunzig Jahre die Einzige weitum in 'Land!'. Anschließend rechts sehen wir noch das alte Garmiseher Rathaus mit dem 'Brodhaus' in dem die Bäcker ihr Brot feilhielten.

5. Der Nachbar der Byschlischen Apotheke, der Gasthof 'Traube', zeigt sich am Ende des 19. Jahrhunderts (1888) zwar noch im bäuerlichen, aber außerordentlich repräsentativen Stil eines ländlichen Gasthofes. Um diese Zeit schmückt es noch das großartige Fresko des berühmten Lüft1malers Franz Seraph Zwink aus Oberammergau. Prof. Karl Reiser - ein Sohn des damaligen 'Bayrisch Hofwirtes' malte es 1924 nochmals nach alten Vorlagen an das alte Heimatmuseum am Rathausplatz. Aber auch dieses Bild wird kaum noch die Jahrhundertwende überleben dürfen.

6. Aber auch an alten Winkeln und Gassen bot Garmisch dazumal noch viel Reizvolles und Romantisches. Hier ein Bliek in die nachmalige Druckergasse. Die meisten der noch ganz bäuerlichen Häuser dürften aus dem 17. Jahrhundert gestammt haben. Das Bauernhaus rechts vorne mußte 1914 dem Neubau Buchdruckerei Adam weichen. Die anderen wurden im Laufe der Zeit abgerissen oder stark verandert.

7. Den Malern der Romantik, wie Peter Heß, Heinzmann, Quaglio und Wagenbauer, die Anfang des 19. Jahrhunderts das Gebirge entdeckten als großartigen Vorwurf für ihre Gemälde und gern in das Werdenfelser Tal kamen, wird sich die Sonnenstraße bald einhundert Jahre früher kaum viel anders präsentiert haben wie um 1898, wenn auch Brände das eine oder andere der schönen alten Holzhäuser zerstört haben.

8. Wesentlich anders sah es in Partenkirchen aus. Als Reihendorf hatte der Ort viel durch Brände zu leiden. Einer der Schrecklichsten vernichtet am Nikolausabend des Jahres 1865 in der heutigen Ludwigstraße achtzig Häuser und die barocke Pfarrkirche. Nur das Simonische Anwesen - heute Werdenfelser Museum - blieb wie durch ein Wunder erhalten. Nach dem Wiederaufbau, um 1889 wohl längst beendet, zeigt die Straße wenig mehr vom Stil alter oberbayrischer Gebirgsorte, wie es vor dem Brand gewesen ist, Auf der Aufnahme von der 'Leiten' her sehen wir links vorne das fast hochherrschaftliche Haus des Baumeisters Baudrexl, den Gasthof 'Melber", das Hotel 'Zum Stern' (später Partenkirehens Rathaus und heute Bayrische Vereinsbank), den Gasthof 'Rassen' (damals noch rnit einer ländlichen Brauerei verbunden), das Sirnonische alte Kaufmannshaus 'Zum Schlamp'n' und Reisers Gasthof und Posthalterei. Rechts die neue Pfarrkirche Maria Himrnelfahrt, nun im neugotischem Stil dem Geschmack der Zeit erbaut. Die ersten Häuser in der Bahnhofstraße - heute Hindenburgstraße - und weit draußem im Feld der neue Bahnhof mit dem 'Bayerischen Hof'. Links aber sehen wir (wo heute das Werdenfelsgymnasium steht) die alte 'Untermühle'. Einst lebten hier die Brüder Henggi aus Reutte, rechte Tausendsasas, von denen einer das Larvenschnitzen wieder mitbrachte, der andere den Partenkirchnern aber eine recht brauchbare Feuerspritze baute. Näher dem Ort zu die 1873 von Prof. Michael Sachs angeregte 'Distrikts-Zcichen und Schnitzschule'.

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