Geisenheim am Rhein in alten Ansichten

Geisenheim am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Rienäcker
Gemeente
:   Geisenheim am Rhein
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3047-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Geisenheim am Rhein in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Bei der Zusammenstellung des Bildbandes 'Geisenheim am Rhein in alten Ansichten' blieb es nicht aus, daß die Gedanken in der Zeit, die unsere Großeltern in ihrer Kindheit noch miterlebt haben, nicht Halt machten, sondern weiter zurückgingen in die geschichtlichen Anfänge unserer Lindenstadt. Kelten, Germanen und Römer kannten und schätzten die liebliche Landschaft des Rheingaus, Und schon im 5. Jahrhundert besaß Geisenheim, aus Grabfunden zu schließen, einen fränkischen Ortskern. Auch der Ortsname ist fränkischen Ursprungs: Heim des Giso, eines Edelings zur Zeit der Merowinger.

Am 20. Januar 772 wird der Ortsname erstmals urkundlich erwähnt: Der Edle Alwalah schenkte damals seine Besitzungen im Dorf 'Gisenheim' dem Kloster Fulda. Eine Urkunde aus dem Jahre 838 enthält bereits eine Erwähnung des Weinbaus in unserer Stadt. 961 ging Geisenheim von der Herrschaft der Rheingrafen in den Besitz des Kurfürstentums Mainz über. Schon um 1144 hatte es einen Marktplatz, und 1354 erhielt es die 'kleinen Stadtrechte'. Die Zugehörigkeit zu Kurmainz bedeutete für Geisenheim und den ganzen Rheingau eine glanzvolle Epoche weltlichritterlichen und geistlich-klösterlichen Lebens, zugleich aber auch Einbeziehung in die Fehden zwischen den Erzbischöfen und den deutschen Königen. Immerhin blieb Geisenheim während des Mittelalters vor größeren Zerstörungen bewahrt. In jener Zeit blühte daher die Gewerbetätigkeit. Vor allem Lohgerber und Tuchwalker erfreuten sich eines guten Absatzes.

Irn 16. Jahrhundert hingegen geriet Geisenheim durch wiederholten Durchzug fremder Truppen in arge Bedrängnis, in deren Gefolge Seuchen und Hungersnot auftraten. Im Dreißigjährigen Krieg fand diese Leidensepoche ihre Fortsetzung, so daß bei Friedensschluß 1648 die Bevölkerung auf 53 Bürger zusammengeschmolzen war. Die Pest tat 1666 ein übriges und sorgte für ein absolutes Tief in der Geschichte unserer Stadt und des Rheingaus insgesamt, das erst nach dem Spanischen Erbfolgekrieg (]70 1-1714) überwunden wurde.

Abgesehen von der Französischen Revolution und der Ära Napoleons, blieb Geisenheim danach von kriegerischen Ereignissen verschont. Nachdem es 1864 zur Stadt erhoben war, mußte es allerdings zwei Jahre später den Wechsel vom Herzogtum Nassau, dem es seit 1806 angehörte, zum Königreich Preußen über sich ergehen lassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Stadt zwar nicht unbehelligt blieb, aber im Gegensatz zum benachbarten Rüdesheim glimpflich davonkam , wurde der Rheingaukreis dann dem Lande Hessen eingegliedert.

Heute umfaßt Geisenheim etwa 7 000 Einwohner in der Talstadt und 1 800 Marientha1 sowie rund 2 400 bzw. 800 Einwohner in den 1971 bzw. 1977 eingemeindeten Ortsteilen Johannisberg und Stephanshausen insgesamt also rund 12 000 Bürger. Dank dem Rhein, der hier an der breitesten Stelle des Mittelrheins eine Breite von einem Kilometer erreicht, liegt Geisenheim in einem klimatisch sehr günstigen Gebiet zwischen dem rechten Rheinufer und den Hängen des

Taunus. Entsprechend seinem milden Klima und guten Boden ist Geisenheim einer der Hauptorte im berühmten Rieslinggebiet. dem Rheingau. Im 'GroßGeisenheimer' Gebiet beträgt die Gesamtfläche der Weinberge mehr als 400 ha, davon über 150 ha in der Johannisberger Gemarkung. Der Geisenheimer Stadtwald umfaßt 1 457 ha. Die Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau erfreut sich eines weltweiten Rufes und betreibt ihre Forsehungen auf einer Fläche von etwa 135 ha.

Auch als Industriestadt ist das vielseitige Geisenheim nicht unbedeutend. Die Firma Fritz Werner produziert Industrie-Ausrüstungen. Das Kaolinwerk Erbslöh, die Deutsche Balzers mit der Fabrikation optischer Instrumente sowie die Firma Koss mit Plastikerzeugnissen und die Firma AR! mit Friseurartikeln ergänzen den heimisehen Industriebetrieb. Nicht genug damit, ist Geisenheim auch die Schulstadt des Rheingaus. Die Anzahl der Studenten an der Fachhochschule, wo sie ein weitgefächertes Studium durchführen können, ist recht erheblich, durchschnittlich etwa 400. Die beiden Gymnasien - die Rheingauschule für Jungen und Mädchen und die St.-Ursula-Schule für Mädchen - weisen zusammen weit über 2 000 Schüler und Schü1erinnen auf. Dazu gesellen sich die Grund- und Hauptschulen, die Berufsschule für den Rheingau, eine Sonderschule für Lernbehinderte sowie die Katastrophenschutzschule in Johannisberg.

Mit sanitären Einrichtungen und Sportstätten ist die Stadt ebenfalls reich ausgestattet. Das Rheingau-

stadion, das Hallenbad und die große MehrzweckTurnhalle sowie die Tennisplätze in Marienthai sind sportliche Zentren des Rheingaus. Das Ärztezentrum ist ebenfalls bemerkenswert.

Für den Tourismus stehen zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Stätten froher Gastlichkeit zur Verfügung. Und die Aufgeschlossenheit und Kontaktfreude der Geisenheimer drückt sich auch darin aus, daß die Lindenstadt zwei Partnerstädte besitzt: Chauvigny in Westfrankreich und Trino in Norditalien.

Der Wallfahrtsort Marienthai ist weithin bekannt, und Schloß Johannisberg ist den Geschichtskennern ein Begriff. So hat Geisenheim in der herrlichen Landschaft des Rheingaus eigentlich fast alles, was eine Stadt dieser Größenordnung sich nur wünschen kann. Das hier wiedergegebene Bildmaterial stammt großenteils aus dem Besitz von Frau Bernharda Wilhelmy und dem Archiv der Stadt Geisenheim. Für ergänzendes Bildmaterial sowie wertvolle Auskünfte und Unterstützung ist der Chronist Frau Hilgers, Frau Kilb, Frau Rienäcker und Frau Charissé sowie den Herren DI. Lauter, Duell, Schindler, Zengerle, Vogel, J ehle, Grösch, Korn, Fröhlich, Roatzsch, Fuchs, Fendel, Oswald, Wiffler und last not least DI. Freiherr von Freyberg, der Abzüge von alten Glasplatten seines Urgroßvaters Friedrich Freiherr von Brentano für diesen Bildband zur Verfügung stellte, zu besonderem Dank verpflichtet. Wertvolle Informationen sind der 'Geschichte der Stadt Geisenheim " der ersten ganz aus den Quellen geschöpften Ortsgeschichte des Rheingaus, von Wolf-Heino Struck zu verdanken.

1. Beginnen wir unseren Rückblick mit einem altehrwiirdigen Bild. Das ehemalige Geisenheirner Rathaus, ein Bau aus dem späten Mittelalter, 1481 zuerst erwähnt, wurde 1853 abgerissen, weil es mit der Längsseite zu weit in die Durchgangsstraße hineinragte und dadurch den lebhafter gewordenen Verkehr behinderte, aber wohl auch deshalb, weil es mit seiner mittelalterlichen räumlichen Gliederung - im Erdgeschoß lagen neben dem Gerichtszimmer drei Gefängnisse - den liberaleren Auffassungen des 19. Jahrhunderts nicht mehr entsprach. Unvergleichlich schön war das Fachwerk, das am Giebel besonders reizvoll in Erscheinung tritt. Die Uhr wurde übrigens 1821 eingesetzt. Die Zeichnung wurde 1853, kurz vor dem Abbruch, vom Rüdesheimer Maler J.A. Müller angefertigt, der Zeichenlehrer an der Realschule in Geisenheim war. Der Lindenbrunnen lag damals noch nordöstlich der Linde.

2. Die Wahl am 21. August 1876, bei der Wilhelm Fiebig nach heftigem Wahlkampf gegen seinen Vorgänger DI. Weil dank der Initiative des einflußreichen Generalkonsuls von Lade zum Bürgermeister von Geisenheimgewählt wurde, veranschaulicht die kommunalen Spannungen in unserer Stadt, nachdem sie 1866 bei der Auflösung des Herzogtums Nassau an Preußen gefallen war. Am 29. April 1829 in Obertiefenbach bei Limburg geboren, war Fiebig in Geisenheim als Lehrer tätig, bevor er Bürgermeister wurde. 1888 wurde er wiedergewählt, ebenso 1895. Der Landrat äußerte sich damals über ihn: 'Er widmet dem Amt seine volle Kraft und ist stets bestrebt, das Wohl seiner Gemeinde zu fördern.' Als sich Fiebig zum 1. April 1902 nach 26jähriger Amtszeit pensionieren ließ, hatte er die bei seinem Amtsantritt vorhandenen Spannungen durch seine ruhige Stetigkeit beseitigt. Das Foto zeigt ihn im Juli 1902 im wohlverdienten Ruhestand.

3. Dieser Gruß aus Geisenheim stammt vom 30. Oktober 1897 und zeigt charakteristische Motive der 'Lindenstadt': die historische Linde selbst, damals noch mit beiden Kronen, dicht belaubt und in stolzer Höhe; die 'Königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau'; die katholische Pfarrkirche, den sogenannten Rheingauer Dom. Dazu gesellt sich ein Bliek auf Geisenheim vom Südosten her. Die Art der Schiffe auf dem Rhein sowie der fehlende Zusatz 'Königl. Lebranstalt für Wein-, Obst- und Gar ten b a u' - Umbenennung bereits.1873 -lassen vermuten, daß die Karte schon sehr alt ist.

4. Dieser Bliek auf den alten Ortskern von Geisenheim macht deutlich, daß sich die Häuser, gleichsam wie Schutz und Geborgenheit suchend, um die katholische Pfarrkirche gruppieren, die machtvoll über alle Gebäude emporragt. Im Hintergrund sehen wir die idyllischen Höhen des Taunus. Der Turm links gehörte früher zur Sektkellerei Hoehl.

5. Wir betrachten aus einem Haus an der Rüdesheimer Landstraße den Westeingang von Geisenheim in einem schneereichen Winter gegen 1910. Das stattliche Haus im Hintergrund ist das 1904 gebaute Institut St. Joseph, die höhere Töchterschule der Ursulinen. Links daneben ist das Dach des Cronberger Hofes zu erkennen, und ganz rechts schaut die Fassade von Schloß Monrepos hinter den Tannen hervor.

6. Als sich Generalkonsul Eduard von Lade frühzeitig aus dem Berufsleben zurückzog und in seinem Heimatort Geisenheim freischaffend tätig sein wollte, ließ er 1860/61 an der Rüdesheimer (Land-)Straße eine schloßähnliche Villa bauen, die er 'Monrepos' (Meine Ruhe) nannte. Noch berühmter als die schmucke Villa wurden die herrlichen Gartenanlagen. Mit ihrem einzigartigen Obstpark und Rosarium verdienten sie die Bewunderung der vielen Besucher, zu denen sich am 22. Mai 1874 auch Kaiser Wilhelm J. gesellte, Von Lades Buch 'Der Obst- und Gartenbau in Monrepos' faßte 1893 die Ergebnisse der 30jährigen Erfahrungen des Autors zusammen. Die Vielseitigkeit ven Lades wird dadurch besonders deutlich, daß er 1886 sogar eine Sternwarte in Monrepos einrichtete, die auf unserer Aufnahme vom Park aus noch vcrhanden ist, aber im November 1944 durch Bombenabwurf vernichtet wurde.

7. Rheinweinstadt und Schulstadt des Rheingaus, diese beiden Aspekte des vielseitigen Geisenheims sind auf diesem Bild vereint. Links ragt das Institut St. Joseph, das Gymnasium der Ursulinen, empor, rechts erstreckt sich der Altbau der Rheingauschule. Dazwischen steht das ehernalige Bürgermeisterhaus. Im Vordergrund reichen die Weinberge bis unmittelbar an die Schulen heran. Inzwischen ist allerdings einiges an diesem Idyll grundlegend verändert worden: Das Institut St. Joseph wurde mit den anliegenden Gebäuden zum großräumigen, modernen St-Ursula-Gymnasium mit Raum für mehr als I 000 Schülerinnen ausgebaut, die Rheingauschule durch zusätzliche Bauten in ihrer Kapazität beträchtlich erweitert. Der Wingert machte einer großräumigen Turnhalle und einem Schulzentrum Platz. Das ehemalige Bürgermeisterhaus wurde von der Volkshochschule mit Beschlag und Kursen belegt.

8. Das vielseitige Geisenheim ist auch, begünstigt durch die zentrale Lage zwischen den 'Eckpfeilern' Niederwalluf und Lorchhausen, die Schulstadt des Rheingaus, Zwischen den Schornsteinen des Rheinschleppers hindurch sehen wir die 'Rheingauschule, Gymnasium des Landkreises Rheingau-Untertaunus', an der 1983 nicht weniger als 1 331 Schüler und Schülerinnen aus dem gesamten Rheingau unterrichtet wurden. Sie ist aus einer Realschule hervorgegangen, die sich erweiterte und 1920 mit der ersten Reifeprüfung den Status der Vollanstalt erreichte. Für den erforderlichen Schulneubau, der seit 1911 geplant war, schlug Bürgermeister Franz Stahl1925 das Gelände im Kapellengarten vor. Nach knapp zweijähriger Bauzeit wurde die neue Schule eingeweiht. Sie ist 'der deutschen Jugend am Rhein' gewidmet. Schräg links hinter ihr, halb verdeckt, erscheint das Schwestergymnasiurn, die St-Ursula-Schule für Mädchen, im Bild. Beide Schulen wurden inzwischen erheblich erweitert.

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