Gemeinde Stockheim in alten Ansichten

Gemeinde Stockheim in alten Ansichten

Auteur
:   Gerd Fleischmann
Gemeente
:   Gemeinde Stockheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6574-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gemeinde Stockheim in alten Ansichten'

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Einleitung

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Thüringen, an der Eisenbahnlinie München-Berlin, liegt die Großgemeinde Stockheim. Im breiten Tal der Haßlach erstreckt sich der 5 500 Einwohner zählende Ort entlang der Bundesstraße 85. Im sogenannten Stockheimer Becken gesellen sich noch die Ortsteile Wolfersdorf Neukenroth, Reitsch, Haßlach, Haig und Burggrub hinzu. Das Stockheimer Becken stellt eine Einmaligkeit in der Struktur des Frankenwaldes dar, der ja ansonsten von engen Tälern durchzogen ist. Geologisch betrachtet, gehört Stockheim wegen seines Steinkohlevorkommens mit zu den bekanntesten Rotliegend-Gebieten Deutschlands. Nur 300 Meter von der ehemaligen Zonengrenze entfernt, befand sich Bayerns einzige Steinkohlenzeche. Die Grube St. Katharina, die noch 1951 an die 500 Männer Arbeit und Brot gab, wurde am 31. März 1968 stillgelegt. Die Bergwerke, die Stockheim im Laufe der Jahrhunderte geprägt haben, trugen wesentlich mit zum sozialen Aufstieg in dieser Gemeinschaft bei. Die zwei Verkehrsadern, die Bundesstraße und die Eisenbahnlinie, machen den Ort seit 1863 wirtschaftlich interessant. Das [ahr 1885 markiert den großen Durchbruch in der Verkehrserschließung: Endlich können die mächtigen Dampflokomotiven über den Rennsteig keuchen.

Die Größenordnung Stockheims kam erst im vergangenen [ahrhundert zustande, denn bis zum 18. [ahrhundert lebte dieser Ort in einem Dornröschenschlaf Der Name Stockheim wird

erstmals 1424 erwähnt. 1433 taucht das Schloß zu Stockheim in den Urkunden auf

Das Dorfkann als typische Burgsiedlung bezeichnet werden, denn Hans von Haßlach ließ an der Stelle des heutigen Schlosses den Wald roden. 1525 zerstören aufständische Bauernhorden das burgenähnliche Bauwerk. 1631 ist die lange Ära adeliger Herrschaft auf dem Schloß zu Ende. Stockheim mit seinen Zugehörungen fállt an das Hochstift Bamberg und erhält einen bischöflichen Verwalter. Der Kirchenbau Stockheims reicht bis in das 1 5. Jahrhundert zurück. Bis 1935 mußten die Stockhei mer mit einer Kapelle vorlieb nehmen. Erst zu diesem Zeitpunkt konnte ein größeres Gotteshaus eingeweiht werden.

Es ist schon außergewöhnlich, welch einen enormen Aufschwung Stockheim in den letzten zwei Jahrhunderten nahm.

Doch erst im Iahre 1 756 war der Bann gebrochen - der sachsenmeiningische Oberförster Christoph Friedrich Gundermann fand in der Kronacher Waldabteilung 'Dachsbau ' ein ausstreichendes Kohlenflöz. Das war das Startzeichen zu einer wirtschaftlichen Expansion. Obwohl nach der Entdeckung der 'Schwarzen Diamanten' die Entwicklung aufgrund der seinerzeitigen schwierigen politischen Situation allerdings noch zögernd vonstatten ging, war nach 1800 einAufwärtstrend feststellbar. Damals hatte Stockheim gerade 18 Häuser und elfStädel aufzuweisen. Nach zweihundert [ahren ist daraus eine stattliche

Wohngemeinschaft mit über vierhundert Häusern geworden. Maßgeblichen Anteil an dem wirtschaftlichen Aufstieg hatte auch die Bahnlinie. Am 1. März 1863 rollte der erste Personenzug, von Kronach kommend, in das noch leere, aber weite Bahnhofsgelände Stockheim ein. Damit begann die eigentliche Verkehrserschließung des Frankenwaldes.

Um die Jahrhundertwende erlebte Stockheim eine wirtschaftliche Blütezeit. Alle Männer fanden Arbeit und Brot in den zwei Großbetrieben. Zum Bergwerk gesellte sich noch 1877 eine Glasfabrik hinzu. Somit konnten zwischen 800 und 1 000 Menschen beschäftigt werden. Doch nicht lange währte dieser Höhenflug der örtlichen Industrie. 1930 wurde die Glasfabrik überraschend stillgelegt, und mit dem krisengeschüttelten Bergbau klappte es auch nicht mehr so recht. In diesen schwierigen Wochen und Monaten, die von einer extrem hohen Arbeitslosigkeit gezeichnet waren, entschlossen sich viele Stockheimer, in der Fremde ihr Glück zu versuchen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bahnte sich eine völlig andere Entwicklung an. Neue Industriezweige konnten angesiedelt werden. So hat der damals 1 800 Einwohner zählende Ort im Laufe der Nachkriegsjahre immer mehr den Charakter eines modernen Gemeinwesens erhalten.

Einen breiten Diskussionsraum nahm die Gebietsreform ein. Bereits am 1. [anuar 1972 ging die kleine Nachbargemeinde

Wolfersdorf mit Stockheim eine kommunale Ehe ein. Am 1. Januar 1975 war es dann soweit, daß nach jahrelanger Diskussion und Klärung der wichtigsten Sachfragen der angestrebte Zusammenschluß der Gemeinden Neukenroth, Stockheim, Reitsch, Haßlach, Haig und Burggrub zu einer Großgemeinde Wirklichkeit wurde. Allerdings waren für dieses 5 500 Einwohner zählende kommunale Gebilde aufgrund der Fusion neue kostenträchtige Herausforderungen entstanden. Zunächst mußte ein leistungsorientiertes Verwaltungszentrum geschaffen werden. Die Weihe eines Rathauses im Iahre 1979, die Ausweisung eines Industriegebietes 1980, der Straßenbau, die umfassende Sanierung der Wasserversorgung, die Bereitstellung von Baugebiet sowie die Sanierung beziehungsweise der Neubau von Schulen und Kindergärten verschlangen Millionen.

Stockheim

1 Stockheim war urn 1900 im Frankenwald eine bedeutende Industriegemeinde mit Bergbau, Glasfabrik, Bahnhof, Drahtseilbahn nach Thüringen sowie Steinkohleneinladeplatz. An die 1 000 Menschen fanden in jener Zeit Arbeit und Brot. Gleich in der Nähe zum Bahnhof befanden sich die Gasthäuser 'Zur Post' und 'Zur Eisenbahn'. Neben der Grube St. Katharina war um diese Zeit auch die Steinkohlenzeche 'Maxschacht' in der Nähe der Glasfabrik in Betrieb (links unten).

2 Am 15. September

1974 hatten die Stockheimer und Neukenrother letztmals die Möglichkeit, dem einst idyllisch gelegenen Waldhaus Traindorf, das sich unmittelbar an der Zonengrenze befand, einen

Besuch abzustatten. Viele waren gekommen, um diesen letztenAkt der Naturverbundenheit mitzuerleben, denn das Waldhaus Traindorf schloß seine pforte für immer. Seit 1909 wurde es von den Familien

Lungmuß in drei Generationen bewirtschaftet. 1976 wurde das Gasthaus aufGeheiß der Stadt Kronach dem Erdboden gleichgemacht. Noch um die Jahrhundertwende standen in Traindorf vier Häuser.

Den allen bekannten Sandsteinbau (unser Foto um 1900) ließ Gutsbesitzer Johann Schirmer von 1870 bis 1873 errichten. Auch heute lebtTraindorfin der Erinnerung vieler Menschen weiter.

3 Diese ungewöhnliche Aufnahme mit einem Teleobj ektiv aus dem Iahre

1 935 hat Seltenheitswert. Das Haßlachtal ist bis zur Festung Rosenberg in Kronach gut sichtbar. Die Dörfer sind noch mit viel Grün umgeben. Einen hervorragenden Eindruck kann man von der Glasfabrik Sigwart & Möhrle gewinnen. Sie wurde 1930 geschlossen. Links im Bild ist das ehemalige Eisenwerk Tafel zu sehen, das ab 1937 van Adam Stegner zu einem Sägewerk ausgebaut wurde.

4 Daß in der ehemaligen Bergwerksgemeinde Stockheim urn die Jahrhundertwende ein stattlicher Männergesangverein zur Freude der Mitmenschen gewirkt hat, ist aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbar. Um 1900 registrierten die Chronisten einen allgemeinen Aufschwung im Vereinsleben. So erfreute sich die Pflege des deutschen Liedgutes wachsender Beliebtheit. Wesentliche Impulse für die Gründung eines Gesangvereins in Stockheim gab die seinerzeitige königlich-bayerische Hofglasfabrik Sigwart und Möhrle. Unser Foto zeigt die Gründer im Iahre 1895. In der unteren Reihe, von links, ist der Führungsstab zu erkennen:

Franz Sigwart, Karl Sigwart, Peter Mäusbacher,

1 . Vorsitzender Christian Specht, Dirigent Georg Hummel, 2. Vorsitzender Michael Weißerth, Heinrich Sigwart und Leonhard

Gegner. Die rechte Person ist nicht bekannt. Links

o ben sichtbar Vereinswirt Iohann Lang. Dritter, links oben, ist Kommerzienrat Karl Sigwart, 1962 gestorben, zu erkennen.

5 Der um die Iahrhundertwende weit und breit bekannte Kohlenhändler und Geschäftsmann Leonhard Gegner wohnte in diesem schönen Haus mit verschiefertem Turm. Das Gebäude ließ er 1873 an der Hauptstraße erbauen. Die Aufnahme entstand 1906. Heute befindet sich in diesem Gebäude, das zwischenzeitlich umgebaut wurde, Frisör Markus Wachter. Sein Vater Georg Wachter, ebenfalls Frisör, erwarb das Anwesen in den fünfziger Iahren. Zur Erinnerung sei vermerkt, daß Leonhard Gegner sich bei der Feuerwehr Stockheim als Vorsitzender große Verdienste erworben hat.

6 Fast einhundert Iahre alt ist diese Aufnahme am südlichen Eingang von Stockheim. In derTür des Hauses im Vordergrund steht Versicherungsagent Louis Schirmer. Am Straßenrand erkennbar schaut sein Sohn Albert, 1977 gestorben, neugierig dem Treiben auf der Straße zu. Die Leute im Sonntagsstaat sind Haßlacher Bürger, die gerade vom Kirchgang aus Neukenroth kommen. Um 1906 hatte auf dieser jetzt vielbefahrenen Bundesstraße 85 noch kein Auto die Fußgänger gestört. Auf der linken Bildhälfte kann man die Glashüttenhäuser gut erkennen.

STOCKHEIM i. Oberfranken (Bayern)

7 Im alten Stockheimer Ortskern wohnen seit vielen Jahrzehnten die Famili en Schwalb. Diese Aufnahme der Gastwirtschaft Johann Schwalb entstand um 1900. Etwa ab 1850 betrieben vier Generationen, Iohann (Witwe Mathilde), nochmals Iohann, Georg und Siegfried Schwalb die Gastronomie. 1980 feierte Siegfried Schwalb 100jähriges Gampertjubiläum. Während ab 1. Ianuar

1992 der Gastwirtschaftsbetrieb eingestellt wurde, ist in der fünften Generation Wolfgang Schwalb noch als Metzgermeister tätig. Weiter sei vermerkt, daß um die Jahrhundertwende pferdekutschen (siehe

Foto) das Straßenbild bestimmten. Über 140 Iahre war das Gasthaus Schwalb ein bedeutsames Kommunikationszentrum für die Stockheimer Vereinswelt.

Metzgerei u. Gasthof v, Joh. Schwalb

8 Bereits seit 1838 klingt in der Schmiede Wachter der Amboß, denn schon fünf Generationen üben dieses traditionsreiche Handwerk in Stockheim aus. Vieles hat sich in der Bergwerksgemeinde während dieser langen Zeit verändert, geblieben ist jedoch die Schmiede. Mit

der dörflichen Entwicklung sind die 'Wachters' eng verbunden. Die Bergwerke ließen nie Langeweile aufkommen. Schließlich führte am Schmiedshaus derTransportweg für die Steinkohlen von der Katharinazeche, der St.Wolfgangs-Grube und der Grube 'Vereinigter Nachbar' vorbei. Spezialisten waren die Wachters im Beschlagen der pferde. Des öfteren mußte der Schmied

auch in die südlich gelegene Maxschachtgrube einfahren (1 911 geschlossen), um im Berg die für den Transport zuständigen pferde zu beschlagen. Bis 1908 war in diesem ver-

schieferten Frankenwaldhaus die Schmiede untergebracht. 1912 wurde das Gebäude aufgestockt. Heute betreibt Arnulf Wachter das Geschäft.

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