Gernrode in alten Ansichten Band 1

Gernrode in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ursula Matthias
Gemeente
:   Gernrode
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5391-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gernrode in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das Bild der kleinen Stadt Gernrode am Harz wird von zwei Faktoren geprägt: das ist vor allem ihre Geschichte, die von 959 bis 1574, dem Übergang des Stiftes in die Hand der anhaItinischen Fürsten und dem Tod der letzten Äbtissin 1616, die Geschichte der Gernröder Abtei ist und damit verbunden die Geschichte der Stiftskirche, diesem Bau von einmaligem kunsthistorischem Wert, zweitens ist das ihre durch die landschaftliche Schönheit und die günstigen klimatischen Verhältnisse bedingte Bedeutung als Urlauber- und Fremdenverkehrsort.

Der erste schriftliche Nachweis über die Existenz Gernrodes ist eine Urkunde, die am 17. Juni 961 von Kaiser Otto I. ausgestellt wurde; dieses Datum gilt seither als Gründungstag Gernrodes. Die Siedlung Gernrode hat sicher schon weitaus früher bestanden, sie entstand vermutlich aus einer in den Harz getriebenen Rodung und wurde ursprünglich als 'Rode' bezeichnet. Um 950 gründete der von Kaiser Otto 1. mit dem Oberbefehl über die östlichen Grenzregionen des Reiches betraute Markgraf Gero, der vermutlich aus dem Geschlecht der Grafen von Merseburg stammte, auf einer ehemaligen Niederungsburg am Rande des Harzes die Burg Geronisroth. Hieraus entwickelte sich dann der Name des Ortes Gernrode.

Die Burg war im Norden durch sumpfiges Gelände und im Westen durch den Hagenbach geschützt, zur Sicherung der ungeschützten Südseite wurde ein 150 m langer und 28 m breiter Graben angelegt, der noch heute an den tiefliegenden Gärten der Klosterstraße zu erkennen ist; seine Tiefe betrug 5 m. Über eine Brücke konnte man direkt das an der Ostseite der Burg gelegene Burgtor erreichen. Auf dem Gelände dieser Burg wurde später die von Markgraf Gero ge-

stiftete Abtei und damit auch die Stiftskirche errichtet.

Die Stiftung der Gernröder Abtei beruhte auf einem Entschluß, den Gero und sein Sohn Siegfried um ihres Seelenheiles willen gefaßt hatten: beider Vermögen sollte dem Stift als Schenkung zukommen. 951 wurde dieses Kloster gegründet. Das Gernröder Stift sollte der Aufnahme alleinstehender adliger Damen dienen, denen damit die Möglichkeit zu einem frommen und gottgefälligen Leben gegeben werden sollte.

Als erste Äbtissin wurde von Markgraf Gero die 20jährige Witwe seines Sohns Siegfried - Hathui - eingesetzt. Sie hat das Stift über fünfzig Jahre geleitet. Unter ihrer Verantwortung wurde 959 der Bau der Stiftskirche begonnen, der 989 beendet wurde. In diesem Jahr wurde die Kirche auch eingeweiht.

Die große Bedeutung der Gernröder Stiftskirche für die heutige Zeit ergibt sich daraus, daß sie der einzige monumentale Kirchenbau dieser Zeit in Mitteldeutschland ist, der als Ganzes im wesentlichen in der ursprünglichen Form erhalten ist , oder bei Restaurierungsarbeiten wieder hergestellt werden konnte.

1574 ging das Stift in die Hand der anhaltinischen Fürsten über. Der Stiftsbezirk wurde eine fürstliche Domäne , später verkaufte der anhaltinisch-bernburgische Staat die Domäne an einen privaten Besitzer, den Amtmann Henneberg. Dieser machte aus den Krypten KartoffelkeIler, aus den Emporen Getreideböden und aus den Kreuzgängen Viehställe. Die Kirche bot zu dieser Zeit nach Angabe des damaligen Stiftspfarrers ein 'höchst widriges und wüstes Aussehen'. Der schlimme Zustand der Kirche führte zu der Entscheidung des Fürsten Alexander Carl von Anhalt, eine

umfassende Restaurierung der Kirche zu veraniassen. Dazu mußte die Kirche aber erst von dem privaten Besitzer zurückgekauft werden. Zunächst wurden der nördliche Kreuzgangsteil und die Westkrypta 1857 wieder erworben, 1867 wurde der gesamte Stiftsbereich zurückgekauft. Erst danach konnte dem preußischen Konservator Ferdinand von Quast der Auftrag zu einer gründlichen Renovierung erteilt werden. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten zogen sich infolge verschiedener, zum Teil kriegsbedingter Unterbrechungen bis etwa 1975 hin, jetzt sind die Arbeiten im wesentlichen abgeschlossen.

Über die Bewohner der neben dem Stift bestehenden Ortschaft Gernrode ist bis 1500 nur wenig bekannt. Etwa um 900 hatte die Äbtissin für Gernrode das Marktrecht erhalten, zwischen 1014 und 1044 wurde erstmals Kaufleuten die Ansiedlung in Gemrode gestarter. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Kaufmannssiedlung ist wohl nie über den Ortsbereich hinausgegangen. Die verkehrsmäßig ungünstige Lage abseits der großen Verkehrsstraßen verhinderte das Entstehen eines reichen Kaufrnannsstandes. Das ist auch die Erklärung dafür, daß es in Gernrode keine beeindruckenden Fachwerkhäuser gibt wie in anderen gleichaltrigen Städten im Harzbereich.

Solange die Abtei bestand (von 959 bis 1574) übten die Äbtissinnen die Regierungsgewalt in Gernrode aus, 1574 ging diese an die anhaltischen Fürsten über. 1539 wurde Gernrode von der Äbtissin Anna von Plauen ein Stadtwappen zuerkannt: zwei rote Türme mit einer goldenen Tür dazwischen und einem schreitenden Löwen. der mit dem rechten Vorderfuß den Knauf des Turms festhält. Eine ausdrückliche Verleihung des Stadtrechtes scheint nie erfolgt zu sein,

Gernrode hat auch nie eine Stadtmauer als maßgebliches Kriterium einer mittelalterlichen Stadt besessen.

Grundlage der Wirtschaft des Ortes waren Nutzung des Waldes, Obstbau, Brauerei und Handwerk, Landwirtschaft konnte nur in geringem Maße betrieben werden. Erst die Entdeckung der landschaftlichen Schönheiten des Harzes im 18. und 19. Jahrhundert brachte für Gernrode eine neue Entwicklung und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch seine reizvolle Lage am Nordrand des Ostharzes, durch das milde Klima im Regenschatten des Oberharzes und die günstige Lage als Ausgangspunkt für Harzwanderungen in die Harzorte der Umgebung wurde Gernrode seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem bevorzugten Erholungsort im mitteldeutschen Raum.

Urn die Jahrhundertwende entstanden in Gernrode auch einige Industriebetriebe, so vor allem Zündholz-, Möbelund Polsterwarenfabriken, es gab auch eine Gewehrfabrik. Zwischen 1830 und 1940 war Gernrode zu einer Stadt der Mädchenpensionate geworden. Ein erstes derartiges Pensionat war 1830 von Caroline Moldenhauer gegründet worden. Da damals junge Mädchen nach Abschluß der Schule nur wenig Möglichkeiten hatten sich weiterzubilden, sollte mit diesen Pensionaten eine Lücke geschlossen werden. 1929 gab es in Gernrode etwa fünfzehn derartiger Heime. Der Ausbau der höheren Schulen für Mädchen bis hin zum Abitur führte zu einer allmählichen Verringerung dieser Pensionate; mit Beginn des Zweiten Weltkriegs hörten sie dann auf zu existieren.

Çernrode (J(arz).

1. Bliek auf das alte Gernrode mit seinen für die Stadt charakteristischen Gebäuden Stiftskirche, Turm der St.-Stefani-Kirche und Stubenberghotel. Sehr gut kommt auf dem Bild die günstige Lage des Ortes zum Ausdruck: er liegt direkt am Wald, ist durch die Berge vor Winden geschützt und genießt eine intensive Sonneneinstrahlung. Im Vordergrund des Bildes sieht man blühende Obstbäurne , die das Bild der Stadt weitgehend bestimmten und über Jahre hinaus ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Bürger der Stadt waren.

2. Die Stiftskirche St. Cyriakus, das Wahrzeichen Gernrodes. Die Kirche im frühromanischen Stil wurde 989 eingeweiht. Sie ist der einzige monumentale Kirchenbau dieser Zeit in Mitteldeutschland, der als Ganzes im wesentlichen in der ursprünglichen Form erhalten ist oder wieder hergestellt wurde. Die schweren Schäden, die der Kirche zugefügt wurden als sie eine fürstliche Domäne war und die schon fast einer Zerstörung der Kirche gleichkamen, hatten umfangreiche Restaurierungsarbeiten zur Folge, die zwischen 1859 und 1972 durchgeführt wurden und die alte Schönheit der Kirche wieder herstellten.

GERNRODE a. H.

Kirche

3. Die Ostseite der Kirche mit Kreuzgang.

4. Das Kircheninnere rnit Bliek nach Westen auf die Orgel vor der letzten Restaurierung.

5. Im Jahre 1710 befand sich südwestlich der Kirche an der Stiftsmauer der sogenannte fürstliche Amtshof, 'das Schloß' genannt. Es war der Regierungssitz des Fürsten von Anhalt, des Rechtsnachfolgers der Äbtissinnen. Das rechts der Kirche sichtbare Haus im Schweizerstil wurde 1850 als Amtssitz neu erbaut, es hieß 'das Neue Wohnhaus'. Hier wohnte der Dornänenpächter von Kemlitz und bei diesem der Restaurator der Kirche, der preußische Konservator von Quast. Nach 1945 wurden in dem Haus zunächst Flüchtlinge untergebracht, später wurde es zu einem Wohnhaus.

6. Das Bild zeigt in einer Aufnahme von 1860 die ehemalige Oberförsterei auf dem Stiftsgelände gegenüber der Gastwirtschaft 'Schwarzer Adler'. Heute ist dort eine Anpflanzung mit einer Sitzgelegenheit.

GERNRODE a. H.

Marktplatz mil Rathaus

7. Dieses alte Rathaus wurde 1664 erbaur, an gleicher Stelle hat bereits ein urkundlich erstmals 1580 erwähntes Rathans gestanden. aber es hat sicher schon früher existiert. In dem Rathaus gab es eine Ratsstube, das Beratungszimmer des Magistrates, sowie eine Bürgerstube , in der sich die Gemeindevorsteher zu ihren Beratungen versammelten. Im Rathaus befand sich auch seit altersher ein Ratskeller, anfangs die einzige Gaststätte im Ort. Anläßlich örtlicher Ereignisse fanden dort große Feste statt. Noch 1914, als dieses Rathaus abgerissen wurde , gab es diesen Ratskeller.

Gemrode a. Harz.

Das neue Ratheus

8. Das neue Rathaus wurde 1914115 anstelle des abgerissenen erbaut. Einen größeren Marktplatz vor dem Rathaus hat es in Gernrode nie gegeben: der durch die Hanglage bedingte Raummangel ließ das nicht zu. Vom Rathans führen strahlenförmig Straßen in die verschiedenen Stadtteile, so daß das Rathaus den zentralen Punkt der Stadt bildet. Der Markt zog sich als Marktstraße um das Rathaus herum und führte bis zur damaligen Marktkirche. Auf der anderen Seite des Rathauses zieht sich die Geschäftsstraße bis ZUT Stiftskirche hin.

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