Gernsheim in alten Ansichten

Gernsheim in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Spohr
Gemeente
:   Gernsheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4516-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gernsheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Gernsheim in alten Ansichten. ' Ein solches Buch zusammenzustellen ist eine sehr reizvolle Aufgabe für jemand, der sich schon seit Jahren bemüht, für das Heimatmuseum alte Fotografien und Ansichtskarten zu sammeln. Dennoch, Fotos in dieser Menge aufzustöbern, die den begrenzten Zeitraum von 1880 bis 1930 dokumentieren, stellte sich als schwieriger heraus, als ursprünglich angenommen. Nach detektivischem Suchen in ungezählten privaten Fotoalben, in den Sammlungen des Heimatmuseums sowie in den Archiven der katholischen Kirchengemeinde und der Stadt Gernsheim können wir erfreulicherweise hier einen Band vorlegen, der Gernsheim zu Groß- und Urgroßvaters Zeiten ausschließlich mit Originalaufnahmen dokumentiert.

Der Anspruch auf Vollständigkeit bzw. kunstgeschichtliche oder gar wissenschaftliche Darstellung der Gernsheimer Geschichte soll hierbei gar nicht erst

laut werden. Eine solche Dokumentation würde Bände füllen. Was müßte man da nicht alles ansprechen, Gernsheim als alte Römerstadt, als karolingischer Königshof, als Fischer- und Schifferstadt, als PeterSchöffer-Stadt, als Industrie-, Hafen-, Schulstadt oder einfach, wie der unvergessene Alt-Bürgermeister Georg Schäfer es einmal formulierte, als 'Städtchen mit Herz'.

Wir halten es da lieber mit dem 'Schäfer-Schorsch und können nun ein (hoffentlich) unterhaltsames Büchlein vorlegen, das man entspannt durchblättern und beim Zuklappen, je nach Generationszugehörigkeit, sagen kann: 'Mensch, wie die alten damals gelebt haben' oder aber 'Ja, ja, das war sie, die gute alte Zeit', Der Begleittext ist aus diesem Grund auch meist knapp gehalten, um nicht abzulenken, sondern im Gegenteil, die Aussage der Bilder zu unterstreichen. Die Bildunterschriften wurden geschrieben nach

mündlichen Überlieferungen und unter Verwendung der folgenden Literatur: Stadt Gemsheim 1356-1981; Festschrift zur Konsekration der wiederaufgebauten katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Gemsheim a. Rh. am 1. Mai 1951; 25 Jahre Allmendfeld 1937-1962; Pilgerbüchlein Maria Einsiedel; Fritz Gutjahr, Großes Spiel einer kleinen Stadt; Weihe und Fünfzigjahrfeier der wiederaufgebauten evangelischen Kirche Gernsheim a. Rh. 1.-7. Mai 1950.

Für den Leser mit besonderem historischen Interesse sei hier dennoch ein kurzer Abriß der Geschichte Gernsheims gegeben: 50-260 n.Chr. herrschen die Römer in Gernsheim, Brückenkopf, Kastell und Zivilsiedlung werden errichtet; seit Anfang des 9. Jahrhunderts besteht hier ein Königshof; nach mehrmaligem Wechsel der Herren von Gernsheim gibt König Karl IV. unserer Stadt 1356 die gleichen Stadtrechte wie Frankfurt sie hat; um 1430 wird Peter Schöffer in

Gernsheim geboren und stirbt 1503 in Mainz; zwischen 1627 und 1667 wütet dreimal die Pest in Gemsheim; die Besetzung wechselt zwischen Spaniern, Schweden und Franzosen, Gernsheim wird mehrfach zerstört und geplündert; 1813 rücken Kosaken in Gernsheim ein; 1823 wird die Schöfferschule gebaut und 1836 das Schöfferdenkrnal errichtet; Ende des 19. Jahrhunderts beginnt die Industrialisierung auch in Gernsheim; im Ersten Weltkrieg fallen 88 Gernsheimer Soldaten; 1937 entsteht das Erbbauerndorf Allmendfeld ...

Denjenigen, die von Zahlen und Geschichte noch nicht genug haben, empfehlen wir die Lektüre des Heimatbuches der Stadt Gernsheim. Und nun wünschen wir dem Betrachter unseres Büchleins gute Unterhaltung.

1. Eine kleine Attraktion in Gernsheim ist das Peter-Schöffer-Denkmal. Zu Ehren ihres berühmten Sohnes enthüllte die Stadt Gernsheim am Donnerstag, dem 9. Juni 1836 das vom Darmstädter Hofbildhauer J.B. Scholl errichtete Denkmal. Das war damals etwas ganz Außerordentliches. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch keinem anderen deutschen Kulturträger ein solch stattliches Standbild auf einem öffentlichen Platz errichtet worden. Hier sehen wir einen Stahlstich von Johann Poppel aus dem Jahr 1849, gezeichnet von Rudolf Höfle,

2. Selbst Johannes Gutenberg, dem Erfinder der Druckkunst , wurde ein ähnliches Denkmal erst ein Jahr später in Mainz errichtet. Seinem erfolgreichsten Schüler, Vollender seiner bahnbrechenden Erfindung, weltbekannten Frühdrucker und ersten Buchverleger der Welt, Peter Schöffer (etwa 1430 bis 1503), wurde diese Ehrung bereits vor nunmehr 150 Jahren in seiner Heimatstadt zuteil. Auf diesem Bild aus dem Jahre 1893 flanieren einige Gernsheimer Bürger über den Schöfferplatz. Im Hintergrund ist das Denkmal zu sehen.

3. So sieht der Schöfferplatz heute aus. Das auf dem Stahlstich noch zu sehende Gitter ist nicht mehr vorhanden. Peter Schöffer ist nun zum Anfassen da. Im Hintergrund ist die nach dem Krieg wieder aufgebaute Schöfferschule aus dem Jahre 1823 zu sehen. Damals waren in der Schule vier Schulsäle und zwei Lehrerwohnungen verhanden. Heute beherbergt diese das Heimatmuseum, die ostdeutsche Heimatstube, die Stadtbibliothek und einen Jugendklub,

4. Das älteste uns bekannte Foto aus Gemsheim zeigt hier Elise Satorius im Juni 1868, im Alter von 8lh Jahren. Elise war die Tochter des Gemsheimer Apothekers Friedrich Satorius. Sie wurde am 21. Dezember 1859 in Gemsheim geboren und verstarb dort am 10. März 1901. Am 21. September 1891 heiratete sie Johann Andreas Frieß und schenkte diesem die Töchter Guste und Lina.

5. Hier sehen wir das Elternhaus von Elise Satonus, die Apotheke ihres Vaters Friedrich Satonus. An dieser Stelle in der MagdalenenstraBe gegenüber der alten Schöfferschule steht heute die Apotheke der Familie Baumgartner.

6. Das Gernsheimer Mühlenwesen läßt sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Die erste Erwähnung einer Schiffsmühle stammt aus dem Jahr 1670. Das Nebeneinander von Wassermühlen und Schiffsmühlen ist für das Gernsheimer Mühlenwesen charakteristisch. Dieses Bild zeigt die von Karl Dofflein im Jahre 1836 angeschaffte Rheinmühle im Winterhafen 1886/87. 1892 ersetzten die Gebrüder Dofflein ihre hölzerne Schiffsmühle durch eine eiserne, die 1898 nach Ginsheim verkauft und bis zum Herbst 1929 dort ihren Dienst versah. Diese Doffleinsche Schiffsmühle war die letzte ihrer Art in Deutschland.

7. Unser zweites Bild zeigt die Rothsche Rheinmühle bei Oppenheim um das Jahr 1910. Friedrich Nikolaus Roth erwarb diese Mühle um 1860. 1894 verkaufte er diese nach Nackenheim. Sie ging dort später bei einem Kirchweihfest unter, an dem ein starker Sturm herrschte und der Müller an Land weilte.

8. Hier sehen wir ein einmaliges Foto der Synagoge der jüdischen Gemeinde zu Gemsheim, an der gerade die Fronleichnamsprozession des Jahres 1895 vorbeizieht, Jüdische Bürger können in Gemsheim erstmals 1666 nachgewiesen werden. Die Synagoge wurde bereits 1841 geplant und 1843 begonnen. 1937 wurde das Gebäude an die Milchgenossenschaft verkauft und konnte so vor der Zerstörung in der 'Reichskristallnacht' bewahrt werden.

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