Gersweiler in alten Ansichten Band 2

Gersweiler in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Joachim Conrad
Gemeente
:   Gersweiler
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4835-1
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gersweiler in alten Ansichten Band 2'

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VORWORT

Vor ziemlich genau sechs Jahren erschien der erste Band 'Gersweiler in alten Ansichten'. Das Buch hat großes Interesse unter den Gersweiler Bürgerinnen und Bürgern gefunden, so daß wir froh und dankbar sind, daß uns der Verlag Europäische Bibliothek ZaltbommeliNiederlande beauftragt hat, einen zweiten Band zusammenzustellen. Die Bilder sind dem Archiv des Heimatkundlichen Vereins Gersweiler-Ottenhausen e.V., dem Bildarchiv der evangelischen Kirchengemeinde Gersweiler sowie den Privatarchiven Scherer/Gersweiler und Conrad/Püttlingen entnommen.

Wir widmen diese Arbeit dem ersten Vorsitzenden des Heimatkundlichen Vereins Gersweiler, Herrn Walter Neutzling, der am 8. Oktober 1989 seinen 70. Geburtstag feiern dürfte. Walter Neutzling hat sich um die Erforschung der Gersweiler Geschichte über die Maßen verdient gemacht; seine Forsehungen um die Glasbläserfamilien und die mittelalterliche Aschbachkirche seihen beispielhaft genannt.

Gersweiler, aufSt. Bartholomäus 24. August 1989

Gertrud Scherer Pastor Joachim Conrad

EINLEITUNG

Der nassauische Amtmann Christian Lex notierte im Jahre 1756 für GersweiIer 18 Häuser, die lutherische Schule und die lutherische Kirche, für Ottenhausen sechs Häuser, während beispielsweise Krughütte sieben Häuser und das noch junge KlarenthaI 28 Häuser besaßen. Waren in Gersweiler je sieben Familien katholisch und sieben lutherisch, so waren in Ottenhausen drei katholisch und nur zwei lutherisch. Doch sollten sich die Zahlen bald ändern. Bereits 1766 hält die Generaltabelle des Oberamtes Saarbrücken fest: Gersweiler (mit Ottenhausen und den zugehörigen Höfen und Mühlen) zählt 88 lutherische Haushaltungen mit 282 Bewohnern, 61 katholische mit 174 Bewohnern und sechs reformierte mit elf Bewohnern. Im Laufe des 19. Jahrhunderts steigen die Zahlen erheblich durch den Zuzug katholischer Arbeiter aus Lothringen, Belgien und dem Rheinland, so daß Carl Büch für die letzte Jahrhundertwende 450 Häuser mit 2 765 Einwohnern notiert.

Die Gemeinde entwickelte sich allmählich durch die Industrialisierung. War zuvor der 1584 gegründete Aschbacher Hof einer der größten Arbeitgeber, so traten nun erste kleine Fabriken auf den Plan, so besonders die 1846 von Wilhelm Schmidt gegründete Gersweiier Steingutfabrik, daneben aber immer noch die zum Teil im 18.

Jahrhundert entstandenen Glashütten und auch die kleine Uhrenglasfabrik.

Seit 1816 bildete Gersweiler mit Ottenhausen und Klarenthal einen Verwaltungsbezirk. Krughütte gehörte bis 1821 der Meierei Gersweiler an und war dann bis zur Vereinigung mit Klarenthai 1913 selbständig. Von 1823 bis 1851 gehörte auch Ludweiler zur Bürgermeisterei; der Bürgermeister residierte in Ludweiler. Zum 1. Januar 1953 wurde die Bürgermeisterei Gersweiler aufgelöst und Klarenthal-Krughütte selbständig. Gersweiler und Ottenhausen mit der 1715 von Matthias Oberhauser gegründeten Stangenmühle und der Siedlung Neu Aschbach blieben jedoch bis zur Eingemeindung nach Saarbrücken 1973 zusammen. Die Verwaltung saß im Gersweiier Rathaus, das Bürgermeister Josef Sprink (1823-1851) aus Privatbesitz erworben hatte. Bürgermeister August Müller (1898-1932) baute das Gebäude 1911 zweckmäßigum.

Die katholischen Christen in Gersweiier waren seit der Reformation und den späteren Réunionskriegen nach St. Johann gepfarrt. Erst 1866 wurde in einem ehemaligen Glasmagazin eine Kapelle errichtet, 1886 die Gemeinde zur Pfarrei erhoben. Die lutherische Gemeinde hatte seit der Reformation die Aschbachkirche, dann die 1617/18 gebaute Kirche an der Lindenstraße, schließlich die 1784 gebaute Kirche an der Hauptstraße. Die Pfarrei wurde abwechselnd von Malstatt und von der Rektoren des Saarbrücker Gymnasiums betreut. Der evangelische Friedhof war seit 1618 an der Lindenstraße, der katholische seit 1849 am Großen Knopf. Der gemeinsame Waldfriedhof wurde erst um 1905 in Dienst gestellt.

Die evangelische Schule ist seit dem 18. Jahrhundert nachweisbar. Eine katholische Schule wurde 1821 in der Krughütter Straße eingerichtet. Ottenhausen verfügte von 1894 bis 1960 über ein eigenes Schulgebäude, nach dessen Abriß die Aschbachschule eingerichtet wurde. 1909 ließ Bürgermeister Müller die Waldschule bauen. Wesentliche Neuerungen kamen besonders in der Amtszeit Müller (1898-1932). 1905 begann der Bau der Eisenbahnlinie St. Johann-Großrosseln. Gersweiler erhielt einen Bahnhof; 1908 wurde die Strecke eröffnet. Am 21. Juli 1907 war die Brücke zwischen Gersweiier und Burbach dem Verkehr übergeben worden; sie wurde am 13. April 1945 gesprengt und nach dem Krieg neu errichtet. 1905 lösten Gaslampen im Zuge des Gasleitungsbaus die alten Petroleumlampen als Straßenbeleuchtung ab; 1923 kam die Elektrifizierung nach Gersweiler .

Gegenüber der 1909 gebauten Waldschule ließ August Müller 1913 einen Sportplatz errichten; heute Standort der Siedlung am Sportplatz. Nachdem das Rathaus 1911 umgebaut worden war, wurde ein neues Spritzenhaus 1910-1914 in der Krughütter Straße gebaut. Der Wasserturm auf dem Hasenbühl, Wahrzeichen des Ortes, entstand 1916.

Der Aschbacher Hofging in der dreißiger Jahren in ungeteilten Besitz des Landkreises Saarbrücken und der Gemeinde Gersweiler. Dadurch wurde Bauland frei, die später 'Neu Aschbach' genannte Siedlung wurde gegründet. Der Aschbacher Hof selbst wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Pastor Joachim Conrad.

1. In der Nähe des Gersweiler Bahnhofs stand das heute verschwundene 'Schlößchen'. Es handelt sich dabei um die 1876 errichtete Villa der Fabrikantenfamilie Schmidt. Auf ein gequadertes Erdgeschoß mit drei zu vier Fensterachsen folgte ein verputztes Stockwerk und das Dachgeschoß, dominiert von einem zwei Achsen breiten Giebel in der Mitte der Langseite. Unser Bild zeigt das Gebäude 1938.

2. Im Jahre 1908 konnte die Bahnstrecke St. Johann-Großrosseln übergeben werden. Auch Gersweiler bekam eine Bahnstation. Wir sehen die den Gleisen zugewandte Seite des Bahnhofs um 1930, der sein Türmchen im Zweiten Weltkrieg verloren hat. Inzwischen dient die Bahnstrecke nur noch dem Güterverkehr, der Bahnhof wurde veräußert.

3. Von den Familienmitgliedern der Fabrikantenfamilie Schmidt seien drei besonders erwähnt:

Bergmeister Heinrich Schmidt, Gründer der Glashütte Sophienthal (Aufnahme von 1856); Steingutfabrikant und Firmengründer Wilhelm Schmidt (Aufnahme 1864) und sein Bruder Steingutfabrikant Kar! Schmidt, der vor 1890 bis zu seinem plötzlichen Tod 1901 Mitglied des GersweiIer Presbyteriums war. Bürgermeister August Müller wurde sein Nachfolger.

4. Die Gersweiler Steingutfabrik war 1846 gegründet worden und mithin einer der größten Arbeitgeber in Gersweiler. Der Antrag von Wilhelm Schmidt an der Bürgermeister von Gersweiler und Ludweiler zur Gründung datiert auf den 17. Juni 1846. Gersweiler Steingutgeschirr wurde in weitem Umfeld vertrieben und geschätzt. Unser Bild zeigt die Fabrikgebäude und den alles überragenden und das Dorfbild prägenden Meiler wohl um die J ahrhundertwende.

5. Die Steingutfabrik wurde nach dem Tode Karl Schmidts 1901liquidiert, nachdem sich kein Familienmitglied bereit erklärt hatte, den angeblich veralterten Betrieb weiterzuführen. In der Folge wurde der Gebäudekomplex veräußert, der Meiler niedergeworfen.

6. Vor 1870 wurde das Haus Eitel Schneider/Christian Schneider in der Hauptstraße errichtet. Auffällig sind die getrennten Eingänge von 'Geschäftsbereich' und 'Privatbereich' , wie es damals noch außerordentlich selten war. Vor dem Haus haben sich die Familienmitglieder zum Gruppenbild versammelt.

7. Das Haus Hammen in der Hauptstraße war Sitz der ersten Gersweiler Poststation. An der Treppe steht der Postmeister mit seiner Familie, davor noch die alte Postkutsche.

8. Bürgermeister Kar! Lichtenthäler, der von 1893 bis 1898 in Diensten stand, war der Begründer der Gersweiler Spar- und Darlehnskasse. Das Gründungsprotokoll vom 6. September 1896 wählt ihn zum Direktor und den Gerneinde-Empfänger Schoengen zum Rendanten in den Vorstand. Aus der Gersweiler Spar- und Darlehnskasse ist die heutige SaarBank hervorgegangen.

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