Gießen in alten Ansichten

Gießen in alten Ansichten

Auteur
:   Eckhard Ehlers und Dr. Friedhelm Häring
Gemeente
:   Gießen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6483-2
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gießen in alten Ansichten'

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Vorwort

Die Ursprünge Gießens liegen im Hohen Mittelalter. Die Ersterwähnung des Namens 'Giezzen' stammt aus dem [ahre 1 197. Bereits ein halbes Jahrhundert später findet der Ort - ursprünglich nur eine Ansiedlung im Schatten der Burg Gleiberg - seine Erwähnung als Stadt. 1265 ging Gießen an den hes si sc hen Landgrafen Heinrich 1. über, der den Ort in zähem Ringen gegen die Ansprüche des Erzbischofs von Mainz verteidigen mußte.

1327 wurde Gießen von Kurmainz erobert, das die Stadt aber nur kurzzeitig behaupten konnte. Schon zwei [ahre später fiel Gießen wieder an die Landgrafschaft Hessen zurück.

Die Lebensgrundlage Gießens bildete in dieser Zeit die Landund Weidewirtschaft, die den Bewohnern der Stadt ihr Auskommen sicherte. Der Aufstieg zum Wirtschaftszentrum der Region gelang Gießen im Mittelalter nicht, da der Ort durch die besondere Straßen- und Flußlage sowie durch die von Privilegien begünstigte Reichsstadt Wetzlar eine zu mächtige Konkurrentin besaß. In der ersten Hälfte des 14. [ahrhunderts errichteten die hessischen Landgrafen zur Sicherung der Stadt eine Burg - das heutige Alte Schloß. Damit nahm eine Entwicklung ihren Anfang, die bis in die Gegenwart zu verfolgen ist: Gießen wurde Festungsbzw. Garnisonsstadt.

Im [ahre 1527 führte Landgraf Philipp, 'der Großmütige', die Reformation ein. Wenige [ahre später verfügte er den Bau einer

starken Festung und des Neuen Schlosses. Nach seinemTode 1567 wurde das Herrschaftsgebiet unter seinen Söhnen aufgeteilt. Gießen ging an Hessen-Darmstadt über. Das [ahr 1607 stellt in der Geschichte Gießens einen besonderen Meilenstein dar: Am 19. Mai wurde die Stiftungsurkunde Kaiser Rudolfs Il. für eine Universität in Hessen-Darmstadt angefertigt, deren Standort Gießen wurde. Von nun an war der Ort Universitätsstadt - in gewollter Konkurrenz zu Marburg.

Im 18. [ahrhundert geriet Gießen wiederholt unter Fremdherrschaft. Sowohl im Siebenjährigen Krieg als auch in den Revolutionskriegen wurde die Stadt zeitweilig von den Franzosen besetzt. In den [ahren 1805 bis 1810 wurden die alten Befestigungswälle entfernt und die Stadt erweitert. In der Folgezeit ermöglichten die industrielle Revolution und der mit ihr einhergehende Ausbau des Eisenbahnnetzes den wirtschaftlichen Aufstieg Gießens, das 1821 auch Sitz der Kreisverwaltung wurde.

Zahlreiche weltbedeutende Persönlichkeiten des 19. [ahrhunderts sind eng mit Gießen verbunden: In den dreißiger [ahren schrieb Georg Büchner hier seine politischen Schriften; von 1824 bis 1852 experimentierte und dozierte hier der Chemiker [ustus Liebig. Von 1879 bis 1888 lehrte an der "l.udoviclana' der erste Nobelpreisträger der Physik, Wilhelm Röntgen. Und: Wilhelm Liebknecht - zusammen mit August Bebel Begründer der

Deutschen Sozialdemokratie - erblickte 1826 in Gießen das Licht der Welt.

Hinsichtlich der Stadt-und Bevölkerungsentwicklung vollzog sich besonders in den [ahren des Kaiserreiches ein bedeutsamer Wandel. Innerhalb von nur vierzig [ahren verdreifachte sich die Einwohnerzahl aufüber 30000 im Iahre 1914. Im Zuge der Modernisierung entstanden um die Jahrhundertwende ein Elektrizitätswerk und eine Kläranlage. 1907 erfolgte die Einweihung des Stadttheaters und 1909 wurden die pferdefuhrwerke von elektrischen Straßenbahnen abgelöst.

Der Erste Weltkrieg hemmte zunächst die weitere Entwicklung der Stadt. Erst nach der großen Inflation von 1923 geriet der Ausbau der Stadt wieder in Fluß. So wurde zum Beispiel ein Zivilflughafen errichtet, von dem aus bis 1934 Zubringerflüge nach Frankfurt und Berlin möglich waren.

Infolge der Nazidiktatur brachte der Zweite Weltkrieg der Stadt die bislang größte Katastrophe ihrer Geschichte. In den Luftangriffen 1944/4 S fielen mehr als zwei Drittel der Gebäude der Zerstörung anheim, und über 1 000 Einwohner verloren ihr Leben.

Heute ist Gießen - mit 7 S 000 Einwohnern und 2S 000 Studenten - in vielfacher Hinsicht das Zentrum der Region Mittelhessen. Nicht nur als Wirtschafts- und Handelszentrum, sondern auch als Kongreß-, Universitäts- und Kulturstadt nimmt

die Stadt - als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Mitte Deutschlands - eine exponierte Stellung ein.

Das vorliegende Buch 'Gießen in alten Ansichten' zeigt Motive aus der Zeit von 1880 bis 1930, die das Ambiente der alten Garten-, Garnisons- und Universitätsstadt dokumentieren will.

Die bürgerlichen Villen, die jüdischen Synagogen und manch anderes - etwa aus dem Vereinsleben - konnten im Postkartenund Fotobestand nicht ausreichend belegt werden. Dennoch ergibt sich nicht nur ein erinnerungsschwer sehnsüchtiger Blick auf das untergegangene Gießen, sondern, mehr noch, ein lebensvoller Einblick in die Wachstumsstrukturen und Veränderungen. Das Buch ist ein 'Bilderbuch' und kann die vielfältigen historischen, soziologischen und politischen Publikationen nicht ersetzen, die gerade im Jubiläumsjahr 1997/98 einen vertiefenden Blick in die Geschichte unserer Stadt ermöglichen.

1 Gesamtansicht Gießens um 1900.

Vom Corpshaus der 'Starkenburgia' im Süden der Stadt aufgenommen, erkennt man im Vordergrund die Kreuzung Ludwigstraße / Liebigstraße mit ihren typischen Häusern im Stil der Gründerzeit. Im Hintergrund sind Stadt-und Johanneskirche zu sehen.

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2 Kirchenplatz und Umgebung.

Das Luftbild von 1926 zeigt den historischen Kern des einstigen Ackerbürgerstädtchens Gießen. Das Ensemble um Kirchenplatz, Brandplatz und Altem Schloß wurde im Zweiten Weltkrieg nahezu gänzlich zerbombt.

3 Rathausdach mit Stadtkirchenturm.

Vom Mittelalter (Anfang des 16. Jahrhunderts) bis zu den Bombennächten im Dezember 1944 überragten - trotz mancher baulicher Veränderungen - Rathaus und Stadtkirchenturm das Alte und Neue Gießen. Nur der Stadtkirchenturm von 1485 ist seit 1979, als man die Turmhaube wieder aufsetzte, wieder Orientierungspunkt des historischen Zentrums der Stadt.

4 Burgmannenhäuser um 1900.

Zeugen mittelalterlicher und barocker Fachwerk-Baukunst sind die im 14. und 18. [ahrhundert entstandenen Burgmannenhäuser - hinter der Stadtkirche in der GeorgSchlosser-Straße 2. Den Gießenern sind sie als 'Lcib sches' und 'vvallenfells'sches' Haus bekannt. Als schönes Beispiel für die Sanierung und Rekonstruktion alter Bausubstanz beherbergen sie seit 1978 und 1987Teile des Oberhessischen Museums.

5 Das 'Leibsehe Haus' um 1900.

Das Haus der [unker von Rodenhausen in der Gleibergsehen Burg gilt als eines der ältesten Fachwerkhäuser Hessens. Sein Bau wird auf die Mitte des 14. Jahrhunderts datiert. Am 1. Mai 1 873 eröffnete Carl Leib sen. hier sein Maler- und Vergoldergeschäft. Seit September 1978 sind in diesem Baudenkmal die Abteilungen für Stadtgeschichte undVolkskunde des Oberhessischen Museums zu besichti-

gen.

6 Ebelsche Scheuer vor 1900.

Zu Gießens prächtigsten Fachwerkhäusern und Scheunen des 17. Jahrhunderts gehörte die 'Ebelsche Scheuer' in der früheren Zozelsgasse. Das Gebäude wurde 1936 abgerissen.

7 Rokokodiele am Brandplatz vor 1900.

Irn historischen Stadtkern AltGießens gab es manches Kleinod künstlerischen Bauhandwerks zu bestaunen. Vor allem die dekorativen Treppengeländer einiger Bürgerhäuser waren der Stadt eine Zierde.

8 Hof des Weiselsehen Hauses.

Eines der reizvollsten Fachwerkhäuser des 16. [ahrhunderts war das 'Jan- WeiselscheHaus' in der Sonnenstraße 6. In diesem stattlichen Renaissancegebäude wurde 1807 der Gießener Volksschriftsteller Rudolf OeserGlaubrecht geboren.

Der Seitenbau des Hauses

- mit seiner prächtigen zweigeschössigen Hoflaube suchte in Gießen seinesgleichen.

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