Glücksburg in alten Ansichten Band 2

Glücksburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Schlütter
Gemeente
:   Glücksburg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6505-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Glücksburg in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Wie man aus Resten von Hünengräbern und Steinwerkzeugfunden entnehmen kann, hat es schon sehr früh im Raum Nord-SchleswigHolsteins, so auch rund um das heutige Glücksburg, menschliches Leben gegeben. Es waren wohl Seefahrer, Fischer undjäger, die hier vor etwa 5 000 Jahren am Wasser und in den Wäldern und Sümpfen wohnten. Auch einige Heldensagen weisen auf diese Art von Besiedelung hin. Schauby, ein Walddorf, war der Vorgänger Glücksburgs und bestand vermutlich bis ins 16. Jahrhundert. Aber Belege, wie Schriften oder Urkunden, gibt es aus dieser Zeit nicht.

Über die Zeit nach 1200 wissen wir etwas mehr, aber die Geschichte läßt sich nicht lückenlos darstellen, wenn es auch etwas leichter ist, einiges nachzuweisen.

Zisterziensermönche waren es, die die Entwicklung der Region vorantrieben. Aus nicht ganz geklärten Gründen hatten sie ihr Kloster Gundholm bei Schleswig verlassen und zogen mit Hab und Gut nach Norden. KönigWaldemar schenkte den Klosterbrüdern das Gebiet rus regis und in einem Vertrag (Husby, September 1209) wurden ihnen Steuereinnahmen von Broacker, Munkbrarup und Grundhofzugesichert. In dem Vertrag wurde festgelegt, daß das Klostergebiet aus dem Hardesbereich (Amtshoheit) ausgeklammert werden sollte. Somit hatten die Mönche ihre eigene Rechtsform.

Aus den nächsten dreihundert Klosterjahren ist nur wenig bekannt und belegt. Nur Grundmauerreste und einige Gräber der Mönche auf dem Grund des Schloßteiches sind Zeugen. Fest steht aber, daß die Zisterzienser, die als fleißige Praktiker bekannt waren, hart gearbeitet haben. Durch Regulierung kleiner Wasserläufe, Aufschüttung von Dämmen, Bau von Schleusen, Trockenlegung von Sümpfen, Anlage von Fischteichen und Rodung nicht zu nutzender Waldflächen, entstand ein bewohnbares Gebiet. Die Versorgung war gesichert. Brot, Fleisch und Fisch boten gute Nahrung. Es gab gutes Wasser, hinzu kam als Besonderheit das selbstgebraute Bier. Das Ende des Klosters nahte 1582.

Johann der Jüngere (1545-1622) hatte von seinem Vater, Christian HL, ein reiches Erbe übernommen, zu dem auch das spätere Glücksburg gehörte. Johann entschloß sich, seinen Wohnsitz nach hier zu verlegen und erbaute ein Schloß; die Mönche wurden vertrieben. Sein Sohn Philipp übernimmt das Erbe von seinem Vater und wird erster Herzog von Glücksburg.

Das Herzoghaus, das heißt der Hof mit all seinen Möglichkeiten, bestimmte in den nächsten Jahrhunderten Wohl und Wehe der Bürger. Die Einwohnerzahl wuchs. Nicht nur, daß das Schloßpersonal im Ort wohnte, auch wurden Zulieferer benötigt, Gäste der Herzöge mußten untergebracht und versorgt werden.

Die Nachfolger Johann des Jüngeren, Philipp (1584-1663) und Christian (1637 -1698), haben erfolgreich gewirkt. Unter Philipp wurde die PredigersteIle am Hof eingerichtet. So wurde man unabhängig

vom Kirchspiel Munkbrarup. In Herzog Christians Regierungszeit entstanden die Dörfer Kobbellück, Schiedenhohlweg und Schausende, alle bestückt mit kleinen KatensteIlen. Der heutige weiße Saal im Schloß entstand, der bisherige Kornboden wurde entsprechend umgebaut, auch der Vorgänger des Kavalierhauses wurde gebaut. Christians Erbe, Philip-Ernst (1673-1729) verwirklicht einen alten Plan, 1711 ordnet er die Einrichtung einer Schule an und 1712 wird der Friedhof'Zum heiligen Kreuz' geweiht. 1717 brennen Bäckerei und Brauerei (auf dem Schloßhof gelegen) ab und werden nicht wieder aufgebaut. Der Umbau der Schloßkapelle wird beendet. Der Nachfolger, Herzog Friedri eh (1701-1766), tritt 172 9 die Nachfolge an. Er verlegt das Vorwerk, nahe dem Schloß gelegen, auf die Brusmarker Höhe. Auf dem Gelände des Bauernhofes entsteht der Schloßpark und im Park wird 1743 die erste Orangerie erbaut (Abriß 1809). Als Herzog Friedrich 1766 stirbt, übernimmt Herzog Friedrich Hinrich Wilhelm das Erbe. Er regiert aber nur dreizehn Jahre. Da er kinderlos stirbt, erlischt die alte Linie Schleswig -Holstein -Glücks burg.

Für Glücksburg beginnen schwerejahre. Die dänische Krone übt ihr Recht als Oberhoheit aus, der Ort wird der Munkbrarupharde zugeteilt und gehört zumAmt Flensburg.

Mit dem Ende einer Hofhaltung des herzoglichen Hauses griff Armut um sich. Das zahlreiche Personal wird nicht mehr benötigt. Nur sehr wenige Bedienstete verblieben bei der Herzogin-Witwe Anna Caroline (1 75 1-1824). Diese entfaltete eine segensreiche Tätigkeit zum Wohl der Armen. Sie selbst lebte sehr bescheiden. In diese Zeit fällt die Gründung der Glücksburgischen Friedrichsgarde (1801). Als Anna Caroline 1824 stirbt, ist das Schloß ohne Bewohner, die Herzogin-Witwe hinterläßt im Volk viele Trauernde.

1825 wird dem Schwager des dänischen Königs, Friedrich Wilhelm von Holstein-Beck, das Schloß überlassen, ihm wird der Herzogtitel verliehen. Damit beginnt die jüngere Linie der Glücksburger Herzöge. Damals soll Glücksburg 670 Einwohner gehabt haben. Herzog Wilhelm, wie er genannt wurde, starb 183 1. Seine Witwe Louise Caroline, Tochter des Landgrafen von Hessen und Statthalter des Königs, muß das schöne Leben aufSchloß Gottorf verlassen (1836), Schloß Glücksburg wird ihr als Witwensitz zugeteilt. Das Leben im Schloß ist von Einfachheit geprägt, im Ort ändert sich die Lage erst zum besseren, nachdem 1842 der Ort die Fleckengerechtigkeit zugesprochen bekommt. Außer dem zweimal jährlich stattfindenden Markt beinhaltet das neue Recht noch einige Vorteile. Schwere Zeiten aber weiterhin in der ganzen Nord-Region, bedingt auch durch die Freiheitskriege 1848-1851.

Von 1854 an bis zu seinem Tode 1863 bewohnt der dänische König Friedrich VII. das Schloß Glücksburg als Sommerresidenz. Der Glücksburger Prinz Christian wird als Christian IX. neuer dänischer König und regiert in Kopenhagen.

In diesen Jahren trennen sich die Entwicklungen der Stadt von denen des Herzoghauses. Der dänische Krieg wird 1864 beendet, eine deut-

sche Aera beginnt. 1868 besucht der preußische König das Schloß und Glücksburg. Nach der Reichsgründung entwickelt sich der Fremdenverkehr, 1872 wird das erste Glücksburger Curhaus eröffnet. Die Stadt Flensburg wird Garnisonsstadt (Duburgkasernen 1876-1878), Marine in Mürwik ab 1902. Von dieser Entwicklung profitiert Glücksburg, 1900 bekommt Glücksburg Stadtrecht, 1 464 Einwohner werden gezählt. Es gibt noch einen Herzog, aber nichts mehr zu regieren. Schleswig-Holstein ist preußische Provinz geworden innerhalb des Deutschen Reiches. 1890 (Manöver im norddeutschen Raum) und 1905 (Coburger Hochzeit) weilt der Kaiser in Glücksburg, bedingt durch die verwandtschaftlichen Beziehungen zum Herzoghaus.

Die beiden Weltkriege werfen Glücksburg weit zurück in der Entwicklung.

Dank sagen möchte ich all denen, die mir in den letztenjahren alte Originalfotos zur Verfügung stellten, um die Reproduktionen in meine große Sammlung einzureihen. Auch mit Informationen und Hinweisen aufPersonen waren mir viele behilflich.

Mit Ausnahme von zwei Fotos hat Herr Horst Schübeler alle Reproduktionen mit viel Mühe, Geduld und Genauigkeit für mich gemacht, wofür ich ihm herzlich danke.

Friedrich Schlütter

1 Als König Christian lIl. 1559 starb, wurde das Erbe unter seinen drei Söhnen aufgeteilt. Nachdem Bruder Magnus auf seinen Anteil verzichtet hatte, erhielt der jüngste Sohn [ohann der Jüngere, auch Hans der Jüngere genannt (geb. 1545), am 27. [anuar 1564 anläßlich des Landtages zu Flensburg die Ämter Sonderburg, Norburg, Insel Aeroe, Stadt und Amt Plön, dazu Amt Ahrensbök und Anteile an Steuereinnahmen von etwa 4000 Talern jährlich zugesprochen. 1581 folgten dann noch Glücksburg und einige Güter als Erbteil. Die Übernahme Glückburgs bewirkte, daß [ohann sofort Pläne in Gang setzte, um die Kultivierung der Landschaft voranzutreiben. Im Dezember 1582 schloß er einen Vertrag mit dem Baumeister Karies zum Bau eines Schlosses, denn

[ohann wollte sich hier niederlassen. Ein Bauplatz wurde schnell gefunden. Das Kloster, jetzt Rudekloster genannt, wurde abgerissen und die Mönche vertrieben. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt, man kann nur vermuten, daß sie nach Norden weiterzogen. Der Name Glücksburg ist wohl herzuleiten von der Wappeninschrift über dem Schloßportal. GGGMF (= Gott gebe Glück mit Frieden, oder die andere, nicht ganz so bekannte Version: Gottes Güte gibt mir Frieden). [ohann der Jüngere stirbt 1622, war zweimal verheiratet und hinterließ 23 Kinder.

2 Aus dem [ahre 1892 stammt dieser Stahlstich mit dem Schloß im Mittelpunkt, links dem Kavaliershaus mit Nebengebäuden des Schloßhofes. Zwischen beiden herzoglichen Bauten sind einige Häuser der Großen Straße im Hintergrund zu erkennen.

3 Das Foto des Kavaliershauses wurde 1893 von Charlotte Kruse, der Glücksburger Fotografin, aus einer Dachluke des Schlosses' geschossen'. Zwei ihrer Freundinnen berichten in ihren Tagebuchaufzeichnungen, daß Charlatte diese Aufnahme unter Lebensgefahr gemacht hätte. Das erste, eingeschossige Kavaliershaus brannte 1786 ab, wurde aber sofort zweigeschossig wieder aufgebaut.

4 Auch dieses Foto von Charlotte Kruse stammt aus demjahre 1893. Offensichtlich hat sie damals eine ganze Serie Schloßbilder erstellt. 1717 hatte Herzog Philip Ernst den Umbau der Kapelle beendet.Auch die Nebengemächer hatten eine Änderung erfahren. So entstand das herzogliche Kirchenzimmer mit einem großen fünfteiligen Fenster zum Kapellenraum hin.

5 Unter der Regie von Herzog Friedrich gründet 1 762 der Hofprediger Propst Philipp Ernst Lüders die AckerAkademie. Schon unter Herzog Philipp (1584-1663) war die Hofpredigerstelle eingerichtet worden. Die AckerAkademie muß man sich nicht als feste Schule vorstellen, sie war vielmehr eine lockere Diskussionsrunde über Agrar-Fragen. Die Probleme der Landwirtschaft lagen dem Prop sten viel näher als seine Predigten. Er schrieb viele kleine Aufklärungsschriften über landwirtschaftliche Fragen und sein Hauptanliegen war der Kartoffelanbau. Ihm ist die Einführung dieses neuen Nahrungsmittels zu verdanken.

Propst Philipp Ernst Lüders (1702 bis 1786)

6 Unter Herzog Friedrich (1701-1766) wurde im Iahre 1743 die erste Orangerie gebaut. Der Herzog hatte das Vorwerk (ein Bauernhof zur Versorgung des Hofes) aus diesem Raum auf die Brusmarker Höhe verlegt und den Schloßpark anlegen lassen. Sehr viel genutzt wurde das Haus aber nicht und im Iahre 1809 brach man die Orangerie wegen Baufälligkeit ab. 1827 entstand das neue Gebäude, das man heute im Schloßpark noch vorfindet.

7 Herzogin Anna Caroline

(1 75 1-1824) heiratete 18jährig den Herzog Friedrich Hinrich Wilhelm. Die Ehe blieb kinderlos und die alte linie des Herzoghauses erlosch. In zweiter Ehe heiratete sie Karl Friedrich Ferdinand von BraunschweigBevern. Auch diese Ehe bleibt kinderlos, als der Ehemann 1809 stirbt. Die Witwe erweist sich als große Wohltäterin GlÜckburgs. In ihrer Zeit wird 1794 die sogenannte Industrieschule gegründet, in der auch Jungen Handarbeiten machen, die sonst nur Mädchen vorbehalten sind. 1801 wird die Friedrichsgarde gegründet, 1803 folgte die Kindergilde den Erwachsenen nach. Die Umbauten

1 81 3 arn Schloß haben zur Folge, daß die kleinen Giebel entfernt werden. 1 81 5 wird ein alter Traum verwirklicht: eine zweiklassige Schule wird

am Postplatz eingeweiht.

Zwei Stiftungen gehen auf Anna Caroline zurück: 1 81 8 die Spar- und Darlehnskasse und 1823 das Carolinenstift. Als die verehrte Witwe stirbt, ist die Trauer im Ort groß. Auf eigenen Wunsch wird Anna Caroline auf dem 'alten Friedhof' bestattet. Inmitten alter Lindenbäume kann man ihr Grab heute noch finden.

8 Der dänische König Friedrich VII. (1808-1863) richtete 1854 das Schloß als seine Sommerresidenz ein, nachdem das dänische Königshaus 1779 als Eigentümer den bisherigen Herzogsitz übernommen hatte. Anna Caroline behielt aber Wohnrecht bis zu ihrem Lebensende. Mehrere Monate im [ahre weilte der König Friedrich VII. nun in Glücksburg. 1828 heiratete er die Prinzessin Wilhelmine Marie (Tochter des Königs FriedrichVI.). 1837 wurde die Ehe aufgehoben, wahrscheinlich wegen Kinderlosigkeit, auch die zweite Ehe blieb ohne Nachwuchs. Der König ließ sich dann 'zur linken Hand' trauen mit derTänzerin Luise Christiane Rasmussen, die er als Gräfin Danner in den Adelsstand erhob. Der König war nicht sehr beliebt in Glücksburg, er galt als launisch und nicht zuver-

lässig. In seiner 9jährigen Residenzzeit wurde das Schloß neu ausgestattet, die heute noch zu sehenden Gobelins und Ledertapeten stammen aus dieser Zeit. Als Friedrich VII. 1863 starb,

mußte der übergroße und überschwere Sarg durch das herausgenommene große Fenster über dem Schloßportal herausgehievt werden, ein Transport über die engen Wendeltreppen war nicht

möglich. Das Foto zeigt den König mit der Gräfin Danner, die 1874 einsam und in Adelskreisen nicht geachtet in Kopenhagen starb.

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