Glinde in alten Ansichten

Glinde in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Jendert
Gemeente
:   Glinde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1517-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Glinde in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Es ist erstaunlich, wie gerne sich die Menschen an die 'gute alte Zeit' erinnern. Erstaunlich deswegen, weil die Menschen in früheren Jahrzehnten wesentlich mehr entbehren mussten und lange nicht den hohen Lebensstandard besaßen, wie die meisten Menschen in der Gegenwart. War es die Ruhe, die Ausgeglichenheit, die die Zeit so lebenswert erscheinen lässt, oder machen die Menschen sich ganz einfach etwas vor? Ich glaube, es liegt im Menschen, das Schlechte schnell zu vergessen und eine Reihe von schönen Erlebnissen in Erinnerung zu behalten und sie global als einfach gut zu registrieren.

Besondere familiäre Begebenheiten oder lohnende Objekte werden fotografisch festgehalten. Blättert man in einem Album, wird oft die Frage gestellt: 'Weißt du noch?' Wie schön, wenn einem die Vergangenheit soviel geben kann. Geschichte ist Vergangenheit und Geschichte, insbesondere Heimatgeschichte ist wieder 'in'. Sie ist besonders lebendig, wenn sie in Bildern dargeboten wird. Um dieses Lebendige zu erhalten und zu fördern, ist es an der Zeit, Großmutters Schubläden zu untersuchen und allgemein interessierende Bilder für die nachkommenden Generationen sicherzustellen. Sicherlich ist es in einem großen Ort mit vielen alten, schönen Gebäuden und einer reichen Vergangenheit leichter an gutes Bildmaterial heranzukommen als in einem ehemals kleinen Ort, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg strukturell völlig verändert hat und enorm gewachsen ist. Glinde bei Hamburg gehört zu diesen Orten. Begünstigt durch die zentrale Lage zur Weltstadt Hamburg im Westen und das Naherholungsgebiet Sachsenwald im Osten ist eine Besiedlung im großen Maße erfolgt.

Dieses Wachstum ist nicht unorganisch, sondern nach dem Willen der Planer langfristig betrieben. Glinde ist nicht nur eine 'junge Stadt mit Zukunft', wie es in einem Werbeslogan heißt, sondern auf jeden Fall ein Ort im Grünen. Neben dem Glinder Horst im Süden, einem ehemaligen großen Bruchwaldkomplex mit Namen 'Asbrook' und den Laub- und Nadelwäldern im Norden, bestehen im ganzen Ort alte Baumbestände und Park- sowie Grünanlagen. Bei der Planung einer lukrativen Ortsmitte standen die Planer zu Beginn der sechziger Jahre vor einer schwierigen Aufgabe durch den Standort der Gutsgebäude und eine Reihe alter Häuser mitten im Ort, die einer sinnvollen Ortsmitte-Planung im Wege standen. Diese Gebäude gehörten zum jahrhundertealten Kern des ehemaligen Bauerdorfes Glinde. In diesem Buch können sie der Vergangenheit angehörig bewundert werden. Um das Buch lebendiger zu gestalten, sind zusätzlich Bilder aufgenommen worden, die einen Einblick über das alltägliche Leben vom alten Glinde geben; Bilder von historischem Wert. Glinde ist in früheren Jahrhunderten kein bedeutendes Dorf gewesen, obwohl es uraltes Siedlungsgebiet ist. Nach den prähistorischen Funden im Gemeindegebiet kann davon ausgegangen werden, dass bereits eine Besiedlung in der Jungsteinzeit erfolgte. Feuersteinbeile, Felsgesteinsäxte, Schaber und Klingengeben hiervon Zeugnis. Auch aus der folgenden Bronze- und Eisenzeit sind eine ganze Reihe von Kulturresten gefunden worden. Insbesondere ist beim Bau des

Heereszeugamtes im Jahre 1936 der Urnenfriedhof Nummer 3 der Landesaufnahme entdeckt worden, aus dem bronzezeitliche Urnen, Schmuckstücke und Waffen sichergestellt werden konnten. Optisch begegnet man dieser Zeit im Anblick der noch erhaltenen Hügelgräber. Eines dieser Hügelgräber finden wir im Ortskern. Von der Möllner Landstraße aus ist es im 'Engelspark' mit Buchen bewachsen, zu sehen. Welche Gemeinde kann sich rühmen an zentraler Stelle solch ein Kleinod ihr Eigen zu nennen? Die geschriebene geschichtliche Zeit beginnt für Glinde im Jahre 1229. In einer Urkunde vom 25. März 1229 schenkt Graf Adolf IV. von Holstein seinen Besitztum Glinde mit allen Rechten, den Abgaben, der Mühle, den Wiesen, Weiden und Wäldern dem unweit gelegenen Maria-Magdalenen-Kloster in Hoibek zur Unterstützung der Ernährung der dort dienenden Zisterzienserinnen. Damit wurde Glinde der klösterlichen Oberherrschaft einverleibt, die drei Jahrhunderte währte. Alle Gewalt ging während dieser Zeit vom Kloster aus, das sich in weltlichen Dingen eines Propstes bediente. Die Bauern mussten für die Nutzung der Acker, Wiesen und Weiden hohe Abgaben an das Kloster entrichten, das seinen endgültigen Sitz in Reinbek gefunden hatte. Nach der Reformation kam es verhältnismäßig schnell zur Auflösung des Maria-Magdalenen-Klosters in Reinbek. Im Jahre 1529 kaufte König Friedrich I. von Dänemark den ganzen Klosterbesitz mit den Klosterdörfern. Der Kaufbrief ist neben der Feststellung, daß Glinde ab diesem Zeitpunkt wieder einer staatlichen Obrigkeit untergeordnet wurde,deshalb besonders interessant, weil in ihm zwei Dörfer, nämlich Bünebüttel und Hanevall, nicht erwähnt werden. Diese beiden Dörfer lagen früher auf dem jetzigen Gemeindegebiet von Glinde. Daraus ist zu folgern, dass Glinde ursprünglich recht klein gewesen sein muss. Alte Flurbezeichnungen erinnern noch an diese längst vergangenen Dörfer.

Es ist davon auszugehen, dass dieser Landzuwachs von den im Jahre 1577 nachgewiesenen fünf Hufnerstellen des Dorfes Glinde genutzt wurde. Die Gebäude der fünf Hufen lagen verhältnismäßig eng beieinander. Sie umfassten den Komplex Möllner Landstraße, Dorfstraße und Glinder Au. Daneben gab es zu diesem Zeitpunkt in Glinde nur noch ein weiteres Gebäude: Die Wassermühle am Mühlenteich. Die Einwohnerzahl wird für Glinde im Jahre 1634 mit einundfünfzig Einwohnern angegeben. Dieser kleine, nur gestreifte, geschichtliche Ausflug war erforderlich, um auf die Vergrößerung und die Keimzelle des Ortes Glinde zu kommen. Wo aus der mittelalterlichen Besiedlung Glinde entstand. besteht auch weiterhin die Ortsmitte. Von hier werden die Geschicke des Ortes geleitet. Dorfplatz und -teich gibt es nicht mehr. Auf dem Gelände des früheren 'Paradiesgartens' ist heute der Marktplatz mit seinen Geschäftsreihen. Wo einst die Schäferkate stand, leitet heute der Bürgermeister die Verwaltung. Das Gutshaus bleibt auf dem Anwesen der früheren Bauernvogtei bestehen. So ändern sich die Zeiten. Die rund zwölftausend Einwohner von Glinde haben mit diesem Buch Gelegenheit. ihr altes Glinde kennenzulernen oder auch ihre Erinnerungen aufzufrischen. Ein Glinde, dass es heute nicht mehr gibt!

1. Das Wappen der Gemeinde Glinde zeigt geteilt von Gold und Blau oben ein wachsendes rotes Mühlrad, das nicht nur einen Hinweis auf die alte Glinder Mühle gibt, sondern auch die Industrie von Glinde symbolisieren soll. Der untere Teil ist mit einem durchgehenden Schräggitter, dem Glint, wonach der Ort Glinde benannt ist, versehen, dessen Zwischenräume mit je einem dreiblättrigen Kleeblatt gefüllt sind. Das Kleeblatt ist ein Hinweis auf den Ort im Grünen.

2. Das Vaterhaus der Alma Suck. Es wäre töricht, wollte ich dieses Haus, an der Glinder Au in der Dorfstraße gelegen, beschreiben. Die Bewohnerin Alma Suck hat es im Jahre 1900 so trefflich beschrieben, dass man nichts mehr hinzufügen sollte. Lauschen wir ihren lyrischen nebenstehenden Versen:

3.

Mein Vaterhaus

Fern von dem Weltgetriebe in stiller Einsamkeit verlebte ich die Jahre der glücklichen Jugendzeit.
Da steht, von Linden beschattet, mein liebes Vaterhaus,
dort wohnen noch meine Lieben, dort ging ich als Kind ein und aus. Die grünen Zweige neigen sich freundlich zum Fenster herein,
und abends glänzt durch die Scheiben der Sonne goldiger Schein. Nicht fern von den Lindenbäumen da stehen in stolzer Pracht
drei hohe, mächtige Eichen, als hielten sie dort Wacht.
Die einst sie gepflanzt dort haben und treu gehegt und gepflegt, deckt nun schon längst der Rasen, wo man sie zur Ruh' gelegt. Und weiter sehe ich im Garten der Bäume große Zahl,
an deren Früchten wir Kinder gelabt uns so manches Mal. Wenn in des Sommers Tagen die Luft so drückend und schwül, wie war es dann im Schatten am Rande des Baches so kühl, Wie floss das Bächlein am Garten so silberklar entlang,

umschattet von Büschen und Bäumen umtönt von der Vögelein Sang. Wie klang aus dem nahen Gebüsche, wenn sich geneigt der Tag
und leise die Nacht sank hernieder, so süß der Nachtigall Schlag.
Und waren die muntern Sänger, gezogen übers Meer,
und wehten raue Winde, so kalt vom Norden her,
war rings die Erde gehüllt, in Winters Nacht und Graus, wie schön was dann im lieben, im vertrauten Vaterhaus! Ihr Räume, drin ich genossen der Kindheit reinstes Glück,
wie lenk ich so gern aus der Ferne die Schritte nach euch zurück.

Alma Suck

4. Das Ehepaar Suck. Der Anbauer Hinrich Suck gehört zu den größen Persönlichkeiten in der Geschichte der Gemeinde Glinde. Achtundzwanzig Jahre hat er als Gemeindevorsteher die Geschicke der Gemeinde geleitet. Als er am 3. April 1919 auf sein silbernes Jubiläum als Gemeindevorsteher zurückblicken konnte, wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Die Delegierten der Gemeindevertretung überbrachten ihm Glückwünsche und als Zeichen des Dankes einen bequemen Ruhesessel mit den eingravierten Namenszügen der Gemeindevertreter.

5. Mit diesem Schreiben des königlichen Landrats, damals noch in Wandsbek, wurde der Anbauer Hinrich Suck in seinem Amt als Gemeindevorsteher der Gemeinde Glinde bestätigt. Obwohl er zunächst für sechs Jahre gewählt war, wurde er wegen seiner treuen Pflichterfüllung zum Wohle der Gemeinde immer wieder gewählt und hielt dieses Amt achtundzwanzig Jahre inne. Die Gemeinde Glinde würdigte seine Verdienste, indem sie die heutige Straße 'Suckkoppel' nach ihm benannte.

6. Diese bronzezeitlichen Keramiktöpfe fand man beim Bau des Heereszeugamtes im Jahre 1936. Sie enthielten teilweise bronzene Gegenstände als Beigaben sowie Äxte und Beile aus Stein gearbeitet. Eine der Felsgesteinsäxte ist links auf dem Bild zu erkennen. Die Aufbewahrung dieser prähistorischen Funde erfolgt im Landesmuseum - Schloss Gottorp - in Schleswig. Sie sind Nachweis für eine schon früh erfolgte Besiedlung der Glinder Gemarkung.

7. Als Sönke Nissen das Gut Glinde im Jahre 1912 von Ekonomierat Franz Rudorff kaufte, stand dieses Herrenhaus im Gutspark, umgeben von schönen gärtnerischen Anlagen, einem Teich und Tennisplatz. Da es den wohnlichen Anforderungen von Sönke Nissen nicht entsprach, beauftragte er den Hamburger Architekten Odt, eine innere und äußere Umgestaltung vorzunehmen. Imponierend ist die mächtige holzgetäfelte Halle mit ihrem gewaltigen Kamin. In dieser Halle haben große gesellschaftliche Ereignisse stattgefunden. Das Produkt der großzügigen äußeren Erweiterungsbauten sehen wir im Vergleich zum neuen Gutshaus.

8. Um das Leben und Wirken Sönke Nissens zu würdigen, könnte hier allein ein ganzes Buch geschrieben werden. Auf begrenztem Raum kann sein Wirken nur angedeutet werden. Als typischen Friesen zeichnete ihn eine ausgeprägte Willenskraft und ein menschenfreundliches Gemüt aus. Trotz seines in Afrika erworbenen Reichtums blieb er selbst bescheiden und großzügig anderen gegenüber. Für die Glinder wurde er zum Wohltäter. Als zum Beispiel andere Hofbesitzer eine Weihnachtszuzendung an ihre Arbeiter ablehnten, schenkte Nissen jedem Kind seiner Leute einhundert Mark. Zum Wohle Glindes hat er sich dl eh mehrere Stiftungen ausgezeichnet. Sein Werk lebt im Sönke-Nissen-Nachlaß fort.

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