Güntersleben in alten Ansichten

Güntersleben in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Josef Ziegler
Gemeente
:   Güntersleben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5617-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Güntersleben in alten Ansichten'

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Güntersleben in der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts und in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts ist das Thema des vorliegenden Bandes. Bilder und begleitende Texte, die auch einige übergreifende Zusammenhänge und Entwicklungen aufzeigen möchten, sollen einen Eindruck davon vermitteln, unter welchen Bedingungen die Menschen in einer Landgemeinde mit damals etwa 1 200 Einwohnern zu dieser Zeit lebten. Die Darstellung von Situationen und Ereignissen soll zeigen, wie eine dörfliche Gemeinschaft, die weit mehr als heute auf sich gestellt war, mit den ihr zur Verfügung stehenden bescheidenen Möglichkeiten versucht hat, ihr Eigenleben zu entfalten und Anschluß an die mehr und mehr von außen vorgegebene Entwicklung zu halten.

Das Buch will und kann dabei keineswegs eine vollständige und systematische Darstellung der Lebensverhältnisse und Gegebenheiten dieser Zeit geben. Diese sind zu vielschichtig, um in einer Darstellung dieses Umfangs wirklich erfaßt werden zu können. Eine Rückschau über ein halbes Jahrhundert später wird zudem immer nur ein Versuch bleiben, Vergangenes zu verstehen und richtig einzuordnen. Schließlich und entscheidend hing es auch von der Zufälligkeit der zur Verfügung stehenden Bilder ab, welche Aspekte in die Beuachturig einfließen konnten.

Die abgedruckten Aufnahmen stammen aus privatem Besitz und sind zum großen Teil im Archiv erfaßt, das der Verein der Fotofreunde für die Gemeinde in den letzten Jahren aufgebaut hat. Allen, die durch die Bewahrung und Überlassung der historischen Aufnahmen mit dazu beigetragen haben, auf diese Weise die Erinnerung an die Vergangenheit unserer Gemeinde wachzuhalten, sei herzlich gedankt.

1. So stellte sich Güntersleben zu Beginn unseres Jahrhunderts dem Betrachter dar, der sich von Süden aus Richtung Veitshöchheim dem Dorf näherte.

Damals wie heute wird das Ortsbild beherrscht von der Kirche. In ihren ältesten Teilen wohl um die Wende des 12. Jahrhunderts angelegt. wurde sie mit Bedacht auf sicherer Anhöhe über dem Dürrbachtal gebaut. Hier war man vor Überschwemmungen geschützt und konnte herannahende Gefahren frühzeitig erkennen.

Die Kirchenburg sollte den Ortsbewohnern in unsicheren Zeiten Schutz und Zuflucht bieten. Daher war der Kirchhof ursprünglich mit einem geschlossenen Mauerring umgeben. In Gaden, die als eingeschossige unterkellerte Bauten von innen an die Mauer gebaut waren, konnten Vorräte gelagert wurden und vorübergehend auch Mensch und Vieh unterkommen. An die Stelle dieser Befestigungsanlagen wurden später um die Kirche die Schule, der Pfarrhof und das Rathaus gebaut. Sie bildeten damit die einheitliche Mitte des geistlichen und weltlichen Lebens im Dorf.

Den nach Süden und nach Osten abfallenden Kirchberg hinab und sich allmählich in den Tallagen ausdehnend bauten die Ortsbewohner ihre Häuser. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren das für die 1 200 Seelen etwa 250 Anwesen. In der kleinbäuerlich geprägten Gemeinde handelte es sich dabei in der Mehrzahl um kleine Gehöfte, die sich in engster Nachbarschaft aneinanderreihten.

In kaum veränderter Form bildete so die Gemeinde bis nach dem Zweiten Weltkrieg auch äußerlich eine überschaubare und in sich geschlossene Einheit. Erst mit der vorwärts drängenden Entwicklung der letzten Jahrzehnte wurde der über Jahrhunderte gewachsene Rahmen zu eng. Die Bebauung mit heute über 900 Wohnhäusern für rund 4 000 Einwohner hat die Täler zu Füßen des Kirchbergs verlassen und längst die auf dem Bild noch unbebauten Hänge um den alten Ortskern erklommen.

Die zentralen Einrichtungen der Gemeinde verteilen sich inzwischen über den Ort. Die frühere Geschlossenheit gibt es auch äußerlich nicht mehr.

2. Steil und unbequem war der Anstieg zur Kirche. Erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts ließ der damalige Pfarrer P. Ignatius Gropp den Aufgang zum Torbogen durch eine große Treppenanlage etwas gefälliger gestalten.

Die Aufnahme aus der Zeit um 1924 zeigt den Treppenaufgang mit dem kurz zuvor aufgestellten Mahnmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs.

Über den Torbogen als ehemals einzigem Zugang zur geschlossenen Kirchenanlage war 1638 das erste Schulhaus für das Dorf gebaut worden. Neben dem Unterrichtsraum befand sich in dem Gebäude noch die Wohnung für den Schulmeister; er war zugleich Mesner und Lehrer und konnte von hier aus den Kirchhof überwachen.

Das Gebäude, das heute das Alte Rathaus genannt wird, wurde erst um die Mitte des letzten Jahrhunderts Sitz der Gemeindeverwaltung, nachdem die Schule in den größeren Neubau neben der Kirche, das heutige Kolpinghaus, umgezogen war. Zuvor tagte die Gemeindeverwaltung in dem Gebäude am linken Bildrand, das damit das erste Rathaus von Güntersleben war.

Zwischen den beiden Gebäuden ist der Zugang zu dem Raum sichtbar, der ehemals als Gewahrsam zur vorübergehenden Unterbringung von Übeltätern diente.

Rechts an das ehemalige Rathaus schließt sich hinter der hohen Mauer das Pfarrhaus an. Es wurde 1688 vom Kloster St. Stephan gebaut, dem bis 1802 das Besetzungsrecht für die hiesige Pfarrstelle zustand.

3. Ob die Bastion, der vorspringende Erker in der hohen Mauer um den Pfarrhof, noch im Zusammenhang mit der ursprünglichen Ausgestaltung des Kirchenbereichs als Wehranlage steht, läßt sich nicht mehr ergründen. Jedenfalls konnte man von diesem Aussichtstürmchen , das vom Pfarrgarten aus zugänglich war und hier auf einer Darstellung aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende zu sehen ist, ohne Mühe alle die Straßen überschauen, die von unten zur Kirche führen. In ihrer heutigen Bezeichnung sind das die Langgasse, die Schönbrunnenstraße, die Josef-Weber-Straße und die Kirchgasse , die hier aufeinandertreffen.

Irn Februar 1945 stürzte die Pfarrhofmauer unversehens zusammen. Dabei wurde auch der Aussiehtserker zertrümmert. Nach dem Krieg wurde die Mauer in leicht veränderter Form wieder aufgebaut. Der Erker wurde dabei jedoch nicht mehr rekonstruiert,

4. Viele Generationen haben über Jahrhunderte an der Pfarrkirche St. Maternus gebaut. An den unterschiedlichen Stilelementen, die sie in sich vereinigt, kann man die lange Baugeschichte der Kirche verfolgen, die etwa mit dem 12. Jahrhundert beginnt.

Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine weitgehend barocke Innenausstattung. Das meiste davon wurde allerdings beim großen Umbau zu Beginn dieses Jahrhunderts durch Werke im Stil der damaligen Zeit ersetzt. Dazu gehörte auch der Hochaltar aus dem Jahr 1716. Er ist hier auf einer Aufnahme aus der Zeit um 1900 dargestellt.

Über dem Altarbild ist die figürliche Darstellung des Kirchenpatrons zu sehen. Der heilige Maternus, der um das Jahr 300 als erster Bischof von Köln wirkte, ist in unserer Gegend ansonsten kaum bekannt. Wie die Kunde von ihm gerade nach Güntersleben kam, liegt im Dunkel der Geschichte. Bis zum Jahre 1345 jedenfalls, soweit die schriftliche Überlieferung reicht, ist seine Verehrung als Kirchenpatron in Güntersleben bezeugt.

Erhalten geblieben von der barocken Ausstattung der Kirche sind immerhin die wertvollsten Stücke: Der Maternusaltar in der gleichnamigen Kapelle unter dem Turm aus der Werkstatt des Würzburger Hofbildhauers Johann Wolfgang von der Auwera und der Altar zur Schmerzhaften Muttergottes im Seitenchor von Johann Peter Wagner. Sie wurden in den Jahren 1750 und 1760 für unsere Kirche geschaffen.

5. In den Jahren 1902/03 wurde die Pfarrkirche, die sich seit langem in schlechtem Bauzustand befand und für die größer gewordene Gemeinde nicht mehr genügend Platz bot, in wesentlichen Teilen von Grund auf erneuert und vergrößert. Genau zwischen Abbruch und Wiederaufbau entstand diese Darstellung.

Von der Kirche stehen nur noch der Turm und rechts davon der Chor. Es sind die ältesten Teile, die unverändert erhalten wurden. Der Turm stammt mit seinen romanischen Untergeschossen aus der Zeit um 1100 und erhielt unter Fürstbischof Julius Echter seine endgültige Höhe von 47 Metern. Der in massivem Bruchsteinmauerwerk erbaute Chor dürfte um 1300 entstanden sein.

Das später angefügte Langhaus war offenbar wenig solide gebaut. Um ein Drittel kürzer als heute und mit nur einem Seitenschiff zur Kirchplatzseite stand es zudem in einem augenfälligen Mißverhältnis zum großzügig angelegten Chorraum. Es wurde daher 1902 abgebrochen und in vergrößerter Form mit einem zweiten Seitenschiff zur Friedhofseite hin neu gebaut. Das rechte Seitenschiff wurde dabei mit Rücksicht auf den Lichteinfall für das danebenstehende Schulhaus zunächst nur in verkürzter Form ausgebildet. Es wurde erst 1952, als die Schule in einen Neubau umgezogen war, zur Vervollständigung der Symmetrie ergänzt.

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