Goch in alten Ansichten

Goch in alten Ansichten

Auteur
:   Hans-Joachim Koepp
Gemeente
:   Goch
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6469-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Goch in alten Ansichten'

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Einleitung

Aus der Gocher Anfangszeit ist nur sehr wenig bekannt. Außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes sind vorgeschichtliche Funde keine Seltenheit. Das Umland wurde von Germanen, Römern und später den Franken besiedelt. Im Bereich der Stadt sind vorgeschichtliche Siedlungen nicht nachzuweisen, obwohl sich die Lage auf der Niederterrassenebene an der Niers hervorragend als Siedlungsplatz geeignet hätte. Im Boden der St.Maria-Magdalena-Kirche sind Fundamente einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert festgestellt worden. Die erste urkundliche Nennung Gochs erfolgte 1 259. Zwei [ahre später nannte Goch sich bereits Stadt. Eine Stadterhebungsurkunde wird nicht verliehen worden sein. Es ist davon auszugehen, daß sich die dörfliche Siedlung bis zum 13. Jahrhundert so weit entwickelte, daß Goch während der Regierungszeit des Grafen Otto Il. von Geldern das Recht beanspruchen durfte, sich Stadt zu nennen. Der regelmäßige Stadtgrundriß weist große Ähnlichkeit mit dem der Stadt Kalkar auf, darum könnte Goch genau wie Kalkar im zweiten Viertel des 1 3. Jahrhunderts planmäßig angelegt worden sein.

Vermutlich umgaben in dieser Zeit Erdwälle die Stadt. Archäologen haben an Hölzern, die unter den ehemaligen Stadttoren ausgegraben wurden, festgestellt, daß sie um 1248 gefällt wurden. Dies ist das gleiche [ahr, in dem Graf Otto Il. von Geldern ganz in der Nähe das Zisterzienserinnenkloster Graefenthal

gestiftet hat. Ob in dieser Zeit die Stadtbefestigung bereits aus Stein war, ist nicht sicher. Jedenfalls schenkte der geldrische Herzog der Stadt 1341 Gemeindeland, damit Steine zur Ausbesserung der Stadtmauer gebacken werden konnten. Von der

2 200 Meter langen Stadtbefestigung mit ihren vier Stadttoren und 19 Türmen sind nur noch kleine Reste der Mauer sowie das Steintor erhalten geblieben.

Um 1300 wird bereits die Wollindustrie das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt gewesen sein, denn als der Graf von Kleve 1329 in Wesel ein Wollamt einrichtete, wurde es nach dem Gocher Recht aufgebaut. Die wirtschaftliche Kraft der Stadt wird zu einem Bevölkerungsanstieg geführt haben, so daß die Kirche 1340 im gotischen Stil neu und größer gebaut wurde. Als der Landesherr 1458 der Stadt große Heideflächen übertrug, die zur Schafzucht genutzt wurden, entwickelte sich die Wollindustrie in Goch weiter. Zudem erfolgte ein weitgehender Neubau der Kirche.

Den Wendepunkt in der Stadtgeschichte markiert das [ahr 1473, als Goch dem Herzog [ohann von Kleve übergeben wurde. Der neue Landesherr hatte es schwer in Goch. Daher baute er zur eigenen Sicherheit zunächst den landesherrlichen Hof des Herzogs von Geldern zu einer starken Burg aus. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts begann langsam der wirtschaftliche Niedergang der Stadt, weil Wolle aus England bevorzugt wurde. Durch den

Beitritt zur Hanse im [ahre 1540 erhoffte man sich eine Besserung der Wirtschaft. Im 80jährigen niederländischen Befreiungskrieg sind viele Niederländer vor der Katholisierungswelle, die von Herzog Alba ausging, geflohen und im Herzogtum Kleve ansässig geworden. Daraus bildete sich 1570 eine Flüchtlingsgemeinde in Goch, die sich bald mit den wenigen Reformierten in der Stadt zu einer Gemeinde vereinigte. Die reformierte Gemeinde erhielt 1621 eine Kirche. 1699 erfolgte der Neubau der Kirche am Markt. Nachdem die Linie des klevischen Herzogs ausgestorben war, ging Goch 1614 an den Kurfürsten von Brandenburg.

Wegen Geldmangel konnten die überalterten Befestigungsanlagen des Mittelalters nicht mehr modernisiert werden. Es begannen unruhige Kriegszeiten in Goch. Ab etwa 1620 wechselten sich holländische, spanische und französische Truppen, zum Teil mit sehr langen Einquartierungszeiten, in Goch ab und ließen die Bevölkerung verarmen.

Als Amerika - Auswanderungswillige aus der Pfalz 1 741 am Niederrhein hängenblieben und sich auf der Gocher Heide niederlassen konnten, war die Stadt, von etwas Leder- und Eisenverarbeitung abgesehen, landwirtschaftlich orientiert. Die pfälzer kultivierten die Gocher Heide, woraus sich 1799 das selbständige Pfalzdorf entwickelte. Allmählich zeichnete sich in der Stadt wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung ab, der die Bevölkerung in vier Jahrzehnten von 2500 im Iahre 1783 aufüber 4000 Einwohner anwachsen ließ. Die Stadt mußte sich deshalb über den mittelalterlichen Stadtgrundriß hinaus erweitern. Das Gemeindegebiet umfaßte 13 Hektar. Als die Eisenbahnlinien

Köln-Kleve und Boxtel- Wesel nach Goch kamen, entwickelte sich in der ehemaligen Weberstadt die Tabak-, Zigarren- und Margarineindustrie. Schuh- und Lederwarenfabriken sowie Plüsch- und Samtweberei ließen sich ebenfalls in Goch nieder. Die Bevölkerung wuchs von 5 000 im [ahre 1880 auf etwa

14 000 Einwohner 1935.

Die schweren Kriegsschäden zum Ende des Zweiten Weltkrieges, die die Stadt zu etwa 84 Prozent zerstörten, machten anfangs schwer zu schaffen. Die Industrie zog ab, Wohnraum war fast gar nicht vorhanden und es herrschte in Goch eine Arbeitslosigkeit von bis zu 25 Prozent.

Nach dem Wiederaufbau folgte 1969 die kommunale Neugliederung. Die ehemals selbständigen Gemeinden Pfalzdorf, Asperden mit Hülm, Hassum, Hommersum und die Gemeinde Kessel kamen zu Goch. Nierswalde, das um 1950 durch Teilrodung des Reichswaldes entstanden war, wo überwiegend Vertriebene aus dem Osten angesiedelt wurden, kam ebenfalls dazu.

Heute ist Goch etwa 116 Hektar groß und zählt über 31 000 Einwohner. Pfilzer, Hugenotten, Mennoniten und Flüchtlinge bzw. Vertriebene fanden in Goch neue Heimat.

An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei Franz Gommans, Theo Lackmann, Heinrich Moll und Franz Weyers bedanken, die ihre Bildpostkartensammlungen zur Verfügung stellten. Weiteres Bildmateriallieferte das Stadtarchiv Goch. Dank gilt auch Kurt Loosen und Reinhard Schippkus für ihre wertvollen Hinweise und meiner Frau Gabi für die Korrektur der Texte.

1 Gruß aus Goch. Diese Postkarte aus dem Ende des letzten Jahrhunderts zeigt neben der Ansicht des Stadtzentrums und des Rathauses die beiden Wahrzeichen der Stadt, das Steintor und die St.-Maria-MagdalenaKirche. Die Grußkarte hat sicherlich auch zum Besuch der schönen niederrheini-

sc hen Stadt animiert. Zur damaligen Zeit hatte Goch einen Doppelbahnhof und war Kreuzungspunkt zweier Eisenbahnlinien. Die Boxteler Bahn der privaten Nordbrabant -Deutschen- Eisenbahngesellschaft verband die holländischen Seehäfen mit dem deutschen Eisenbahnnetz und führte seit 1878 von Boxtel nach Wesel. Die linksrheinische Bahnstrecke von Köln nach Kleve wurde zwischen 1856 und 1863 errich-

tet. Diese beiden Eisenbahnlini en belebten nicht nur die Wirtschaft in Goch, sondern auch den Tourismus, auch wenn die Gäste häufig nur für einen Tag in einem Hotel nahe des Bahnhofes über-

nachteten, um anderntags auf einen Zug der anderen Strecke umzusteigen und weiterzufahren. Also, empfangen wir den Besucher am Bahnhof und zeigen ihm die Stadt und die schöne Umgebung!

2 Die abgebildeten Bahnhofsgebäude wurden 1876 erbaut, als Goch Kreuzungsbahnhof zweier Schienenstrecken wurde. Der Bahnhof hatte jeweils ein Bahnhofsgebäude für die Boxteler und die Rheinische Bahn. Auf dem Bild sehen wir vor dem vorderen Gebäude den Bahnsteig und die Eisenbahnschienen der Strecke Köln-Nijmegen. Das hintere Gebäude gehört zur Strecke Boxtel- WeseI; die Gleise der Boxteler Bahn verlaufen hinten den Gebäuden. Der Gocher Bahnhof bestand also aus zwei Bahnhöfen und die Empfangshallen lagen wie eine Insel inmitten der beiden Gleisstrecken. Der Zugang erfolgte über den Bahnübergang der Kalkarer Straße etwa 100 Meter südlich und war bis 1932 mit einer herrlichen

Kastanienallee bepflanzt. Die Sicht des Stellwerkes vor dem Bahnübergang auf die Bahnhöfe wurde dann von den Bäumen behindert, so daß die Kastanien zugunsten der Sicherheit weichen mußten.

Die Güterabfertigung und der Zollschuppen sind auf der Abbildung nicht zu erkennen. Sämtliche Gebäude des Bahnhofs wurden im Februar

1945 vollständig durch Bomben zerstört.

Goch

.. Bahnho],

3 Auf dem Bahnsteig herrschte sicherlich viel Betrieb und Hektik, wenn ein Zug in den Bahnhof einfuhr und Gepäck womöglich noch auf die andere Strecke umgeladen werden mußte. Es gab auch Zeiten, wo der Bahnhof zusätzlich Schlagzeilen im Niederrheinischen Volksblatt machte. Solche Tage gab es z.B. im Ersten Weltkrieg ab August 1914, als deutsche Familien, die bis dato in England gelebt hatten, wegen des Krieges abgeschoben wurden. Nach dem Grenzübergang war Goch ihre erste Station auf deutschem Boden. Viele wußten nicht wohin und wurden daher vorübergehend in Goch untergebracht. Nachdem die Hotels überbelegt waren, ging das Deutsche Rote Kreuz dazu über, an ver-

schiedenen Stellen am Stadtrand große Zelte als Notunterkunft aufzustellen und die Familien mit Verpflegung zu beköstigen. Hier ist eine Szene von der Ankunft einer solchen Gruppe am Bahnsteig

der Boxteler Bahn abgebildet. Im Hintergrund sind noch schwach Fabrikgebäude zu erkennen, die überwiegend zu der damals recht großen Margarinefabrik ]urgens & Prinzen gehörten.

4 Täglich hielten bis zu 1 3 D-Züge am Bahnhof. Wer aus den osteuropäischen Ländern zu den Atlantikländern wollte, mußte seine Route über Goch nehmen. Hohen und höchsten Herrschaften aus europäischen Kaiser- und Königshäusern, deren internationale Beziehungen Besuche auf dem ganzen Kontinent notwendig machten, war der Boxteler Bahnhof in Goch bekannt. Zuweilen, wenn der Sonderzug hielt, tranken die Majestäten sogar ein Bier beim BahnhofsgastronomAdolfBreuer oder flanierten den Bahnsteig entlang, wo täglich 100 Züge durchfuhren. 1937 wurden im Schnitt monatlich über

18 000 Bahnfahrkarten vom

Schalter ausgegeben. Die Zollkontrolle mußte bei einem DZug, der vor dem Bahnhof hielt, innerhalb von zwanzig Minuten erledigt werden. Das umfangreiche Personal der Zollstation durchsuchte in

dieser Zeit bis zu vierhundert Gepäckstücke, die zollamtlich verplombt und wieder eingeladen werden mußten. Auf dem Foto werden Emma und Friederika Sin steden mit der Kutsche und dem pferde-

gespann Juno und Lady vom Bahnhof abgeholt und heim zum Gut Graefenthal gefahren.

5 Nicht allzuweit vom Bahnhof entfernt stand an der alten Klever Straße (heute Brückenstraße) das Hotel Central mit dem Nederlandsch Koffiehuis, das van [ohann Hubert op Gen Oorth 1876, als auch der Bahnhof entstand, erbaut worden ist. In dem eigenartigen, schon fast burgähnlichen Gebäude mit den runden Türmchen und Zinnen kehrten die Bahngäste gerne auf ein 'kopje koffie' ein oder übernachteten. Im Saal fanden häufigTheater- und Konzertabende sowie Boxveranstaltungen statt. Der Saal wurde vom GocherTurnverein sogar als Turnhalle benutzt. Hier war 1922 die' größte Sehenswürdigkeit der Welt' zu bestaunen: Sofia, das Welt-

wunder, 20 [ahre alt, 2,23 m groß und 325 pfund schwer! In den Räumen des Hotels wurde 1926 eine niederrheinische Kunst- und Kunstgewerbe-Ausstellung gezeigt. Der Sohn des Erbauers, Josef

op Gen Oorth, wurdeArchitekt und baute 1933 die zweite katholische Kirche in Goch, die Liebfrauenkirche. Nachfolger van Op Gen Oorth waren die Wirte Siebers und Hüttemann, bevor

durch die Kriegszerstörung hier für immer die Lichter ausgingen.

GOCH. Hotel Zentral

6 Das Hotel Rademaker in der Bahnhofstraße war das erste Hotel am Platz. Das Familienunternehmen wurde 1876 zunächst als Gaststätte geführt, dann 1891 aufgestockt und zum Hotel mit neugotischer Fassade ausgebaut. In Gochs bester Stube kehrten hohe, angesehene Gäste ein.Viele jüdische Emigranten, die Deutschland ab 1933 nach Holland verließen, verbrachten in großer Sorge ihre letzte Nacht vor dem Grenzübergang in diesem Hotel. Während der letzten Kampfhandlungen waren hier deutsche Soldaten untergebracht. Am 6. Februar 1945 quartierte sich in der Mansarde ein stark übermüdetes Offizierskommando ein. Es konnte in der Nacht, als die gesamte Stadt durch einen

Luftangriff zerstört wurde, nur noch in die Kellerräume des Hotels flüchten. Bei den Enttrümmerungsarbeiten des Ruinengrundstückes fand man hier 1951 die Überreste von fünf deutschen Soldaten.

Das Hotel wurde von 1947 bis zur Auflösung 1958 im Haus Geweke, einer Direktorenvilla der Margarinewerke, an der Klever Straße weitergeführt.

7 Jahrhundertelang trieben die Gocher ihre Kühe durch das Steintor über die Kuhstraße zur Weide auf die Gocher Heide. Die Straße war aber auch die Hauptverbindung Gochs in Richtung Norden nach Kalkar und Kleve. Hier mündeten der Emmericher-, der hohe und legere Kalkarer- und der Klever Weg, die heutige Feldstraße, ein. Erst als sich Mitte des letzten Jahrhunderts durch allmählichen Bevölkerungsanstieg vor dem Steintor eine Vorstadt entwickelte, wurden an der Kuhstraße vermehrt Häuser errichtet. Als dann 1862 die Bahnlinie von Köln nach

Kleve gebaut und der Bahnhof in der Vorstadt an der Kuhstraße errichtet wurde, erhielt dieser Weg den Namen Bahnhofstraße. Die hier gezeigten

Häuser entstanden um 1880 bis 1895 an der Bahnhofstraße. Die Abbildung aus der Zeit von etwa 1915 zeigt den Blick in Richtung Steintor. Links stand das Haus des Arztes Dr. Speck. An der rechten

Seite vor der Wiesenstraße war der Kolonialwarenladen Moll. Dahinter standen die Druckerei Schaffrath, das Glasmalergeschäft Derix und das Wohnhaus des späteren Ehrenbürgers Hartag.

GOCH. 8ahnhofstraBe

8 Das Foto um 1900 zeigt die Pferdetränke, eine hafenartige Ausbuchtung der Niers vor dem Steintor, und die Bahnhofstraße der Vorstadt. Erst 1937 wurde die Tränke

zu einerTeich- und Parkanlage umgestaltet. In der Mitte des Bildes steht die Villa Clara, die der Plüschfabrikant Heinrich Schlüpers bewohnte und nach seiner Ehefrau benannt hat. Die Plüschfabrik befand sich auf dem hinteren Gelände des Grundstücks mit Zugang von der Gartenstraße. Im Krieg erlitt das Haus schwere Schäden und wurde nur anderthalbgeschossig wieder hergerichtet. Trotzdem ist das Haus auch heute eine Augenweide. Nach dem Wiederaufbau bewohnte der Zahnarzt Dr. Heinz Terörde das Anwesen, weshalb es

heute Terörde- Haus genannt wird. Als der Junggeselle starb, vermachte er der Stadt Goch das Gebäude und sein umfangreiches Vermögen, von dem unter anderem ein herrlicher Nierswanderweg,

der zum Teil Dr. - Terörde- Weg heißt, angelegt wurde. Dieser Wanderweg durchzieht die ganze Stadt und verbindet die Parkanlagen miteinander. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel der Erholungssuchenden.

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