Gotha in alten Ansichten

Gotha in alten Ansichten

Auteur
:   Inge Bönsch und Lutz Werner
Gemeente
:   Gotha
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5773-5
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gotha in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Mit einer Auswahl von Ansichtskarten zeigt dieser Band, wie Gotha zu 'Großvaters Zeiten' aussah. Erinnerungen werden wachgerufen an eine Stadt, die als eine der 'schönsten und freundlichsten Thüringens' galt, deren herrliche Bauten von gepflegten Parkanlagen und Gärten umgeben waren. Deshalb trug sie mit voller Berechtigung den Beinamen 'Gartenstadt'. Das wird beim Betrachten einiger heute nicht mehr existierender Gebäude und Anlagen besonders deutlich.

Die Texte zu diesen Bildern sollen als Gedächtnisstütze dienen. Sie erheben deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Da die Entwicklung einer Residenzstadt vom jeweiligen Herzog und somit symbolisch vom Schloß Friedenstein aus stark beeinflußt wurde, beginnt das Buch mit den Schloßanlagen und seinen Herrschern.

Zur Geschichte der Stadt

Villa Gotaha ist vermutlich aus einer altgerrnanischen Siedlung hervorgegangen. In einer Urkunde Karls des Großen wurde sie im Jahre 775 zum ersten Mal genannt. Man nimmt an, daß der Ursprung Gothas auf die Kultivierungsarbeiten Hersfelder Mönche zurückgeht. Die Stadt war dem Kloster zinspflichtig, und der Abt Gotthard von Hersfeld, dessen Bild sich noch heute im Wappen der Stadt befindet, wurde zu ihrem Schutzpatron.

Jahrhunderte später fiel Gotha an die Landgrafen von Thüringen, erhielt zwischen 1180 und 1189 Stadtrechte, wurde betestigt und diente den Landgrafen zeitweise als Residenz, Unter den sächsischen Kurfürsten Emestinischer Linie war Gotha mit dem befestigten Schloß Grimmensrein neben Torgau die wichtigste Festung des Kurfürstentums.

Im 12./13. Jahrhundert erfolgte die innerstädtische Bebauung, die gitterartige Straßenführung. So wurde die Hützelsgasse bereits 1275 erwähnt. Auch kirchliche Bauten stammen aus dieser Zeit.

Da die Stadt unter Wassermangellitt, ließ Landgraf Balthasar 1369 durch Mönche Wasser der Leina in einem Kanal nach Gotha leiten. Das war eines der bedeutendsten Werke mittelalterlicher Ingenieurkunst. Trotz einfachster Nivellierungsinstrumente wurde durch geschicktes Ausnutzen des hügeligcn Geländes in vielfaohen Windungen der 30 km lange Kanal mit konstantem Gefälle gebaut.

Die Reforrnation fand in Gotha früh Eingang. 1521 predigte Luther in der Augustincrkirche, und der erste evangelische Superintendent Friedrich Myconius (1490-1546) reformierte das Kirenen- und Schulwesen der Stadt. Nach dem Schmalkaldischen Krieg kam Gotha in die Hand der Albertiner, und der neue Herr, Kurfürst Moritz, ließ den Grimmensrein zum Teil schleifen, Herzog Johann Friedrich der Mittlere stellte jedoch späterhin mit kaiserlicher Erlaubnis die Festungswerke wieder her. In seinem Bernühen, die verlorene Kurwürde zurück zu erlangen, nutzte er die 'Grurnbachschen Händel'. Das führte dazu, daß der Kaiser die Acht über ihn verhängte und Gotha von kaiserlichen Truppen belagert wurde. 1567 ergab sich die Stadt, der Herzog wurde lebenslänglich gefangengesetzt und die mächtigen Festungsanlagen des Grimmensteins dem Erdboden gleichgernacht.

1640 kam es infolge der Ernestinischen Landesteilung zur Bildung des Herzogtums Sachsen-Gotha unter Herzog Ernst I., dem Frommen. Eine bedeutende Epoche begann für die Stadt, die nun zur Residenzstadt erhoben wurde. Der Herzog führte sie mit staatsmännischem Geschick und spartanisener Hofhaltung aus dem durch den Drcißigjährigen Krieg und die Stadtbrände verursachten wirtschaftlichen Tietstand heraus. Er reformierte Staats- und Schulwesen, setzte die allgemeine Schulpflicht durch, verbesserte die medizinische Versorgung, das Gerichtswesen, und förderte Forstwirtschaft, den Feuerschutz und das Bauwesen. An der Stelle des zerstörten Grimmensteins ließ er 1643-1654 den größten deutschen Schloßbau seiner Zeit errichten und gab ihm den verpflichtenden Namen

'Friedenstein' . Neben Kirche, Verwaltungs- und Wohnräumen beherbergt Friedenstein seit seinem Bestehen Schätze der Kunst und Wissenschaft mit Weltgeltung.

Die Gothaer Bürger waren für ihren Gewerbefleiß von altersher bekannt. So kamen sie im Mittelalter durch den Waidanbau sowie durch Tuch- und Getreidehandel zu Wohlstand. Die verkehrsgünstige Lage an der Ost-West-Achse zwischen den Handelsplätzen Leipzig und Frankfurt am Main trug zur Förderung von Handwerk und Gewerbe bei und machte Gotha zu einem wirtschaftlichen Zentrum.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren es die Firmengründungen der Porzellanmanufaktur (1754), der Hauptwollmanufaktur (1756) und der Textilmanufaktur (1786), die einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung brachten. Diese Entwicklung führte auch dazu, daß sich die Stadt unter Herzog Ernst Il. von Gorha-Altenburg (1746-1804) zu einem geistigkulturellen Zentrum Thüringens entwickelte: Wissenschaft und Kunst spielten eine große Rolle; berühmte Gelehrte, Künstler und Pädagogen waren hier erfolgreich tätig. Verlage wurden gegründet, die Seeberg-Sternwarte gebaut und von führenden Astronomen geleitet, Conrad Ekhof (1720-1778) war künstlerischer Direktor des ersten 'stehenden Theaters' im Westturm des Schlosses, Georg Benda (1722-1795) und Louis Spohr (1784-1859) wirkten als Kapellmeister und Komponisten am Hof.

Mit dem Aussterben des Sachsen-Gotha-Altenburgischen Herzoghauses im Jahre 1825 fiel Gotha an das Haus Coburg und verlor an Bedeutung als Residenzstadt.

Sehr große Verdienste hatte Ernst Wilhelm Arnoldi (1778-1841) um Gotha, die er zur Stadt der Versicherungsbanken machte. Er war ungewöhnlich vielseitig, wirkte als Fabrikant, Pädagoge, Sozialreformer, Staatsmann, Versicherungsgründer, Nationalökonom, und war auch Patriot. Er förderte den wirtschaftlichen Aufschwung und ebnete den Weg für die Industrialisierung, die nach der Gründung des deutschen zwei-

ten Kaiserreiches als Bundesstaat im Jahre 1871 begann. In Gotha entwiekelten sich bedeutende Betriebe des Maschinenbaus, der Metallwaren- und Gummiindustrie und die Eisenbahnreparaturwerkstatt. Diese Tatsache und der große Aufschwung der Eisengießerei Briegleb, Hansen & Co. mit ihrer Turbinenherstellung, sowie die Inbetriebnahme des Elektrizitätswerkes 1894 veränderten das Leben der Menschen und das Bild der Stadt.

Für die Arbeiter mußten im südlichen und östlichen Stadtteil Wohnungen gebaut werden, während zur gleichen Zeit eine Erschließung der Westvorstadt notwendig wurde. Die Bebauung der Bahnhofstraße mit den Bankgebäuden und Gartenanlagen erfolgte, die Post und neue Schulen entstanden. um nur einiges zu nennen.

So war Gotha am Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr die ehemals kleine Residenzstadt. Am 1. Dezember 1905 wurden 37 000 Einwohner gezählt. Davon waren 700 katholischer Konfession, 300 mosaischen Glaubens, der übrige Teil war evangelisch.

Die Geschichte der Stadt war jedoch nicht nur von erfolgreichen Epochen geprägt. Die zahlreichen Landesteilungen, Stadtbrände, Kriege und bewaffneten Auseinandersetzungen wirkten sich negativauf die politische, ökonomische und kulturelle Entwicklung aus, hinterließen ihre Spuren bei der Bevölkerung.

Das Rad der Geschichte war nicht stehengeblieben. Die Monarchie hatte sich überlebt, und im November 1918 mußte der letzte Herzog Carl Eduard abdanken. Die Republik wurde ausgerufen, das Land Thüringen gegründet.

Inge Bönsch

1. Dieser reizvolle Bliek vom Arnolditurm auf die Residenzstadt Gotha bis hin zum Seeberg wurde 1927 vom Maler Joachim Hellgrewe in Öl aufLeinwand festgehalten. Beim Anblick des Bildes wird einem klar, warum Gotha einst den Namen 'Gartenstadt' erhielt.

2. Herzog Ernst 1., der Fromme, dem nach der ernestinischen Landesteilung das Herzogtum Sachsen-Gotha zufiel, machte Gotha, die Residenzstadt des neuen Herzogtums, mit seinem staatsmännischen Geschick zur zweitgrößten sowie politisch bedeutsamsten Stadt Thüringens und setzte Maßstäbe in Verwaltung, Kirche, Schule und Gesundheitswesen.

In den Jahren 1643 bis 1654 ließ der Herzog Schloß Friedenstein unter der Leitung des Baumeisters Rudolphi errichten. Der frühbarocke Kolossalbau beherbergt seit seinem Bestehen Schätze der Kunst und Wissenschaft. Die älteste wissenschaftliche Einrichtung ist die Forschungs- und Landesbibliothek.

3. Die Regierungszeit Herzog Ernst 11. von Coburg-Gotha (1844-1893) fiel in eine Epoche bedeutender politischer Ereignisse, in der das Volk fürstenfeindlich eingestellt war. Der Herzog verstand es jedoch, sich den geschichtlichen Notwendigkeiten anzupassen und mit Klugheit zu regieren. Er führte Reformen durch und war ein Förderer des deutschen Einheitsgedankens. Seine Interessen waren vielseitig. Er widmete sich vorrangig der Kunst, war Musiker und Dichter. Große Popularität beim Volk erwarb er sich als Förderer des Theaters, verschiedener volkstümlicher Vereine und vor allem als Gründer des Schützenbundes.

4. Die hier genannte Verfassung - eine der fortschrittlichsten in Deutschland - war von 1852 bis 1918 im Herzogtum gültig und zeichnete sich durch ein liberales Versammlungsrecht aus. So wurde Gotha zum bevorzugten Tagungsort vieler Vereine mit unterschiedlichen Zielsetzungen.

5. Herzog Alfred von Sachsen-Coburg-Gotha heiratete 1874 die Großfürstin Maria Alexandrowna von Rußland. Am 23. Januar 1899 feierten sie ihre Silberhochzeit. Es war ein Jahr vor dem Tod des Herzogs.

ERINNERUNG

an dm Regierungsantrilt des Herzogs

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arn 19. Juli 1905.

6. Nach dem plötzlichen Tod von Herzog Alfred im Jahre 1900 wurde sein Neffe, Carl Eduard, der noch unmündige Prinz von England. als Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha - vorerst bis 1905 unter Vormundschaft - eingesetzt.

Als Herzog Carl Eduard 1905 mit seiner Gattin Victoria Adelheid, Prinzessin zu Schleswig-Holstein-SonderburgGlücksburg, Einzug in Gotha hielt, war die Stadt festlich geschmückt.

7. Diese Karte zeigt den Herzog Carl Eduard mit seiner Familie. Die Tochter Sibylle wurde später Königin von Schweden.

8. Den Gothaer Park ließ Erbprinz Ernst von Gorha-Altenburg 1768169 durch den Engländer Haverfield im englischen Stil anlegen. Der Obergärtner Chr. H. Wehmeyer von Molsdorf setzte dies fort. Da die herzogliche Familie ungestört bleiben wollte und auch die Meinung vertrat, daß der Bürger keine Zeit zum Spazierengehen habe, blieb der 'Park des Herzogs' geschlossen. Erst Jahre danach wurde er für einen bevorzugten Kreis an bestimmten Tagen, und seit Ende des 19. Jahrhunderts für jederrnann an allen Tagen, zugänglich.

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