Grafing in alten Ansichten Band 1

Grafing in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   H. Sponholz
Gemeente
:   Grafing
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2678-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grafing in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Unsere Zeit, gekennzeichnet durch eine überzüchtete und überzogene Technik mit all ihren negativen Begleiterscheinungen, zwingt uns täglich in ihren unerbittlichen Bann. Lärm erstickt erbarmungslos, was der Stille zugehört. Das tägliche Kaleidoskop ständig wechselnder Eindrücke erregt und verwirrt. Wir bewegen uns inmitten einer Umwelt, die von kalter Sachlichkeit beherrscht wird. Die Manager einer totalen Zivilisation haben gewiß noch manche Überraschung bereit für ein perfektioniertes, technisches Schlaraffenland. Dabei ist Technik weder gut noch böse. Nicht sie zerstört gewachsene Werte, sondern allein der Mensch, der sie mißbraucht.

Im tiefsten Innern entbehren wir und spüren, daß uns Wesentliches verlorengegangen ist und sehnen es herbei. Der Schaukelstuhl, das Spinnrad, der Bauernschrank und die Petroleumlampe sind Symbole unseres heimlichen Verlangens nach Besinnlichkeit und Geruhsamkeit inmitten einer aus den Fugen geratenen Welt. Mit ihnen verbindet sich für uns etwas, das wir lebendige Kultur nennen, formgewordenen Geist einer Gemeinschaft, einer Landschaft.

Im Bilde der alte Städte, Märkte und Dörfer herrschte beglückende Harmonie. Form und Farbe klangen zusammen und verbanden sich mit der umgebenden Natur. Sogar Armut hatte Stil. Man erfühlte die Einheit und Geschlossen-

heit in den Werken der alten Meister, die nicht pfuschten, sondern sich Zeit ließen.

Der ehemalige Markt Grafing bietet ein Beispiel dafür. Seine Gotteshäuser und manche Bürgerhäuser haben Jahrhunderte überdauert und beeindrucken uns noch heute. Feierliche Würde geht von ihnen aus, die uns die modernen Betonklötze niemals vermitteln können.

Am Anfang der Geschichte des ehrwürdigen Marktes, der heutigen Stadt, stehen zwei Ortschaften, Öxing und Grafing zu beiden Ufern des Wieshamer Baches und der Urtel, die sich hier vereinigen. Öxing begegnen wir bereits in Urkunden der Karolingerzeit, während Grafing erstmals um 1100 erscheint. Graf Walter von Kling schenkte damals eine Hube an das Kloster Ebersberg. Damit erklärt sich auch der Name des Ortes Grafing. Hier lebten die 'Leute eines Grafen'. Mit dem Nachbarort Öxing verschmolz es allmählich, wenngleich beide Ortsnamen bis in das 20. Jahrhundert beibehalten wurden. Bereits um 1271 ist von einem 'forum Graevingen', die Rede, einem Markt Grafing. Es hat also bereits damals ein Markt bestanden, wenn auch die offizielle Verleihung der Marktrechte - eines Wochenmarktes und zweier Jahrmärkte - durch die Herzöge erst 1376 erfolgte. Die Chronik berichtet, daß die Herrscher damit den Grafingern Dank und Anerkennung ausdrücken wollten,

weil sie sich in der Schlacht bei Mühldorf am 28. September 1322 so wacker 'wie die Bären' geschlagen hatten. Mit dieser Würdigung bewiesener Tapferkeit hängt auch wohl die Verleihung des Wappens zusammen, das einen aufrecht schreitenden Bären im goldenen Feld zeigt. Alle Rechte wurden im Laufe der Zeit wiederholt und nachdrücklich bestätigt.

Im weiten Umkreis ist Grafing einer der ältesten mit Marktrecht und Wappen ausgezeichneten Märkte Oberbayerns. Der Wohlstand seiner Bürger mehrte sich zusehends auf Grund der Privilegien, bis der Dreißigjährige Krieg dem aufblühenden Gemeinwesen einen schweren Schlag versetzte. Am Pfingstsonntag des Jahres 1632 sanken fast alle Häuser in Schutt und Asche. Nur acht sollen die Katastrophe überstanden haben. Auch in der Folgezeit brachen immer wieder Schicksalsstürme über den Markt herein. Schuld daran waren die beiden Erbfolgekriege von 1705 und 1746 und der napoleonische Krieg, der den Bürgern drückende Lasten aufbürdete. 1751 und 1766 verursachten Wirbelstürme große Schäden. 1766 äscherte ein Großbrand neben dem Rathaus siebenundvierzig Bürgerhäuser ein. Die schweren Schickungen konnten die Bürger nicht beugen, geschweige denn brechen. Gerade in der Zeit bitterster Heimsuchungen schufen sie Bauwerke von hohem Rang,

wie etwa die Dreifaltigkeitskirche, ein süddeutsches Kleinod von bezwingendem Zauber. Johann Baptist Zimmermann war es, der sie später mit prächtigen Stukkaturen und Fresken schmückte. 1768 entstand das neue Rathaus wie wir es heute noch vor uns sehen.

Bei den Senioren unter uns werden beim Blättern in diesem Bildband Erinnerungen wach werden an unbeschwerte Kinder- und Jugendtage, die so fern scheinen, aber uns heute näher sind denn je. Die 'Nostalgiewelle' ist ja nichts anderes als das heimliche Sehnen der Menschen, einer allzu sachlich bestimmten Gegenwart zu entrinnen und Zuflucht zu suchen bei echten Werten der Vergangenheit. Es war die Absicht des Autors, ein wenig von ihr einzufangen. Den Jungen mag dieser Querschnitt durch die Welt ihrer Väter und Großväter deutlich machen, wie reich sie an echtem Gehalt war.

Der Band hätte nicht entstehen können, wenn nicht der Grafinger Heimatforscher Marin Oswald mit unendlichem Fleiß und großem Sachverstand Bilder und Dokumente zusammengetragen hätte. Ihm sei an dieser Stelle besonders gedankt.

1. So sah das Innere der Pfarrkirche St. Egidius um die Jahrhundertwende aus. Eine erste, durchgreifende Renovierung erfolgte während des Ersten Weltkrieges unter der Leitung von Konservator Schmuderer. Ein französischer Kriegsgefangener schuf damals die prachtvollen Deckenfresken. Es folgte eine weitere Neugestaltung, die sich in erster Linie auf den Hochaltar bezog. Bemerkenswert sind die bei dieser Gelegenheit freigelegten gotischen Fresken.

2. Eine Vorläuferin für die Pfarrkirche St. Egidius ist bereits für das Jahr 816 nachweisbar. Das gotische Gotteshaus, das 22,6 m lang und 9,6 m breit war, besaß einen gewölbten Chor und eine flache Decke aus 'hölzernern Tafelwerkh'. Im Dreißigjährigen Krieg war es weitgehend zerstört worden. Am 4. Dezember 1690 erschütterte ein Erdbeben das Bauwerk und Sturm richtete weiteren Schaden an. Der Grafinger Maurermeister Thomas Mayr führte einen Neubau auf.1903/04 wurden an der Westseite zwei Joche angeschlossen, die das Gotteshaus um 21 Meter verlängerten. Links sehen wir die Kirche vor und rechts nach der Erweiterung. Im Vordergrund rechts ein Gedenkmal, das jetzt im Waldfriedhof steht.

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3. In den Jahren 1903 und 1904 ergab sich bei der Erweiterung der Pfarrkirche nach Westen hin die Notwendigkeit, eine Vorkirche einzuplanen. Sie wurde erforderlich, um den Geländeunterschied auszugleichen. Die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1910. Die wertvollen Grabsteine wurden in die Hauptkirche verlegt.

4. Im Ersten Weltkrieg büßte die Pfarrkirche St. Egidius eine ihrer fünf Glocken ein. Sie wurde im Jahre 1925 ersetzt. Weißgekleidete Mädchen geleiteten sie zum Gotteshaus. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Pfarrkirche aller Glocken beraubt. Das jetzige, weithin hörbare, klangvolle Geläut ist abgestimmt auf cis, e, fis, gis und h. Die Mädchen von links nach rechts: Maria Steinegger, Nettelkofen, Resi Lausch, Hesselfurt, und Resi Steinegger, Nettelkofen.

5. Im Jahre 1925 beging der Grafinger Pfarrer, Dr. Zeiller, sein silbernes Priesterjubiläum, an dem die Pfarrgemeinde innigen Anteil nahm. Der Geistliche wirkte von 1920 bis 1942 sehr segensreich in der Marktgemeinde. Von Grafing schied Pfarrer DI. Zeiller, um seinen Lebensabend in Rosenheim zu verbringen, wo er am 3. Juli 1947 verstarb. Manchen Grafingern ist der gütige Mann noch in guter Erinnerung.

6. Im Grafinger Heimatmuseum befindet sich ein Ölgemälde, das um 1930 entstanden ist. Seine Schöpferin war Elisabeth Wetzler, die es für den Kindergarten gefertigt hatte. Die Dargestellten sind samt und sonders Grafinger Kinder. Von links nach rechts, oben: Josef, Vroni und Kathi Deutschenbaur, Mariele und Ernst Bauer, Paul, Christian und Josef Oswald, Frau Mutter Erharda. Untere Reihe: Gudula und Elisabeth Herber, Leonhard Deutschenbaur, Josefund Resi Maier (Wiesham), Josef Entharnrner, Rosi Daxenberger mit Antonie Aigner und Kathi Moritz.

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7. So stellte sich Öxing um die Jahrhundertwende, vom Südosten her betrachtet, dar. Rechts erscheint die Pfarrkirche, im Vordergrund schlängelt sich der Wieshamer Bach durch das gewellte Gelände, der sich alsbald mit der Urtel zur Attel vereinigt.

8. Die ehemaligen Mühlen in Grafing/Öxing, die Eglmühle und Griesmühle, die Garb-, Kot-, Grossotund Höllmühle, dürften nach Ansicht des Heimatforschers Marin Oswald zu den ältesten Anwesen der beiden Ortschaften zählen. Die Kotmühle - unser Bild - ist bereits unter dem 17. Juli 1288 beurkundet, als Agnes Kottmiller in Echsingen (= Öxing) durch die herzogliche Wiese 'Espam' einen Bach leiten ließ. Von etwa 1600 bis 1660 erscheinen noch sieben Familien Kottmüller. An einenBartholomäus Gruber (1799) erinnert eine im Heimatmuseum befindliche schöngeschnitzte Haustür mit einem Mühlstein und den Zeichen B.G. Im Jahre 1923 wurde die alte Mühle abgerissen und neu gebaut.

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