Grassau in alten Ansichten

Grassau in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Michael Hausladen
Gemeente
:   Grassau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0138-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grassau in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Buch 'Grassau in alten Ansichten' soll nach dem Plan des Verlages den rund dreihundert Bänden zugesetzt werden, die Orte in Deutschland zeigen, wie sie sich etwa zu Zeiten der Großväter darstellten. Die Schwierigkeiten beim Sammeln und Ausdeuten geeigneter Bilder beweisen eindringlich, wie gerechtfertigt, ja notwendig ein solches Unternehmen ist, wenn nicht alle Erinnerungen an vergangene Zeiten und den vor uns wirkenden Menschen gänzlich verseliwinden sollten. Die vorliegende Darstellung berücksichtigt das Gebiet der heutigen Gemeinde Grassau, wenn auch gelegentlich über diesen Bereich aus historischen Gründen hinausgegriffen werden muss. Ebenso netwendig ist es, in kurzen Zügen weiter in die Vergangenheit zurückzugreifen, Zwischen den Gemeinden Kössen und Schleching durchbricht die Tiroler Ache die Grenze nach Bayerei und fließt durch das Grassauer Tal, wie es schon 1560 auf der Landkarte von Apian genannt wird, dem Chiernsee zu. Der heutige Sprachgebrauch nimmt meist für den Teil des Achentales von Schleching bis Marquartstein den Namen 'Oberes Achtental' , während der untere Teil nach wie vor als Grassauer Tal bezeichnet wird. Das Achental ist ein Teil des großen Gebietes zwischen Inn und Salzach, den man Chiemgau nennt. Dieser verdankt seinen Namen dem Edlen Khiemo, der nach dem Abzug der römischen Besatzung um das Jahr 500 nach Christus mit seinen Bajuwaren ins Land zog und es in Besitz nahm. Wenn auch die Schreiber in früheren Jahrhunderten statt des 'K' ein 'C' schrieben, so ist doch das 'K' geblieben und man spricht auch heute noch Kiemgau und Kiemsee. Als im achten Jahrhundert fränkische Missionare hierher kamen, fanden sie ein christliches Volk vor. Sie bauten Kirchen und gaben ihnen als Patrone fränkische Heilige. Diese Patronate sind heute noch Zeugen dieses frühen Christentums, Die Pfarrei Grassau mit der Kirche Mariä Himmelfahrt ist die Urpfarrei des ganzen Tales, aus der die heutigen Pfarreien und Seelsorgsstellen Schleching, Unterwössen, Oberwössen, Marquartstein, Rottau, Staudach-Egerndach und Übersee hervorgegangen sind.

Im Jahre 739 wurde das Grassauertal dem Bistum Salzburg einverleibt und 1218 dem neu gegründeten Bistum Chiemsee zugeteilt. Nach der Säkularisation des Bistums Chiemsee 1803 kam das Achental verübergehend und 1818 endgültig zum Erzbistum München und Freising. Die weltliche Herrschaft lag von Anfang an bei den edlen Geschlechtern aus dem Stamm der Agilolfinger, Sichere Kunde haben wir erst von Marquart II. von Hohenstein bei Egern dach, der um 1075 seine unfreundliche Burg verließ und auf einem schöneren Platz eine neue Feste errichtete, Marquartstein. Im Jahre 1110 gingen Burg und Herrschaft auf die Grafen von Orten Burg, 1259 durch Kauf an Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern über. Dieser setzte ein herzogliches Pfleggericht ein. Bei der Neuordnung der bayerischen Landesverwaltung wurde das Pfleggericht 1802 aufgelöst und dem Landgericht Traunstein, dem heutigen Landkreis, zugeteilt.

Grassau erhielt 1446 Marktrechte, wie sie damals Rosenheim besaß. Im Jahr 1965 wurde durch die Erhebung der Gemeinde Grassau zur Marktgemeinde dieses alte Recht wieder in Erinnerung gebracht. Bilder aus alter Zeit sind nur wenige erhalten, die Fotografie begann in nennenswerter Weise erst, als sich der Fotograf Josef Weidinger 1900 in Grassau niederließ. Allen, die zur Fertigstellung dieser Sammlung beigetragen haben, sei an dieser Steile aufrichtig gedankt.

Hauptsächliche Quellen

Bauerreiss, Romuald, Kirchengeschichte Bayerns, 1. Band, 2. Neubearbeitung. St. Ottilien, 1958. Bomhard, Peter von, Kirchenführer der Pfarrkirche Grassau. München, 1974.

Gaukler, Franz, Die Edlen von Hohenstein und Marquartstein. Staudach, 1975.

Heimatbuch des Landkreises Traunstein. Trostberg, 1964-1970.

Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising, 1. Band. München, 1874.

Wagner, J. Jos., Geschichte des kgl, bayerischen Landgerichts Traunstein, Oberbb. Archiv, 26. Band. München, 1865.

1. Die Strebepfeiler am gotischen Chor und der romanische Turm mit seiner barocken Zwiebel weisen auf die Wandlungen hin, die das ehrwürdige Gotteshaus in tausendjährigem Bestehen erfahren hat, Beinahe jedes Jahrhundert hat sein Bestes gegeben, um den Dank für allen Segen, der sich von hier aus über das Grassauer Tal ergoß, kund zu tun. Das Rathaus, einst Schule, in der so viele Grassauer ihre erste Bildung genossen haben, zeigt sich mit freundlichem Blumenschmuck und die weißblaue Rautenfahne mahnt zu treuem Festhalten an alter bayerischer Sitte und heimatlichem Brauch. (Foto Normann 1977.)

2. Mit dem Bild eines unbekannten Malers aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts soll unsere Wanderung durch Grassau beginnen. Vom Westerbuchberg, wo der Künstler stand, bietet sich ein herrlicher Bliek auf die Berge Hochgern und Hochplatte mit dem Kaisergebirge im Hintergrund. Die Pfarrkirche steht mitten im Bild, Im Vordergrund liegt Mietenkam mit der Kirche St. Margaretha. Au, Grafing und Moosbach sind nahe dabei, Im Westen sehen wir die Häuser von Kucheln und Hindling, Schloß Niedernfels am Fuße der Hochplatte und jenseits der Achen die Burg Marquartstein mit St. Veit. Von der alten Brücke führt der Weg nach Loitshausen und an dem 1824 erbauten Forstamt auf dem Hügel vorbei nach Piesenhausen. Schließlich entdecken wir noch Aich, Reit und Mauthäusl, Guxhausen und die Lindenkapelle.

3. Vom Strehtrumpf, dem heutigen, gern besuchten Berggasthof, bieter sich ein umfassender Bliek auf das Grassauertal. Die Häuser von Kucheln schauen gerade noch über den Bäumen hervor, die Straße führt am Oberdorf, wo die Bauernhöfe geschützt unter Obstbäumen liegen, verbei zur Kirche, dann weiter nach Viehhausen und Reifung, zur Aachenbrücke hinüber nach Egerndach und Staudach. Vom Hochfelln grüßt die Kirche herüber. Wiesen und Felder grünen und blühen rundherum. So fing Weidinger 1935 mit seiner Kamera den Blick ein,

4. Im Hintergrund die Berge und rundherum weites grünes Land, so lag Grassau um die Jahrhundertwende da, wie es eine Postkarte aus dem Verlag der Juliane Zusann darstellt. Drei machtige Rauchschwaden steigen auf, vermutlich aus den drei Wirtshäusern, dem Neuwirt, Rotmaierwirt und dem Hefter. Im unteren Teil steht das Doktorhans mit dem Kirchturm im Hintergrund, daneben das Zuhause und ganz links der Pfarrstadt aus dem Jahr 1733. Auf dem Weg zum Friedhof sieht man bei der Kirche das Rotmaierwirtshaus, den Gatterbäck und die Stadlbauern- oder Tierarztvilla. Das dritte Bild zeigt den ehemaligen Friedhof, die Krämerstände, den alten Pfarrhof und das gewaltige Dach des Kotzikrämers und rechts das Metzgerhaus, das Seileranwesen und den Hansbäck.

5. Die Grassauer Berge, Hochplatte, Friedenrath und Staffen spiegeln sich in einem lockenden Badesee, der doch nur ein kleiner Weiher war und inzwischen längst trocken gelegt ist. Er befand sich beim Aichbauern, dem Einödhof, wo die alte Eiche steht. Ganz links sieht man die Apotheke, das jüngste der wenigen Häuser an der damaligen Bahnhofstraße. Aufnahme von JosefWeidinger etwa 1910.

6. Zum goldenen Priesterjubiläum des Pfarrers Josef Reisenberger, der seit 1841 Seelsorger in Grassau war, hat die Pfarrgemeinde im September 1878 auf dem Dorfplatz einen prächtigen Altar mit schützendem Dach aufgebaut, weil die Kirche die große Volksmenge nicht hätte fassen können. Ein Triumphbogen, Blumenschmuck und Zier am Pfarrhaus schufen einen herrlichen Festplatz, den Ferdinand Klaußner, ein Freund des Jubilars, zeichnete. Er hinterließ damit nicht nur ein Dokument christlicher Gläubigkeit und Freude, sondern nebenbei auch eine Ansicht des Platzes, auf dem die alten Verkaufsbuden deutlich sichtbar sind. Ludwig Thoma erwähnt in seinen 'Erinnerungen' den 'prächtigen geistlichen Herrn' und seinen Jagdeifer.

7. Eine stille, beschauliche Welt hat Weil ding er um 1905 eingefangen. Bemerkenswert sind die Gärten auf der Sonnenseite des Platzes und der lange, niedrige Bau vor der Kirche. Schon 1705 kommen in Abrechnungen die 'Läden, so an den Freithof stoßen' vor. Die Besitzer hatten eine kleine Platzmiete zu zahlen. Als 1844 einige Einzelstände abgerissen werden mussten, bauten die Besitzer ihre 'Krämerstände' auf eigene Kosten unter einem Dach auf. Da erfahren wir die Namen: der Schlosser Michael Hilger in Grassau, die Nagelschmiede Georg Bauer und Josef Sonneleitner in Staudach, der Bäcker Achaz Guggenbichler in Staudach, der Hafner Joseph Doppler in Kucheln und der Krämer Joseph Bock in Marquartstein. Um 1910 wurden alle Buden abgerissen.

8. Diese Aufnahme Weidingers aus dem Jahre 1900 lässt uns erkennen, dass es damals noch keinen Weg gegeben hat, wo heute der Birkenweg beginnt. Der Garten des 'Kaminfegerhauses' (Lüttich) erstreckte sich so nahe an den Stalleingang des alten Schulhauses, dass von einem öffentlichen Weg nicht die Rede sein konnte. Wie bei fast allen Handwerkern gehörte auch zum Schulhaus eine kleine Ökonomie, die zum Unterhalt des Lehrers und Organisten beitragen musste. 1849 wurde das alte Schulhaus verkauft. Als Besitzer sind dann der Reihe nach bekannt: Michael Zusann, Johann Sewald und Josef Ehbauer. Deutlich ist der alte Friedhof an der Kirche zu sehen und der langgestreckte Kramerladen vor dem Pfarrhof.

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