Grevesmühlen in alten Ansichten

Grevesmühlen in alten Ansichten

Auteur
:   Eckart Redersborg
Gemeente
:   Grevesmühlen
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5252-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grevesmühlen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Grevesmühlen gehört zu den ältesten Städten Mecklenburgs. Während der slawischen Siedlungsperiode bestand zunächst das Dorf 'Gnevesmulne' ('Mühle des Gnev'). Deutsche Kolonisten bauten diesen Ort am Anfang des 13. Jahrhunderts zu einem Straßendorf und dieses dann bereits vor 1226 zur Stadt aus. Dabei nutzten die Stadtgründer die günstige natürliche Lage inmitten von Niederungen und am Rande von Seen und befestigten Grevesmühlen durch eine Stadtmauer sowie durch Wälle und Wassergräben. Drei Tore ermöglichten den Zugang zur Stadt.

Im 13. und 14. Jahrhundert erlebte Grevesmühlen eine Blütezeit. Eine schon 1279 erwähnte Burg und ein seit 1345 mehrfach genanntes Schloß, beide am Markt gelegen, waren Schauplatz 'glänzender Fürstenversammlungen'. Diese Blütezeit dokumentierten neben den genannten Gebäuden unter anderem die ökonomische Position der Stadt, ihrer Handwerker und Kaufleute, die Vergrößerung der Stadtfeldmark, die mächtige Nikolaikirche, die vor dem Stadtbrand von 1659 eine Höhe von 92 m aufgewiesen haben soll, und die für die damalige Zeit sehr hohe Einwohnerzahl von ca. 3 360 im Jahre 1350.

Im 15. und 16. Jahrhundert setzte der Niedergang Grevesmühlens ein, vor allem bedingt durch den Rückgang des Landhandels infolge des fortschreitenden Verfalls der Hanse. Davon hatte der Ort in den beiden Jahrhunderten zuvor als Rastplatz, zwischen den beiden Hansestädten Lübeck und Wismar gelegen, profitiert.

Während des Dreißigjährigen Krieges litt die Stadt in den Jahren 1627 bis 1638 mehrfach unter wechselnden Besatzungen, die die Stadt 'mehrenteils ausgemergelt

und verwüstet' und darin 'übel gehauset' hatten. Am Ende dieses grausamen Krieges hatte Grevesmühlen nur noch 453 Einwohner.

Seinen absoluten Tiefpunkt erlebte Grevesmühlen, als am 15. Juni 1659 ein Großfeuer die gesamte Stadt einäscherte. Historische Bausubstanz blieb deshalb, außer den Mauern der Nikolaikirche, nicht erhalten.

Der Neuaufbau vollzog sich in den folgenden 150 Jahren unter komplizierten Bedingungen. Die Stadt war arm. Handwerk und Gewerbe entwiekelten sich nur langsam. Feudale Belastungen, Stadtbrände von 1725 und 1756 sowie Kriegseinwirkungen (unter anderem der Siebenjährige Krieg) hemmten den notwendigen Aufschwung. Die Stadttore und die Befesti.gungsanlagen verfielen nach und nach. Ab 1777 begann der Abbau der Tore, 1819 wurden die Wälle abgetragen und in Alleen umgestaltet, an die die Große und Kleine Alleestraße bzw. die heute noch vorhandenen Alleen erinnern, die den mittelalterlichen Stadtkern westlich und südlich begrenzen.

In dieser Periode erlebte Grevesmühlen um 1800 unter dem Bürgermeister Voß (Bürgermeister von 1785 bis 1806) eine erste Stadterweiterung, als sich viele Einwohner die Häuser der Großen und Kleinen Voßstraße, des Kleinen Vogelsangs und der Neustadt auf den Stadtmauerresten bauten.

Die Scheunen, die eine erhebliche Brandgefahr darstellten, wurden aus dem Stadtinneren entfernt und außerhalb des Stadtkerns aufgebaut. Damals entstanden die für Grevesmühlen als 'Ackerbürgerstadt' typischen Scheunenviertel an den Stadträndern, die zum Teil noch bis ca. 1975 erhalten blieben.

Im Jahre 1800 zählte Grevesmühlen ca. 950 Einwohner, um 1820 waren es aber fast 2 000 Einwohner. Der Zustrom von Menschen verstärkte sich in den folgenden Jahrzehnten infolge wirtschaftlicher Veränderungen in der Stadt und in ihrer Umgebung.

Grevesmühlen entwickelte sich zu einer Stadt des Handwerks und des Handels inmitten des Amtes Grevesmühlen. In dieser Zeit entstanden mehrere Straßenzüge vor dem früheren Wismarschen Tor, vor allem ab 1840. Diesen neuen Stadtteil nannte man damals etwas hochtrabend 'Wismarsche Vorstadt'.

Die Fertigstellung der heutigen BIOS zwischen Lübeck und Wismar (1845/47) und der Bahnlinie Lübeck-Bad Kleinen (1870) leiteten neue wirtschaftliche Möglichkeiten ein. KleinindustrielIe Betriebe nahmen ihre Produktion auf, unter anderem Ziegelei 1850, Malzfabrik 1878 bzw. 1893, Molkerei 1890 und Sägewerk 1898. Im Getreidehandel wirkten mehrere Firmen, der Einzelhandel strahlte durch mehrere bedeutende Kaufrnannsfamilien auf das Umland aus. Ein Verschönerungsverein sorgte ab 1853 für ein freundliches Aussehen in der Stadt und vor allem in den unmittelbar angrenzenden Naherholungsgebieten, die seitdem den besonderen Reiz Grevesmühlens ausmachen.

Den damaligen neuen Zeitgeist verkörperten auch architektonisch ansprechende Bauwerke, z.B. das Amtsgericht und die Sedansäule am Sedanplatz (heute: KarlLiebknecht-Platz), das Geschäftshaus der Firma Callies und die 1886 in der typischen Postgotik übergebene Post in der Lübschen Straße (heute: August-Bebel-Straße), bürgerliche Villen in der Bismarck- und Moltkestraße (heute: Rosa-Luxemburg- bzw. Rudolf-Breitscheid-

Straße) und der 1912 erbaute Wasserturm an der Wismarschen Straße.

Neue Lebensmöglichkeiten ergaben sich im kleinstädtischen Grevesmühlen durch die ab 1911 bzw. 1912 vorhandenen Versorgungssysteme für Elektrizität und fließendes Wasser. Anteil an dieser Entwicklung hatten am Ende des vergangenen Jahrhunderts die Senatoren Freytag, Gebhart und Schumacher, nach denen in den dreißiger Jahren Grevesmühlener Straßen benannt wurden.

Trotzdem stagnierte die Einwohnerzahl ab 1870, die sich bis 1930 lediglich zwischen 4 100 und 4 800 bewegte, dann aber innerhalb eines Jahrzehnts auf ca. 6200 stieg.

Das vorliegende Buch 'Grevesmühlen in alten Ansichten' verdeutlicht mit seinen Abbildungen das Aussehen der Stadt zwischen 1880 und 1930, in den meisten Fällen aber bis in die heutige Zeit hinein. Die alten Ansichtskarten zeigen eine typische mecklenburgische Kleinstadt, die durch ihr Äußeres im alten Stadtkern und in den ab 1800 entstandenen Straßenzügen sowie im besonderen Maße durch die Erholungsmöglichkeiten innerhalb der Stadt und an den Stadträndern bestach. Grevesmühlen war und ist eine 'Stadt der Linden': Linden begrünten den Marktplatz, Linden standen und stehen am Kirchplatz, am ehemaligen Sedanplatz, am Lustgarten und am Bahnhof, Linden wachsen alleenartig auf den früheren Wallanlagen westlich und südlich des Stadtkerns sowie an der Moltkestraße, Lindenalleen dominieren auf dem Friedhof und auf dem Tannenberg, Lindenalleen begleiteten auch die Ausfallstraßen der Stadt.

Die Einwohner fühlten sich in dieser Stadt wohl. Gaststätten in großer Zahl, Erholungsgebiete und zwei Seen im unmittelbaren Stadtgebiet, Vereine unterschiedlicher Art sowie jährlich wiederkehrende Festlichkeiten, wie Schützen-, Turn- und Kinderfeste, boten den älteren und jüngeren Grevesmühlenern Abwechselung im täglichen Leben.

Nicht in jedem Fall war der Alltag leicht. Davon zeugen u.a. die Ansichten von den Waschplätzen 'Am Schütt' und am Vielbecker See. Trotzdem wird jeder Betrachter dieser Bilder, der Grevesmühlen kannte und kennt, bestätigen, daß dieser Zeitraum zu recht als 'die gute, alte Zeit' anzusehen ist. Grevesmühlen stellte ein beschauliches, lebens- und liebenswertes Städtchen dar.

Bis 1940 vergrößerte sich die Stadt im Raum zwischen der Altstadt und dem Bahnhof durch den Bau von Einfamilienhäusern für den Mittelstand und südlich der Bahnlinie durch die dort geschaffene 'Sicdlung', ein Arbeiterwohngebiet.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges besetzten amerikanische Truppen am 3. Mai 1945 die Stadt. Ihnen folgten englische Einheiten und am 1. Juli 1945 die Rote Armee. Die politische Teilung Deutschlands und die einschneidenden Veränderungen in den Eigentumsverhältnissen und in der Wirtschaftsstruktur wirkten sich in den folgenden 45 Jahren nachteilig für Grevesmühlen aus. Die Stadt führte als westlichste und trotz der bis zu fast 12 000 Einwohnern zugleich kleinsten Kreisstadt des damaligen Bezirkes Rostock ein Schattendasein, weil ihre natürlichen Bindungen zum benachbarten westlichen Territorium, besonders zu Lübeck, Hamburg und Schleswig-Holstein, nicht mehr bestanden.

Jahrhundertelang hatte sich die Stadt durch ihre engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Wirtschaftspartnern westlich des Kreises Grevesmühlen und Mecklenburgs entwickelt. Die Trennung Deutschlands war deshalb für Grevesmühlen und sein Umland im besonderen Maße widernatürlich.

Baulich veränderte sich Grevesmühlen in den Jahren 1945 bis 1990. Neue Industrie-, Landwirtschafts- und Dienstleistungsbetriebe sowie große Neubaugebiete entstanden. vornehmlich am Stadtrand. Im Stadtkern offenbarten sich dagegen zunehmend Verfallserscheinungen, vor allem in den beiden Hauptstraßen, zum Teil betraf dies auch die Grün- und Parkanlagen. Damit verlor die Stadt ihr gepflegtes Aussehen, das Grevesmühlen bis ca. 1945 prägte.

Nach wie vor liegt der Reiz Grevesmühlens in seinen vielen Grünanlagen innerhalb der Stadt und besonders in seinen Naherholungsgebieten an den Stadträndern.

Mit der am 3. Oktober 1990 vollzogenen Einheit Deutschlands ergeben sich völlig neue Bedingungen für die zukünftige Entwicklung Grevesmühlens. Die seit 1990 erfolgte wirtschaftliche Umgestaltung und die baulichen Veränderungen bewirkten, daß sich Grevesmühlen (seit dem 12. Juni 1994 Kreisstadt des Kreises Nordwestmecklenburg) wieder zu einer liebenswerten Stadt entwickelt. Dieses Buch möge zur Förderung des Tourismus in der Region beitragen.

Dem Leser und Betrachter wünsche ich viel Spaß beim Wiederentdecken der abgebildeten Objekte innerhalb der Stadt.

Eekart Redersborg

1. Die Luftaufnahme aus dem Jahre 1923 zeigt den mittelalterlichen Stadtkern Grevesmühlens und die teilweise durch Alleen gekennzeichneten ehemaligen Wallanlagen. Deutlich treten die damalige Lübsche Straße und die Hinterstraße hervor, die zum Marktplatz führen. Der historische Stadtkern stellt seit 1992 ein komplexes Sanierungsgebiet dar, das sich auch in den folgenden Jahren weiter verändern wird.

2. Die Karte 'Gruß vom Bahnhof Grevesmühlen' entstand bereits vor der Jahrhundertwende. Sie zeigt neben dem Bahnhof den Bliek vom Vielbecker See auf die Stadt, das Kriegerdenkmal am damaligen Sedanplatz und die Kammerherrnbrücke auf dem Tannenberg.

3. Die Karte 'Gruß aus Grevesmühlen' ist eine der ältesten Ansichtskarten Grevesmühlens. Als Farblithographie zeigt sie neben der Ansicht vom Vielbecker See Baulichkeiten, die vor 1890 entstanden waren: Großherzogliches Amtsgericht, Kriegerdenkmal, Kammerherrnbrücke, Krankenhaus und Molkerei.

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4. Am damaligen Sedanplatz wurden um 1880 das Großherzogliche Amtsgericht und das Kriegerdenkmal gebaut. Der Sedanplatz lag unmittelbar am südwestlichen Stadtausgang in Richtung Lübeck.

5. Diese Abbildung zeigt vier Stadtansichten und das mecklenburgische Wappen in siebenfeldriger Form. Neben dem Vielbecker See, dem damaligen Rathaus und dem Bahnhof sind die damalige Höhere Schule und der Wasserturm zu sehen. Das Rathaus wurde als solches zwischen 1928 und 1952 genutzt.

Gruss aus Greuesmühlen

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6. Im Schnittpunkt der August-Bebel-Straße, der Wismarschen Straße und der Großen Seestraße, die immer die Hauptstraßen Grevesmühlens bildeten, liegt der Marktplatz. Kennzeichnend für den Markt waren die Linden, die den Platz umgaben.

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7. Der Bliek fállt über den Markt hinweg auf die Marktapotheke, auf die Große Seestraße, die durch ihre große Breite als Hauptstraße besticht, und auf die Vorderfront des Großherzoglichen Amtes. Das am Ende des 18. Jahrhunderts gebaute Amtsgebäude diente bis 1928 als Verwaltungsgebäude des Amtes Grevesmühlen. Seit Ende 1997 befindet sich in diesem zwischen 1995 und 1997 sanierten Haus das Amtsgericht Grevesmühlen.

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