Großostheim in alten Ansichten Band 2

Großostheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ewald Lang
Gemeente
:   Großostheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5488-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großostheim in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Angespornt vom großen Erfolg des ersten Bandes, gibt nun der Verlag Europäische Bibliothek in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Bachgau, den zweiten Band des Fotobuches 'Großostheim in alten Ansichten' heraus. Die Fotografien des neuen Bildbandes zeigen einen Querschnitt des dörflichen Lebens in früheren Zeiten. Der kirchliche und politische Bereich ist ebenso vertreten, wie Familie, Berufe und Vereine. Einen größeren Rahmen nehmen alte Haus- und Straßenansichten, die Landwirtschaft und die Kriege ein.

Seit dem Jahre 1839 ist es möglich, Menschen und Gegenstände fotografisch abzubilden. Die ersten Fotografen zogen über Land und boten ihre Dienste an. In unserem Bildband sind einige Aufnahmen solcher Wanderfotografen abgebildet. Überwiegend abgelichtet wurden damals Einzelpersonen und Gruppen. Gebäude und Landschaftsaufnahmen sowie die Arbeitswelt spielten eine untergeordnete Rolle. Lediglich der in Asehaffenburg ansässige Fotograf Samhaber fertigte im Umkreis 'Landschafts- und Architekturbilder'. So stammen von diesem Fotografen das Titelbild unseres Fotobandes (Rathaus und Forstamt), sowie eine Gesamtansicht von Großostheim, beides aufgenommen im Jahre 1898.

Einen ersten Höhepunkt erlebte die Fotografie im Ersten Weltkrieg, als die Soldaten erst zum Fotografen und dann in den Krieg zogen. Zunehmend beliebt wurden auch Aufnahmen, die Familien vor ihren Häusern zeigten.

Ein eifriger Hobbyfotograf, damals eine Seltenheit, war der Großostheimer Buchbinder Jakob Ritter (1862-1932), der mit seinem Balgenfotoapparat zahlreiche Fotos 'schoß' die heute einen großen historischen Wert besitzen.

Soweit feststellbar, war der in Mönchen-Gladbach geborene Johann Muysers der erste selbständige Fotograf, der sich in Großostheim niederließ. Er war mit der Großostheimerin Katharina Eichelsbacher verheiratet und betrieb von 1936 bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Jahre 1939 ein Fotogeschäft. Muysers ist 1945 gefallen. Am 1. November 1937 eröffnete der Großostheimer Franz Morhart in seinem Heimatort ein Fotogeschäft. Er hatte sein Hobby zum Beruf gemacht und seine fototechnischen Kenntnisse teils aus Lehrbüchern, teils durch Erfahrung erworben. Auch Morhart mußte 1942 den Soldatenrock anziehen. Die Kriegsgefangenschaft blieb ihm jedoch erspart, so daß er nach Kriegsende wieder als selbständiger Fotograf arbeiten konnte. In guter

Erinnerung ist ihm noch, wie er damals mit dem Fahrrad bis nach Frankfurt fahren mußte, um ein paar Filme und Fotopapier zu bekommen. Mit seiner Frau Lisbeth, die ihn im Geschäft tatkräftig unterstützte, baute er 1958 in der Breitestraße ein neues Geschäftshaus, dem 1969 der Einbau eines großen Fotostudios folgte. Sohn Oswald und seine Ehefrau Hiltrud - beide legten 1964 die Meisterprüfung im Fotografenhandwerk ab - übernahmen 1965 das Fotostudio. Im Jahre 1985 wurde durch einen Umbau das Fotoatelier auf den neuesten technischen Stand gebracht. Oswald Morhart spezialisierte sich in der Industrie- und Werbefotografie. Heute wird er zu Aufnahmeterminen bei namhaften Firmen in ganz Europa bestellt. Aber auch für Familienaufnahmen, Portraits oder Hochzeitfotos ist der Name Morhart weit über die Grenzen Großostheims zu einem Begriff geworden.

Unser herzlicher Dank gilt der Großostheimer Bevölkerung, die uns alte Fotografien zur Verfügung stellte und uns bei der Bestimmung der abgebildeten Personen behilflich war. Insbesondere danken wir: Meta Bayer, Heinrich Beeker, Philipp Beeker, Nikolaus Boll, Paul und Else Bubley, Betty Daus, Alfred Dill, Herbert und Anneliese Dill,

Frieda Dressler, Alfred und Maria Ewald, Antonia und Hiltrud GeistIer, Luitgard Haider, Katharina Happel, Margareta Hartlaub, Gabriel Hoek, Heinrich Hoek, Josef Hoek, Maria Hoek, Juliana Höfling, Richard Höfling, Elli Jäger, Nikolaus Junker, Alfred und Lissi Kieser, Werner Muysers, Margareta Ostheimer, Johann Schaad, Gudrun Schadt, Rudolf Schäder, Johanna Schlett, Manfred Schmitt, Juliana Sommer und unserem Freund Anton Junker.

Beim Durchblättern des vorliegenden Bildbandes werden besonders die Älteren viele ihnen noch bekannte Gebäude und Personen entdekken. Den jüngeren Betrachtern mögen die Fotografien einen kleinen Einblick in den Alltag der Vorfahren geben und aufzeigen, wie sich das Gesicht ihrer Heimatgemeinde im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

Geschichtsverein Bachgau, Großostheim

EwaldLang Karlheinz Ostheimer

1. Bald hundert Jahre alt ist dieses Foto, das irn Jahre 1898 von dem Asehaffenburger 'Kg!. bayer. Hofphotographen' Samhaber aufgenommen wurde. Das Bild zeigt einen Bliek von der Gemarkung 'Hoch' auf Großostheim. Der Ort erstreckte sich damals nur wenig über den alten Mauerring hinaus. Eine Ausnahme bildet der Bierkeller der Schwanenbrauerei (links im Bild). Über den Hausdächern erheben sich die Pfarrkirche St. Peter und Paul (rechts) und der Spitze Turm (links). Großostheim liegt an den Ausläufern des Odenwaldes. die in die Mainebene übergehen. Umseben ist unser Heimatort von fruchtbaren Lehrn- und Lößböden, die eine ertragreiche Landwirtschaft ermöglichen.

2. Das Bild des Marktplatzes wird wesentlich von dem Nöthigsgut und der Pfarrkirche St. Peter und Paul geprägt. Die ältesten Teile der Kirche sind Chor und Turm, die 1250-1270 erbaut wurden. Die erste Erweiterung erfolgte zwischen 1446 und 1500. Mit dem barocken Umbau 1771 hat unsere Kirche ihre heutige Gestalt bekommen. St. Peter und Paul ist mit einer Fülle erlesener Kunstwerke ausgestattet, unter anderem mit dem Altar 'Beweinung Christi' von Tilman Riemenschneider. Auf der rechten Seite unseres Fotos, das um 1900 aufgenommen wurde, ist ein öffentlicher Brunnen zu sehen. Auf diesem Platz wurde 1939 eine Gedenksäule für die Toten des Ersten Weltkrieges errichtet. Dahinter erhebt sich das alte Schulhaus, in dem sich heute die Volksbücherei befindet. Die schon damals stattliche Ulme, links neben der Kirche, wurde 1855 gepflanzt und mußte 1983 gefällt werden.

3. Seit altersher wird in Großostheim die Fronleichnamsprozession in festlichem Rahmen begangen. Schon am frühen Morgen schmücken die Bürger ihre Häuser mit Fahnen, Blumen, Andachtsfiguren und Kerzen. Kleine Kunstwerke waren die Blumenteppiche, die früher an den Hauptaltären gelegt wurden. Anläßlich der Fronleichnamsprozession im Jahre 1949 fotografierte Franz Morhart Pfarrer und Ministranten auf der Treppe zur Pfarrkirche St. Peter und Pau!. Auf dem Bild sind zu sehen, untere Reihe von links: Armin Höflich, Otto Kapraun, Arnold Koch, Franz Aschenbrenner , Otto Koch, Hans Becker und Gerhard Höflich. Obere Reihe von links: Georg Ammerl, Pfarrer Alexander Sauermann, Benefiziat Alois Nürnberger und Fritz Klier.

4. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg ließ sich der Großostheimer Marienverein fotografieren. Auf dem Bild, untere Reihe von links:

Elisabeth Petermann (vh.Hock), Margareta Schmitt (vh.Hartlaub), Amanda Kleespies (vh.Rosenberger), Franziska Koch (vh.Stegmann), Rosa Hoek (vh.Zieger), Katharina Ludwig (vh.Ritter), Katharina Zieger. Zweite Reihe: Elisabeth Steiner (vh.Höfling), Mina Sommer (vh.Scheiber), Rosa Sommer (vh.Lenz), Schwester Rita, Pfarrer Ambros Martin (er war 1912-1920 Pfarrer in Großostheirn), Frühmesser Anton Bieber, Maria Steiner (vh.Hock), M. Polster. Dritte Reihe: Barbara Höflich (vh.Dries), Anna Sommer (vh.Zieger), Babette Boll (vh.Müßig), Eva Dressler (vh.Berg), Kath. Schneider (vh.Schmitt), Maria Kraus, Babette Klement (vh.Damrich), Frieda Polster. Berta Kapraun, Anna Haas (vh.Bohn). Hintere Reihe, von links: Anna Sommer, Marg. Höflich (vh.Wissler), Gertrud Hessler, Anna Schmitt, Anna Damrich, Elis. Zieger (vh.Müller), Maria Zieger (vh. Müller), Elisab. Sommer (vh. Bonn), Kath. Koch (vh .Hock), Mina Ackermann (vh. Hotz), Betti Herold.

5. In der 'Aschaffenburger Zeitung' vom 3. April 1889 war in einer kleinen Notiz zu lesen: Großostheim. Gestern sind 2 Söhne hiesiger Bürger, Franz Damrich, Sohn des Privatier Herrn Joh.Casp. Damrich und Georg Zengel, Sohn des Nachtwächters Gg. Zengel, von hier fort, um via London nach dem fernen Deutsch-Ostafrika zu reisen und in den Orden der Trapisten einzutreten. Ein Theil der hiesigen Einwohner war in der Straße angesammelt, um die Scheidenden nochmals zu sehen und ihnen glückliche Reise zu wünschen. Georg Zengel, der nun Bruder Casian hieß, schickte die oben zu sehende Fotografie nach GroBostheim. Auf der Rückseite des Bildes schrieb er: 'Das sind Waisenkinder von hier. Das Bild ist am 24. Januar 1926 aufgenommen worden. Anschrift: Bruder Casian Zengel, Sankt Benedikt-Mission, via Salisbury/South Rhodesia.'

6. Zur Amtseinführung des 1. Bürgermeisters Johann Damrich im Jahre 1929 hatten sich viele Großostheimer eingefunden. Die beiden Polizeidiener - links Josef Höfling (1883-1957) und Anton Reinhart (1886-1951) - hielten ehrfurchtsvoll ein Emailschild, das früher am Wohnhaus des jeweiligen Bürgermeisters befestigt war. Schade, daß dieses Schild nicht mehr vorhanden ist; es hätte einen Ehrenplatz im Bachgau-Museum gefunden. Hinter den Polizeidienern nahmen die Ehrendamen Aufstellung. Es waren, von links: Eva Carnier (verh.Klimmer): Gertrud Schnatz (verh.Herberich); Barbara Sommer (verh.Höfling); Greta Ostheimer; Katharina Zobel (verh.Kapraun) und Anna Ott (verh.Hock). Der junge Mann hinter dem Polizeidiener Höfling war Kar! Kapraun (1906-1986). Rechts im Bild sind noch zwei Männer der Kapelle Herbig zu erkennen, die die Feier musikalisch umrahmten.

7. Bis in die fünfziger Jahre versammelten sich nach dem sonntäglichen Vormittagsgottesdienst die Männer GroBostheims auf dem Marktplatz vor dem früheren Gasthaus 'Zum schwarzen Adler' (Bauernhof Zieger). Auf der Treppe verlas ein Gemeindebeamter behördliche und sonstige Bekanntmachungen. Man nennt diesen Ort noch heute mundartlich 'Uff de Lenne'. Dieser Ausdruck kommt von Linde und erinnert daran, daB in alten Zeiten das Gericht und die Versammlung der wehrfähigen und vollberechtigten Bürger in aller Öffentlichkeit unter einem hohen Baum, meist einer Linde, tagten. Vor dern Nöthigsgut auf dem Marktplatz stand seit urdenklichen Zeiten eine mit einer Mauer umgebene 'Malstätte' (= Gerichtsplatz). Leider hat man dieses altehrwürdige Rechtsdenkmal 1819 beseitigt. Auf der Fotografie, die in den dreißiger Jahren entstand. verliest der Polizeidiener Josef Höfling (1883-1957) 'Uff de Lenne' die neuesten Gemeindebekanntmachungen.

Aus Großosthelrr

8. Ein malerischer Winkel war einst die Ecke Breitestraße, Münzgasse und Turmstraße. Vor dem Fachwerkhaus der Familie Hoek, Breitestraße 25, stand früher ein Brunnen mit zwei Wasserausläufen. Zu sehen sind zwei Frauen, die schwere Wasserbutten nach Hause schleppen, Die Gemeindebrunnen standen meist auf einem etwas erhöhten, gepflasterten Seitenstreifen der Straße. Der Brunnenschacht war ein Stück über das Pflasterniveau hinaufgemauert, damit keine Straßenabwässer in den Brunnen fließen konnten. Der hohe Kamin gehörte zur Brauerei Schnatz, die 1931 den Braubetrieb einstellte. Im Hintergrund grüßte das Wahrzeichen Großostheims, der spitze Turm. Mitte der 1970er Jahre wurden sämtliche Häuser auf der rechten Seite der Turrnstraße abgerissen, damit der Autoverkehr ungehindert fließen konnte. Heutzutage ist man wieder bestrebt den Durchgangsverkehr aus dem Ort zu bringen und baut Fahrbahnverengungen.

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