Gunzenhausen in alten Ansichten

Gunzenhausen in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Lux
Gemeente
:   Gunzenhausen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1710-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gunzenhausen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Stadtbilder von Gunzenhausen aus früheren Jahrhunderten existieren nur wenige. Keine Ansicht der Altmühlstadt findet sich zum Beispiel in der 'Topographia Franconiae' des schweizerischen Landschaftsmalers und Kupferstechers Mathäus Merian (1539·1650) aus Basel, Lediglich ein kurzer textlicher Hinweis auf Gunzenhausen ist darin enthalten. Aus dem Jahre 1688 stammt eine von einem unbekannten Hersteller gefertigte Abbildung der Stadt, genannt 'Prospect der hochfürstl, brandenburg ono1zb. Haupt- und Legstatt Guntzenhausen', und 1757 stellte der Antiquar Johann Friedrich Christell aus Ansbach in behördlichem Auftrag eine Zeichnung der Stadt von der Südseite her, von der sich eine Kopie im Heimatmuseum der Stadt befindet und die mehrere Gunzenhäuser Hobbymaler in Öl und Aquarell nachfertigten. Im 19. Jahrhundert schuf der Gunzenhäuser Zeichenlehrer Gustav Lindner mehrere Stadtansichten, vor allem von Osten her, dazu zwei Ansichten des Marktplatzes, die etwa um 1865 entstanden sind und sich ebenfalls sowohl im Heimatmuseum, aber auch noch mehrfach in Privatbesitz befinden. Eine neue Epoche bahnte sich mit der Erfindung der Fotografie auch in Gunzenhausen hinsichtlich der Erfassung nicht nur von einzelnen-Persönlichkeiten, sondern auch des Stadtbildes an. Erste Aufnahmen im Stadtgebiet wurden um 1880 und in den folgenden Jahren durch den in der Altmühlstadt ansässig gewordenen Fotografen Johann Gerber gemaeht, dessen 'Photographische Anstalt' wohl das erste Fotounternehmen in Gunzenhausen gewesen ist. Vcrher kamen, wie dem 1864 entstandenen 'Gunzenhäuser Anzeigeblatt' zu entnehmen ist, meist auswärtige Fotografen in die Altmühlstadt, die Interessenten zu Aufnahmen an bestimmte Örtlichkeiten,

etwa in den Gasthof Post, bestellten. Porträtaufnahmen wurden von solohen reisenden Unternehmern bereits in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hier gemaeht, doch kaum Stadtaufnahmen.

Die 'Photographische Anstalt' von Joharm Gerber übernahm wahrscheinlich um 1895 der Fotograf Heinrich Fettinger, der aber in der Hauptsache ebenfalls nur Porträtfotograf war. Eugen Höhn und Georg Hemmer sind die Fotografen gewesen, die vom beginnenden 20. Jahrhundert an bis nach dem Ersten Weltkrieg ihren Beruf in Gunzenhausen aasübten und auch mit Stadtansichten an die Öffentlichkeit traten, die vor allem in dem 1913 vom damaligen Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein herausgégebenen 'Führer durch Gunzenhausen und Umgebung' Aufnahme fanden. Einige von ihnen fanden auch in diesem Band Verwendung.

Gegen Ende der zwanziger Jahre begarm der Verleger und Herausgeber des 'Altmühl:-Boten', Willy Riedel, für Zeitungszwecke verschiedene Stadtbilder anzufertigen. Auch die Mitglieder der damals in Gunzenhausen bestehenden 'Gesellschaft der Fotofreunde' stellten mehrfach solche Aufnahmen her, die jedoeh meist in Privatbesitz verblieben.

Einen erheblichen Fortschritt bedeutete es, als im ausgehenden 19. Jahrhundert sich die Ansichtspostkarte immer mehr durchzusetzen begann. Bekanntlich erschien im Jahre 1870 eine erste solche Ansichtspostkarte mit dem Aufdruck eines Kanoniers. In den neunziger Jahren begarm man mit der Herausgabe von Stadtansichten auf solchen Karten, die bald ein begehrtes Sammelobjekt wurden.

In Gunzenhausen nahmen sich vor allem die Schreibwarengeschafte Michael Seiderer, Georg Pfahler, Kar! Kipfmüller,

Wilhelm und Gustav Hertlein und Otto Schnug dieser Sache an und interpretierten auf zahlreichen Ansichtskarten die wichtigsten Gunzenhäuser Straßen und Stadtteile jener Zeitepoche. Sie wurden von angesehenen Verlagen wie der Mitteldeutschen Kunstanstalt Gebrüder Heberlein, Zwickau; der Firma Kaspar Bader GmbH, München; der Firma Reinicke und Rubin, Dresden; Trinks & Co., Leipzig; dem Verlag von Ludwig Riffelmacher, Fürth in Bayern; der Verlagsanstalt A. Weber & Co., Stuttgart; um einige zu nennen, hergestellt, Eine ganze Anzahl solcher Karten fand bei der Abfassung des Bandes Verwendung und zwar sowohl aus dem Privatarchiv des Verfassers wie aus der parallel laufenden Sammlung von Max Pfahler jr.

Die Aufgabe, die dem Verfasser gestellt war, lag darin, eine Dokumentation zu schaffen wie Gunzenhausen zu Großvaters Zeiten aussah, das heißt, in der Zeitspanne von 1880 bis 1930. Mittels der Bilder sollte der ältere Einwohner zurückerinnert werden, wie es gewesen. Die jüngeren Einwohner und Neubürger sollen aus diesem Band ersehen können wie ihr heutiger Wohnort in der genannten Zeitepoche sich präsentierte. Sie sollen sich ferner ein Bild machen können von der Geselischaft jener Tage, wobei sie oft auf Dinge und Ereignisse stoßen werden, von denen die Älteren schon erzählten, Der geschichtlich Interessierte wird auf den Abbildungen Gebäude und Straßen finden, die inzwischen abgebrochen oder völlig verandert worden sind, während er zur gleichen Zeit einen Eindruck von der Ortsentwicklung, der Straßenaufmachung, der Mode, des Handels und des Verkehrs bekommt.

Benützte Literatur:

Die jeweiligen Hefte Alt-Gunzenhausen, 1 bis 36, herausgegeben vom Verein flit Heimatkunde Gunzenhausen.

'Der Heimat-Bote', Beilage zum Altrnühl-Boten, Band 1 mit 9.

Die Kunstdenkmäler von Bayern VI Bezirksarnt Gunzenhausen, München 1937.

Karl Stark: Chronik der Stadt Gunzenhausen, 1899.

Wilhelm Lux: Gunzenhausen - Das Lebensbild einer fränkischen Kleinstadt, 1963.

Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Gunzenhausen, 1965.

Sowie Pestschriften und Jubiläurnsartikel anderer Vereine und Gremien, Dazu eigenes Archivmaterial,

1. Gunzenhausen im Jahre 1919, aufgenommen vom Luftschiff 'Bodensee' , das als Passagierluftschiff täglich auf der Fahrt von Friedrichshafen nach Berlin die Altmühlstadt überquerte, was eine gewisse Sensation für die Gunzenhäuser bedeutete. Deutlich sind noch die grofsen Lücken im Stadtgebiet erkennbar, die in den felgenden Jahren aber nach und nach fast sämtliche bebaut wurden. Sehr gut erkermbar sind die Straßenzüge der Hensolt-, Burgstall-, Garten- und Seckendorfstraße, auf denen aber noch wenig Verkehr herrscht. Die Altmühl ist im Rahmen eines winterlichen Hochwassers weit über die Ufer getreten und wird von der Eisenbahnbrücke der Linien nach Nördlingen und Treuchtlingen überspannt, Aus den Häusern ragt die einstige Realschule hervor.

2. Einen guten Überblick über das Stadtgebiet bietet diese Fliegeraufnahme aus dem Jahre 1930. Während die Altstadt ihre alte damalige Geschlossenheit zeigt, finden sich im Nord- und Südosten der Stadt noch sehr große Baulücken. Von einer Ost- und Südvorstadt wie heute zeigt sich noch keine Spur. Völlig unbebaut sind das Gelände zwischen Bismarck- und Hensoltstraße, das sogenannte 'Göttlerfeld", wo heute das Sirnon-Marius-Gyrnnasium sich erhebt, und die Obstanlage. Nur wenige Häuser finden sieh südlich der Sonnenstraße, an der früheren Frankenstraße entlang. Bis zum Spitalwald waren vom Stadtrand aus nur Äcker und Wiesen zu finden, die man zu einem Sonntagsspaziergang nach Frickenfelden durchstreifte.

3. Ein Bliek auf die Stadt Gunzenhausen vorn Reutberg aus, wie er sich im Jahre 1929 dem Beschauer darbot. Weit schweift von hier aus der Bliek über die Häuser hinweg in das Altmühltal Da, wo sich heute die Südvorstadt erstreckt, ist noch völlig freies Gelände, befinden sich Wiesen, Getreide- und Kartoffelfelder. Noch vollkommen unbebaut an ihren Rändern und unausgebaut, ein gewöhnlicher Sandweg, schlängelt sich die damalige Frankenstraße, die jetzige Albert-Schweitzer-Straße zum Röschelskeller, einem heute noch bestehenden Sommerkelier hin. Die Häuser der heutigen Altstadt werden links überragt vom Färberturm, von der evangelischen Stadtkirche und vorn Blasturm. Auch das hohe Dach des früheren Rathauses ist sichtbar,

..?? GUNZENHAUSEN

Total

4. Dort wo heute die Krackerstraße zum Burgstallrand führt und der jetzige 'alte Friedhof' sich erstreckt, war um 1910, als diese Ansichtspostkarte entstand, freies Feld mit Wiesen und Ackerland, die erst nach dem Ersten Weltkrieg nach und nach in den Friedhof einbezogen wurden und durch die sich ein Feldweg schlängelte. Links ist das noch heute vorhandene, um 1930 dem Oberpostsekretär Michael Wagner gehörende Anwesen zu sehen, dem sich die heute zu einem Großbetrieb angewachsene Schreinerei und Möbelhandlung Spitzbart anschließt, Die Baumreihe ist jetzt der unterhalb des Friedhofes geschaffenen Anlage einverleibt. Praktisch befand man sich zur Zeit der Aufnahme am Stadtrand, denn auch die Leonhardsruhstraße war noch kaum bebaut.

5. Unterhalb der Anlagen des Diakonissenmutterhauses Hensoltshöhe befindet sich die im Jahre 1893 von dem städtischen Baurat Xaver Eggmayer angelegte Obstanlage. An ihr entlang zog sich - und zieht sich noch heute - die Blütenstraße als Verbindung von der Sonnenstraße zur Sichlingerstraße hin. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1914, als die Blütenstraße damals noch nicht ausgebaut war. Ebensowenig wie eine die Anlage als Verbindung zur entstehenden Ostvorstadt durchquerende weitere Straße. Die alljährliche Obstversteigerung gehörte zum Jahreskreislauf und brachte der Stadtkasse oft recht gute Einnahmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Obstanlage bebaut. Heute befinden sich auf ihrem Gelände die beiden Berufsschulen und die Kreisbücherei,

6. Noch immer leben im Jahre 1977 alte Gunzenhäuser, denen die 'alte' Altmüh1brücke eine lebendige Erinnerung bedeutet. Die Brücke, die unser Bild zeigt, wurde in den Jahren 1730-1731 erbaut und 1899 wegen der laufenden hohen Reparaturkosten abgebrochen, Seither spannt sich eine aus festem Muschelkalk bestehende, mit Gehsteigen versehene Brücke über die Altmühl, Die alte Altmühlbrücke war teils aus Stein, teils aus festem Eichenholz gebaut und führte an der gleichen Stelle wie heute über den Fluß, sich an die Straße nach Unterwurmbach anschließend. Sie zählte sechs steinerne Pfeiler, die der Bodenbelag verband. Am linken Ende der Brücke, in Richtung Unterwurmbach, stand einst eine Kapelle. Nach deren Abbruch wuchs darauf eine Linde (siehe Bild).

7. Zweimal eine 'Partie an der Altmühl', wie die Hersteller beider Postkarten ihre Produkte nannten. Oben eine Aufnahme um die Jahrhundertwende, die links das alte Bräuhaus Müller vor dem Brande von 1903 zeigt und dazu eine früher in den damals viel breiteren Fluß hineinragende Halbinsel. Zu erkennen ist ferner, daß man damals auch Kahnfahrten auf der Altmühl unternehmen konnte und zwar mit Fahrzeugen, die der Verschönerungs- und Frerndenverkehrsverein unterhielt und die man gegen eine Gebühr von stündlich dreißig Pfennig mieten konnte.

Das untere Bild zeigt die 1832 von Bürgermeister Joharm Thomas Hezner angelegte Promenade entlang dem Flußufer im Jahre 1907. Sie wurde früher als 'hinter den Gärten' bezeichnet. Die Altmühl reichte damals bis an die erste Baumreihe.

Gruss aus Gunzenhausen - Partie aa der Altmühl.

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8. Der Reitsteg am Schießwasen war einst ebenfalls ein Gunzenhäuser Wahrzeichen. Dieser hölzerne Steg diente der Verbindung zwischen der Stadt Gunzenhausen und der Nachbargemeinde Aha. Auf drei Böcken (Lagern) ruhten lange Balkenpaare als Gehbahn, während auf beiden Seiten ein Gelander die Passanten schützte, Die Aufnahme wurde 1912 gemacht. 1921 brach man den Reitsteg ab und ersetzte ihn durch eine einjochige Betonbrücke. Konnte man früher den Steg nur zu Fuß oder höchstens mit einem Schubkarren passieren, so brauchten jetzt die Heufuhrwerke zu den Altmühlwiesen nicht mehr zeitraubende Umwege fahren. In den letzten Kriegstagen von 1945 wurde die Brücke gesprengt, aber 1950 wieder errichtet. Sie heißt noch immer 'Reitsteg',

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