Hachenburg in alten Ansichten

Hachenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Josef Roth
Gemeente
:   Hachenburg
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0155-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hachenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Notwendigkeit, ein solches Album mit alten Ansichten von und aus Hachenburg zusammenzustellen, ergab sich mit aller Deutlichkeit eigentlich erst bei der Suche nach geeignetem Bildmaterial und nach Menschen, die dieses noch zu deuten vermögen. Selbst alteingesessene Hachenburger Farnilien besaßen nichts Nennenswertes mehr. das über das Leben in den Jahren 1880 bis 1930 und über das Aussehen von Alt-Hachenburg näheren Aufschluß vermittelte. Nur ganz wenige Personen waren noch imstande, zuverlässige Auskünfte über die damalige Zeit zu erteilen. Es ist also höchste Zeit gewesen, die wenigen Bilddokumente von allgemeinerem Interesse zu sammeln und in dieset Form zu veröffentlichen.

Immer rascher verblaßt die konkrete Erinnerung an das, was sich in Alt-Hachenburg zutrug. Diese wenigstens ausschnittsweise wachzuhalten, ist eines der Anliegen, die dieses Büchlein verfolgt. Ein anderes ist die Hoffnung, daß diese Publikation hier und da zur Anregung wird, verstaubte Familienalben durchzusehen und so noch Unbekanntes ans Licht zu bringen. Vor allem aber wäre es wünschenswert, daß durch die Veröffentlichung dieser Bilder Menschen angesprochen

werden, die noch mehr über Alt-Hachenburg zu erzählen wissen, als es der Autor in seinen knappen Kommentaren zuwege brachte. Jeder Hinweis wird dankbar entgegengenommen und entsprechend verwertet. Die Reeherehen wären sehr mager ausgefallen, wenn sich nicht einige Heimatfreunde daran beteiligt hätten. Ihnen sei besonderer Dank abgestattet! Dieses Buch ist auch ihr Buch! Nächst dem Leiter des Landschaftsmuseums Westerwald in Hachenburg, Herrn Karl Keßler, sind dies: Frau Erwes, Frau Anne Lorsbach und Frau Hildegard Pickel, ferner die Herren Wilhelm Leyendecker, Wilhelm Litzinger, Michael Lorsbach, Dr. Rolf Pickel, Pfarrer Walter Römheld, F. Günter ven Saint-George und Prof. Dr. Hans Spiegel. Eine 'zopfige Residenz' hat Iiebevoll Dr. Hellmuth Gensicke einmal Alt-Hachenburg genannt. Freilich, der Zeitraum, den unser Album erfaßt, liegt später. Längst war Sayn-Hachenburg aufgelöst, Hachenburg nicht mehr Hauptstadt. Auch die Nachfolger der Grafen von Sayn, die Herzöge von Nassau, hatten ihren souveränen Staat an Preußen verloren. Aber in Hachenburg und den umliegenden Dörfern empfand man sich höchstens als 'Muß-Preußen' und unter-

schied deutlich die Preußen im Norden von Mörlen bis Kotzenroth (heute Rosenheim). Dann kam der Große Krieg, wie man ihn bisher nicht kannte. Auch in Hachenburg verfiel man der Versuchung, die 'gute, alte Zeit' zu verklären. Vielleicht helfen die Bilder unseres Albums, nicht erneut in diesen Fehler zu verfallen, den heute die modische Nostalgie-Welle zu suggerieren sucht.

Die Bilder lassen doch immer wieder ahnen, daß man sich auch damals mit durchaus gleichgelagerten Problemen im Alltag herumzuschlagen hatte. Es gab Armut, bittere sogar, und hinter den Portraits schnurriger Originale verbirgt sich doch nicht selten die blanke Not. Und die vermögenden Bürger hatten ihre liebe Not, ihren Besitzstand zu wahren, wenn die Wirtschaft in eine Flaute geriet. Die Stadt sah sich allenthalben vor den Problemen, die der Baubestand einer altehrwürdigen Stadt mit sich bringt. Es muß modernisiert werden, gleichzeitig soll wertvolles Kulturgut früherer Zeiten bewahrt werden. Semper idem! Einzelne Persönlichkeiten stellten sich in besonderer Weise den anfallenden Aufgaben, allen voran im Auftrag der Bürger die Bürgerrneister. Von ihnen wenig-

stens konnten noch Fotos aufgetrieben werden. Andere verdiente Männer und Frauen unserer Stadt fehlen. Hier müßte die Stadtgeschichte von Hachenburg bis in die Gegenwart fortgeschrieben werden! Erfreulich ist beim Durchblättern, wieviel Erinnerungen an das Vereinsleben noch vorhanden sind. Was heute anspruchsvoll Bürgerinitiative heißt, war in der 'zopfigen Residenz' schon immer lebendig. Die Vereine haben sich nicht in Vereinsmeierei erschöpft, sondern öffentliche Aufgaben wahrgenommen:

Brandsicherung, Sporterziehung, Musik und - nicht zuletzt - Unterhaltung. So sollte es nicht sein Bewenden haben mit einem Durchblättern des Albums,sei es in wehmütiger Erinnerung, sei es in kopfschüttelnder Verwunderung. Vielm ehr könnten die vergilbten Fotos und Ansichtskarten dem Alt-Hachenburger wie dem Neubürger das Bewußtsein dafür stärken, selber Glied eines überschaubaren Gemeinwesens zu sein, daß sich in der Vergangenheit bewährt hat und auch den Test der Gegenwart bestehen kann.

1. Wohl eine der ältesten Fotografien von Hachenburg ist von der Gehlerter Straße her aufgenommen. Im Vordergrund liegt der ehemalige Grünsche Hof, der 1861 den Besitzer wechselte und in eine Brauerei umgewandelt wurde. Etwas weiter rechts liefert die Abbildung den vielleicht bemerkenswertesten Aufschluß: Deutlich erkennt man, daß damals bei Hachenburg noch Hopfen angebaut wurde! Lange Stangen kennzeichnen die Kulturen.

2. Diese Ansichtskarte aus dem Jahr 1899 ist im Original in weichen aquarellartigen Pastellfarben koloriert. Außer den bekannten Motiven, die immer wieder auf den Postkarten wiederkehren, ist auch noch eine alte Grenzsäule von 1815 abgebildet. Sie erinnert daran, daß Hachenburg nach dem Abtreten Napoleons regelrecht Grenzstadt geworden war, weil das Herzogtum Nassau die Grafschaft Sayn-Altenkirchen und Teile von Sayn-Hachenburg an Preußen abgeben mußte. Erst 1866 fiel ganz Nassau dann an Preußen. Das Amt Hachenburg wurde dem Oberwesterwaldkreis mit Sitz Marienberg zugeteilt, doch blieben bis 1885 Reste einer Amtsverwaltung in Hachenburg.

3. Im Juli 1909 wurde diese Ansichtskarte laut Stempel mit der Bahnpost nach Höhr befördert. Reichlich spät war die seit 1846 zwischen Limburg und Au geplante Westerwaldbahn ausgeführt worden. Erst 1885 erhielt Hachenburg seinen ersten Bahnanschluß aus Richtung Altenkirchen, der erst im folgenden Jahr durch einen solchen in die Gegenrichtung nach Westerburg und Hadamar ergänzt wurde. Im Jahr 1901 wurde diese Strecke noch durch die Kleinbahn nach Selters ergänzt, deren Geleise oberhalb des im Bild sichtbaren Bahnhofsgebäudes endeten. Sie sind verschwunden, die Großbahn aber hat bis heute ihre Bedeutung behalten.

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GRUS$" AUS HACHENBURG.

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4. Die 'Rheinische Straße', unsere heutige B 413, wirkt hier im Jahr 1918 eher noch wie ein unzulänglich befestigter Weg. Die beschauliche Weggabel ist mittlerweile zu einer unfallgefährdeten Straßeneinmündung geworden. Lediglich die im Bild noch jungen Alleebäumchen haben ihren Platz behaupten können und säumen nun mit gewältigen Stämmen und mächtigen Baumkronen die moderne Verkehrsader. Die Altstadt ist im Hintergrund noch als selbständiger Siedlungskomplex der Stadt Hachenburg vorgelagert.

5. Diese nach 1909 aufgenommene Ansicht der Stadt von Westen hält noch jenen Zustand fest, als hier das Wohngebiet praktisch noch nicht über den mittelalterlichen Bering hinausgewachsen war. Allerdings ist die Ringstraße bereits außerhalb desselben angelegt und nach Westen - im Bild nicht mehr sichtbar - veränderte sich vor dem Untertor das Stadtbild bereits in stärkerem Maße. Diese Veränderungen wurden durch den seit etwa 1900 sprunghaften Anstieg der Bevölkerung erzwungen.

6. Das Alter dieser Fotografie mißt man am besten an der unbedeutenden Größe des Baumes vor der evangelischen Stadtkirche am Marktplatz. Auch befindet sich dort noch ein Gedenkstein, der später dem Denkmal Kaiser Wilhelms 1. weichen mußte. Auf dem sonst beinahe rnittelalterlich anmutenden Platz legen einzig zwei Laternenpfähle neben der Kirchentreppe und links am Bildrand Zeugnis für moderne Errungenschaften ab. Das Foto muß noch vor dem 2. September 1888, dem Tag der Einweihung des KaiserWilhelrn-Denkmals, angef'ertigt worden sein.

HACHENBURG

Aiter Markt mit Brunnen

7. Dann im Jahre 1911, als diese Ansichtskarte hergestellt wurde, hatte Kaiser Wilhelm 1. längst einen neuen Sockel vor der Stadtkirche 'bestiegen', und der Baum ist bis zum Kirchendach hinaufgewachsen. Die alten Laternen sind verschwunden, Elektrizität hat ihren Einzug gehalten. Man beachte zudem den Zustand des Gebäudes nahe dem rechten Bildrand, das sich heute stark verändert und vor allem den hochragenden Giebel verloren hat. Gut sichtbar ist vorne der Laufbrunnen mit dem Saynschen Wappenlöwen, der seit 1702 diese bis heute bewahrte Form aufweist.

8. Ein hochinteressantes Dokument von Alt-Hachenburg: Noch besitzt die katholische Pfarrkiche nicht den 1908-1909 erbauten Glockenturm, vielmehr besteht anstelle des heutigen Seitenschiffs der Kirche noch der alte Klosterflügel mit der Pforte zum Markt. In der Personengruppe sind unschwer zu erkennen (von links nach rechts): Im Hintergrund vor seinem Geschäft der jüdische Metzger Julius Barnberger, mit Pickelhaube der Gendarm Buchow, in der Bildmitte mit hoher Mütze und angewinkelten Arm der Metzgermeister Rückes, rechts mit abgesetzter Traglast und kräftigem Vollbart 'Kerns Kleener' und schließlich im Hintergrund der Polizeidiener Heinrich Kern.

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