Halberstadt in alten Ansichten Band 1

Halberstadt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Hartmann
Gemeente
:   Halberstadt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5131-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Halberstadt in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Halberstadt war vor den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg eine der bedeutendsten deutschen Fachwerkstädte, sie besaß ein anschauliches Bilderbuch seiner Geschichte - es war die Stadt selbst.

In der Altstadt bot sie ein Bild mittelalterlicher Beschaulichkeit, in der Neustadt moderner Geschäftigkeit. Achteinhalb Jahrhunderte war die Stadt im Nordharzer Vorland Sitz eines bedeutenden und großen Bistums, was auch in prächtigen Sakralbauten zum Ausdruck kam: Allein je vier romanische und gotische Kirchen bestimmten die Stadtsilhouette, sieben mächtige Stadttore waren in die über 4 km lange Stadtmauer eingefügt und schon vor vierhundert Jahren gehörte die Stadt am Schnittpunkt bedeutender Handelsstraßen rnit zu den dreißig größten deutschen Städten.

Hier eine Kurzfassung seiner wechselvollen Entwieklung: Als 'Stätte am geteilten Fluß' wird das Gebiet am Nordrand des späteren Domfelsens schon sehr

früh besiedelt und um 800 gründete hier Karl der Große sein östlichstes Bistum mit Sitz in Seligenstadt (Osterwieck), etwa ab 827 in Halberstadt. 859 wurde der erste, der karolingische, Dom geweiht, der aber schon 965 einstürzte. 989 verlieh Otto Hl, dem Bischof Hildeward das Markt-, Münz- und Zollrecht für Halberstadt. Drei Jahre später, 992, wurde dann auch der wiederaufgebaute und erweiterte ottonische Dom geweiht.

Die auf dem langgestreckten Domplatz gebaute, schon seit Anfang des 11. Jahrhunderts ummauerte Bischofsburg kann man als erste Stufe der Stadtentwicklung ansehen. Gleichzeitig entstand südöstlich davon - um die Stadtpfarrkirche St. Martini - eine Kaufrnannssiedlung und nördlich davon die Burgersiedlung um die romanische Moritzkirche. Die Stadt entwickelte sich kontinuierlich weiter, lebte vom Handel und der wirtschaftlichen Kraft seines fruchtbaren Umlandes. Im Schutz der Stadtmauer entstand

auch schon seit dem 13. Jahrhundert eine große jüdische Siedlung.

Nach dem Westfälischen Frieden wurde das Bistum Halberstadt aufgelöst und karn als Fürstentum Halberstadt zu Kurbrandenburg. Unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620-1688) erlebte die Wirtschaft der Stadt einen Aufschwung, indern Hugenotten angesiedelt wurden, die neue Erwerbszweige in Halberstadt und Umgebung gründeten, zum Beispiel die Handschuhmacherei.

Das 18. Jahrhundert brachte mit dem segensreichen Wirken des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim eine geistig-kulturelle Blütezeit und Halberstadt wurde ähnlich wie Weimar oder Dresden zu einern Mekka vieler bedeutender Zeitgenossen: Herder, Wieland, Lessing, Klopstock und viele andere waren häufig bei 'Vater' Gleim zu Gast.

Die Industrialisierung Deutschlands machte natürlich auch vor Halberstadt nicht Halt, die Stadt wurde 1843

an das deutsche Eisenbahnnetz angebunden, es entstanden eine bedeutende Landmaschinen- und Zukkerfabrik, Heines Würstchenfabrik und eine große Eisenbahnwerkstatt. Diese Entwicklung setzte sich fort bis heute; die Stadt zählt knapp 48 000 Einwohner.

Halberstadt erlebte im Verlauf seiner Geschichte drei Zerstörungen: 1179 durch Kämpfe zwischen Heinrich dem Löwen und den Halberstädter Bischöfen; am 8. April 1945 durch einen verheerenden amerikanischen Luftangriff und nach dem Krieg durch rigorose Flächenabrisse der Altstadt durch die Machthaber der damaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Werner Hartmann

1. Stadtwappen von Halberstadt. Die Entstehung des Halberstädter Wappens ist nicht eindeutig zu klären, sie könnte in die Zeit der Kreuzzüge fallen. Ursprünglich zeigte der Schildinhalt neben dem Doppelhaken noch das Bild des Heiligen Stephanus, der Schutzpatron des Stiftes war. Er ist auch noch heute an vielen Stellen im Stadtgebiet in Form von Plastiken und bildlichen Darstellungen gegenwärtig. Nachdem der Rat der Stadt Halberstadt in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts seine Eigenständigkeit gegenüber dem Bischof durchgesetzt hatte , führte die Stadt nur noch den Doppelhaken im Silber und Rot geteilten Schild. Das Stadtwappen wurde spätestens 1398 offiziell bestätigt. Später wurde das Wappen mit Fähnchen, einem Stechhelm, Pfauenfedern und anderem Zierat vervollständigt.

HALBERSTADT

2. Alter Personenbahnhof von 1843, Aufnahme 1925. Dort, wo sich seit 1865 der Halberstädter Güterbahnhof in der Schützenstraße befindet, lag der erste Bahnhof der Stadt, der im Juli 1843 eröffnet wurde. Damals wurde die Strecke Magdeburg-Halberstadt in Betrieb genomrnen. In den ersten vier Weehen nach Inbetriebnahrne wurde die Bahn von 28 021 Personen benutzt, die sich sicher als besonders mutige Abenteurer gefühlt haben werden. Die Waggons waren bei weitem nicht so bequern, wie wir es heute gewöhnt sind, dennoch aber bedeutete die Eisenbahnverbindung nach Magdeburg (von da aus nach Berlin und Braunschweig) einen gewaltigen Fortschritt. Der Rest des alten Bahnhofes ging leider bei der Zerstörung der Stadt im April 1945 mit verloren.

3. Hauptbahnhof um 1910. Weil der erste Bahnhof nicht mehr dem wachsenden Verkehr genügte, mußte ein neuer gebaut werden. Es wurde am 1. August 1868 'in Anwesenheit hochgestellter Persönlichkeiten und unter Anteilnahme der Bevölkerung' seiner Bestimmung übergeben. Es war ein sehr repräsentativer Bau, denn Halberstadt galt als das Tor zum Harz. Von hier aus gehen die Bahnen in die verschiedenen Harzregionen:

Nach Blankenburg (seit 1873), nach Wernigerode (seit 1872), nach Thale (seit 1862). Auf dern Bild sieht man auch unsere alte Straßenbahn, die 1903 elektrifiziert wurde. Man beachte auch die Kleidung der Damen und Herren in dieser Zeit!

4. Halberstadt von den Spiegelsbergen aus, um 1839. Freiherr Spiegel zum Desenberg (1711-1785) ließ sich die südlich der Stadt gelegenen. einstmals kahlen Hügel zu einem stattlichen Park mit Grotten, Ruheplätzen, Aussichtspunkten und einem Schloß umgestalten. Links im Bild ist noch ein Teil des kleinen Schlosses auf den Spiegelsbergen zu erkennen, in dessen Keller sich das berühmte große Weinfaß befindet (1327,5 Hektoliter Inhalt!). Von hier oben hat man einen herrlichen Bliek auf die alte Stadt. Man sieht links das Johannestor , weiter nach rechts die (hier nur dreitürmige) Liebfrauenkirche - der vierte Turm war baufällig geworden - weiter nach rechts die Franziskanerkirche (Dachreiter!), die tief gelegene Moritzkirche, den Dom, die ungleichen Türrne von St. Martini, die Paulskirche und ganz rechts das Breite Tor. Am Bildrand rechts ist gerade noch die alte Wassermühle am Goldbach, die Pfeffermühle, zu sehen.

5. Luftaufnahme von Westen, um 1930. Auf dem Bild sieht man die sehr dichte Bebauung der Stadt vor der massiven Zerstörung 1945: die viertürmige romanische Liebfrauenkirche am Westende des langgestreckten Domplatzes, darüber den gotischen Dom mit seinen fast 100 m hohen Türmen, weiter rechts die Paulskirche und ganz eindeutig die Stadtpfarrkirche St. Martini mit den ungleichen Türmen; auf dem höheren Südturm hatte der städtische Wächter nach allen Seiten freie Sicht zu haben. Zwischen beiden Türmen befindet sich ein hölzerner Verbindungsgang. Das große Gebäude am unteren Bildrand ist die ehemalige Oberrealschule, nach links geht der Grudenberg in die Altstadt ab, in Richtung Martinikirche die Schmiedestraße , die zu den beiden Märkten führte.

6. Luftaufnahme von Sûdosten, um 1930. Im Mittelpunkt sehen wir rechts unten den Fischmarkt, direkt in der Mitte das langgestreckte Rathaus und dann nach links oben den Holzrnarkt. In der rechten oberen Bildecke erkannt man den Dom, darunter im Halbrund den Martiniplan und die Schmiedestraße. Hier, rund um die Martinikirche, war der Kern der sich östlich von der Domburg befindlichen Bürgerstadt. Deutlich erkennbar ist auch der Winkel Hinter der Münze/Krebsschere. Auch die mächtige Kommisse am Holzmarkt (um 1610) hebt sich klar hervor.

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7. Gemälde im Stadtverordnetensaal Dompropstei: Rat und Bürgerschaft huldigen dem Großen Kurfürsten am 3. April 1650, Gemälde von Georg Barlösius. Der Künstler hat auf seinem Gemälde viele Halberstädter Burger dargestellt, die seine Zeitgenossen waren, wie zum Beispiel Bürgerrneister Oehier, Oberbürgermeister Dr. Gerhardt, Sanitätsrat Dr. Rhoden, Kammersänger Aloys Burgstalier und Prof. Dr. Hans Kehr. Das Bild wurde 1905 gemalt, gleichzeitig rnit der Umgestaltung des Saales der Dornpropstei zum Stadtverordnetensitzungsaal. Vor dem Rathaus steht der bedachte Roland, über ihm flattert die Halberstädter Stadtfahne. Das Gemälde wurde im April 1945 vernichtet.

8. Stadtverordenetensitzungsaal, um 1930. Im Mittelpunkt fällt sofort das große Gemälde auf, es zeigt einen bedeutenden Höhepunkt in der historischen Entwicklung der Stadt und der Landschaft im nördlichen Harzvorland: Das über 840 Jahre bestehende große Bisturn Halberstadt hat aufgehört zu bestehen - eine Folge des Dreißigjährigen Kriegs - der Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688) von Brandenburg übernahm das Territorium als Fürstentum in sein Brandenburgisches Land. Die vierzig Halberstädter Stadtverordneten (1930/31) saßen im Halbrund vor dem erhöhten Platz des Vorstehers und seiner Stellvertreter. An der Rückwand des schmuckvoll ausgemalten Saales waren noch zwei weitere Gemälde von Barlösius: Rückkehr des Bischofs Konrad von Krosigk vom Kreuzzug und Bischof Hildegrim wird von Kar! dern Großen als Bischof von Halberstadt eingesetzt (804). Stadtverordentensaal und die Gernälde wurden 1945 zerstört.

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