Hall in Tirol in alten Ansichten

Hall in Tirol in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Walder-Gottsbacher
Gemeente
:   Hall in Tirol
Provincie
:   Tirol
Land
:   Österreich
ISBN13
:   978-90-288-5255-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hall in Tirol in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Als Bayern 1814 Tirol an Österreich zurückgeben mußte, der Kaiser 1816 die Erbhuldigung des Landes entgegennahm und die Folgen der napoleonischen Kriege überwunden waren, begann auch für Hall in Tirol eine neue Blütezeit des Wirtschaftslebens. Im 'Handbuch für Reisende - Erster Band-Nordtirol', erschienen 1837 im Verlag der Wagner'schen Buchhandlung, ist unter anderem zu lesen:

... Für den Verkehr findet ausser dem Salzverschleisse ein lebhafter Handel zu Wasser mit dem Innviertel und selbst mit Wien statt. Alle Samstage fährt ein Schiff nach Wien ab, das Waaren aller Art und Reisende aufnimmt. Das Fahrgeld von Hall nach Wien beträgt 4 Gulden R. w. für den Kopf. Die Waarenlieferung zu Wasser nach Wien besorgt eine eigene zu Hall bestehende Speditionsgesellschaft, so wie das aus dem Innviertel herauf gelieferte Getreide hier eine eigene Niederlage findet. Ferner blühen in Hall eine Salmiakfabrik, die jährlich 200-300 Zentner Salmiak liefert, zwei Ziegel- und Kalkbrennereien, und viele städtische Gewerbe, durch die Gunst der Frühlingsund Herbstmärkte gehoben und vorteilhaft unterhalten ... Die Einwohner von Hall treiben nebst den Stadtgewerben auch Landbau, und zwar auf einem Gebiethe von 200 lauch Ackerfeld und 570 Morgen Wiesen mit einem Viehstande von 51 Pferden, 8 Ochsen, 320 Kühen, 50 Schafen und 80 Schweinen. Der vorzüglichste Gegenstand ihres Getreidebaues ist Mais und Roggen, wovon der

Arme grösstentheils lebt. Ihre Lebens- und Denkweise hat viel Altbürgerliches und Treuherziges, ihre gute alte Stadt mit Mauern eng umzaunt, voll geschnörkelter Häuser mit allen kleinstádtischen Freuden liegt ihnen unendliclt am Herzen. Sie sind mehr als alle anderen Städter Tirols lanusbilder, der rûckwiirts gewandte Bliek ist heller, als der nach vorwärts, und ihre Beredsamkeit unerschopflicti im Lobe der guten alten Zeit ...

Doch Hall hatte seine wirtschaftliche Vorrangstellung in Nordtirol schon an Innsbruck verloren. Als am 24. November 1858 die Unterinntaler Eisenbahn und 1867 die Brennerbahn eröffnet wurden, bedeutete dies auch das Ende der Innschiffahrt. Hall entwickelte sich immer mehr zu einem Kurort als einem Wirtschaftszentrum.

Peter Regalat Stolzissi, emeritierter Mitvorstand des Oberösterreichischen Apotheker- Hauptgremiums und Ehrenmitglied der Österreichischen Pharmaceutisehen Gesellschaft in Wien, schreibt dazu in seinem 1889 im Eigenverlag in Hall erschienenen Büchlein:

... Das alles zusammen zeigt, dass Hall als klimatischer Curort sich zu geriren, mehr Anrecht hätte, als mancher andere Ort, den eine masslose Reclame fast bis zu den Sternen emporgehoben hat, aber eine gründliche Forschung nach der Richtigkeit der Reclamebehauptungen nicht vertragen kann. Der sehr thätige Verschönerungsverein, mit der intelligenten Stadtvertretung Hand in Hand gehend, ist eifrigst bemûht Unschönes zu entfernen und

Anlagen zu schaffen zum Vergnügen von Einheimischen und Fremden... Die Haller sind ein vorherrschend gemûthliches, lebensfrohes V ölklein von heiterem bojarischen Blute. Was die Unterkunft und Versorgung anbelangt, ist die Anzahl der Gasthûuser rein bürgerlichen Gepräges fast über den Bedarf Sie sind Ueberbleibsel aus den seligen Zeiten des einstigen regen Strassen verkehrs. Sie sind ausschließlich nur zweiten und dritten Ranges. Hotels und Gasthöfe ersten Ranges sucht man vergebens ... Der echte Haller hat keine Sehnsucht nach diesen Kosmomopolitischen Anstalten (gemeint sind die erstrangigen Lokalitäten) und nach dem Heere feingeschniegelter, schwarzbefrackter Kellner, den Bekennern der Trinkgeldtheorie, deren Rechnungen länger gemessen sind, als ihre Frackschössel. Dem Haller ist eine fesche 'Moidl', 'Thres', 'Nanni' oder 'Kathl' aus dem unteren oder oberen lnnthale als Kellnerin weit willkommener, als so ein kosmopolitischer Ganimed mit verschmitztem Gesichte, [eingeschniegelten Haaren und herausfordernden Bartkotelletten an den Wangen ...

In der Zeit zwischen diesen beiden Beschreibungen der Stadt und ihrer Bewohner war auch einiges geschehen. Man hatte die Stadtgräben zugeschüttet und alle Stadttore (außer dem Münzertor) abgetragen. Schon 1830 wurden die Irrenanstalt und vom Apotheker Anton Hauptmann ein "Soolbad", das bis zu seinem Tod bestand, eröffnet. Letztgenanntes wurde später in ein

Taubstummeninstitut umgewandelt. 1857 wurde der Holzrechen am Inn abgetragen.

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich zeitweise eine italienische Garnison in Hall. Der Niedergang der Saline war nicht mehr aufzuhalten, da der Verlust der Absatzgebiete in Südtirol und der Schweiz tiefgreifende Folgen für den jahrhundertelang wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt zur Folge hatten. Man versuchte zwar noch durch den Bau des Kurhauses 1930 und die Urnbenennung in Solbad Hall dem Wirtschaftsleben neue Impulse zu geben, doch es war vergebens. Der Zweite Weltkrieg mit den vorangehenden Sanktionen Hitlers taten ihr übriges.

Alle Abbildungen mit Ausnahme von Abb.1 stammen aus der Sammlung des Autors.

Zum Schluß möchte ich noch allen danken, die mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Mein besonderer Dank gilt Herrn Wili Pechtl für seine 'Schützenhilfe', Herrn und Frau Dr. Univ. Prof. Prim. ZeIger, Herrn Dir. Univ.-Doz. Dr. Amman und Herrn Alfred Stockhammer für die prompte Erledigung meiner Anliegen, Anfragen und Ansuchen.

Das Entstehen des Buches wurde weiters durch die Kulturförderung der Tiroler Landesregierung ermöglicht.

Salzburg, im Juli 1991

Peter Walder-Gottsbacher

1. Dieses Aquarcll, das vermutlich vom in Innsbruck als Zeichenleher tätigen Maler Basilio Armani stammt, diente als Vorlage für die 'Entschuldigungskarte für Gratulation der Stadt Hall für das Jahr 1842'. Armani wurde am 19. August 1817 in Riva geboren und starb am 6. Februar 1899 in Trient. Seine Lithografien wurden unter anderem bei Schöpf und Unterberger in Innsbruck verlegt. Das Aquarell zeigt den Münzturm noch mit einem der alten Stadtgräben. Der Erlös der Entschuldigungskarten kam den bedürftigen Mitbürgern der Stadt zugute. (Aquarell. Privatbesitz. Salzburg.)

2. Der Münzturm, um 1900 fotografiert von A. Stockhammer. Diese Aufnahme zeigt auch den Gießen, den alten Salzgießkanal.

3. Gesamtansicht der Stadt im Jahr 1905. Man sieht noch die großteils unverbauten Teile Halls rund um die Altstadt. Im Mittelpunkt steht die Stadtpfarrkirche, die nach der gotischen Urkirche von 1420-1432 zum Teil neugebaut und erweitert wurde. Der Turm entstand nach dern Erdbeben von 1670 im barocken Stil. (Foto: A. Stockhammer, Hall.)

4. Dieselbe Ansicht von Hall etwa zwanzig Jahre später. Rechts am Bildrand sieht man das alte AuSudhaus, das 1953 abgetragen wurde, nachdem man eine moderne Salzerzeugungsanlage erbaut hatte. Auch die Besiedlung um den alten Kern der Stadt ist schon beträchtlich fortgeschritten. (Foto: A. Stockhammer , vor 1930. )

5. Die Haller Innbrücke errichtete man 1866/67. 1972 wurde sie durch den hölzernen Fußgängersteg ersetzt. (Foto: A. Stockhammer, 1916.)

Gasthaus zum Ochsen

Gruss aus ~an i. t"irol.

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6. Am rechten Innufer, gleich an der Brücke, befand sich das Gasthaus 'Zum Ochsen'. (Foto: A. Stockhammer&Moesmer, Hall 1898.)

7. Diese Aufnahme zeigt uns die Münzergasse um 1900. Im Hintergrund erhebt sich die Burg Hassegg mit dem Münzturm, die während der Stadterweiterung unter Herzog Sigismund 1450-1490 als Stadtburg erbaut wurde. 1567 wurde hier unter Erzherzog Ferdinand II. die neue Münzstätte eingerichtet, die sich bis dahin seit 1477 in der Stadtburg 'Sparberegg' befunden hatte. Die Münze wurde 1809 stillgelegt. (Foto: Stengel & Co, Dresden und Berlin.)

8. Das Münzertor mit dem Wappenstein Erzherzog Sigismundsimlahr 1911. (Foto: A. Stockhammer.)

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