Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Auteur
:   Dipl. Thed. Thomas Nuxoll
Gemeente
:   Harderberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6291-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Vorwort

Was Du ererbt von Deinen Vätern - erwirb es um es zu besitzen!

Dieses Wort des deutschen Dichterfürsten [ohann Wolfgang von Goethe möchte ich diesem Buch voranstellen. In unserer oft an Erinnerung und Besinnung so armen Zeit, hat es der Schützenverein Harderberg gewagt, anläßlich seines 90jährigen Gründungsfestes mit einem Blick in die Vergangenheit zu schauen, ohne zu wissen wie es ausgehen könnte, denn die Geschichte des Vereins ist selbst eingefleischten Schützenbrüdern nur wenig bekannt. Doch, um es gleich vorweg zu sagen, Bedenken jeder Art sind fehl am Platz. Sicher, es hat Generalversammlungen gegeben, an denen nicht einmal soviele teilnahmen, daß die Vorstandswahlen hätten durchgeführt werden können, selbst wenn alle Anwesenden einen Posten angenommen hätten! Es hat auch Schützenbrüder gegeben, die die Königswürde zwar errungen, aber dennoch abgelehnt haben, aber aufs Ganze besehen waren das die großen Ausnahmen. Vielmehr darf der Verein mit Stolz auf die neunzig Iahre seit seiner Gründung zurücksehen und mit großer historischer Gelassenheit auf eine über 340jährige Schützentradition auf dem Harderberg.

Aber derVerein möchte mehr mit diesem Buch! Der Titel '90 [ahre aus über 900 - Harderberg in alten Ansichten' verrät es. Die Schützen sehen sich als Verein nicht isoliert. Sie waren und sind immer auch Bürger von Harderberg und wissen sich der Geschichte verpflichtet, Über neunhundert Iahre leben Men-

schen auf dem Harderberg, ihnen allen ist dieses Buch gewidmet, den einen zum Gedächtnis, den anderen zur freudigen Erinnerung an alte Zeiten und den Jungen zur Mahnung, das alte Harderberg nicht zu vergessen!

Das alte Harderberg! Mit diesem Buch schenkt der Schützenverein es uns noch einmal zurück. Die alten Fotografien scheinen vor uns auf, wie die Fenster im Haus der Vergangenheit. Ihr Licht zieht uns magisch an und so manches 'Ach ja, so war das damals!' kommt uns wehmütig über die Lippen. Aber, vergessen wir nicht, daß frühere Zeiten, zumal in der Landwirtschaft, oft von schwerer Arbeit und auch materieller Not geprägt waren, und daß die gute alte Zeit zumeist nur selten gut war!

So, und nun, lieber Leser, liebe Leserin, überlasse ich Sie den Eindrücken, der Geschichte, den Bildern des alten Harderbergs und vor allem dem Leben des Schützenvereins Harderberg von 1653 e.Y.

Vielleicht sieht man anschließend unseren Ort doch mit etwas anderen Augen.

Dipl.Theol.Thomas Nuxoll,Adjutant des Schützenkönigs 1995/96

.. , über 900 jahre Harderberg. Harderberg bedeutet soviel wie Siedlung auf der 'Har' ( = Anhöhe). Die Gründung unseres Ortes liegt völlig im Dunkeln, so daß wir über die Entstehung und vor allem die eigentliche Entstehungszeit nichts sagen können, Gleichwohlliegen uns urkundliche Hinweise vor, die etwas Hilfestellung leisten können. Die älteste Nennung des Ortes 'Haren' finden wir in einer Urkunde aus der Regierungszeit des Osnabrücker Bischofs Benno Il., der von 1068 bis 1088 sein Amt inne hatte. Diese Urkunde ist aber nur in einer Abschrift aus dem 14. [ahrhundert erhalten, pfarrer Bernd Holtmann datiert diese Urkunde, in seiner 'Chronik der Pfarrgemeinde Harderberg' von 197 S, in das [ahr 1069 und bemerkt, daß die Pfarrgemeinde im Iahr 1969 auch eine 900-Jahr-Feier begangen hat. NeuesteAnfragen an die Sachkundigen des Osnabrûkker Staatsarchives mochten dies aber nicht bestätigen. Einzig die Tatsache, daß mit dem erwähnten 'Haren' die Bauernhöfe am Harderberg und nicht [enes Haren bei Ostercappeln gemeint sind, ist gesichert.

Halten wir also fest, daß ein genaues Datum der Ersterwähnung nicht feststeht, es aber bereits im 11. [ahrhundert festverwurzelten christlichen Glauben in der Siedlung am Harderberge sûdlich von Osnabrück gegeben haben muß. Diese Vermutung stützt sich auf den Inhalt der oben genannten Urkunde, in der es nämlich um die Neuordnung der Einkünfte der Stiftsherren von St. joharm in Osnabrück geht.

In der Überschrift heißt es: 'Die Einkünfte der Stiftsherren von St. Iohann kommen zusammen hauptsächlich aus folgenden Ortschaften: Hegerinchusen, Thiedenhusen, Dodishusen, Gre-

tanescha, Aldontorpa, Heslim, Burcla, Hramasithi, Haren, Gerithi ... '

Da aber die Abgaben an ein kirchliches Stift abgegeben wurden, macht dies nur Sinn, wenn wir diese auch von Christen verlangen, was bedeutet, daß eine Missionierung hierzulande schon viel früher stattgefunden haben muß. Tatsächlich konnte das Bistum Osnabrück ...

1 'Gruss aus Harderberg' , von Norden kommend triffi: man am Hang des Harderberg auf das alte Kaffeehans Mehring, um 1895.

... bereits 1980 auf sein 1200jähriges Bestehen zurückblicken. Seit dem [ahr 780 (einigeAutoren datieren sogar auf 777 n. Chr.) entwickelte sich der christliche Glaube von der Misslonszelle Osnabrück hin zum Mittelpunkt der neuen Diözese Osnabrück, also noch vor der [ahrtausendwende. Seit dieser Zeit gehörten die Harderberger Bauern zur Dompfarre Osnabrück. Aus dem [ahr 1147 ist uns dann die älteste, erhalten gebliebene Urkunde bekannt. Durch sie schlichtet der damalige Osnabrükker Bischof Philipp Graf von Katzenellenbogen (1141-1 1 73) Streitigkeiten zwischen dem Osnabrücker Domkapitel und dem Stiftskapitel von St. [ohann. Der Bischof entscheidet, daß zukünftig die Ortschaften: Hetlage, Vockestorpe, MuIenseten, Dudestorpe, Heckegen, Noan, Evenctorpe Broke, Haren, Blakenthorpe, Wisenbike, Rothorst, Malebergen, Holthusen, Wulfeten, Wadinchhusen, Broeseten, Staveren und Bomethe zum Stift St. Iohann gehören sollten. Damit sind drei 'Ortsteile' von Harderberg erwähnt, nämlich Haren, Broxten und Rothorst.

Im Namen des Bauernhofes Broxtermann hat sich die Bezeichnung Broxten erhalten, wodurch wir diesen Ortsteil in der Unteren Bauerschaft ansiedeln dürfen. Der Rothorst wird in späteren [ahrhunderten mit den Bauern Uhlmann und Avermann in Verbindung gebracht, wodurch auch dieser Ortsteil ziemlich sicher lokalisiert werden kann.

Im 16. [ahrhundert setzt sich dann aber die Oberbezeiclmung Harderberg für alle drei Ortsteile durch. Auf der Flurkarte von 1797 fmdet sich die Bezeichnung 'Hadderberg'.

Die alten Harhöfe lagen dicht beieinander. Sie finden sich alle in unmittelbarer Nachbarschaft der alten (Frankfurter) Heerstraße,

die schon im Mittelalter eine der wichtigsten Nord-Sûd- Verbmdungen war. Von den alten Harhöfen haben sich erhalten die Bauern Brunemann (Hof des Bruno), Grothaus (großes Haus, siehe Bilder 1 5, 16 und 20) und Tiemann (Mann am Thie = germanische Richtstätte, siehe Bild 11). Die übrigen Harhöfe Niermann, Bischof, Schowwe undAulf dürften etwas jünger sein. Zu dieser Siedlungseinheit zählten wohlnoch der Meyerhof...

2 Das Herrenhans des Gutes Harderburg im Westen der Gemeinde um 1915. Die Gebäude wurden 1939 fast gänzlich abgerissen.

· .. zu Farwig (siehe Bild 10), der Hof Hülsebusch und der Hof Hemesath. Heute bilden diese Höfe die Obere Bauerschaft. Zum Süden hin, bis zur Anhöhe der Egge, reichten die Ortsteile Broxten und Rothorst, wo sich die Höfe Broxtermann, Kohstall (siehe Bild 13), Sundermann, der Markkotten Kiffemeyer (Gaststätte 'Kiffe', siehe Bild 3 1), der Hof Avermann (abgebildet auf der neuen Vereinsfahne des Schützenvereins Harderberg von 1653 e.V), der Hof Niermann, HofUhlmann, die Kotten Reinkemeyer und Möllenkamp finden. In späterer Zeit bildeten diese Höfe noch eine Reihe weiterer Kotten und Heuerhäuser.

Aber der rein bäuerliche Charakter der Ansiedlung wurde erst Iahrhunderte später durch die beiden Güter Osthoff (siehe die Bilder 3 und 4) und Harderburg (siehe Bild 2) im Westen der Gemarkung durchbrachen. Das Rittergut Osthoff ist aus einem ehemaligen Bauernhof entstanden. Noch in der Mitte des 1 5. Jahrhunderts wurde es von einem Bauern namens Osthoffbewohnt. Am 20. Oktober 1485 wurde dieser Hof dann durch Gerd von Sparenberg zu einem Gut. Die folgenden Besitzer des Gutes kamen zumeist aus demAdel. Sie wirtschafteten zuweilen gut, aber auch weniger gut und so hat das Gut OsthoffBlütezeiten gesehen, stand aber auch schon einmal vor dem Verfall. Die Wirtschaftsgebäude, so wie sie heute noch zu sehen sind, stammen aus den 1880er Iahren und wurden vom damaligen Besitzer [ustus Wedekind rnit großem Aufwand errichtet.

Am 25. Oktober 1913 wurde Osthoff an Kommerzienrat Ernst Stahmer für die Summe von 340 000 Goldmark verkauft. Er war es dann der das Herrenhaus zu seiner heutigen Größe (siehe Bild 4) erweitern ließ.

Das zweite Gut im Westen von Harderberg war die Harderburg. Es grenzt mit seinen Ländereien unmittelbar an das Rittergut Osthoff Obwohl insgesamt viel kleiner als Osthoff waren seine Besitzer für die Geschichte Osnabrücks und des Osnabrücker Landes von größerer Bedeutung als die Herren auf Gut Osthoff (van Ausnahmen einmal abgesehen). Um 1500 gehörte die Harderburg wie auch Osthoff der alten Osnabrücker ...

3 Verschiedene Ansichten des Rittergutes Osthoff im Westen von Harderberg um 1910.

... Familie von Sparenberg. Weitere Besitzer waren: 1516 der Osnabrücker Bürgermeister Heinrich Storck, danach gehörte es der Familie Kannegießer aus Osnabrück, 1663 kaufte der Sohn des Osnabrücker Bürgermeisters Gerhard Schepeler, Friedrich von Schepel er, das Anwesen. Anfang des 1 8. [ahrhundcrts ging das Gut in den Besitz von Gerhard von Lengerken über, der es dann 1 743 an die Osnabrücker Familie Lodtmann verkaufte, in deren Besitz es hundert [ahre blieb. [ustus Lodtmann verkaufte dann das Gut mit samt dem gutsherrnfreien Kolonat Hemesath am 5. März 1846 für 30 OOOThaler an den Erbkämmerer des Fürstentums Münster, Matthias Graf von Galen auf Assen. Dieser war der Großvater des auf Burg Dincklage geborenen Clemens August Kardinal Graf van Galen.

1885 wurde das Gut erheblich vergrößert durch hinzugekornmene Parzellen des Meyershofes in Nahne.

Im Kriegsjahr 191 7 tauschte dann Friedrich Graf von Galen Gut Harderburg gegen Gut Wulf ten in Sutthausen, das der Familie Stahmer gehörte. Beide Güter, Osthoff und Harderburg, wurden darrut praktisch vereint. Die Familie des Grafen von Galen behielt aber auch nach 191 7 noch etlichen Grundbesitz in Harderberg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es die Familie von Galen, die als erster Grundbesitzer siedlungswilligen Familien Parzellen für ihre Häuser bereitstellte. Wer sich heute auf die Suche nach dem alten Gut begibt wird allerdings rnit Bedauern feststellen, daß nur noch ein kleiner Teil des alten Herrenhauses steht. Alle anderen Gebäude wurden 1939 vollständig abgerissen.

Doch zurück zur Geschichte Harderbergs. 1772 wohnten in

Harderberg 255 Einwohner in 44 Familien, zwanzig Familien waren Ackerbauern, dreizehn Tagelöhner, fünf Handwerker und sechs Almosenernpfänger. Der Prozeß einer differenzierten Landbevölkerung, in der es nicht nur Bauern gab, hatte auch in Harderberg eingesetzt, so daß man sich berelts 1765 zur Gründung einer eigenen Schule entschlossen hatte. Sie wurde zunächst provisorisch im Schafstall des Bauern Grothaus in der Oberbauernschaft untergebracht ...

4 Das Herrenhans von Gut Osthoff, um 1929 erweitert, wie es noch heute steht.

· .. Etwa einhundert [ahre später baute man dann die alte Harderberger Volksschule in der Nähe des 1957 erweiterten Ehrenmals, an der Stelle wo heute die Villa Hettlage steht. 1949 baute man dann die' Grundschule am Harderberg' , dort, wo sie auch heute noch steht (siehe Bild 33).

In der Mitte des 19. Jahrhunderts (1856) wurde der GeorgMarien-Bergwerk- und Hüttenverein gegründet. Zu dieser Zeit hatte Harderberg 406 Einwohner. Auch Männer aus Harderberg gingen von da an auf der Hûtte und im Bergbau arbeiten. Kirchlich gehörte Harderberg zu dieser Zeit noch immer (seit 1147) zur Stiftskirche St. [ohann. 191 7 endlich - Harderberg hatte etwa fünfhundert Einwohner - war die St.-Iosefs-Klrche in Osnabrück fertiggestellt und fortan ging man dort in die Kirche. 1927 fand in Harderberg eine Haus- und Kapellenmission statt.Aus diesemAnlaß feierte man im SaalWerkmeister (siehe Bild 27) Gottesdienst. 1936 wurde ein eigener Friedhof angelegt und fortan hielt man die'Iotenmessen bei Werkmeister. Doch einen eigenen Kirchenbau hatte man noch immer nicht. Zwölf]ahre ging das so, bis man 1948 die sogenannte Waldkapelle errichtete. Die evangelischen Christen waren seit jeher in der Minderzahl und gehörten in all den Iahren zunächst zu den evangelischen Kirchengemeinden in Osnabrûck, sodann zur Lutherkirche in Alt/Georgsmarienhütte, bevor 1963 in Kloster Oesede für die evangelischen Christen aus Harderberg und Kloster Oesede ein eigenes Gotteshaus gebaut werden konnte. Auch die Katholiken auf dem Harderberg konnten im Iahr 1963 den Grundstein für ein Gotteshaus legen und im selben [ahr noch (am 15. Dezember) konsekrierte der Bischof von Osna-

brück die Kirche und weihte sie Maria, der Königin des Friedens.

In all den jahren war Harderberg stets ein eigenständiger Ort gewesen, bis zum 1. April 1970! An diesem Tag schlossen sich die ehemals selbständigen Gemeinden Oesede, Georgsmarienhütte, Holzhausen, Kloster Oesede ...

5 Dieses Bild zeigt Frau Vogt, die als eine der letzten Harderberger Frauen noch die alte Sonntagstracht trug.

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