Heidelberg in alten Ansichten

Heidelberg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Armin Schlechter
Gemeente
:   Heidelberg
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5741-4
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Heidelberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Dieser Band vereinigt 140 Abbildungen, die das Gesicht der Stadt Heidelberg vor allem in der Zeit von 1880 bis 1930 zeigen sollen. Die erste urkundliche Erwähnung lag zu Beginn dieser Epoche fast 700 Jahre zurück: 1196 wird in einer Urkunde des riahen Zisterzienserklosters Schönau 'Heidelberch' erstmalig genannt. Vom 14. bis 18. Jahrhundert war das Schicksal der Stadt von ihrer Rolle als Residenz der Kurfürsten von der Pfalz bestimmt. Ruprecht 1. (1353-1390) hatte den pfälzischen Territorialstaat und 1386 die Universität begründet, Ruprecht Ill. war von 1400 bis 1410 sogar deutscher König. Die Stadt wuchs, wie sie es erst wieder im 19. Jahrhundert in vergleichbarem Umfang tat. Bis 1392 erstreckte sich das Stadtgebiet nach Westen bis zur Linie Grabengasse/Große Mantelgasse. In diesem Jahr wurde , unter Auflösung des Dorfes Bergheim im Westen, die 'nuwe stat' errichtet, die bis zum Verlauf der heutigen Sofienstraße reicht. Über 400 Jahre lang blieb diese Stadtgrenze bewahrt.

Der Niedergang der Residenzstadt begann im 17. Jahrhundert. Als Vorposten der reformierten Union wurde die Kurpfalz zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, im September 1622, von bayerischen Truppen erobert. Friedrich V. (1610-1623, gestorben 1632) floh, die weltberühmte Bibliotheca Palatina auf den Emporen der Heiliggeistkirche wurde Anfang 1623 von den Siegern nach Rom abtransportiert. Erst 1649 konnten die kurpfälzischen Herrscher ihr Territorium wieder in Besitz nehmen. Seine Bedeutung hatte sich stark vermindert. Vierzig Jahre später folgte die nächste Katastrophe. Im pfälzischen Erbfolgekrieg nach dern Tode des Kurfürsten Karl (1680-1685) gingen 1693 Stadt und Schloß zusammen mit großen Teilen der Kurpfalz in Flammen auf. Das insgesamt bescheidene barocke Stadtbild, das auf vielen Ansichten zu sehen ist und sich zum

Teil bis heute erhalten hat, ist nach diesem Stadtbrand entstanden. Im 18. Jahrhundert schließlich geriet die Residenzstadt an die Peripherie. 1720 verlegte Karl Philipp (1716-1742) aufgrund konfessioneller Streitigkeiten - die überwiegend protestantische Bevölkerung hatte sich seinen gegenreformatorischen Bestrebungen widersetzt - seinen Regierungssitz nach Mannheim. Diese Stadt erlitt ein ähnliches Schicksal, als Kurfürst Kar! Theodor (1742-1799) 1778 nach München zog. 1803 schließlich kam es zu einern völligen Neubeginn: Im Zuge der Napoleonischen Neuordnung des Deutschen Reiches fiel Heidelberg mit der gesamten rechtsrheinischen Pfalz an Baden. Die Kurpfalz verschwand als selbständiger Staat.

In den Jahrzehnten um 1900 spielte der Residenzcharakter, von dem eigentlich nur noch das Schloß Zeugnis ablegte, längst keine Rolle mehr. Als viel folgenreicher erwies sich das Wachstum ven Stadt und Universität. 1784 waren in Heidelberg 10 754 Personen gezählt worden, 1880 mit 24 417 mehr als doppelt so viel, 1900 (einschließlich Handschuhsheim und Neuenheim) 43998 und 1927 (einschließlich Kirchheim, Wieblingen und Rohrbach) 78 196.

Das alte Zentrum der Stadt war das Gebiet um den Marktplatz gewesen. Nicht weit davon entfernt überquerte unterhalb der Heiliggeistkirche die über Jahrhunderte hin einzige Brücke, die heutige Alte Brücke, den Fluß. Eine Ausdehnung war, wie bei der Erweiterung von 1392, aufgrund der geographischen Lage nur nach Westen rnöglich, und hier entstand im 19. Jahrhundert ein völlig neuer Schwerpunkt.

1840 wurden vor den Toren der Stadt der erste Hauptbahnhof und die Eisenbahnlinie nach Mannheim in Betrieb genommen. Mit Eröffnung der Neuen Brücke (heute Theodor-HeussBrücke) 1877 verlief an gleicher Stelle nun auch die Haupt-

durchgangsstraße. In der alten Feldflur Heidelbergs wuchsen die Stadtteile Bergheim und Weststadt. Die ersten Eingemeindungen wurden 1891 (Neuenheim) und 1903 (Handschuhsheim) durchgeführt, Durch sie konnte die Stadt ihr Territorium erheblich vergrößern.

Innerhalb der Altstadt selbst führte das Waohsturn zu Neubauten und Auslagerungen . Treibende Kraft ist hier in erster Linie die Universität gewesen. Nördlich der Bahnlinie bildete sich Ende des 19. Jahrhunderts im Bergheimer Viertel eine kleine Klinikstadt. Die Bautätigkeit in der Altstadt selbst ging auf Kosten der bareeken Substanz, soweit nicht noch Freiflächen, wie der Jubiläumsplatz, genutzt werden konnten. Ersatzlos fielen im 19. Jahrhundert einige Türme, Reste der mittelalterlichen oder neuzeitlichen Stadtbefestigung, darunter das Keltertor und das Mannheimer Tor. Besonders einschneidende Veränderungen fanden im Umfeld der Grabengasse statt. Für den Neubau der Universitätsbibliothek mußten um 1900 größere Gebäudekomplexe zwischen Sandgasse und Grabengasse niedergelegt werden. Um 1930wiederholte sich der Vorgang in unmittelbarer Nähe. Für den Bau der dreiflügeligen Neuen Universität wurden unter anderem das Museumsgebäude und die Stadtpost geopfert. Deutlich sichtbare Veränderungen sind um die Jahrhundertwende auch am Schloßberg zu konstatieren, wo die Bergstadt dem Bergbahnbau und der Anlage repräsentativer Villen zum Opfer fiel. Weitaus geringer waren dagegen die Beeinträchtigungen historischer Substanz, die die Anlage des Neckarstadens oder der Bau der Straßenbahn mit sich brachten.

Der Zeit entsprechend wurden repräsentative Neubauten im Stil des Historismus errichtet. Hier ist neben der Universitätsbibliothek an die alte Hauptpost am Anfang der Rohrbacher

Straße, an die StadthalIe und an das Gymnasium zu denken. Zwei dieser Gebäude, das Gymnasium und die Universitätsbibliothek, wurden von dem in Karlsruhe geborenen, einflußreichen Architekten Josef Durm (1837-1919) errichtet. Die spezifisch Heidelberger Variante des Historismus war bestimmt vom roten Sandstein der Gegend und der Orientierung an den Renaissancebauten des Schlosses oder dem Haus 'Zum Ritter'. Um so mehr ist es zu bedauern, daß die alte Hauptpost, die diese Einflüsse am deutlichsten erkennen ließ, 1976 abgerissen wurde.

Die Ansichten dieses Bandes beschränken sich etwa auf das Gebiet der Altstadt einschließlich des im 19. Jahrhundert entstandenen neuen Zentrums im Westen vor dem alten Hauptbahnhof. Ohne Beachtung der Chronologie sind die Fotografien im Sinne eines keineswegs geradlinigen Ganges durch die Stadt von Westen nach Osten geordnet. Beginn ist beim alten Hauptbahnhof, bei der zu dieser Zeit wichtigsten Verkehrsanbindung. Von dort führt der Weg zum Bismarckplatz, über die Brücke und zur Neckarfront, kehrt von dort in die Stadt zurück, ersteigt an der Peterskirche vorbei die Bergstadt und das Schloß. Von der Universitätsbibliothek geht es über den Universitätsplatz zur Alten Brücke, von dort zum Marktplatz mit dem Rathaus, zum Kornmarkt, und von hier bis zur östlichen Grenze, zum Karlstor.

Den überwiegenden Teil der Fotografien hat das Stadtarchiv Heidelberg aus seinen umfänglichen Sammlungen bereitgestellt. Ihm sei an dieser Stelle für Hilfe und Unterstützung gedankt. Bei Ansichten anderer Fonds sind die Quellen jeweils bei den Bildern genannt.

1. Heidelberg im Jahre 1902. Wiedergegeben ist ein Ausschnitt aus dem 'Übersichts-Plan der Stadt Heidelberg und Umgebung', wie er in der zweiten Auflage des Stadtführers von Kar! Pfaff (s. Lit.) erschienen ist. Das Stadtbild weist besonders im Teil der 1392 geschaffenen Neustadt zwischen Grabengasse und Sofienstraße noch einige Baulücken auf. Große Veränderungen zur Gegenwart hin sind im Bereich links und rechts der Grabengasse und vor den Toren der mittelalterlichen Stadt, am Bismarckplatz und um den alten Hauptbahnhof, zu konstatieren.

2. Dieses Luftbild der Stadt von Westen entstand um 1930. Die Perspektive wird ganz vom alten Heidelberger Hauptbahnhof dominiert. Er wurde am 12. September 1840 mit Eröffnung der Bahnlinie Heidelberg-Mannheim als Kopfbahnhof (mit Ausnahme der später errichteten Neckartalbahn) in Betrieb genommen. Ursprünglich der Stadt vorgelagert, entwickelte sich der Bahnhof mit dem Ausgreifen Heidelbergs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Westen und Süden mehr und mehr zu einem Hindernis zwischen den neuen Stadtteilen Bergheim und Weststadt.

3. Luftbild des alten Hauptbahnhofs von Westen. Dem Bahnhof sind zwei Empfangsgebäude vorgelagert. Vor dem linken Gebäude ist eine Drehscheibe zum Umwenden der Lokomotiven zu erkennen, hinter dem rechten die noch baumbestandene Leopoldstraße (heute Friedrich-Ebert-Anlage). Schon vor der Jahrhundertwende existierten Pläne zu einer Verlegung des Bahnhofs. Sie fanden erst 1955 mit der Inbetriebnahme des heutigen Hauptbahnhofs und dem sich anschließenden Abriß des alten ihre Vollendung. Verloren ging dabei allerdings die zentrale Anbindung der Stadt an die Bahn.

4. Zur Stadt hin lag der Vorplatz des alten Hauptbahnhofs, hier in einer Aufnahme aus dem Jahre 1910. Straßenbahnen und Pferdedroschken standen den Angekommenen zur Verfügung. Im Jahr 1902 wurde Heidelberg werktags von 347, sonntags von 298 Zügen angefahren. (Foto: Edmund von König).

5. Der traditionelle Heidelberger Hotelstandort war bis zur Errichtung des Bahnhofs das südliche Neckarufer im Umkreis der Alten Brücke. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich in der Nähe der neuen Verkehrsanbindung mehrere Hotels an, was bis heute erkermbar ist. 1877 wurde das luxuriöse 'Grand Hotel' an der Ecke Rohrbacher Straße/Seegarten (heute Adenauerplatz) mit einhundert Betten fertiggestellt. Von 1938 bis 1993 war hier die Polizeidirektion Heidelberg untergebracht.

6. Im Jahre 1862 wurde als einzige Durchgangsstrecke des alten Kopfbahnhofs die Neckartalbahn eröffnet. Rechts im Bild ist der Gaisbergtunnel mit eingleisiger Trasse zu sehen. Links davon erstreckt sich der heute nur vermindert erhaltene Stadtgarten. Bei dem Gebäude in Bildmitte handelt es sich um das 1861 gegründete Hotel 'Viktoria' an der Leopoldstraße. Es beherbergt seit 1958 das Juristische Seminar der Universität (Friedrich-Ebert-Anlage 6-10).

7. Bliek auf das 'Städtische Verkehrsbureau' an der südlichen Ecke der Kreuzung Rohrbacher Straßel Leopoldstraße um 1930. Hinter dem Bureau erstreckte sich der Neptungarten. Das Gebäude wurde 1910/11 als Ersatz für die alten Räume im Haus Hauptstraße 195 (s. Abb. 114) errichtet, da dieses der Rathauserweiterung 1912 zum Opfer fiel. Mit der Verlagerung des Bahnhofs verlor der Bau am Neptungarten seine Funktion und wurde abgerissen.

8. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe des alten Bahnhofs befindet sich das heute noch existierende Hotel 'Europäischer Hof', das vor den Erweiterungsbauten der achtziger Jahre dieses Jahrhunderts in einern eigenen Park lag. Das ursprüngliche Hauptgebäude wurde 1863 auf dem Gelände des ehemaligen St.Anna-Friedhofs vorn früheren Eigentümer des Hotels 'Schrieder' errichtet. Etwa im Kreuzungsbereich Sofienstraße/Leopoldstraße stand früher der Pulverturm an der Südwestecke der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek