Heinsberg in alten Ansichten Band 2

Heinsberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   H.P. Funken
Gemeente
:   Heinsberg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4942-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heinsberg in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Mit diesem zweiten Band 'Heinsberg in alten Ansichten' soll noch einmal die Stadt, wie sie einst war und bevor sie 1944 im Krieg zerstört wurde, vor unseren Augen erstehen.

Der erste Band konnte nicht alle Fotografien, die noch zu finden waren, bringen, und es tauchten in den letzten Jahren auch Bilder auf, die noch nicht veröffentlicht worden sind. Viele der Aufnahmen entstanden in der Zeit zwischen den Kriegen 1870-1871 und 1914-1918, also in der sogenannten 'guten alten Zeit', die aber, wie so manches Bild zeigt, nicht in allem eine gute alte Zeit gewesen ist, Sehen wir uns nur das grobe Straßenpflaster an, über das die Pferdefuhrwerke holperten. Bürgersteige gab es kaum, und wo es sie gab, waren sie aus dieken Rur- oder Maaskiesein. Die Abwässer sammelten sich in den Gossen, weil eine Kanalisation fehlte. Viele Häuser hatten keine eigenen Wasserpumpen und man holte das Wasser an großen gußeisernen Pumpen, die an mehreren Stellen in der Stadt aufgestellt waren. Bis 1905 beleuchteten die Bürger ihre Häuser und die Straßen mit Öl- oder Petro-

leumlampen und mit Talgkerzen. Erst 1905 wurde die Städtische Gasanstalt in Betrieb genommen. Um 1925 bekam Heinsberg elektrisches Licht und viel später noch wurden Wasserleitung und Kanalisation angelegt. Die Bilder erzählen aber auch von einem geruhsamen Leben. Die Straßen waren fast menschenleer, heute erscheinen sie uns fremd und verlassen. Im späten Frühjahr und zur Erntezeit im Herbst fuhren die Pferdefuhrwerke mit Heu oder Getreide beladen durch die Stadt. Deshalb mußte 1905 der Torbogen am damaligen Rathaus (heute Heimatmuseum) erhöht werden. Später wurden die Fuhrwerke über die Promenaden umgeleitet. Mit der Eisenbahn, die ab 1890 von Heinsberg nach Lindern fuhr, konnten viele Menschen zum ersten Mal in ihrem Leben verreisen. Aber eine Fahrt nach Aachen, Düsseldorf oder Köln blieb ein seltenes und aufregendes Ereignis. Die wenigen Geschäfte in der Stadt waren sehr einfach, und das bescheidene Warenangebot lag in vorgebauten Fenstern mit kleinen Scheiben zur Ansichtaus.

Freizeit wie heute gab es damals auch noch nicht. Im Sommer saßen die Leute am Feierabend miteinander vor ihren Haustüren. Viele Männer trafen sich in den Wirtshäusern, und an den Sonntagen wanderten die Familien ins Klevchen, in die Schafhausener Schweiz oder in den Wasserberger Wald. Höhepunkte im Jahr waren die Früh- und die Herbstkirmes, zu der auch Verwandte und Fremde kamen. In vielen städtischen Vereinen fanden die Heinsberger das ganze Jahr über Abwechslung. Im Winter veranstalteten sie in den Sälen der Stadt Bälle, Theateraufführungen und zur Karnevalszeit Bunte Abende. 1895 gastierte unter anderen der Puppenspieler Kar! Millowitsch in der Schützenhalle.

Die Zeitungen erschienen nicht täglich, Fernsehen, Radio und Kinos gab es noch nicht (das erste Kino wurde erst um 1926 gebaut und spielte nur samstags und sonntags Stummfilme). So lebten die menschen viel stärker in ihren Familien und pflegten die Nachbarschaft weit mehr alsheute.

Die Bilder dieser Bandes sprechen also vom Leben und

von der Athmosphäre, die in der kleinen alten Stadt herrschte. Leider war die Datierung der Fotografien und die Identifizierung der abgebildeten Personen nicht immer möglich. In allen Bildern aber lebt die Vergangenheit wieder auf, und wer das alte Heinsberg noch gekannt hat, wird sich gern erinnern.

Allen, die mir durch Leihgabe ihrer Fotografien und durch Informationen geholfen haben, daß dieses Buch entstehen konnte, sei herzlich gedankt.

Quellen

Die Heimat 1921-1941;

Heirnatkalender der Heinsberger Lande 1925-1933; Heirnatkalender des Selfkantkreises 1950-1977; Heirnatkalender des Kreises Heinsberg 1978-1990;

Die Kunstdenkmäler des Kreises Heinsberg, Herausgb. Paul Clemen, Düsseldorf 1906;

Heinsberg 700 Jahre Stadt, H.-P. Funken, Heinsberg 1956;

Heinsberger Volkszeitung.

1. Dieses Luftbild von Heinsberg entstand um 1930. Es zeigt deutlich die Anlage der Stadt. Im Vordergrund sieht man den Marktplatz mit dem Kriegerdenkmal. Rechts davon verläuft die damalige Bahnhofsstraße und ab Markt die Hochstraße in Richtung Kirchberg. Rechts, gegenüber vom Markt, erkennt man die Einmündung der Apfelstraße , die dann weiter parallel zur Hochstraße verläuft. Rechts davon das Fabrikgebäude Blancke und die hohen Bäume der Westpromenade. Links vom Markt zieht sich die Ostpromenade in Richtung Kirchberg. Die Oberbrucher Straße war zur Zeit der Aufnahme kaum bebaut. Hinter der Kirche sieht man nach rechts die Sittarder Straße verlaufen. nach links die Geilenkirchener Straße und die Linderner Straße. Dieses alte, schöne, gewachsene und geschlossene Stadtbild wurde an vielen Stellen durch die Stadtsanierung aufgebrochen und verändert. Aufnahme: um 1930.

2. Die Häuser der Bahnhofstraße, die die Aufnahme aus der Zeit um 1930 zeigt, sind größtenteils erhalten. Links vorne ist das frühere Hotel 'Zum Bahnhof, heute Hotel Corsten, das erst kürzlich durch einen Anbau erweitert wurde. Das Wegekreuz an der Einmündung der Westpromenade zur Bahnhofstraße wurde an dem Neubau wieder angebracht. Aufnahme: um 1925.

3. Das Bahnhofsgebäude wurde mit der Eisenbahnlinie Heinsberg-Lindern im Jahre 1890 fertiggestellt. Der Bahnhof gewann in kurzer Zeit nicht nur für den Personenverkehr eine große Bedeutung, sondern auch die Güterabfertigung (im Hintergrund des Bildes) wurde für die heimische Industrie, besonders für den Korbwarenhandel sehr wichtig. Die Reklamewand rechts gehörte der Firma Stern, die ein Konfektionsgeschäft und eine Kleiderfabrik betrieb. Der Betrieb lag an der Stelle, an der sich heute in der Hochstraße Ecke Weberstraße ein Kino befindet. Das Bahnhofsgebäude wurde im Krieg zerstört. Die Bahnlinie nahm ihren Betrieb nach den Kriegsjahren wieder auf, wurde aber vor einigen Jahren stillgelegt. Das neu erbaute Bahnhofsgebäude wurde abgerissen. Auf dem ganzen Gelände soll ein Einkaufszentrum entstehen. Aufnahme: 1920.

4. Am Ende des vorigen Jahrhunderts baute der damals in Heinsberg wohnende Architekt Korbey in der Nähe des Bahngeländes in der heutigen Industriestraße ein Werk zur Herstellung von Dachziegeln. Im nahen Bruch ließ er Ton abbauen, der aber zur Herstellung von Ziegeln unbrauchbar war. Das Werk mußte schließen und wurde dann für vielerlei Zwecke genutzt. Einige Jahre war in dem Gebäude eine Kupferhütte, später wurden darin eine Krautpresse und eine Marmeladenfabrik eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Firma Wilhelm Reiners dort Trockenkartoffeln für Berlin (während der Blockade) her. Auf dem Gelände befand sich auch die Veiling, die übst und Gemüse versteigerte. Der Hauptbau wurde im Krieg zerstört. Heute sind verschiedene Betriebe an dieser Stelle angesiedelt. Aufnahme: um 1930

5. Als 1894 die Reste des Unterbrucher- oder Bruchtores geschleift worden waren und man die unterirdischen Mauerteile entfernt hatte, entstanden auf dem Gelände in der Bahnhofstraße eine Reihe von großen Häusern, die im Zweiten Weltkrieg alle zerstört worden sind. Sie lagen etwa dort, wo heute die Stiftstraße in die Hochstraße übergeht. Das linke Haus gehörte der Familie Louis (Fruchthandlung). Im mittleren Haus war lange Zeit das Restaurant und Hotel 'Zur Reichskrone' von Josef Königs. Im rechten Haus betrieb Kar! Koulen eine Schreinerei und ein Möbelmagazin. Später war dort das Elektrogeschäft Ludwig Randerath. Aufnahme: um 1910.

6. Diese Aufnahme zeigt noch einmal das Haus KoulenlRanderath in der Bahnhofstraße. Daneben war ein Lagerhof für Baustoffe. Das Haus rechts baute der damals in Heinsberg tätige Rechtsanwalt Heitzer. Das für die Zeit typische Haus wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und seine Front wurde völlig verändert. Durch die neue Straßenführung gehören das Haus und die später gebauten jetzt zur Stiftstraße. Aufnahme: um 1930.

7. In der kleinen, schmalen Sackgasse, die am Markt hinter dem Haus Dorndorf liegt, standen diese alten Häuser. Im Volksmund hieß sie 'Dreifußgasse' . Die Häuser wurden im Krieg zerstört. Der bekannte Bildhauer Hein Minkenberg verbrachte in einem dieser Häuser seine Kindheit. Hein Minkenberg, der bei dem Bildhauer Heinrich Koulen lernte, wurde später ein Wegbereiter der modernen Bildhauerei. Von ihm stammt der neue Hochaltar in der Heinsberger Propsteikirche. Aufnahme: um 1900.

8. Nachdem am 11. November 1918 der Waffenstillstand an der Westfront geschlossen worden war, mußten die deutschen Truppen innerhalb von 15 Tagen die besetzten Gebiete in Frankreich, Luxemburg und Belgien räumen. Damals zogen viele deutsche Soldaten durch Heinsberg in Richtung rechtsrheinisches Gebiet. Der linksrheinische Raum mußte in 31 Tagen frei von allen deutschen Truppen sein. Die Aufnahme zeigt eine Gruppe rastender Soldaten, die motorisiert waren. Die meisten Soldaten legten zu Fuß oder mit pferdebespannten Wagen weite Strecken zurück. Die Militärfahrzeuge und ihre Besatzungen zogen viele Neugierige zum Markt. Im Hintergrund erkennt man das Kriegerdenkmal und die katholische Volksschule. Aufnahme: 1918.

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