Helbra in alten Ansichten Band 1

Helbra in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Friedrich Rückriem
Gemeente
:   Helbra
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5889-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Helbra in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Aufhalbem Wege zwischen den beiden Lutherstädten Eisleben und Mansfeld liegt ein Dorf, das eigentlich die Grenzen des Begriffes 'Dorf' schon weit überschritten hat und das sich einer gewissen großzügigen Unbegrenztheit rühmen darf: Helbra im Mansfelder Land (Land Sachsen-Anhalt).

Die Gemeinde Helbra liegt im Durchschnitt 250 m über dem Meeresspiegel an den östlichen Ausläufern des Harzes. Sie trägt den Charakter einer Industriegemeinde mit einem geringen Anteil an Landwirtschaft. Innerhalb der Ortslage ist Helbra gleichmäßig bebaut. Die Straßen sind besonders im neueren Helbra modern und breit angelegt und geben der Gemeinde städtisches Ansehen. Die Helbra nächstliegenden Städte sind Eisleben ca. 10 km und die alte Kreisstadt Hettstedt ca. 15 km entfernt.

Helbra hat keinen Bahnhof für den Personenverkehr, aber seit dem 5. Juli 1961 Reichsbahnanschluß zur ehemaligen AugustBebel-Hütte (früher Kochhütte). Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Klostermansfeld (Entfernung 2 km) und Eisleben. Durch den Ort führen 6 Buslinien mit regelmäßigen Personenverkehr.

Die gesamte Gemeindeflur ist uneben und hügelig. Der Boden besteht überwiegend aus Löslehrnboden, der durch Verwitterung entstanden ist. Der Wasserhaushalt ist durch den Bergbau gestört. Das Grundwasser wurde durch den Abbau des Kupferschiefers abgeleitet. Das Klima ist durch die Regenschattenwirkung des Harzes gekennzeichnet. Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen liegen im langjährigen Mittel bei 500 mmo Die Trink- und Brauchwasserversorgung erfolgt durch ein ausgebautes Wasserrohrnetz im Ort. In der Gemeindeflur befinden sich keine Bäche und Flüsse von Bedeutung. Lediglich zwei offene Binncngewässer.

Die Fluren der Gemeinde zählen zum uralten Siedlungsgebiet. Als in den letzten Jahren des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhun-

derts Ausschachtungsarbeiten bei Neubauten durchgeführt wurden, machte man wichtige Funde aus der mittleren und jüngeren Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit und der nachfolgenden Kulturzeiten.

Die Gebäude in der Gemeinde bestehen überwiegend aus zweigeschossigen Wohnhäusern. In größerer Zahl treten auch eingeschossige Wohnhäuser in Erscheinung.

Der westliche Teil (der sogenannte Voigtsplan) ist um die Jahrhundertwende bebaut worden. Nach 1945 entstand eine Siedlung mit 96 Holzhäusern auf der großen Haldenbreite, Im Rahmen des AWGbaus entstand eine Anzahl zweigesehossiger Wohnbloeks auf der Lehbreite. Später wurde dann das Flurstück zwischen Ackerstraße und Bad-Annaweg bebaut. Als vorläufig letztes kamen die Wohnblöeke in der Bolzeschachtstraße hinzu.

Die Struktur der Gemeinde wurde jahrzehntelang von der August-Bebcl-Hütte (Kochhütte), die 1880 gebaut wurde und auf der am 10. September 1990 der letzte Abstich ertolgte, bestimmt.

Um 1205 wurde mit dem Abbau des Kupferschieferflözes westlich von Helbra begonnen. Seit dieser Zeit entwickelte sich der Ort langsam aber stetig vom Bauerndorf zum Industrieort. Denn bis zum stärkeren Anwachsen des Bergbaus war Helbra vorwiegend ein Bauerndorf Es waren drei große Güter vorhanden: das Hellingsche Gut, das Grafliche Gut und das Amt Helbra. Ebenso hatte Helbra einen größeren Waldbesitz. Dafür sprechen zwei Dinge: 1. Die ehemalige Försterei in der heutigen Eisleberstraße und 2. die drei Bäume im Helbraer Gemeindewappen, die das Kennzeichen von größeren Waldbesitz waren.

Etwa in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ist eine entscheidende Wende in der Entwicklung Helbras zu verzeichnen. Der Bergbau, der bis dahin weniger bedeutend war, bestimmt im-

mer stärker den Charakter des Ortes. Es wurde nach und nach ein Schacht nach dem anderen in Helbras Flur abgeteuft. Große Halden sind noch vom Seidelschacht (Hohenthalschacht), Schneiderschacht (Ernstschacht) und Hövelschacht neben vielen kleineren vorhanden.

Seit 1860 kamen Harzer und Thüringer Bergleute nach Helbra. Viele ließen ihre Familien nach kommen. Aus diesem Grunde mußten Wohnungen gebaut werden. Dazu wurden verschiedene Bauerngüter von der Mansfelder Gewerkschaft auïgekauft und auf deren Flächen Häuser gebaut.

Helbra vergrößerte sich nun im schnellen Tempo, was durch folgende Zahlen bewiesen wird: 1880 = 3 148 Einwohner; 1885 = 6 014 Einwohner und 1905 = 9 845 Einwohner. Aber 1992 waren es nur noch 5 784 Einwohner, davon 2 771 männlich und 3013 weiblich.

Gleichzeitig mit der Erhöhung der Einwohnerzahl mußten für die Kinder Schulen geschaffen werden. Die etste Schule wurde 1819 von der Gemeinde eingerichtet und diente später als Kindergarten. Die beiden heutigen Schulen wurden in den Jahren von 1885 bis 1908 gebaut. Später im Jahre 1969 wurden noch einmal6-Klassenzimmer angebaut.

Die ersten Urkunden, die das Vorhandensein der Siedlung Helbra bezeugen, reichen zurück bis in das 12. Jahrhundert. 1155 wird ein Walpertus de Helbere erwähnt. Eine Kopie dieser Urkunde befindet sich auf den ersten Seiten.1205 wird ein Mönch Daniel von Helbere erwähnt. Ein Helftaer Pergament vom Jahre 1230 nennt den Pfarrherrn Fridericus von Helbere, 1255 tritt in einer Urkunde der Ritter Dietrich von Helbere auf. Damit ist bewiesen, daß Helbra im 12. und 13. Jahrhundert bereits als entwickeltes Dorf bestand, begabt mit einer Kirche und Sitz eines Adelsgeschlechts.

Die romanischen Baureste der Kirche, insbesondere der viereckige Altarraum, weisen sogar in das 11. Jahrhundert zurück.

Diese Zeitbestimmung bestätigt der Ptarrer Krumhaar auf Seite 149 seiner Topographie der Grafschaft Mansfeld: 'Der Graf Gero hatte nach seiner Schenkung 1088 von seinen Besitzungen in Helfta und Schafstedt an das Naumburger Hochstift noch einen Rest behalten, davon auch in Helbra etwas war aus der Hinterlassenschaft der Berta von Groitsch. Diese Schenkung konfirmierte (bestätigte) der Kaiser am 12. Dezember 1089.'

Der Name unseres Ortes 'Helbra' konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. In seiner Arbeit 'Narnenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum 9. Jahrhundert' hat Dr. Walther unseren Ort in den Abschnitten Bildungen auf -are, e-(r)e eingeordnet. Es steht dort' 13. Helbra nw, Eisleben 1205 Helbere; vgJ. Halfern b. Osnabrück (alt Helveren) altsächs. Halbare, zu halba, ahd. halbe Seite.' Als Ergänzung schreibt er hierzu: 'Der Name würde ungezwungen als die Leute, die auf der Nordseite, dem Nordhang wohnen, zu erklären sein.'

Die fast 900 Jahre alte Siedlung hat neben vielen erfreulichen doch auch schwere Notzeiten gesehen.

Trotz dieser und jener Heimsuchung in den vergangenen Jahrhunderten hat sich Helbra, verhältnisrnäßig schnell zahlenmäßig und in seinen Einrichtungen zu beachtlicher Höhe entwikkelt. Es ist aber auch immer mit dem Kupferschiefer und seiner Bearbeitung verbunden gewesen.

Hiermit möchten wir uns bei den Helbraer Bürgern bedanken, die ihre alten Ansichtskarten zur Verfügung gestellt haben.

Werner Holzhauer

Friedrich Rückriem

1. Auf diesem Bild sehen wir die heutige Thomas-Müntzer-Straße (frühere Hohenthalschachtstraße ) mit der Einmündung in die Hauptstraße.

2. Auf dieser Luftaufnahme sehen wir die Hauptstraße, die sich fast schnurgerade vom Süden nach Norden durch das Dorf zieht. Links der Voigtsplan und rechts ein Teil von Alt-Helbra.

3. Das Neptunbad hat sich zum Schwimmfest geschmückt. Es ist eine vollgelaufene Tongrube einer stillgelegten Ziegelei am Ortsausgang Helbras. Diese Badeanstalt wurde von Vereinsmitgliedern des Schwimmklubs Neptun 1910 selbst gebaut und am Pfingstsonntag 1927 konnte sie eröffnet werden. Viele Helbraer Kinder lernten hier das Schwimmen und legten die Rettungsschwimmerprüfung ab.

4. Bei Vereinsfesten trafen sich alle Mitglieder des Vereins im Neptun Bad. Dabei entstand Ende der 1920iger Jahre diese Gruppenaufnahme mit dem Vorsitzenden des Vereins Bein in der Mitte.

5. Wir blieken in das alte Helbra, wie es noch vor fünfzig Jahren bestand. Wir sehen ein Stück der Pestalozzistraße und Schenkgasse mit Gebäuden, die heute bereits weggerissen sind.

6. Gasthaus Franz Thiemann in der Huissenstraße 8. Hier wurde 1898 der Helbraer Ortsverein der SPD gegründet.

7. Durch den Aufschwung des Bergbaus am Ende des vorigen Jahrhunderts mußten für die vielen Bergleute die ins Mansfelder Land kamen Wohnungen geschaffen werden. So wurde unter anderem 1891 das sogenannte Familienhaus oder auch 'Lichtenburg' gebaut. Es steht am südlichen Ende des Ortes.

8. 1927 wurde das Kaffee Schnitzer zur Filiale des Halleschen Bankvereins umgebaut. In der Inflationszeit 1923 wurde es an den Halleschen Bankverein verkauft. In dessen Besitz war das Haus bis 1945. Nach 1945 wurde es eine Zweigstelle der Kreissparkasse Eisleben.

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