Helmstedt in alten Ansichten Band 1

Helmstedt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Robert Schaper
Gemeente
:   Helmstedt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1944-3
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Helmstedt in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Wenn man heute an der Raststätte Helmstedt der Autobahn steht, die den Westen Deutschlands mit Berlin verbindet, und den Bliek nach Westen wendet, übersieht man ein liebliches Tal, das von mehreren bewaldeten Höhenzügen durchzogen und begrenzt ist, die der Landschaft ihren besonderen Reiz geben, Am Horizont grüßen Elm und Darm, und Eiz und Elz heben sich als dunkle Schatten aus Wiesen und Ackerbreiten ab. Zu unseren Füßen aber liegt, lang hingestreckt, die Kreisstadt Helmstedt, heute wie eh und je wirtschaftlicher, geistiger und kultureller Mittelpunkt der Helmstedter Mulde.

Als der Friese Ludger am Ende des 9. Jahrhunderts hier taufte und wenig später ein Benediktinerkloster gründete, bestand das Dorf Helmonstedi bereits einige Jahrhunderte. Aus diesem Dorf, einem Wik und dem eigentlichen Markt entstand dann die Stadt Helmstedt, der im Mittelalter ein wechselvolles Geschick beschieden war. Nach der Zerstörung der Stadt am Altjahrsabend 1199 entwickelte sich ein Wirtschaftswunder, das das ganze Mittelalter hindurch anhielt. Der Landesherr, der Abt der Klöster zu Werden und Helmstedt, übergab die Stadt 1490 dem Herzog von Braunschweig, und seitdem ist die Stadt mit dem Herzogtum und seit 1946 mit dem Land Niedersachsen verbunden.

Von 1576 bis 1810 hatte Helmstedt auch eine Universität in ihren Mauern, die die Stadt weit über die engere Heimat hinaus bekannt machte. Aber nach ihrer Aufhebung gab es in Helmstedt eine wirtsohaftliche Flaute, die erst mit der Erschließung der Braunkohlenfelder in der Umgebung allmählich behoben wurde. Der Abbau der Braunkohle läuft aber im nächsten Jahrzehnt aus.

Helmstedt besitzt in seinen mittelalterlichen Bürgerhäusern, in seinen alten Professorenhäusern im Kreisheimatmuseum, der ehemaligen Universitätsbibliothek und seinem Stadtarchiv einen Schatz alten, wertvollen Kulturgutes, das von vielen Gästen besucht wird, aber wert ist, in unserem Vaterlande noch mehr bekannt zu werden, zumal wir im Brunnental in Bad Helmstedt einen Ausflugsort haben, der zu den schönsten Teilen des Lappwaldes gezählt werden muß. Allerdings gibt es hier auch den Autobahnkontrollpunkt, der Helmstedt nicht gerade den besten Ruf einbrachte. Aber die Stadt bemüht sich, diesen Ruf vergessen zu machen, und das ist ihr auch gelungen. Kaum ein Helmstedter denkt noch an diese leidige Grenze.

1 . Dies ist der Helmstedter Marktplatz, im Mittelalter und bis in unsere Zeit hinein Mittelpunkt jeder Stadt, die etwas auf sich hielt. Hier sehen wir die Westseite im Jahre 1880. Das Bild ist entstanden, bevor der vierte Stock auf den sogenannten 'Erbprinzen' (rechts von dem Stadthaus) aufgesetzt wurde. Am Rohrsehen Haus, links neben dem Haus mit den Korbbögen, sind die herrlichen Schnitzereien in Holz noch unter Putz versteekt. Das kleine Haus neben dem 'Erbprinzen' steht heute noch, während die Häuser ganz rechts am Bildrand im vergangenen Jahr abgerissen wurden. An ihrer Stelle entstand ein Neubau, der sich dem alten vertrauten Stadtbild, wie es der Marktplatz heute noch bietet, verhältnismäßig gut anpaßt. Eine geruhsame Zeit zeigt das Bild: Pferdefuhrwerke sind das Verkehrsmittel, und die Fußgänger gehen unbeirrt so über den Platz, ohne vom Verkehr belästigt zu werden oder ohne ihn zu stören.

2. So sah der Marktplatz im Jahre 1891 aus. Links neben dem Haus mit den Korbbögen ist das Rohrsche Haus zu sehen, dessen reiche Verzierungen noch unter Putz versteekt sind. Verschwunden sind die Bäume, verschwunden ist aber auch das alte Stadthaus mit dem springenden braunschweigischen Pferd im Giebeldreieck hoch über dem Portal. Es ist 1903 abgerissen worden, an seiner Stelle wurde 1904/06 das neue Rathaus im neugotischen Stile errichtet. Das Portal und die Fenster des alten Stadthauses sind übrigens in das Haus Mosheimstraße 1 (Ecke Henkestraße) wieder eingebaut worden, welches gerade errichtet wurde.

3. Hier sehen wir die Giebelseite des alten Rathauses, des Stadthauses, und können einen Bliek in die Neumärker Straße, die heutige Hauptgeschäftsstraße der Stadt, tun. Rechts ein Geschäftshaus, das aus den Steinen der hier ursprünglich stehenden Collegtenoder Universitätskirche erbaut wurde. Alten Helmstedtern ist dieses Gebäude noch als 'Erbprinz' beo kannt. So hieß das Restaurant, das sich hier bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges befand. Unser Bild ist 1888 entstanden, kurz bevor das Haus brannte. Nach dem Brande von 1890 wurde ein viertes Stockwerk daraufgesetzt und das Satteldach nach rechts hin verlängert. Die Säulen des Portals und der Dachreiter stammen noch aus der Zeit der Universitätskirche.

HELM8TEDT. Marktplatz.

4. Hier sehen wir die östliche Häuserreihe des Marktplatzes. Diese Aufnahme ist im Jahre 1914 gemacht worden. Zum Teil sind es schon die gleichen Geschäfte wie im Jahre 1919. Ein Gaskandelaber ziert die Mitte des Marktes - Helmstedt hatte bereits seit 1869 Gas - und die Fußgänger bewegten sich ungeniert über die Fahrbahn. Die Bäume sind stattlich herangewachsen und eine Bordsteinkante scheidet säuberlich Fahrbahn und Fußweg. Im Mittelgrund des Bildes blieken wir in die Kybitzstraße. Im Hintergrund grüßt die Turmspitze von St. Walpurgis.

5. Hier sind im Jahre 1919 Truppen des Landcsjägerkorps Maerker auf dem Marktplatz angetreten. Sie haben den Kommunistenaufstand in Helmstedt und Braunschweig niedergeworfen.

Von dem damaligen Geschäftsleuten ist heute nur eine Familie im Besitz des Hauses und des Geschäftes. Zigarrenmacher Bonhorst, Schuhmacher Kirchhoff, Fahrradhändler Weber, Textilkaufmann Schulze und Korbmacher Wünschmann - sle alle bestehen heute nicht mehr. Nur der kleine Laden links neben Weber ist noch im Besitz der Witwe des Zigarrenmachers Schipper. Bis auf das Haus von Wünschmann sind diese Häuser des Marktplatzes im ersten Viertel des vergangenen Jahrhunderts erbaut worden.

6. Hier ist noch einmal das alte, schöne Stadthaus zu sehen, dessen Abriß vielleicht gar nicht so notwendig war. Aber in einer Zeit, die den Schein über das Sein stellte, war es den Stadtvätern wohl nicht mehr attraktiv genug, und da es mit seinem Giebel auch noch vier Meter in die Kornstraße vorsprang und so einen - wie wir heute sagen - Verkehrsengpaß bildete, mußte es der Spitzhacke weichen. Auf unserem Bilde aus dem Jahre 1888 blieken wir in die Kornstraße und sehen, wie sie sich nach dem Markt verengt. Von den alten Fachwerkhäusern an der rechten Seite sind auch schon einige verschwunden und durch Neubauten ersetzt,

7. Wer in Helmstedt kennt noch den alten 'Erbprinzen' am Markt? Mancher alte Helmstedter Bürger hat dort im 'Biertunnel' noch seinen Schoppen getrunken oder im dem Café seinen Kaffee zu sich genommen. Bis zu Anfang der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts hat dieses Hotel, dem eine Restauration und ein Café angeschlossen waren, bestanden. Dann wurden die Räume von dem benachbarten Textilhaus Carl Karutz benutzt, bis es nach dem Zweiten Weltkrieg der Firma Becker & Becker überlassen wurde.

Über dem Torbogen, von dem Kandelaber verdeckt, ist das Wappen der ehemaligen Universität in Stein gehauen - als Erinnerung daran, daß anstelle dieses Gebäudes hier einstmals die Universitätskirche stand - zu sehen.

8. Ein bekanntes Speiselokal war auch der Ratskeller unter dem Rathause. Hier trafen sich die Honoratioren der Stadt, wenn sie ihren Abendschoppen trinken wollten oder einen Geschäftsfreund zum Essen einladen mußten. Das Gestühl, die Einrichtung und das Dekor stamrnt noch aus der Zeit des Rathausneubaus im Jahre 1906. Unser Bild ist nur wenige Jahre später aufgenommen worden. Erst mit der Verpachtung des Ratskellers an den Chef des 'Wienerwalds' im Jahre 1965 ist die gesamte Einrichtung von damals verschwunden und der Keller im Stil des Wienerwalds eingerichtet worden.

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