Hengersberg in alten Ansichten Band 2

Hengersberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Georg Loibl
Gemeente
:   Hengersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5430-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Hengersberg in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Hengersberg 1009-1992

Breit und behäbig erstreckt sich der Markt Hengersberg am Rande des nördlichen Donaurales unterhalb Deggendorf. Schon von weitem sieht man die beiden dominanten Bergkirchen vor der im Hintergrund sich erhebenden Bergkette des Bayerischen Waldes. Zwischen 996 und 1009 ließ Abt Gotthard von Niederaltaich den einsamen Helmgeresberg roden und erbaute dort eine Burg und eine Rundkirche, die der heiligen Jungfrau geweiht wurde. Den Berg nannte man Frauenberg, während sein ursprünglicher Name auf die gleichzeitig enstandene Siedlung an seinem Fuße übergegangen ist. Die Burg auf dem Frauenberg bewohnten Kanoniker, welche wegen der wiedereingeführten strengen Benediktinerregel Niederaltaich verlassen mußten. Ihre Ansiedlung in Hengers berg scheint nicht von Dauer gewesen zu sein. 1009 hat König Heinrich H. dem Kloster Niederaltaich das Recht verliehen, in Hengersberg Markt zu halten und Zoll zu erheben. Hengersberg ist der älteste Markt Bayerns. Hier war das Handelszentrum des Klosters und hier hatten die Handwerker ihre Häuser.

Im ausgehenden 12. Jahrhundert erbaute der Bogener Ministeriale Altmann von Helmgeresberg auf dem Rohrberg eine Burg, die er 1212 kurz vor seinem Tod dem Kloster Niederaltaich vermachte.

Nach Zahlung einer Abfindung an die Grafen von Bogen durfte die Burg abgerissen werden. An deren Stelle ist um 1250 die Rohrbergkirche errichtet worden. 1255 ist Hengersberg als Sitz eines herzoglichen Landgerichts bezeugt. 1262 erneuerte Abt Hermann von Niederaltaich die Frauenbergkirche und erbaute an der Stelle des alten Mauthauses ein Leprosenhaus. 1432 genehrnigte Herzog Heinrich der Reiche die Abhaltung von zwei Jahrmärkten. 1565 hat Abt Paulus Gmainer das Leprosenhaus in ein Spital umgewandelt. Abt Bernhard Hilz erbaute um 1590 unsere Rohrbergkirche weitgebend neu. Im alten Torturm in der heutigen Passauer Straße richtete er die erste Schule ein. Diese beiden bedeutenden Äbte entstammten Hengersberger Bürgerfamilien,

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Hengersberg viermal geplündert, die Pest forderte viele Menschenopfer, Während des Österreichischen Erbfolgekriegs (1741-1745) lagerten 1742 die Franzosen hier und von 1743 bis 1745 war Hengersberg von den Österreichern besetzt. Am 30. Oktober 1744 wollten die abziehenden Österreicher das Pfleghaus am Marktplatz anzünden, aber mit Rücksicht auf das gute Verhältnis zu Abt Marian wurde davon Abstand genornmen und so eine Katastrophe verhindert. Durch von Soldaten eingeschleppte Seuchen sind in dieser Kriegszeit viele Menschen

ums Leben gekommen. Auch in späterer Zeit ist unser Markt öfter von Brandkatastrophen heimgesucht worden. 1794 brannten an der Ostseite des Marktplatzes sechs Häuser ab und 1824 wurden zwölf Häuser vom Feuer zerstört. Von Anfang an ist der Markt Hengersberg unter der Grundherrschaft des Klosters Niederaltaich gestanden. In endlosen Prozessen hat man ohne Erfolg um die Selbständigkeit gestritten. 1803 hat sich durch die Aufhebung der Klöster das Problem von selbst gelöst. Noch irn selben Jahr ist das Landgericht nach Deggendorf verlegt worden, trotzdem ist die wirtschaftliche Entwicklung aufwärts gegangen.

Im 19. Jahrhundert florierten Handel und Gewerbe. Bis zu neun Brauereien erzeugten den edlen Gerstensaft. Große Viehmärkte brachten einen wirtschaftlichen Aufschwung. Um auf dem Marktplatz mehr Raum zu gewinnen wurde 1826 das baufällige spätgotische Rathaus abgerissen. 1854 mußte der alte Torturm in der Passauer Straße dem gewachsenen Verkehr weichen. Ab 1818 sind die ersten Schulhausbauten auf dem Rohrberg entstanden, denen 1860 das Krankenhans und ein Jahr später die Mädchenschule folgten. 1892 ist im Ort das elektrische Licht eingerichtet worden. 1913 wurde die Bahnlinie Deggendorf-Kalteneck eröffnet. Auf den Ersten Weltkrieg folgte die Welt-

wirtschaftskrise. Damals sind alle Brauereien eingegangen. Allmählich sind die Zeiten wieder besser geworden.

Nach einigen Jahren der Prosperität brach der Zweite Weltkrieg aus. Die Pfarrei SchwarzachHengersberg hatte 104 Gefallene zu beklagen, von Zerstörungen blieben wir verschont. In der Nachkriegszeit waren große Aufgaben zu lösen, Es siedelten sich mehrere Betriebe an, Baugebiete wurden ausgewiesen. Sehr günstig für die weitere Entwicklung wirkte sich der Bau der Autobahn mit der damit verbundenen Ausfahrt aus.

Durch die Gebietsreform von 1971 sind die Gemeinden Altenufer , Waltersderf. Schwanenkirehen und 1974 Frohnstetten zum Markt Hengersberg gekommen. Möge Hengersberg auch in Zukunft eine gedeihliche Entwicklung beschieden sein.

Dieses Bändchen zeigt Bilder vom Leben in Hengersberg von der Jahrhundertwende bis etwa 1950. Vieles hat sich verändert, manches wird man vergeblich suchen,

Allen, die bei der Entstehung mit Rat und Tat geholfen haben sei herzlich gedankt.

1. Hengersberg in einer Luftaufnahme aus der Zeit um 1930. Die Schreiberin ist noch ausschließlich Wiese, das Haus von Sparkassendirektor Billrnaier steht noch nicht. Die ühe ist noch nicht reguliert und in Schwarzach gibt es nur eine Handvoll Baueranwesen. Der verträumte Markttlecken ist urngeben von Feldcrn, Wiesen und Wäldern.

2. Dieses Luftbild zeigt den Ort von Westen. Im Hintergrund die Vorberge des Bayerischen Waldes. überragt vom Brotjackelricgel. Durch die Wiesen schlängelt sich die Ohe. Gleich hinter der Werkstart des Feigl Anten beginnen die Wiesen. Zu sehen ist auch der alte Ohelaut, den man damals Haringbach nannte. Die Ziegelei Antlsperger liegt noch ziemlich weit außerhalb der Ortschaft.

3. So hat unser Marktplatz 1936 ausgesehen. Den von zwei Bäumchen t1ankierten einstigen Rathausbrunnen hat man zur Litfaßsäule umfunktioniert. Das Streiblwirtshaus, heute Niederaltaicher Hof, besitzt noch die klassizistische Stuckfassade, Auf dem Platz parken zwei Automobile und ein Motorrad. Auf dem Reklameschild links unten empfiehlt der Posthalter Kar! Kuffner seine zentralbeheizten Frerndenzimmer.

.'

4. Diese Postkarte trägt den Stempel vom 21. Januar 1902. Der Frauenberg hat nur wenig Baumbewuchs; damals wurde der steile Abhang noch mit der Sense gemäht. Die schmale Sandstraße schlängelt sich nach Niederalteich hinüber. Das Haus der Familie Mühlender, heute Kaufhaus Graf, besitzt eine vorgeblendete Fassade. Etwas weiter links kann man das langgestreckte Dach des Stadels vom Zirnmermann Lederer erkennen. Das traufseitige Haus am unteren Bildrand gehörte damals dem 'Brot-Sepp', der hier eine Brotniederlage berrieben hat , heute gchört es der Karninkehrerrneisterswitwe Amalie Hoffmann. Das links anschließende Gebäude bewohnte die Hafnerfamilie Stenzer.

Hengersberg 'Î v 'V / ~ 'i

,'0

c

101

5. Völlig frei von Bebauung war die Mang am Beginn dieses Jahrhunderts. Sie diente im 18. und 19. Jahrhundert als Pferdeweide , und hier wurde sicher so manche Handelschaft abgeschlossen; von den Mangern (= Händlern) mag der Name herkommen. Es wird auch berichtet, daß die Färber auf dern Grundstück ihr Tuch zum Trocknen ausbreiteten. Die neugotische Josefikapelle hat 1878 der Brauer Josef Unverdorben erbauen lassen. Bei dem Gebäude mit dem flachen Walmdach rechts von der Kapelle handelt es sich um die Unverdorben-Villa, an deren Stelle jetzt der Pfarrhof steht.

6. Diese Luftaufnahme zeigt die reizvolle Dachlandschaft um den Marktplatz. Unserem Trachtenverein verdanken wir jedes Jahr einen mustergültig geschmückten Maibaum. Parkplätze hat es damals in Hülle und Fülle gegeben.

7. Einträchtig ziehen das Roß und die Kuh den Pflug mit dem der Nopper Schorsch sein Feld am Abhang des Rohrbergs ackert. Bis in die fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts har es in Hengersberg rnehr als hundert die Landwirtschaft betreibende Bürger gegeben. Allerdings war der überwiegende Teil landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe.

Hengersberg

Villenpartie

8, Um die Jahrhundertwende wurde diese Aufnahme gcmacht. Die Mang war in Felder aufgeteilt, zwischen der Josefikapelle und dem Fellerer Haus stand damals nur die Spann-Villa. Links oben kann man die Niederalteicher Klosterkirche erkennen, Unten links bietet sich ein Bliek in die Mangstraße, welche früher scherzhaft als Hengersberger Riviera bezeichnet wurde. Der kleine Lebensmittelladen der Familie Holzapfel ist längst verschwunden, Auf der Manghöhe gibt es fünf Häuser, links das Haus der Familie Hoffmann, irn nächsten wohnte Gerichtsvollzieher Kraus, dann Justizrat Haderlein, Bauzeichner Adolf Jäger, und das letzte und älteste Haus erbaute Hauptmann Weiß.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek