Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Balensiefen und Dr. Helmut Fischer
Gemeente
:   Hennef an der Sieg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3077-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hennef an der Sieg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die heutige Gemeinde Hennef umfaßt einen Teil der Ebene am Südrand der Kölner Bucht und beiderseits der Sieg die Ausläufer des Bergischen Landes und des Westerwaldes. Sie zeigt eine landschaftliche Vielgestaltigkeit, die auch durch Bebauung und Industrialisierung nichts von ihren Reizen eingebüßt hat.

Die Geschichte der Siedlung Hennef, deren Kern um die Kirche zu suchen ist, reicht wohl weit vor die erste urkundliche Erwähnung zurück, 1075 wird die Kirche mit Grundbesitz und Zehnten im Eigentum der Benediktinerabtei Siegburg erwähnt, Der Ortsname, von dem in unmittelbarer Nähe in die Sieg mündenden Hanfbach abgeleitet, weist in älteste Zeiten. Schon in der Frühzeit besiedelten Menschen die waldfreien und fruchtbaren Gebiete.

Jahrhundertelang stand Hennef jedoch im Schatten des benachbarten Geistingen. 885 schenkte König Ludwig lIL seinen dortigen Hof mit der zugehörigen Kirche dem St. Cassius-Stift in Bonn. Die ehemalige Hofkirche erhielt den Rang einer Tauf- und Mutterkirche, deren Spreugel sich zu beiden Seiten der Sieg über Berg und Tal erstreckte. Neben der Filialkirche Hennef gehörten zum alten Geistinger Kirchspiel die im Lauf der Jahrhunderte errichteten Kirchen und Seelsorgebezirke Happerschoß (1129), Seligenthal (1231) und Bödingen (1397-1408), sowie Braschoß, Rott, Warth und Westerhausen im letzten und Anfang des 20. Jahrhunderts.

In nicht geringerem Maße wurde die Entwicklung Hennefs durch die um 1180 von den Grafen von Sayn erbaute Burg Blankenberg und die angeschlossene Siedlung, die 1245 Stadtrechte erhielt, beeinflußt. War Geistingen kirchlicher Mittelpunkt und Sitz eines Gerichts, so erlebten Burg und Stadt Blankenberg als Residenz eine Blütezeit. Bereits 1363 fielen Burg, Stadt und Land an den Grafen von Berg. Statt

des Landesherrn besorgten nun bergische Beamte, der Amtmann mit Landdinger, Rentmeister und Landschreiber, die Verwaltung des weiträumigen Amtes Blankenberg. Nachdem in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Burganlagen geschleift worden waren, verlegte die bergische Landesregierung um die Mitte des 18. Jahrhunderts die Verwaltung nach Hennef. Das Ende des alten Reiches brachte 1805 den Verlust der Stadtrechte und die Zuordnung der Spezialgemeinde Blankenberg zur Mairie Hennef.

Die französische Herrschaft bewirkte weitere Veränderungen. Uckerath, dessen Gewicht wohl vor allem in der Sicherung der für den Verkehr wichtigen Köln-Frankfurter Straße, in der bergischen Zollstelle und in seiner Rolle als Poststation lag, stieg vom Mittelpunkt des ehemaligen Kirchspiels zum Verwaltungssitz der gleichnamigen Mairie auf. Rechts der Sieg entstand aus den Honschaften Altenbödingen, Braschoß und Happerschoß des Kirchspiels Geistingen und der Honschaft Lauthausen des Kirchspiels Eigen-Dondorf die Mairie Lauthausen. Als Bürgermeistereien oder Gemeinden blieben diese Verwaltungseinheiten bis zur kommunalen Neuordnung des Jahres 1969 erhalten.

Von der Mitte des 18. Jahrhunderts an wuchs die Bedeutung des Dorfes Hennef mit seinen rund dreißig Häusern zusehends. Die Lage an der befestigten und viel befahrenen Köln-Frankfurter Straße wirkte ebenso förderlich wie die Tatsache, daß die Beamten des Amtes Blankenberg sich hier niederließen. In der französischen Zeit gewann Hennef als Kanton und Sitz der Mairie mit den Gemeinden Blankenberg und Geistingen weiter an Geltung.

Bei der Übernahme der Rheinlande durch Preußen 1815 beherbergte es zunächst die Verwaltung des Kreises Uckerath. Selbst nach der Vereinigung der Kreise Uckerath und

Siegburg zum Siegkreis 1820 behielt Hennef die Kreisverwaltung, mußte jedoch 1848 dem größeren Siegburg den Vorrang lassen. Verlor der Ort damit auch an komrnunalpolitischem Gewicht, so wurde dieser Nachteil durch die Vereinigung der beiden zur Bürgermeisterei Hennef gehörenden Spezialgemeinden Blankenberg und Geistingen zur Gemeinde Hennef im Jahre 1934 und durch die Eingliederung der Gemeinden Lauthausen und Uckerath im Jahre 1969 unter anderen Vorzeichen wettgemacht. Schon 1934 wurden die selbständigen Siedlungen Geistingen und Warth, die sogar ihren Namen aufgeben mußten, mit Hennef zusammengeschlossen.

Jahrhunderte hindurch wurde der Hennefer Raum landwirtschaftlich genutzt. Erst das 19. Jahrhundert bewirkte mit der allgemeinen Entwicklung von Industrie, Handel und Verkehr eine Wandlung. Hennefs Lage am Ausgang der Ebene zu den Höhen des Mittelgebirges begünstigte seine Stellung als Verkehrsknotenpunkt. Der Bau der Siegtaistraße, die KölnGießener Eisenbahnlinie und die Bröltaler Eisenbahn, die spätere Rhein-Sieg-Eisenbahn, die als Schmalspurbahn den Nahbereich des Bergischen Landes und des Westerwaldes erschloß, belebten Handel und Gewerbe und beschleunigten den industriellen und wirtschaftlichen Fortschritt. 1869 gründete Carl Reuther eine landwirtschaftliche Maschinenfabrik und legte damit den Grundstein für die gesamte Hennefer Industrie. Die seit 1881 gefertigten automatischen Waagen machten den Namen Hennefs in aller Welt bekannt. Dieser unternehmerische Wagernut und seine Erfolge veranlaßten Angehörige des Reutherschen Unternehmens, eigene Betriebe zu gründen. 1878 nahmen die Gebrüder Steirnel die Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen auf. Johann Friedrich Jacobi betrieb seit 1879 eine Gießerei. Im selben Jahr begann

Philipp Löhe mit der Herstellung von Eisenbahnwaggons. 1880 folgte Joseph Meys mit einem Landrnaschincnprogramm.

Den Menschen brachte der wirtschaftliche Aufschwung eine Verbesserung der Lebensverhältnisse. Das Geschäftsleben bekam Auftrieb, und Hennef entwickelte sich zum zentralen Ort eines großen Einzugsgebiets, vorgelagert den Ballungsräumen von Bonn und Köln. Diesen entscheidenden Zeitabschnitt von der Mitte des vorigen bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts dokurnentieren die 'alten Ansichten'.

Die Bilder sind thematisch geordnet. Auf Darstellungen der Landschaft folgen Motive aus Wohnbereichen, Orten und Straßen mit ihren Bauten und Einrichtungen, deren Gründung teilweise bis in das Mittelalter zurückreicht. Einige bestehen heute nicht mehr. Deshalb kommt diesen Bildzeugnissen ein besonderer geschichtlicher Wert zu, Die wirtsohaftliche Entwicklung Hennefs veranschaulichen Aufnahmen zu Post, Eisenbahnen und Industrie. Eine sinngemäße Aufgabe erflillen die Bilder im letzten Teil der Zusammenstellung, in dem versucht wird, die Lebensgewohnheiten der Menschen in Beruf, Familie und in der Gemeinschaft von Gruppen und Vereinen zu belegen.

Viele Bürger trugen durch Bereitstellung von Fotomaterial, zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus dem vorigen Jahrhundert, zur Sammlung bei. Besonderer Dank für jegliche Unterstützung gilt Johannes Buchholz in Uckerath und Robert Link in Hennef.

Wenn dieses Buch nun eine Beziehung zur Vergangenheit vermitteln kann und wenn es hilft, die 'gute, alte Zeit' für Jung und Alt verständnisvoller oder wieder erinnerungsfähiger zu machen, dann haben die Kontakte zu vielen Familien den erhofften Lohn gefunden.

1. Die Pfarrkirche St. Simon und Judas wurde in den Jahren 1898-1900 errichtet. Vermutlich ist sie der dritte Bau seit der ersten Erwähnung im 11. Jahrhundert. Die Kirche stellt die Mitte des alten Hennef dar, dem auch die Standorte der ersten Thurn- und Taxischen Post und der ersten Schule zugeordnet werden können. Die Entwicklung des Ortes verlagerte sich seit dem 18. Jahrhundert stärker in den Bereich der heutigen Frankfurter Straße. Ein Vergleich der Einwohnerzahlen der letzten hundertfünfzig Jahre läßt eine Zunahme um das Vierfache von 4 640 im Jahre 1825 gegenüber etwa 18000 in der Gemeinde Hennef bis 1969 erkennen. Die Freiflächen in der Bildmitte und rechts der ehemalige Sportplatz auf der Aufnahme um 1930 sind seit langem bebaut.

2. In einer Siegtalbeschreibung aus dem Jahre 1865 werden Hennef und Geistingen als 'freundliche und einladende' Orte geschildert mit malerischen Aussichten von den Höhenwanderwegen. Die Namen beider Orte weisen auf alte Gründungen hin. Geschützt durch die Ausläufer des Westerwaldes und des Bergischen Landes, liegen die Ortsteile Geistingen, Hennef und Warth, seit 1934 zu einer Siedlung unter dem Namen 'Hennef' vereinigt, in der Siegniederung im östlichen Teil der Kölner Bucht. Klimarische und landschaftliche Reize haben entscheidend zur Gründung des Kneippkurortes 1912 beigetragen. Die Sieglandschaft um das Jahr 1920 vermittelt noch eine friedvolle und erholsame Welt.

3. Die Aufnahme um 1930 macht den Charakter Hennefs als eines freundlichen und einladenden Ortes mit vielen Grünanlagen deutlich. Im Hintergrund überragt die im neugotischen Baustil errichtete katholische Pfarrkirche die Szene. Die benachbarten unbebauten Flächen werden langst als Wohnsiedlungen genutzt. Die Post und das Rathaus finden sich in der Bildmitte. Am rechten Bildrand erscheint ein Ausschnitt aus dem Siegbogen. Der Freiheitsplatz in der linken unteren Bildhälfte ist mit der Anfang 1977 begonnenen Bebauung als 'City' besenders ins Blickfeld gerückt, Die heute abgebauten Bahnhofs- und Gleisanlagen der Rhein-Sieg-Eisenbahn sind noch in der linken unteren Bildecke zu sehen.·

4. An den Südhängen bei Allner und Lauthausen wurde noch zu Beginn dieses Jahrhunderts Wein angebaut. Weinberganlagen erfreuen uns, denn es wird hinauf nach Bödingen und Blankenberg rother und weißer Wein gezogen, so besonders zwischen dem Dorfe Weingartsgasse und Happerschoß, vermerkt eine alte Reisbeschreibung aus dem vorigen Jahrhundert. Amtliche Unterlagen berichten, daß es im Raum Weingartsgasse bis Blankenberg 1887 rund einhundertzwanzig Morgen Weinanbauflächen gab. Auf Lauthausen entfielen allein sechsundsiebzig Morgen. Das Foto um 1925 zeigt die Siegbrücke im Verlauf der Bröltalstraße, die im Jahre 1862 beim Ausbau der Bröltaler Eisenbahn von Hennef nach Ruppichteroth errichtet wurde. Auch der alte Steg ist am Ende des hell scheinenden Sieglaufes noch auszumachen.

5. Eindrucksvoll vermittelt der Stich nach einer Zeichnung von Carl Hohe die Ansicht von Schloß Allner und seiner Umgebung im Jahre 1851/52. Eine feste Siegbrücke gab es um diese Zeit noch nicht. Die Allner Mühle wurde erst wenige Jahre vorher von ihrem ursprünglichen Standort in Müschmühle nach Allner unterhalb der Schloßmauer verlegt, kurz vor der Einmündung des Brölbaches in die Sieg, Die Anlage geht auf eine alte Gründung zurück, die schon im 15. Jahrhundert einige Bedeutung hatte. Von den baulichen Anfängen blieben jedoch nur Teile in den Wirtschaftsgebäuden des 16. und 17. Jahrhunderts erhalten. Das noch bestehende Hochschloß wurde im 17. Jahrhundert errichtet und im 18. Jahrhundert erweitert.

6. Einen Gesamteindruck von Allner mit Schloß und Park vermittelt die Luftaufnahme aus der Zeit um 1930. Die herrlichen Parkanlagen erinnern an die berühmte englische Gartengestaltung, die ja einen natürlichen Übergang zu angrenzenden Waldgebieten anstrebt. Die Straßen- und frühere Eisenbahnbrücke über die Sieg hat erst wenige Jahre vorher den jetzigen Standort erhalten. Der alte Übergang ist noch im Flußbett, knapp hundert Meter unterhalb, erkennbar. Am oberen rechten Bildrand tritt der Brölbach aus dem idyllischen Bröltal heraus, kurz vor der Einmündung in die Sieg,

7. In Dörfern und Fluren des Siegtales und der angrenzenden Höhen finden sich noch zahlreiche hölzerne Wegekreuze mit reichen Reliefdarstellungen. Das Kreuz in Weidergoven, im Jahre 1909 aufgenommen, zeigt auf seinem Oberteil den dornengekrönten Kopf Christi mit Palmzweig und Rohr. Das Monogramm IHS für Jesus Heiland Seligmacher versinnbildlicht mit dem Herzen unter den Nägeln und Handen und Füßen die fünf Wundmale. Aus dem Herzen tropft das Blut in einen Kelch. Darunter folgen Gewand, Würfelbecher und Würfel. Das Schnitzwerk symbolisiert die Leidensgeschichte durch die sogenannten 'Waffen des Herrn'. Ein Totenschädel mit gekreuzten Gebeinen über der Nische schließt die Darstellung ab. Dieses Zeichen der Volksfrömmigkeit ist heute noch erhalten.

8. Der Kirchweg führte für einen Teil des Dorfes Bröl über den Brölbach nach Bödingen. Den Bach überspannte ein etwa ein Meter breiter Fußgängersteg aus Fichtenstangen mit Geländer und Knüppelboden. Nach mündlicher Überlieferung sollen glimpf1ich verlaufene Durchbrüche zu einem frischen Bad verholfen haben. Die Aufnahme aus den dreißiger Jahren gewährt den Bliek auf die Bröler Seite 'Am Steeg' mit den drei machtigen Kastanien und dem alten Holzkreuz in ihrem Schatten.

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