Herford in alten Ansichten Band 1

Herford in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Rainer Pape
Gemeente
:   Herford
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1810-1
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Herford in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Herford liegt bei nassen Gründen, Groß und alt an Werr' und Aa ... So besingt 1819 der Pfarrer Hengstenberg die Stadt Herford; eine Stadt, die zu den ältesten Kultur- und Wirtschaftszentren Westfalens gehört. Doch nicht die zwölfhundertjährige reiche Geschichte der alten Abtei-, Reichs- und Hansestadt Herford aufzuzeigen, soll Aufgabe dieses Bändchens sein; es soll vielmehr ein Bilderbuch aufgeschlagen werden, das uns die Stadt und ihre Bewohner in den Jahren 1880 bis 1930 zeigt.

In jener Zeit unserer Eltern und Großeltern stießen alt-überlieferte Anschauungen und neuzeitliches, technisches Denken heftig aufeinander. Das wirkte sich naturgemäß auch im Stadtbild aus. Herford wandelte sich in diesen Jahrzehnten von einem noch weitgehend auf Selbstversorgung eingestellten Ackerbürgerstädtchen zu einer modernen Industriestadt mit Fabriken, Verkehrseinrichtungen, Mietshäusern und Warenhäusern. Kleinbürgerliche Idyllen finden sich unmittelbar neben fast großstädtisch anmutenden Geschäftsstraßen. Der noch von Wall und Graben umschlossene mittelalterliche Stadtkern kann die stetig wachsende Bevölkerung nicht mehr fassen. Und so dringt nach und nach Industrie und Wohnungsbau in die bisher landwirtschaftlich genutzte Feldmark der Stadt vor.

Manches von dem, was damals entstand, ist schon wieder einer neuen rasanteren Entwicklung gewichen;

viel alte Bausubstanz, die in den stürmischen Gründerjahren noch erhalten und restauriert werden konnte, fiel den Bomben des Zweiten Weltkrieges und vor allen Dingen den Verkehrs- und Sanierungsplanungen der Nachkriegszeit zum Opfer. Gerade sie haben große Bereiche der Innenstadt so grundlegend verändert, daß es an vielen Stellen schwerfällt, das alte Herford, das von der Bausubstanz her seinen ostwestfälischen Charakter fast ganz eingebüßt hat, wiederzuerkennen.

Um so lieber werden diejenigen, denen das alte Stadtbild ans Herz gewachsen war und diejenigen, die es kennenlernen wollen, mit diesem Bilderbuch durch die Stadtteile Altstadt, Radewig, Freiheit, Neustadt, Stif'tberg, über die Wälle und durch die Feldmarken wandern.

Es sei mir noch erlaubt zu erwähnen, daß die Aufnahmen dieses Bändchens noch nicht in meinem Bildband 'Das alte Herford - Bilder aus vier Jahrhunderten' veröffentlicht wurden. Das vorliegende Buch ist vielmehr eine notwendige Ergänzung meiner früheren Veröffentlichung mit durchaus selbständigem unverwechselbarem Charakter, das sich auf die Jahre 1880-1930 beschränkt. Das Fotomaterial stellte das Fotoarchiv des Städtischen Museums Herford zur Verfügung.

Dr. Rainer Pape

J

1. Das Altstädter Rathaus auf dem Alten Markt wurde 1878 unter Protest vieler Herforder Bürger abgebrochen. Der herrliche Weserrenaissance-Bau mit seiner charakteristischen Gerichtslaube mußte dem ständig wachsenden Verkehr auf dem Alten Markt, durch den wöchentlichen Marktbetrieb verursacht, weichen. Nur wenige Jahre später verlegte jedoch der Magistrat der Stadt den Wochenmarkt, da auch durch den Abbruch des Rathauses das Verkehrsproblem an Markttagen nicht gelöst worden war. Das stattliche Gebäude, dessen älteste Bausubstanz in die gotische Zeit (vermutlich 13. Jahrhundert) zurückreichte, stand auf der Südseite des Alten Marktes. Seine Rückseite bildete die Straßenflucht zwischen Bäcker- und Rennstraße.

2. Der Alte Markt um 1880. Der Bliek fällt von der Einmündung des Gehrenberges auf seine West- und Südseite. Nach dem Abbruch des Altstädter Rathauses wirkte der Alte Markt kahl und öde. Daran konnte auch die Errichtung des Kriegerdenkmals (1879) inmitten des Platzes nichts ändern. Im Hintergrund - an der Ecke Clarenstraße - liegt der in den siebziger Jahren errichtete Neubau des Hotels 'Stadt Berlin' des Gastwirts Heinrich Rhode. Etwa in der Bildmitte zweigt nach rechts die Bäckerstraße ab. Ganz rechts im Bild ist das prächtige, 1898 abgebrannte Renaissance-Haus Alter Markt Nummer 6 zu erkennen.

3. Am 18. Oktober 1879 wurde auf dem Alten Markt ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 und 1870/1871 enthüllt. Das Denkmal - hier eine Aufnahme aus der Zeit um 1900 - wurde von dem aus HerfordEickum stammenden Bildhauer Professor Wering (Berlin) geschaffen. Da das Denkmal Plänen zur Umgestaltung des Alten Marktes im Wege stand, versetzte man es 1965 auf den alten Friedhof an der Friedhofstraße.

4. Um den nach dem Abbruch des Altstädter Rathauses etwas tristen Eindruck des Alten Marktes zu mildern, bepflanzte man ihn ringsum mit Bäumen, die in neuerer Zeit wiederum dem Autoverkehr weichen mußten. Zur Zeit wird die Frage der Neubepflanzung in der Bürgerschaft heftig diskutiert. Das Foto, etwa 1895 vom Hotel 'Stadt Berlin' aus aufgenornmen, zeigt die nördliche Seite des Alten Marktes. Links blickt man in die Mausefalle und auf die Münsterkirche, während man rechts in den Gehrenberg hineinsieht. Im Hintergrund ragt der Turm der Neustädter Kirche hervor.

s. Um 1910 beherrschten moderne Geschäftshäuser die Ostseite des Alten Marktes. Rechts zweigt die Bügelstraße ab, dahinter der Gehrenberg. Klar heben sich im Hintergrund der Turm der Neustädter Kirche und einige Fabrikschornsteine vom Himmel ab.

6. Noch in den zwanziger Jahren machte der Alte Markt einen durchaus geruhsamen Eindruck auf den Besucher der Stadt. Hier geht der Bliek vorbei am Kriegerdenkmal in Richtung Mausefalle. Das 1898 abgebrannte Renaissance-Haus ist längst durch einen stattlichen Neubau (links) ersetzt; und auch die niedrigen Fachwerkhäuser an der Nordseite des Platzes sind einem modernen Geschäftshaus gewichen.

7. Nach wie vor aber versammelte sich die Bürgerschaft bei festlichen Anlässen auf dem Alten Markt. Unser Bild zeigt die gesamte Herforder Feuerwehr rnit ihrem Fuhrpark aus Anlaß der Feier zum fünfzigjährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr von Herford am 13. September 1925. Der Bliek geht von der Einmündung der Bäckerstraße in Richtung Mausefalle. Links das Textilgeschäft Siepe.

8. Bliek in die Bäckerstraße in Richtung Alter Markt, um 1930. Links ist das ehemalige Geschäft für Haushaltswaren der Gebrüder Landmann zu erkennen, rechts zweigt die Mönchstraße ab. Die Fassaden der Geschäftshäuser sind durch Umbauten großenteils verändert, die Fachwerkhäuser im Hintergrund nach dem Krieg durch Neubauten ersetzt worden.

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