Hermagor in alten Ansichten

Hermagor in alten Ansichten

Auteur
:   R. Kandolf
Gemeente
:   Hermagor
Provincie
:   Kärnten
Land
:   Österreich
ISBN13
:   978-90-288-2719-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hermagor in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Alte stürzt, es ändert sicb die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen. (Friedrich von Schiller.) Auch die Stadt Hermagor hat nicht immer so ausgesehen wie heute. Immer wieder hat es Ereignisse gegeben, die das Ortsbild einschneidend verändert haben. Dies gilt vor allem auch für die letzten hundert Jahre. Zum besseren Verständnis, wie unser Städtchen so geworden ist, wie es sich heute dem Betrachter darbietet, sei hier einleitend ein knapper Überbliek insbesondere über jene geschichtlichen Ereignisse gegeben, die für die Veränderung des Ortsbildes von ausschlaggebender Bedeutung waren.

Hermagor ist ein alter Siedlungsplatz. Wenn auch die früheste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahre 1169 stammt, so beweisen doch Bodenfunde, daß es hier schon viel früher eine Ansiedlung gegeben haben muß. Valvasor schreibt 1688, daß S.Emochar oder S.Machor schon im 8. Jahrhundert gestanden sei. Karl der Große hatte 811 die Drau als kirchliche Grenze zwischen dem Erzbistum Salzburg und dem Patriarchat Aquileja festgelegt. Hermagor wurde demnach wohl von Aquileia aus gegründet, was sich auch aus der Wahl des Kirchenpatrons (Hl. Hermagoras), der auch dem Ort den Namen gab, schließen läßt. Auf der Stocksteinerwand, dem felsigen Kirchhügel und ältesten Ortskern von Herrnagor, wurden Funde aus dem 9.-10. Jahrhundert gemacht.

Bereits 1288 wird Hermagor in einer Urkunde Markt genannt. Stadtmauer besaß der Ort keine. Wohl versprach 1336 der damalige Vizedom Heinrich Graland der Jüngere, den Markt Hermagor zu 'vesten'; doch dazu kam es anscheinend nicht. So hatte der Ort unter den Einfällen der Türken, die 1478 Hermagor niederbrannten, und der nachfolgenden Ungarn (1480) arg zu leiden. Bald darauf wurde die Pfarrkirche im gotischen Stil neu erbaut.

1726 wurde Hermagor durch eine Feuersbrunst zur Gänze eingeäschert. Nur zwei Häuser blieben stehen. Auch das Schloß Stocksteinwand fiel den Flammen zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Damals gingen auch alle Matrikenbücher und andere Urkunden zugrunde.

1809 kam Oberkärnten und somit auch das Gailtal unter französische Herrschaft (Königreich Illyrien). Doch schon im September 1813 wurde der Markt von österreichischen Truppen wieder befreit. Das Denkmal am Hauptplatz, zur Jahrhundertfeier 1913 errichtet, erinnert an das denkwürdige Gefecht bei Hermagor.

Einen neuen Aufschwung brachte dem Markt der Bau der Gailtalbahn von Arnoldstein bis Hermagor (1894). Am 8. August 1904 wird Hermagor erneut von einer großen Brandkatastrophe heimgesucht. Über die Hälfte des Marktes wurde ein Raub der

Flammen. Der rasche Wiederaufbau verlieh Hermagor ein modernes Aussehen. Die Pfarrkirche bekam ein neues Turmdach, das auch heute noch das Stadtbild prägt. Zwanzig Jahre später (1922-1926) erhielt Hermagor auch eine evangelische Kirche.

Im Ersten Weltkrieg - nach der Kriegserklärung Italiens 1915 - wurde das Gailtal Frontgebiet. Die Gailtalbahn wurde bis Kötschach-Mauthen verlängert. Auch im Kärntner Abwehrkampf (1918-1920) stand Hermagor nicht abseits; die vom Gailtal aus organisierte und durchgeführte Befreiung von Arnoldstein war eine der ersten Aktionen in dieser schweren Zeit, Zur Erinnerung an die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 und in Würdigung der Verdienste seiner Bewohner wurde Herrnagor 1930 zur Stadt erhoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte in den fünfziger Jahren ein gewaltiger Wiederaufbau ein, der das Stadtbild vielfach veränderte. Aus dem verträumten Marktflecken von einst ist ein aufstrebender Fremdenverkehrsort geworden.

Wie Hermagor in früheren Zeiten ausgesehen hat, davon künden uns nur wenige Abbildungen. Erst mit der Erfindung der Fotografie tauchen die frühesten Bilder aus der jüngeren Vergangenheit auf. Diese Bilder gesammelt und reproduziert zu haben, ist das große Verdienst von Herrn OSR. Reinhold Kandolf. Dank gebührt aber auch all jenen, die durch die Be-

reitstellung alter Fotografien die Herausgabe dieses Buches errnöglicht haben.

Im vorliegenden Bildband wird nun eine Auswahl der interessantesten Fotografien aus der Zeit von etwa 1880 bis 1930 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den Alteren unter uns wird dabei so manche Jugenderinnerung wachgerufen werden; die Jüngeren werden in manchen Bildern ihre Eltern, Groß- und Urgroßeltern wiedererkennen und einen Einblick in deren Umwelt und Lebensweise verruittelt bekommen.

Mögen die Bewohner von Hermagor und unsere Gäste an den 'alten Ansichten' viel Freude finden!

Arno1d Ronacher

LITERATUR:

Hubert Pietschnigg, A lt-Hermagor, 2. Aufl. 1980 (Verlag Heyn, Klagenfurt).

Gotbert Moro, Hermagor, Geschichte - Natur Gegenwart (Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 1969).

1. Die älteste bekannte Ansicht des Marktes Hermagor ist diese Abbildung aus 'J;W. Valvasor, Topographia Archiducatus Carinthiae, Nürnberg 1688'. Sie zeigt den Siedlungskern des planmäßig gegründeten Marktes mit dem Schloß Stocksteinwand, einem dreistöckigen, hohen Gebäude, welches 1726 durch einen Brand vernichtet und nicht mehr aufgebaut wurde. Daneben steht die Pfarrkirche, rundherum liegen die Bürgerhäuser. Links sieht man das Schloß Prießenegg (seit dem 16. Jahrhundert auch Malenthein genannt), das 1782 durch Blitzschlag ein Raub der Flammen wurde. Rechts hinten erhebt sich der Thurnhof.

2. Eines der wenigen erhalten gebliebenen Bilder von Hermagor aus der Zeit vor dem Siegeszug der Fotografie ist diese Zeichnung aus dem Jahre 1856. Sie zeigt den Triumphbogen, der anläßlich des Besuches von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth in Hermagor (8. und 9. September 1856) am westlichen Eingang zum oberen Markt errichtet wurde. Es ist auch das einzige Bild, das uns den Kirchturm mit dem pyramidenförmigen Notdach zeigt, wie es nach dem Brand von 1726 bis zur Renovierung im Jahre 1861 aussah.

3. Hermagor um die Jahrhundertwende mit seinem Hausberg, dem 2 118 Meter hohen Spitzegel. Die Äcker und Wiesen reichen noch bis an den Ortskern heran, dessen holzgedeckte Bürgerhäuser mit ihren 'Marhöfen' (Wirtschaftsgebäuden) sich wie seit Jahrhunderten um die Pfarrkirche scharen.

4. So sah der obere Markt um die Jahrhundertwende aus. Rechts sieht man das langgestreckte Wirtschaftsgebäude des Oberen Fleiß (heute Lagergebäude von Baumeister Sommeregger), wo im Jahre 1904 der verheerende Brand ausbrach, der große Teile hauptsächlich des oberen Marktes vernichtete. Im Vordergrund steht die Wohlgemuthkapelle. Auf der großen Ackerfläche links davon befindet sich heute die Siedlung 'Neue Heimat'. Hinter den Häusern breitet sich das damals noch völlig unverbaute Thurnfeld aus. Dahinter sind die Wallfahrtskirche Maria Thurn und der Thurnhof zu erkennen.

5. Ein Bliek vom Hinterhof beim Bärenwirt (Gasthof Lasser) auf den Turm der Pfarrkirche um 1900. Beim großen Brand 1726 war der ganze Ort bis auf zwei Häuser abgebrannt. Der Kirchturm, der vorher ein spitzes Helmdach getragen hatte (Abbildung 1!), bekam vorübergehend ein kurzes pyramidenförmiges Notdach (Abbildung 2!). Erst 1861 wurde der Turm renoviert, mit einem neuen Turmkreuz und einem vergoldeten Engel versehen, wie es dieses Bild zeigt, In den grofsen Höfen der Gasthäuser konnten Fuhrleute, Marktfahrer und Bauern ihre Fahrzeuge und Pferde unterstellen, während die dafür hergerichteten Speicherräume Übernachtungsrnöglichkeiten boten.

6. Der Markt Hermagor um 1895 von der Eggforst-Terrasse mit Bliek auf die sanft ansteigende Gitschtalstufe mit Lerchenhof, Maria Thum und Thumhof und weiter nach Nordwesten ins Gitschtal. Das Volksschulgebäude ist fast fertiggestellt. Rechts oberhalb des Untermarktes die noch kaum verbaute Terrasse der Martinzen. Vorne das weite feuchte Bürgerfeld, auf dem man rechts den Endpunkt der kurz vorher eröffneten Gailtalbahn erkennt. Die Häuser des Marktes liegen - geschart um den Kirchhügel der Stocksteinerwand - an der Einmündung des Gitschtales inmitten der grünen Ausläufer der Gailtaler Alpen.

7. Hermagor im Jahre 1895 mit dem Volksschulneubau an der neuerrichteten Reichsstraße nach Kötschach. Die Grundsteinlegung erfolgte am 1. Juli 1894. Schon ein Jahr später wurde die vierklassige Volksschule eröffnet, Bis dahin war im Hause des Jakob Filippitsch (heute Hauptstraße 36) im oberen Markt unterrichtet worden. Die alte Reichsstraße nach Kötschach führte durch die heutige Riedergasse, Vorne sieht man den 1893 zu Ehren des um das Gailtal und im besonderen um Herrnagor verdienten Ehrenbürgers Landespräsidenten Freiherrn von Schmidt-Zabierow geschaffenen Schmidtplatz. In dessen Mitte stand sein Denkmal (das sich heute am Bahnhof befindet), geschaffen von dem in Mauthen gebürtigen Bildhauer Jakob Wald,

8. Das Bild zeigt den oberen Markt Hennagor vor dem Brand im Jahre 1904 mit dem bewaldeten Gösseringgraben in der Mitte links, der Martinzenterrasse, dem Galgenbühel und dem Eichforst dahinter. Die Siedlung zeigt noch alle Übergänge vom Ackerbürgerhaus mit Marhof und Brechelhütte (im Vordergrund links) bis zum mehrgeschossigen Landhaus auf der Martinzen (Neuprießenegg).

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