Herzberg (Elster) in alten Ansichten

Herzberg (Elster) in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Hartwich
Gemeente
:   Herzberg (Elster)
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5431-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Herzberg (Elster) in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Herzberg, eine Kleinstadt an der Kreuzung der Bundesstraßen 87 und 101 gelegen, urnflossen von der Schwarzen Elster, einem Nebenarm der Elbe, ist die Kreisstadt des Kreises Herzberg im Brandenburger Land. Sie liegt fast genau in der Mitte zwischen Berlin und Dresden sowie zwischen Leipzig und Frankfurt/Oder.

Die Stadt, mit knapp 10 000 Einwohnern in einem ländlichen Kreis mit wenig Industrie, hat 1984 ihr 800jähriges Bestehen gefeiert. Die Grafen von Brehna, deren Stamrnsitz sich in Brehna bei Halle befand und die um 1150 den Elstergau bei der Eroberung der westslawischen Länder in ihren Besitz brachten, gründeten hier um 1184 Herzberg als ihre neue Residenz.

Vermutlich aus einer wendisohen Sumpffeste hervorgegangen (bei Grabungen innerhalb und außerhalb der Stadt fand man Reste aus dieser Zeit), war sie als vorgeschobener Posten an einern Übergang über die Schwarze Elster von unschätzbarer Bedeutung, lag sie doch an einer viel befahrenen Handelsstraße zwischen Leipzig und Frankfurt an

der Oder, damals ein Hauptumschlagplatz mit den slawischen Ländern.

Herzberg, ursprünglich Hirtsbergk, Hertisberch auch Herceberch (es gab noch andere Schrei barten) genannt, wird erstmals 1238 in Urkunden als Stadt erwähnt, Die Herkunft des Namens konnte wissenschaftlich nicht festgelegt werden. Ob der Name von Hertha, einer slawischen Gottheit, oder von Hirsch, dem Wappentier Herzbergs, oder von Herz abstammt, ist nicht mehr nachweisbar,

Mitte des 14. Jahrhunderts blühte das Handelsgewerbe machtig auf. Viele Handwerksbetriebe entstanden, die sich in Zünften und Innungen zusammenschlossen. Die Kriege des 16., 17. und 18. Jahrhunderts vernichteten dann aber den Wohlstand. Große Brände, die zum Teil ganze StadtteiIe in Asche legten. vernichteten viele alte Bansubstanz.

Neben den Gewerken, wie Fleischer, Bäcker, Schneider usw., die für den Lebensunterhalt der städtischen Bevölkerung wichtig waren, nahmen Ende des 18. und im 19. Jahrhundert in Herzberg

das Weber- und Schuhmacherhandwerk sowie die Bierbrauerei einen mächtigen Aufschwung. So gab es noch um 1880 148 Schuhmachermeister und etwa 200 Gesellen in diesem Beruf. Doch die moderne Technik mit ihren Maschinen, billige Waren aus dem Ausland und die Abwanderung in die großen Städte ließen die meisten Handwerksbetriebe eingehen. Die verbleibenden Handwerker schlugen sich mehr schlecht als recht durch die Zeiten und nur, daß zu jedem Hausgrundstück Acker und Wiesen gehörten, rettete sie vor dem Hungertuch.

Als Mitte des vorigen Jahrhunderts die Schwarze Elster begradigt und mit hohen Dämmen eingefaßt wurde, hörten die in jedem Jahr zweimaligen Überschwemmungen (Frühjahr- und Sommerhochwasser) auf. Das Land wurde trocken gelegt, und es entstanden neue Anbauflächen.

Später, als sich um die lahrhundertwende aus kleinen Werkstätten drei größere Betriebe, eine Chemische Fabrik, die Armaturentabrik und Schliebens Möbelfabrik entwiekelten. wurden

für viele Herzberger Bürger neue Arbeitsstätten geschaffen.

In den Jahren von 1843 bis 1848 baute eine Berliner Eisenbahngesellschaft die Strecke Berlin-Dresden. Die Strecke wurde 1848 freigegeben, und Herzberg erhielt etwa 3 Kilometer westlich der Stadt einen Bahnhof. Somit war auch für manchen Herzberger die Möglichkeit gegeben, seinen Lohn außerhalb der Stadt zu verdienen. 1897/98 baute die Niederlausitzer Eisenbahngesellschaft eine Verbindungsstrecke zwischen Luckau und Falkenberg, die über Herzberg führte. Somit erhielt die Stadt einen zweiten Bahnhof, nun ganz in der Nähe des Zentrums.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg und in den Jahren danach wurden einige Dörfer der näheren Umgebung, wie Altherzberg, Grochwitz, Kaxdort, oder Neunaundorf eingerneindet. Trotz Gründung einiger neuer größerer Betriebe, wie das Kraftfuttermischwerk und ein Fleischverarbeitungsbetrieb, ist Herzberg noch immer eine kleine ländliche Stadt geblieben.

r ., I'

.. ?., /,'_ ..

Sr.rdtk irct. .? ?

1. Eine Postkarte aus dem Jahre 1903, sie zeigt die Gesamtansicht der evangelischen Stadtkirche, davor der Schulplatz, auf dem bis 1900 die Knaben- und Mädchenschule stand. Leider ist uns nicht überliefert worden, wann dieses große Bauwerk seinen Anfang nahm. Wissenschaftler vermuten, daß schon 1184 bei der Gründung Herzbergs an gleicher Stelle eine kleinere Kirche stand und der erste Teil der jetzigen Kirche ihren Baubeginn etwa 1350 hatte. Der Bau der dreischiffigen Hallenkirche aus roten Backsteinen wurde in zwei Abschnitten vollzogen und war um 1430 fertiggestellt. Danach erst baute man den Turm an das Kirchenschiff. Das Wertvollste an der Nikolai- später bis zur Reformation Marienkirche ist jedoch die mittelalterliche Gewölbemalerei, höchstwahrscheinlich von Mönchen hergestellt. Staunenswert ist aber auch, daß eine kleine Stadt wie Herzberg, mit damals nur bis zu 2000 Einwohner, so ein mächtiges Gebäude erbauen konnte, und trotz der vielen Stadtbrände in den vergangenen Jahrhunderten blieb sie uns so erhalten, wie sie damals errichtet wurde.

Herzberg

C.o99

2. Das alte 1617 erbaute Rathaus, dahinter die machtige Stadtkirche mit ihrem weit sichtbaren Turm. Das ganze Gelände, auf dem Rathaus und Kirche stehen, soll zur katholischen Zeit, also vor dem Neubau des Rathauses, eine Klosteranlage gewesen sein, die aber schon vor der Reformation eingegangen ist. Zwischen Rathaus und Kirche sowie zwischen Kirche und alten Schulgebäuden (hinter der Kirche) befand sich seit dem Mittelalter bis 1813 der städtische Friedhof. Dieser wurde nach dern napoleonischen Kriege 1815 eingeebnet. Das Kriegerdenkmal, 1887 zu Ehren der Gefallenen des Krieges 1870/71 vor dem Rathaus aufgestellt, wurde wegen des zunehmenden Straßenverkehrs 1935 zwischen Rathans und Kirche umgesetzt.

3. Der verdienstvolle Bürgermeister der Stadt Herzberg, Herr Walter Sourell, mit Frau und Kind beim Spaziergang im Stadtpark. Herr Sourell war in den schweren Jahren von 1926 bis 1933 das Oberhaupt der Stadt. Sein segensreiches Wirken wurde durch den Tod 1933 beendet.

Iietzberq a. E.

markt mit 8dlliebener-8trasslJ und Htieqer - Denkmal

4. Der Herzberger Landwehrverein sammelte nach 1871 Gelder, um ein Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71 zu errichten. 1887 war es darm soweit. Die in einem Lauchhammer Eisenwerk gegossene Germania wurde auf einem Sockel aus Sandstein vor dem Rathaus aufgestellt und am 17. Juli 1887 eingeweiht. Ein kunstvolles, schmiedeeisernes Gitter schützte den Gedenkstein. Als der Verkehr auf den Straßen immer mehr zunahm, wurde das Denkmal zum Hindernis. Deshalb setzte man es 1935 um, und sein neuer Standort war nun zwischen Rathaus und Kirche in einer parkähnlichen Anlage. Auf dem Bild im Hintergrund der Eingang zur Schliebener Straße.

5. Das Halseisen oder auch Lästereisen genannt, wurde von der Herzberger Gerichtsbarkeit zur Strafe von Lästerungen, Fluchen usw. gegen Kirche und Stadtobrigkeit gebraucht. Der Sträfling wurde am Hals und an beiden Händen eingeschlossen und am Markt aufgestellt. Ein schwerer, aus Stein gehauener Kopf erschwerte die Flucht. Aus Überlieferungen wissen wir, daß dieses Halseisen häufig für zänkische Frauen genutzt wurde. Leider ist das aus dem Mittelalter stammende Folterinstrument, wie so vieles andere, nach 1945 verschollen, und nur ein altes Foto erinnert uns an die alte Gerichtsbarkeit in unserer Stadt.

6. Das ehemalige Hotel 'Zur goldenen Sonne' ist der älteste bekannte Gasthof der Stadt. In alten Urkunden schon 1604 als 'goldene Sonne' bezeichnet und als Wirt wird ein Phillipp Seehausen genannt. Der Gasthof. verbunden mit einer Fleischerei, vergrößerte sich in den folgenden Jahren. Ab 1690 ist ein Arnold der Wirt, dessen Familie den Hof bis 1760 besitzt. Beim großen Brand 1723 mit abgebrannt und wieder aufgebaut. Aus schriftlichen Aufzeichnungen von 1741 erfahren wir, daß auf dem Wirtshausschild eine goldene Sonne und ein Teufel aufgemalt waren. Neben einer großen Landwirtschaft wurde ab Mitte des vorigen Jahrhunderts auch ein Fuhrgeschäft mit Pferdefuhrwerken, später mit Autos, berrieben. Die letzten Besitzer waren eine Familie Kunze, die das Hotel von 1906 bis in die fünfziger Jahre hatten. 1970 wurde der ganze Komplex und auch das Nachbarhaus aus Baufälligkeit abgerissen.

7. Eine Postkarte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg mit Bliek über den Marktplatz in die Torgauer Straße. Rechts nochmals das große Hotel 'Zur goldenen Sonne' (über zwanzig Fremdenzimmer) und dahinter das Haus der Familie Langhammer, die auch zu den ältesten, in der Stadt ansässigen Farnilien zählte. Beide Häuser wurden 1970 wegen Einsturzgefahr abgerissen.

8. Das Kaiserliche Postamt um 1910 und die Brücke über den Mühlgraben, einen Seitenarm der Schwarzen Elster. An dieser Stelle (bis zum zweiten Gebäude hinter der Post) befand sich irn Mirtelalter. vorn 13. Jahrhundert bis 1820, das stark befestigte Prettiner , später das Torgauer Tor. Ein starker, großer Torturm mit Uhr und Glockengeläut und zwei Zugbrücken über Mauer- und Mühlgraben bewachten den Eingang zur Stadt. Ein hoher Wall verstärkt mit Palisaden und eine Ieste, hohe Mauer machten die Stadt uneinnehmbar. Das Postamt wurde im März 1897 eröffnet und steht auf einem ehemaligen Wassermühlengrundstück. Die Mühle wurde 1895 abgerissen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek