Heubach in alten Ansichten

Heubach in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Kolb
Gemeente
:   Heubach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4905-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heubach in alten Ansichten'

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VORWORT

Dieses Büchlein enthält alte Ansichten von Heubach, von seinen Menschen und seiner Landschaft vorwiegend aus der Zeit zwischen 1880 und 1930. Zwar wurden manche von diesen Bildern schon im großen Heubacher Heimatbuch von 1984 veröffentlicht, doch habe ich Wert darauf gelegt, daß nicht nur die üblichen Standardfotos aufgenommen wurden, sondern auch einige weniger bekannte Bilder. Natürlich mußten dabei hinsichtlich der Bildqualität Abstriche gemacht werden, da man an so manches Gelegenheitsfoto jener Zeit keine hohen Anforderungen stellen darf.

Die Bildunterschriften habe ich möglichst allgemeinverständlich gehalten, wenn auch wissenschaftliche Arbeiten die Grundlage bilden. Besondere Schwierigkeiten ergaben sich oft beim Identifizieren von Personen, vor allem wenn bei kleinen Gruppenfotos die Gesichtszüge verschwimmen. Auch eine Befragung alter Heubacher, denen ich für ihre Mühe herzlich danke, hat nicht immer Klarheit gebracht. Doch kann vielleicht gerade das Bändchen dazu beitragen, Fehler zu berichtigen und weitere Einzelheiten auf den Bildern zu erhellen. Dies dürfte allerdings um so schwieriger sein, je größer der zeitliche Abstand wird.

Im weitesten Sinne sollen die Ansichten von Alt-Heubach an die Zeit erinnern, in der unsere Vorfahren am Fuß des Rosensteins lebten und wirkten. Sicher war dies eine Zeit ohne die Annehmlichkeiten der modernen Zi-

Peter Spranger zum 9. Juli 1990 in Freundschaft gewidmet

vilisation, sicher gab es Perioden tiefster Not und Armut. Man denke nur an den Ersten Weltkrieg, an Inflation und Weltwirtschaftskrise, um zu erkennen, daß es die sogenannte 'gute alte Zeit' nie gegeben hat, Es war aber auch eine Zeit, in der ein Bliek vom Rosenstein oder vom Sand auf die geduckt sich in die Täler schlängelnden Häuser dem Auge wohl tat. Es war eine Zeit, in der jeder jeden kannte und eine lärmfreie Unterhaltung mit dem Nachbarn über den Gartenzaun nicht nur in den gehobenen Wohnvierteln rnöglich war. Nicht ohne Grund trug die untere Hauptstraße noch in den dreißiger Jahren den Namen Gartenstraße. Selbst wenn der Inhalt der Lohntüte nie ausreichte und Frau und Kinder in Heimarbeit zum Familienunterhalt beisteuern mußten, so zeigte doch das Leben in der Stadt zutiefst menschliche Züge und war von Rücksichtnahme und Vertrauen geprägt. Wenn Kinder noch barfuß gingen, um das Schuhwerk zu schonen, und durch Ährenlesen und 'Nachherbsten' die Mahlzeiten aufbesserten, so war natürlich auch das Fotografieren ein Luxus, weshalb nur ein beschränkter Fundus von Bildern zur Verfügung steht. Doch mögen diese wenigen trotz allem Freude bereiten und zum Nachdenken über Geschehenes und zum Vergleich mit dem Neuen anregen.

Heubach, im Mai 1990

Gerhard Kolb

Kurze Geschichte von Heubach im Ostalbkreis (BadenWürttemberg)

Werkzeugfunde, Ringwälle und Hügelgräber auf dem Rosenstein, Mittelberg und Hochberg lassen die Spuren des Menschen bis in die Altsteinzeit (30 000-8 000 v. Chr.) und in die Hallstattzeit (800-420 v.Chr.) zurückverfolgen. Eine erste Besiedelung zusammen mit der Anlage eines Fronhofs an der Stelle des späteren 'Schlosses' dürfte ab 700 n. Chr. stattgefunden haben. Der Rosenstein und eine Siedlung Heubach gehörten wohl zur Herrschaft des 1128 auf der Lauterburg genannten Pfalzgrafen Adalbert. Der Name 'Heubach' (Höbach) erscheint erstmals 1234 in einer Urkunde, ein Ritter Heinrich von Rosenstein wird 1282 erwähnt.

In der Reihe der adeligen Besitzer von Heubach werden seit dem Ende des 13. Jahrhunderts nacheinander genannt: die Grafen von Oettingen und ihre Lehensleute Hack von WoelIstein, um 1358 die Grafen von Wirtemberg, 1360 für kurze Zeit Kaiser Karl IV. bzw. das Reich. Im 15. Jahrhundert hatte Wirtemberg die Festung Rosenstein und das Städtlein Heubach (1360 als 'oppidum' bezeichnet) an die Herren von Woellwarth verpfändet. Steine an der Südseite des Blockturms (Teil der befestigten Anlage um die Ulrichskirche) tragen das Monogramm des Jörg von Woellwarth bzw. die Jahreszahl 1473. Georg von Woellwarth verließ 1524 die Burg Rosenstein und baute an der Stelle des Pfarrhofes (vor-

her Fronhof) ein Adelshaus, das heute noch vorhandene 'Schloß'. Das Patronat der Pfarrei St. Ulrich kaufte 1358 das Zisterzienserkloster Königsbronn von den Hacken von Woellstein, 1556 kam es an das Haus Wirtemberg, welches die Reformation in der Stadt weiterführte. Nach dem Rückkauf der Pfandschaft Rosenstein/Heubach durch Wirtemberg 1579 wurde Heubach Amtsstadt und blieb es bis zur Vereinigung mit dem Oberamt Gmünd 1807. Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges hatte Heubach 1648 nur noch zehn Einwohner.

Mit der Gründung von zwei Korsettfabriken 1859 und 1886, welche - aus dem alten Weberhandwerk hervorgegangen - zu Weltfirmen aufstiegen, begann die Industrialisierung. Die Einwohnerzahl wuchs von 1 300 im Jahr 1859 auf 3 300 im Jahr 1945. Von 1920 bis 1976 bestand eine Eisenbahnlinie zwischen Unterböbingen und Heubach. Die Not der beiden Weltkriege fand einen traurigen Höhepunkt in der Beschießung der Stadt am 24. April 1945 durch amerikanische Artillerie.

Seit 1950 vergrößerte sich die Stadt durch umfangreiche Bautätigkeit, 1971 durch die Eingemeindung von Lautem. Es entstanden öffentliche Gebäude und neue Schulen vom Kindergarten bis zum Gymnasium; das vertraute alte Stadtbild veränderte zich zusehends. Im Jahr 1989 überschritt die Einwohnerzahl die Marke von 9000. (G.K.)

1. Die Meisterbriefe der Heubacher Weberzunft zierte bis zu deren Auflösung 1862 eine Lithographie von Egidius Seybold (1794-1866), Zeichenlehrer an der Gmünder Gewerbeschule. Das Bild zeigt in besonderer Detailtreue den Stadtkern von Heubach, der eine Kreisfläche von etwa 40 ar umschloß. Deutlich sieht man die einst das Bild beherrschenden Gebäude: die ummauerte Ulrichskirche, den Blockturm, das alte Schulhaus, die untere Mühle, das Rathaus und das 'Schloß' genannte wuchtige ehemalige Adelshaus der Herren von Woellwarth aus dem Jahre 1524.

2. Eines der ersten Fotos von Heubach stammt aus dern Jahr 1890. Es zeigt deutlich die geringe Ausdehnung des etwa 1 300 Einwohner zählenden Städtleins. Aus der ehernaligen Zehntscheuer links im Bild ist schon 1863 eine Korsettfabrik geworden, welche Gottfried Schneider 1859 im Larnmkeller, dem heutigen Jägerhaus, gegründet hatte. Auffallend ist im Stadtbild das schöne Fachwerk an der unteren Mühle und an anderen Häusern. Ausgedehnte Obstbaumwiesen erstreekten sich noch am Fuß des alles überragenden Rosensteins mit der Ruine der ehemaligen Ritterburg des Minelalters. welche um 1520 als Wohnsitz aufgegeben wurde. Einziges Bauwerk am Weg auf den Rosenstein war der Rössleskeller.

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3. Heubach 1902. Als 1886 die Korsettfabrik Spießhofer & Braun gegründet wurde , erweiterte sich mit zunehmender Einwohnerzahl auch die Stadt, zunächst im Norden etwa bis zur Adlerstraße, wo 1886 die Kokos-Teppichfabrik des Gottlieb Fuchs entstand. Durch Einheirat ging sie später an Kar! Übelmesser über (geboren 1876 in Sulzbach a.M.). Der alte Stadtkern rückte immer mehr an den Südrand des Ortes. Hinsichtlich der Bevölkerungszahl lag Heubach mit 296'}'o Steigerung nach Mutlangen (585%) und Oberkoehen (580%) im Zeitraum von 1871 bis 1978 an dritter Stelle im Ostalbkreis. Die durchschnittliche Zunahme betrug in Württemberg 136%.

4. Wegen der rasch steigenden Baupreise war die Bautätigkeit nach dem Ersten Weltkrieg gering, und es herrschte große Wohnungsnot. Dennoch wurde mit der Bebauung des Weges zum Rosenstein begonnen. Auf dem Foto sieht man von oben nach unten: Haus Backes/Seeger (Curt Braun), Haus W. Ostertag (1914 begonnen), Haus J. Bühner (1925), Haus Burkhardt (Ecke Hundsgraben). Der 'Keller', die heutige Schloßstraße, war lange Zeit die beliebte Schlittenbahn der Heubacher Jugend. Trotz der Schwierigkeiten baute der Staat 1923 ein Forstamts- und Notariatsgebäude an der Jägerstraße und 1924 das Landjägerhaus in der Bahnhofstraße.

Postamt.

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5. Im Bild unten links sieht man die Hauptstraße von der früheren Kartonagenfabrik Johannes Fuchs (mit Erkerturm, ab 1924 Konsum) bis zum Marktplatz. Man erkennt links das Haus des Stadtpflegers Fuchs (Hauptstraße 31), rechts neben der Miste des Bauernhauses Grandel die Häuser Beißwanger, Pfister und Knauss. In der Gartenstraße (im Bild rechts unten), die sich vom Postplatz bis zum Kaufhaus Boger erstreckte , ist links das Haus Kniess/H. Schneider (Bäckerei Mühlhäuser) zu sehen; es fehlt noch das 1923 für 373 271 868 Mark erbaute Lehrerwohnhaus. Rechts stehen die Häuser des Geometers Merz und des Metzgers Wanner. Das Foto rechts oben zeigt das frühere Postgebäude (1859-1916) am Marktplatz; es war auch Konsum (bis 1924) bzw. Bürgermeisterwohnhaus.

6. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war das erstmals 1867 erwähnte Karussell auf dem Marktplatz jedes Jahr eine Attraktion für die Heubacher Jugend. Es wurde früher bei den Heubacher Vieh- und Krämermärkten aufgestellt, deren Abhaltung schon 1788 Herzog Carl Eugen jeweils für Mittwoch vor Pfingsten und Montag vor Michael genehmigte; ab 1825 gab es einen dritten Jahrmarkt. Das aus den urnliegenden Dörfern hereingetriebene Vieh wurde nach Vorlage eines Gesundheitszeugnisses auf dem Marktplatz aufgestellt und zum Verkauf angeboten. Auch die Krämer hielten auf einern 'Bockstell' Waren aller Art feil. 1934 wurden die Märkte eingestellt, 'weil kein Bedürfnis mehr vorliegt und weil auch der Straßenverkehr beeinträchtigt wurde' .

7. Der Heubacher Marktplatz im Jahr 1890. Der etwas zurückgesetzte Marktbrurmen war nicht nur Schmuckstück, sondern diente auch den umliegenden landwirtschaftlichen Anwesen als Viehtränke. Man sieht, daß das mächtige Haus des 'Bronnenbecks' aus mindestens zwei selbständigen Gebäuden entstanden ist. Der stark ländlich geprägte Charakter des Marktplatzes ist auf dem Bild besonders gut erkennbar. Nicht von ungefähr berichtet 1596 der schwäbische Historiker Martin Crusius scherzhaft, im Städtchen Heubach habe mitten auf dem Marktplatz ein Wolf den Schultheißen gefressen. Und Gustav Schwab nennt Heubach 1823 'ein armseliges Bauernstädtchen, eine Meile oberhalb Gmünd, eine Stunde vom Remsfluß, eine Meile vom Kocherfluß gelegen'.

8. Sonntägliches Flanieren auf dem Marktplatz um 1900. Bis zum Bau der Zweigstelle der Kreissparkasse 1957 standen noch alle auf dem Foto festgehaltenen Gebäude im Nordwesten: rechts das wuchtige Haus Knauss, einst Gasthaus 'Zur Krone', daneben das Bauernhaus Grupp, dahinter die Ulrichskirche und der Blockturm oder Jergenturm, das alte Schulhaus und das Haus Barth ganzlinks. 1903 schrieb der Heubacher Bezirksarzt Franz Keller: 'Die ziemlich unebene Stadt hat ein freundliches, angenehmes Aussehen; namentlich berührt der geräumige Marktplatz, umgeben von altertümlichen Häusern mit kleinen Fenstern und hohen, spitzen Giebeln und von seinem von Kastanienbäumen beschatteten Brunnen aus dem Jahr 1777, angenehm.'

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