Hildesheim in alten Ansichten Band 2

Hildesheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Schlotter
Gemeente
:   Hildesheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5139-9
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hildesheim in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Zeit mußte man sich schon nehrnen, wenn man Hildesheim besuchen und kennenlemen wollte, Das Bild der Bischofs- und Hansestadt bot in seiner Vielfalt aus seiner fast 1200jährigen Geschichte so viele Schätze von Schönem und Einmaligkeiten, daß Hast kein Begleiter bei einem Gang durch Straßen, Kirchen und Museen sein durfte.

Da ragt unter den Kirche St. Michael - eine Oottesburg - mit dem niedersächsischen Stützenwechsel und seinen Ausstrahlungen entlang des Harzes über Drübeck, Ouedlinburg und Gernrode besonders hervor. Die bernwardinischen Gießerkunst aus der Jahrtausendwende und die herrlichen Gold- und Silberschmiedearbeiten mit den eingefaßten Edelsteinert und Kristallen aus der Werkschule des Roger von Helmershausen lösen immer wieder Bewunderung aus. Der selbstbewußte Hildesheimer Bürger versäurnte nicht bei seinem Hausbau seinen Stolz in die Ausgestaltung durch überkragende Geschosse, Setzbalken mit Spruchbändern und Ornamenten und geschnitzten Brüstungsfeldern zu legen und zu zieren, so daß die Häuserreihen der Straßen sich im bunten Wechsel zeigten. Selbst das Innere der Häuser wies eine besondere Note bei der Anlage der Treppen auf.

Ein ausgeprägter Bürgersinn der Hildesheimer

formte das Bild der Stadt und er identifizierte sich mit seiner Stadt. Es mag vielleicht etwat überheblich klingen, wenn er von sich aus Vergleiche mit anderen Städten ausschloß. Diese Einsatzbereitschaft hat der Bürger auch nach der granenvollen Zerstörung vom 22. März 1945 gezeigt, daß er Opferbereitschaft bewies beim Wiederaufbau seiner zerstörten Kirchen und nach vierzigjährigem Begehren der Marktplatz in seiner historischen Gestalt Wirklichkeit wurde.

Schon seit dem Mittelalter sind Stiftungen Hildesheimer Bürgerfamilien für Hospitäler und Legaten zur Ausbildung von jungen Hildesheimern an Universitäten und Hochschulen bekannt, aber in den letzten 140 Jahren ragen zwei Persönlichkeiten als Stifter besonders hervor: Hermann Roemer und Wilhelm Pelizaeus. Sie haben nicht nur ihre umfangreichen Sammlungen der Stadt geschenkt, sondern haben aus ihrem Vermögen finanzielle Mittel zum Aufbau und Ausbau der nach ihnen benannten Museen zur Verfügung gestellt.

So wollen wir in einen Spaziergang durch die Straßen gehen, wollen mit effenen Augen die Schönheiten Hildesheims in uns aufnehmen und erkennen, daß der Hildesheimer Bürger auf seine Stadt stolz sein mußte.

1. Treffpunkt unseres Spazierganges ist der Marktplatz am Rolandbrunnen, den der Braunschweiger Baumeister Barward Tafelmaker im Jahre 1540 fertigte und der Hildesheimer Bildhauer Henning Warneken schuf den Schmuck am Gewände mit den 'guten Helden' und die Rolandfigur mit dem Wappertschild. Umrahmt vom Rathaus, den Bürger- und Gildehäusern aus den verschiedensten Stilepochen gibt es kaum einen vergleichbaren Marktplatz in solcher Harmonie.

2. Gehen wir hinein in das Rathaus und steigen hinauf in das erste Stockwerk. Der große Rathanssaal von 30 m Länge und 10 m Breite und einer flachen Holzdecke zeigt an den Wänden sechs Wandgemälde aus der Hildesheimer Geschichte von dem Historienmalet Professor Hermann Prell, Dresden. Der Zweite Weltkrieg ließ alles in Schutt und Asche versinken. Dieses Bild erinnert an die 'Heimkehr der siegreichen Hildesheimer Bürger mit dem Bürgermeister Henning Brandis aus der Schlacht bei B1eckenstedt 1493'.

3. In einern weiteren Gemälde wird die 'Einführung der Reformation am 1. September 1542' durch Joharm Bugenhagen beim Einzug der Bürgerschaft unter Führung des Bürgermeisters Harmen Sprenger in die Andreaskirche dargestellt.

4. Die prächtige Oberbürgermeister-Tür aus der Hochrenaissance mit zwei Füllungen in Intarsienarbeit wird umrahmt von zwei Säulen, die einen reich verzierten Oberbau mit Figuren und Stadtwappen tragen.

5. 'Das schönste Fachwerkhaus der Welt' - das Knochenhauer-Amtshaus. Die Inschrift besagt, daß das Haus im Jahre 1529 erbaut wurde. Der Baukörper ist noch der Spätgotik zuzurechnen, jedoch der geschnitzte Schmuck des Balkenwerks ist im Renaissancestil gestaltet. Eine bewegte Vergangenheit hat das Amtshaus hinter sich: von den Scharren der Fleischer zur Sparkasse bis zu den Verkaufsräumen der Genossenschaft 'Handwerk und Kunst'. Am 22. März 1945 war nur noch ein rauchender Trümmerhaufen geblieben, aber eine ausgeprägte Liebe und Opferbereitschaft der Bürger ließen 1990 das Haus in alter Bauweise wieder erstehen.

6. Im ersten Obergeschoß des Knochenhauer-Amtshauses wurde 1911112 der Gildesaal nach Plänen von Professor Carl Sandtrock, Direktor der Handwerker- und Kunstgewerbeschule HiJdesheim. gestalter. Alte Innungsladen und Gildehumpen fanden wieder eine würdige Aufstellung. An den Wänden unter Glas waren Dokumente des Handwerks angebracht: Ratsprivilegien für die Gilden, Handwerksordnungen, Gesellen- und Meisterbriefe und anderes mehr. Die Handwerkskammer Hitdesheim ließ hier Meisterprüfungen durchführen. Meisterstücke mußten hier der Prüfungskomrnission vorgestellt werden und hier am langen Tisch schwitzte mancher Prüfling bei kniffligen Fachfragen,

7. Wir gehen geradewegs auf das Haus NI. 34 des Hohen Weges. Unsere Eltern nannten diesen nördlichen Abschnitt des Straßenzuges noch 'Oberngünne'. In diesem Haus wohnte einst der Bürgermeister Herming Arneken, der es 1570 kurz nach seiner Rückkehr von jahrelanger Tätigkeit in Antwerpen erbaute. Über der Haustür prangt sein Wappen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Weinhändler WiJ helm Schaare Besitzer des Hauses und Carl Nave hatte dort die Minerva-Drogerie. Um 1900 wurde das Haus abgerissen, um für einen Neubau Platz zu machen.

8. Gleichfalls auf dem Hohen Weg neben der Ratsapotheke Haus NI. 5 war das Syndikus-Haus. Der Rat der Stadt ließ 1608 dieses Haus für seinen Rechtsberater Dr. Christian Kegel erbauen, Er diente der Stadt von 1604 bis zu seine Tode 1640 in Treue und mit ganzer Kraft. Der reiche Renaissanceschmuck zeigte die in Holz geschnitzten sieben Tugenden, die sieben Planeten und die vier Elemente. Das Stadtwappen über der Haustür zeigte an, daß der Eigentümer des Hauses die Stadt war. Spätere Ladeneinbauten waren mit Behutsamkeit vorgenommen worden. Dem Feuersturm 1945 fiel das Haus zum Opfer.

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